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Fernseher Color 20
#1
In der Mediathek von MDR ist derzeit eine Reportage abrufbar.
Es geht um das RFT Werk in Staßfurt, speziell über den Farbfernseher Color 20 von RFT.
Dauert etwa 45 Minuten.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#2
Hallo,
den Film hatte ich mir gestern aus der Mediathek angesehen. Ich fand ihn sehr interessant. Auch die Entwickler kamen zu Wort. Ich war überrascht, wie fortschrittlich dieser Color 20 war, kam er doch schon 1969 bis auf die Bildröhre ohne Röhren aus. Im Westen hielt man zu der Zeit noch in zahlreichen Stufen an der bewährten Röhrentechnik fest.
Gut kam bei der Reportage auch die Verbundenheit der Belegschaft mit "ihrem" Fernsehgerätewerk rüber. Letztlich sicher auch ein Grund, weshalb das Museum eingerichtet wurde, in dem auch viel Radiotechnik ausgestellt ist. Hier mal der Link auf den Verein: https://www.rft-verein-stassfurt.de/
Wenn ich mal in die Gegend komme, werde ich da sicher mal vorbeischauen.

Grüße
Frank
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#3
Die Reportage wird am 1.10. Um 21.00 im MDR Fernsehen gesendet. Ist sehr interessant.
Gruß Detlef

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#4
Hallo,

ich teile die Euphorie zum COLOR20 zum Teil, das war schon eine große Leistung unter den damal. Bedingungen.

Allerdings darf man 2 Punkte nicht vergessen: Es tobte ein Klassenkampf und die DDR hatte keine Marktwirtschaft, jedenfalls nicht offiziell (kann man eigens drüber diskutieren).
Es mußte, ähnliche wie bei anderen Gelegenheiten, unbedingt die "Überlegenheit" des Systems nach außen dargestellt werden und so suchte man sich hier eben den Punkt "Volltransistorisierung" aus. Es gibt ganz gute Abhandlungen zum Stand der Technik zum damal. Zeitpunkt, es gab noch keine massentauglichen Hochvolt-Schalttransistoren und so stürzte man sich auf ein recht interessantes Niedervoltkonzept bei der Zeilenendstufe, das eigenartigerweise bis in die 80-er für die 90° Delta-Farbbildröhren beibehalten wurde.
Allerdings gabs mWn in Japan ebenfalls schon volltransistorisierte Farbgeräte, das waren aber eher kleinere Koffergeräte.

Aufgrund der fehlenden Hochvolttransistoren (Durchbruch war dann der BU208) war es marktwirtschaftlich eher nicht darstellbar, volltransistorisierte Farbgeräte zu bauen, das ist der einzige Grund, weshalb es diese "im Westen" noch nicht gab ! Gleichzeitig war elektr. Energie kein Thema im Westen, in der DDR schon eher, da brüllten die Netze stets an der Kotzgrenze aufgrund der chem. Industrie, Karbidproduktion für die Petrolchemie war so ein Thema.

Es ist also nicht richtig, das Bild zu vermitteln, als hätte die DDR hier einen Vorsprung zum Westen oder wär irgendwie innovativer (kreativer viell. schon, aber aufgrund der Mangelwirtschaft) ! Beim Thema Farbbildröhre wäre das sicher berechtigter, darüber weiß ich aber zu wenig, da kann Reflex-Kalle eher was zu sagen.

Es war nämlich bei vielen Themen so, daß das Innovationspotential der DDR-Ingenieure durch die RGW-Zwänge und die Interessen des "großen Bruders" Sowjetunion brachial erstickt wurde ! Nicht nur beim Thema eigene Bauelemente für die Gerätefertigung (Bildröhre), sondern auch beim Thema Auto. Die Dinge, die nach der Wende abgingen (Treuhand...) sind dann nochmal anderes Thema.

Trotzdem war die Entwicklung und Einführung des COLOR 20 in die Produktion ein richtiges Abenteuer und die Lehrmeister schwärmten in dem Zusammenhang immer von den "guten alten Zeiten", ich glaub das sofort. Man darf eben nur die Kehrseite der Medaille nicht vergessen.

