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Grundig TK2400FM Tonaussetzer
#1
Hallo zusammen,

ich habe gerade ein Tonbandgerät TK2400FM meines Onkels auf dem Tisch. Die meisten Verschleißteile machen ihrem Kategorienamen alle Ehre, sie sind ziemlich verschlissen. Es soll auch nicht mehr im Ursprungszustand funktionieren, es genügt, wenn es noch ein paar alte 9,5cm/s Monoaufnahmen abspielen kann. Die Laufwerksteile habe ich gereinigt, die Andruckrolle etwas aufgerauht und das anfängliche Jaulen ist weg. Die Bremsen funktionieren wieder, Spulen geht und das Gerät leiert nicht mehr hörbar.

Aber plötzlich war der Ton weg - ganz weg, auch beim Radioempfang, was zuvor funktionierte. Da das Bandgerät weiter lief und die Aussteuerungsanzeige bei Aufnahme auch ordentlich wackelt, wenn ein Sender eingestellt ist, vermutete ich zunächt eine Unterbrechung an der Lautsprecherschaltbuchse - Fehlanzeige. Ganz selten knackt es plötzlich im Lautsprecher und unverzerrter Ton ist zu hören für ein paar Sekunden, dann ist es wieder völlig ruhig aus dem Lautsprecher. Kein Knacken auch nicht beim Ein-/Ausschalten.

Nun würde ich gern die Bodenplatte abnehmen. Ich habe keine Serviceanleitung - nur den Schaltplan von Elektro-Tanja. Weiß jemand, wie der Boden abgeht?

Viele Grüße

Ingo.
Die Konvergenz der Apokalypse führt unweigerlich zur Hybris.
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#2
Moin Ingo,

ich hoffe die Dropbox spinnt nicht mal wieder und läßt die Hälfte weg. Schon etwas kurios, zuerst die Front und dann die Rückseite demontieren.

https://www.dropbox.com/s/80ex8uz1krs0n5...e.pdf?dl=0

Beste Grüße
Peter
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#3
Moin Peter,

vielen, vielen Dank - das Herunterladen hat prima geklappt. Nachher werde ich mir das Gerät nochmal vornehmen. Es ist offensichtlich besser (aufwendiger) aufgebaut, als ich zunächst dachte. Immerhin hat es einen elektronisch kommutierten Motor und eine solide Schaltung. Nur mein Exemplar ist etwas marode. Der Spurwahlschalter ist defekt - es ist nur die äußere Spur wählbar - ist aber kein Problem, weil sowieso nur Zweispur-Monobänder gehört werden sollen. Der Andruckfilz hatte sich aufgelöst und ich habe erstmal den Filzteil eines aufklebbaren Klettverschußbandes auf den Kunststoffilm geklebt. Wenn ein Band mit eher rauher Rückseite verwendet würde, könnte die Kraft zu groß werden, bei dem jetzigen ist es noch ok.
Es lohnt sich aber wirklich kaum, für das Gerät noch Teile zu erwerben. Der Klangregler ist auch defekt und steht dauerhaft in Mittelstellung, was flachem Frequenzverlauf entspricht.

Zum stationären Hören ist ein recht gutes KB100 vorhanden. Das TK2400FM soll nur für unterwegs / Garten verwendet werden.

Viele Grüße

Ingo.
Die Konvergenz der Apokalypse führt unweigerlich zur Hybris.
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#4
Hallo Ingo

Hier kannst Du auch viele Unterlagen finden, auch die von Deinem Gerät.
https://www.hifiengine.com/
https://www.vinylengine.com/

Viel Erfolg.
Grüße aus Bornheim
Werner

Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#5
Hallo Werner,
ich müßte mich dort erstmal anmelden. Ohne Login bekomme ich nichts heruntergeladen.