Letztlich gabs durch das politisch getriggerte krampfhafte Beharren auf Volltransistor doch einige Probleme, nicht nur gewisse Instabilitäten der z.T. mit Germaniumtransistoren bestückten Stufen, sondern auch die Bildqualität ließ doch einige Wünsche offen, weil die Videoendstufen auch etwas auf Kante genäht waren. Die röhrenbestückten RADUGA-Geräte hatten wesentlich besser durchgezeichnete Bilder mit ihren Video-Endröhren (zum Teil zwar auch besser Bildröhren, aber das wars nicht allein). Die gefährlichen Brandgefahren der russ. Farbgeräte waren hier die Kehrseite. Bemerkenswert bei den Geräten aus der Sowjetunion war die Tatsache, daß alle Bauelemente einschließlich der Spezialtransistoren aus sowjetischer (russischer) Fertigung stammten.

Viele schaltungstechnische Details der DDR-Geräte stammten zudem zu großen Teilen aus westdeutschen Geräten, z.B. GRUNDIG. Das kann man beim Studium der Schaltungen und der Funktionsbeschreibungen zu den Stufen...

(hab da letztens erst wieder was aufgerissen dazu:
https://www.americanradiohistory.com/Arc...s/Grundig/)

...eindeutig erkennen und das betrifft nicht nur die späteren IC-Konzepte ab CHROMAT sondern auch die Schaltungstechnik mit Röhren in den s/w-Geräten der 60-er Jahre. Andererseits war auch interessant, daß an bewährten Grundschaltungen oft sehr lange festgehalten wurde, teils über mehr als 10 Jahre (z.B. M-Filter beim Bild-ZF-Verstärker, Kompementär"Thyristor"-Vertikalgenerator, C-Diodentuner mit (GF145..147 = AF139...239) und nicht zuletzt besagte 30V-"Niedervolt"-Zeilenendstufe mit KU608=BU108(?) --> ab COLOR20 --> CHROMAT --> NOVAMAT bis ca. 1983 produziert!
Ab ca. 1981 wurden auch parallel Geräte mit aus dem Westen importierten Inline-Farb-Bildröhren und Hochvolt-Zeilenendstufen mit BU208 (SU160) produziert, das war ein echter Fortschritt, Problem: Die Russen wollten weiterhin ihren Bildröhrenschrott (also 2. und 3. Wahl-Bildröhren) in die DDR entsorgen (RGW-Zwänge) und so wurden die guten Farbgeräte mit Westbildröhren verrotten gelassen und die DDR-Bürger bis 1984 mit NOVAMAT/NOVATRON-Geräten "beglückt", mit schlechten Bildröhren und veralteter Schaltungstechnik.

Hatte alles seine 2 Seiten und es gibt viele Storys im Hintergrund, die so manche Nostalgie etwas verblassen lassen.

Gruß Ingo
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#5
Auch wenn ich die Entwicklungsgeschichte des Color 20 wirklich nicht kenne, wer die sozialistische Planwirtschaft im allgemeinen und speziell auch in der DDR kennengelernt hat, für den gibt es ein paar handfeste Gründe, warum ein volltransistorisierter Farb-TV bis zur Serienreife entwickelt wurde.

Zu der Zeit war abzusehen, dass es keinen Sinn mehr macht, Spezial-Röhren wie die PL509, PY500, GY501 und PD500 neu entwickeln zu lassen, wenn doch Transistoren schon allgemein auf dem Vormarsch waren. Dies auch, weil die Röhrenproduzenten schon zu der Zeit kaum den aktuell bestehenden Bedarf an Radio-/TV-Röhren produzieren konnten (teilweise auch wegen vermehrtem Export). Außerdem wurde damals schon viel in die Halbleiter-Entwicklung und -Produktion investiert, dass kaum noch Mittel und Personal für neue Röhrenentwicklungen zur Verfügung gestanden haben werden. Warum die in der UDSSR entwickelten EL509, EY500 usw. nicht als P-Röhren zur Verfügung standen, kann man auch nur mutmaßen. Es war ja offensichtlich schon schwer genug, die notwendigen Farb-Bildröhren aus der UDSSR zu erhalten.

Letztlich alles ein Zeichen dafür, dass der RGW nicht wirklich funktionierte und jeder Staat dann doch auf sich gestellt war. Das habe ich in den 70er Jahren ja selber in meinem Berufsleben so erleben können, als ich Konstrukteur für Backmaschinen war. Da war auch durch den RGW entschieden worden, dass Brotback-Automaten nicht mehr in der DDR weiterentwickelt und produziert werden, sondern in der Tschechoslowakei. Nur hat die Tschechoslowakei nicht den Bedarf der DDR liefern können und so wurden immer mal wieder Brotback-Automaten bei uns still und heimlich gefertigt. Hat man dann an den Teilen in den Produktionshallen sehen können, die so gar nicht zu den sonst gefertigten Waffel-Backautomaten passten.

Es war also nur logisch und folgerichtig, ganz auf Elektronenröhren in Farb-TV zu verzichten und innovativ das Konzept des Color 20 zu verfolgen. Dass dies dann auch politisch „als Zeichen der Macht ausgeschlachtet“ wurde, ist mehr ein Zeichen des Stolzes, über die erreichte Leistung. Mit welchem Aufwand das geschafft wurde, war dabei, wie immer, nebensächlich.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#6
Hallo,
ich habe mir die die Sendung gerade auf MDR angeschaut.
Ich kann nur sagen, sehr informativ...

Viele Grüße,
Rolf
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#7
Morgen,

hab mir grad die Sendung angesehen, ich muß sagen, recht gut gemacht ! Gute Erklärungen, auch für Nicht-Techniker, unterhaltsam und nicht zu viel falsche Euphorie... Nostalgie. Gute Filmzusammenschnitte und Bilder!
Einige Aussagen würde ich trotzdem so nicht stehenlassen, aber es war zu keinem Zeitpunkt so, daß man denkt "...also das geht garnicht...".

Zum Beispiel sollte man nicht so tun, als wäre das Ende der 60-er ein "Erfinderwettstreit" zwischen den beiden deutschen Staaten zum Farbfernseher gewesen ! Es gab in den USA und Japan schon länger sehr brauchbare und gute Geräte mit NTSC. Deutschland hinkte halte durch die Nachkriegszeit insgesamt etwas hinterher. Die DDR war natürlich ungleich schwerer gebeutelt durch die russischen Besatzer... aber lassen wir das, jedenfalls war das unter diesen Bedingungen eine Extremleistung, fast "zeitgleich" Farbfernsehen einzuführen.
Woher die Studio- und Sendetechnik kam, kann sich aber wohl jeder denken.

Kalle, ich hatte ein de ja vu beim lesen Deiner Antwort, ich glaub, das haben wir schonmal irgendwo so diskutiert ^^ Ich bin nicht ganz Deiner Meinung bei der Begründung, warum für die Leistungsendstufen keine Röhren verwendet wurden. Die Röhrenfertigung war Ende der 60-er auf einem Höhepunkt und es wäre wahrscheinlich leichter gewesen, geeignete Röhren zu beschaffen, als das Volltransistor-Konzept durchzuziehen (mMn).
Der Knackpunkt war eigentlich NUR die Zeilenendstufe, gefolgt von der Vertikalendstufe, alle anderen Stufen konnten Ender der 60-er bereits (auch weltweit) weitgehend transistorisiert werden ("hybrid"-sets). Wobei man aufpassen muß, nicht nur die Leistung (Schalttransistoren) auch die HF-Tauglichkeit waren gewissen Grenzen unterworfen (Tuner, Bild-ZF, anfangs noch Regelröhren statt Transistoren, Tunertransistoren für UHF waren zu dem Zeitpunkt auch noch nicht so gängig).
In alten COLOR20-Plänen sind auch im Bild-ZF-verstärker BF173-Transistoren eingezeichnet ! Auch hier wurde also etwas vom "Klassenfeind" genommen. Die ASZ1015... Transistoren waren auch VALVO glaubich (?), GF145 waren vom AF139 abgeschaut usw...
Leistungsfähige Zeilenendröhren und auch die Ballasttrioden usw. waren gängig und bereits "entwickelt" und hätten bestimmt zur Verfügung gestanden (UdSSR), da mußte nichts neu entwickelt werden. Die Trennung von Zeilenendstufe und Hochspannungserzeugung erforderte insgesamt 3 recht hochwertige Leistungstransistoren, ein Aufwand... So ein Gerät wie der COLOR20 wäre, im Westen produziert, nicht absetzbar gewesen, denk ich.

Aber so gut steck ich da auch nicht drin, was damals wie zu welcher Entscheidung geführt hatte. Das war auch in der Lehre kein Thema (mehr).
Meine Lehrzeit war bereits in den späten 80-ern und da war die spannende Zeit bereits aus und vorbei, es wurden nur noch die moderneren s/w-Geräte LUXOMAT mit Schaltnetzteil und halt die ganzen 4000-er Farbgeräte (COLORTRON/COLORLUX, COLORMAT), so ab ca. 1988/89 dann auch die COLOR-40-Geräte produziert, mit nicht unbedingt besserem Bild aber modernerer Technik (Sperrpunktautomatik, bessere Tuner, SMD-Bauteile..). Gab auch hier so einige Anfangsschwierigkeiten.
Von dem Zusammenhalt und der "Harmonie" aber, die alle Fernsehwerker "zusammengeschweißt" hatte, wie es Herr Korsch ansprach, hab ich (!) nix gemerkt. Vielleicht war es in jenen Jahren (60-er u 70-er) so, aber die tägliche Realität in dem Werk war Ende der 80-er eine recht bittere, jedenfalls in meiner Erinnerung, in vielfältiger Form... aber das ist nicht Thema.