Ich habe nun gemäß dem Servicemanual von Peter die Bodenplatte entfernt und bin nun soweit, zu wissen, daß die Endstufe defekt ist. Wenn nichts zu hören ist, fließt auch kein Ruhestrom, der Treibertransistor ist stromlos und wohl auch der Eingangstransistor. Es gibt nur die Zustände "spielt verzerrungsfrei mit passenden Pegeln an den Transistoren" und "spielt nicht ohne Ruhestrom mit den o.g. Bedingungen an den Transistoren". Dazwischen wird zufällig hin- und hergeschaltet, wobei der Auszustand wesentlich häufiger ist. Ich konnte dieses "Umschalten" zwischen den beiden Zuständen durch nichts triggern. Es gibt, wie gesagt auch keinen Übergangsbereich. Infrage kommt für mich daher nur ein Bauteildefekt. Es könnte sein: ein Kappenfehler an einem Widerstand (glaube ich nicht, die sehen top aus und ich kann alle wichtigen Widerstände berühren/bewegen ohne den geringsten Effekt), ein zeitweiliger Kurzschluß in einem Kondensator - hatte ich so auch noch nie(!), glaube ich also auch nicht und ein Fehler in einem Halbleiter - vorzugsweise im ersten Transistor, der u.a. auch einen Bonddraht betreffen könnte o.ä. - derartiges Verhalten (Springen zwischen 2 Zuständen kenn ich gelegentlich von Z-Dioden).

Momentan scheint mir der Aufwand zum Ausbau der Verstärkerplatine recht hoch. Insofern überlege ich nun, den Verstärker einfach totzulegen und einen kleinen (um nicht kühlen zu müssen vermutlich D-)Verstärker nachträglich einzubauen, der die Funktion der Endstufe übernimmt. Mechanischer und finanzieller Aufwand hielten sich in Grenzen und die Funktion wäre erstmal wieder gegeben.

Viele Grüße

Ingo.
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#6
Schau Dir auch mal den A/W Umschalter an und reinige ihn.

Viele Grüße
Jürgen
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#7
Hallo Jürgen,

danke für den Tip. Aber es ist definitiv die Endstufe. Wenn ich die Pegel an den Endstufentransistoren bzw. am gut zugänglichen Thermistor messe, sehe ich, daß gar kein Ruhestrom fließt, obwohl die Endstufe mit 9V versorgt ist. Es ist definitiv ein Fehler in Vor- oder Treiberstufe. Ich habe die Versuche erstmal ohnehin in Stellung Radio gemacht, da spielt für die Endstufe die Stellung des A/W-Umschalters keine Rolle.

Ich mache vielleicht doch einen Versuch, die Hauptplatine auszubauen, obwohl es mich gruselt. Als ich den Boden öffnete, fiel mir neben viel Staub eine Druckfeder entgegen, die vermutlich vom nicht mehr benötigten Kopfumschalter stammen könnte und jedes Stück Isolierband, Haltegummi o.a., das ich anfasse, zerfällt. Wenn die Mechanik nicht zuletzt so überraschend gut ginge (wirklich ohne Jaulen), würde ich für Verkauf als Ersatzteilspender plädieren. So gebe ich dem Teil noch eine kleine Chance.
(Wäre es mein eigenes und mein Herz hinge dran, würde ich sicher eine richtige Restaurierung anstreben)

VG Ingo.
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#8
So, nun habe ich die Leiterplatte wirklich herausbekommen und die beiden o.g. Transistoren gewechselt - und siehe da, das Teil spielt ohne Unterbrechung - aber noch schlecht. Die Symmetrie der Endstufe stimmt nicht. Entweder habe ich den Treibertransistor falsch herum drin oder die Verstärkung ist zu gering. Heute war ich zu müde, um weiterzumachen. Morgen werde ich die Einbaulage nochmal kontrollieren und ggf. noch andere Transistören verwenden. Für den BC181 (T7) habe ich einen SF119 verwendet und für den BC109 (T6) einen SC309 - da war er der Fehler. Es hätte ein SC239 sein müssen. Also stimmt am Eingang die Zonenfolge nicht und damit ist die Verstärkung dieses Transistors sehr gering. Na gut, ist mir eben beim Schreiben eingefallen. Natürlich kommen nicht 2 pnp-Transistoren sondern ein npn- und ein pnp-Transistor rein.

   

Übrigens sind die auf meiner Platine aufgedruckten Bezeichnungen anders als die in der Serviceanleitung genannten. Die Nummern der Transistoren sind höher. Die Schaltung ist aber allem Anschein nach identisch.

Gruß Ingo.
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#9
So, jetzt ist T6 ein SC237 (hatte keinen SC239 mehr). Jetzt funktioniert die Endstufe wie sie soll und das Gerät ist wieder komplett montiert. Spontan ist noch die Pegelanzeige ausgefallen - Instrument defekt. Das ist aber für den vorgesehenen Einsatzzweck unerheblich.

Viele Grüße

Ingo.
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