Gruß Ingo
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#8
Guten Morgen,

ich habe mir auch die Sendung mit Vergnügen gegönnt. 

Muss auch gestehen, dass es den Produzenten sehr gut gelungen ist die Entwicklung des Color 20 zu zeigen, parallel dazu  die Entstehung des Farbfernsehens und des 2. Programmes in der DDR zu vermitteln.
In einer beschwingten Folge auch die gesamte Fernsehwelt der DDR zu streifen, wo auch das RFZ in Dresden nicht zu kurz kam. 
Diplomatisch gelungen fand auch die Erläuterungen zur  Anwendung  der verschiedenen Farbfernsehsysteme. 
Die Klassenfeindfernsehgeschichte wurde auch sehr authentisch wieder gegeben. 
Im Juni 1974 bezogen wir eine 2 Zimmerwohnung in einem Punkthochhaus, im September war der Empfang aller terrestrischen Fernsehsender möglich.  

Fachlich habe ich noch in Erinnerung, dass schon während der Entwicklung vom Color 20 VHF - und UHF Tuner mit Halbleitern hergestellt worden. Diese wohl im Combivison zum Einsatz kam.


Besonders informativ fand ich auch die Präsentation des Museum in Stassfurt. 

In der Vorweihnachtszeit von 1966 bat das FSG Werk  um Hilfe für die Weihnachsfertigung der Donja usw. 
Dieses wiederum organisierten die Handwerskammern der Bezirke und ich durfte 2 Wochen einen Prüfplatz am Band dort bedienen. Das Fertigungsband war in den Dokumentationen zu sehen. 
Als Geschenk  durften wir einen 47 cm Donja aus dem sogenannten "Ausschuss" zusammen  bauen. 
  
Auf alle Fälle wurde den Zuschauern auf eine sehr unterhaltsame Weise "Farnsehen" vermittelt.

Eine Hommage an einen Berufschullehrer.
"Farnsehen" diesen Ausdruck gebrauchte der Fachlehrer bei der Berufsausbildung, in dem er meinte "Meine Harren  im Fach Farnsehen, sehe ich schwarz für Sie."
Shy

Gruß Werner
Geld mach nicht glücklich, aber beruhigt ungemein.  Wink
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#9
Elek/Ingo liegt richtig.
Im Labor liefen auch in Westeuropa 1969 die volltransistorisierten Zeilenendstufen. Nur die nötigen Transistoren waren nur in kleinen Labor-Stückzahlen lieferbar und sauteuer. So ausgerüstete Farbfernseher 1969 in der Bundesrepublik wären
a) viel teurer als die üblichen Hybridgeräte gewesen - Beim color 20 spielten die Kosten dagegen keine Rolle, er war sowieso trotz staatlicher Subventionierung sehr teuer, über 3000 Ostmark.
b) nur in geringen Stückzahlen verfügbar gewesen - beim Color 20 egal, es GAB ihn eh nur in geringen Stückzahlen

und c) waren diese Schaltungen noch nicht bewährt, sprich noch nicht garantiert zuverlässig, was in einer Marktwirtschaft problematisch ist, in der Planwirtschaft bei einem Produkt das eh nur an Bonzen geliefert wurde, nicht so wichtig.

Übrigens stimmt die Legende nicht, im ersten Jahrgang hatte der color 20 sehr wohl Röhren, und zwar drei Hochspannungsdioden in einer Kaskade in einem ölgefüllten (!) Gefäß. Kenner kennen dies vom Saba Telerama/frühe Ausführung.
Erst 1970 wichen diese einer Selenkaskade. Jetzt war es wirklich ein Volltransistorgerät.
Die Bildröhren, vom großen Freund und Bruder eingekauft (ohne Rückgaberecht defekter Exemplare) waren so schlecht und so defektanfällig, dass die DDR ab 1971 56cm-Röhren zähneknirschend im NSW, und zwar bei Telefunken und Hitachi, eingekauft haben. Die Geräte erkennt man am durchgesteckten Bildschirm, sie heißen color 20/1. Im Internet gibt es viele Informationen zum color 20.

VG Stefan
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#10
Mir gefiel diese Reportage. Es ist ja für die Allgemeinheit gedacht, dafür völlig ausreichend.
Ich war ja 2008 schon mal im Stassfurter Museum. Da waren meine Kinder noch etwas jünger und haben dort doch schon ordentlich, bei dem einen oder anderem Objekt, gestaunt.
Das Neue werde ich auch noch mal besuchen, das scheint etwas mehr Ausstellungsfläche vorhanden zu sein.
Den Iris 12 mit Seitenfenster, gab es damals auch schon. Smile

   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#11
Um es „geschichtlich“ richtig einordnen zu können, wann wurde denn das Konzept des volltransistorisierten Color 18 (?), was dann zum verkaufsfähigen Color 20 geführt hat, begonnen im RFZ Dresden (?) zu entwickeln? Sowas macht man ja nicht in ein paar Wochen oder Monaten.
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#12
Hallo zusammen,

habe mir gestern die Sendung angeschaut. Ganz vergnüglich, aber m.E. etwas lückenhaft. OK, das war wohl dem Inhalt der Sendung geschuldet.... Zum Beispiel wurde nichts von Arnstadt erwähnt. Hatte man dort nicht eigentlich mit den Fernsehern im Zuge von Reparationszahlungen begonnen? Und (ok, auch nur wieder Wunschdenken), man hätte auch die komplette Radeberger Malerserie erwähnen können.

Siehe auch hier.

Was das Sachsenwerk Radeberg anging, so war mir der Übergang zur Kombinatsbildung ein klein wenig zu "weichgespült" erklärt. Wurde damals dem Sachsenwerk Radeberg nicht einfach die damals gut laufende TV-Produktion per Regierungsbeschluß aus der Hand genommen und nach Stassfurt verlagert, weil Radeberg nun fortan militärisch-wichtige Nachrichtentechnik zu produzieren hatte?

Bitte mich nicht falsch verstehen: ich will hier nicht krümelkacken. Aber da man ja auch auf die Aktion Ochsenkopf ein klein wenig ausführlicher eingegangen ist...   Rolleyes

Und zur Ergänzung verweise ich gern auch auf hier. Siehe unter DDR - GDR links und dann rechts den Punkt "Das DDR Farbfernsehforschungsprogramm" (zu finden unter 12. Das DDR SECAM Farbfernsehen). Ich meine, mich zu erinnern, das dort veröffentlichte Bild stand damals in der Zeitschrift "Radio und Fernsehen", als seinerzeit über die Forschung zum FF berichtet wurde.

Auf jeden Fall war es eine interessante Sendung (gern mehr davon!) und sie macht Lust, sich endlich mal wieder mit den TV zu befassen, die in der Werkstatt stehen.

Gruß Michael
Penthode?
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#13
Hi Michael,

besonders interessant ist, dass wir Amateurfunker auch schon 1968 eine komplette Farb-TV Strecke hatten

http://www.scheida.at/scheida/Television...olorTV.htm

Josef Rolf (oder hieß er genau andersherum, weil ich glaube, dass wir ihn immer Rolf nannten) hab ich damals selber mit seiner Anlage kennengelernt. Der umgebaute Farb-TV war aber kein PAL-TV (wo soll der in der langen Entwicklungszeit eines Amateurfunkers vorher hergekommen sein?), sondern ein alter NTSC Farb-TV oder Monitor (kann ich mich nicht mehr genau erinnern), mit einer riesigen 53...59er RCA Rundkolben-Farbbildröhre mit 70 Grad Ablenkwinkel in einem vollkommen aus Metall bestehenden Standgehäuse.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#14
Hallo zusammen,

ich habe mir die Sendung über die Mediathek heute angesehen. Ich fand sie ebenfalls interessant. Ich kenne solche Prozesse aus eigenem Erleben: wir hatten den Auftrag, keine rechte Vorstellung wie es gehen soll und am Ende hat es doch funktioniert. Über technische Details der Sendung will und kann ich mich nicht auslassen, aber ich fand auch informativ, dass gesagt wurde, wie abenteuerlich man zu so einem Gerät gekommen ist. Ich hatte 1987 bei einem Kollegen, dessen Frau in der Kreisstadt im Schallplattengeschäft (sehr begehrter Arbeitsplatz) arbeitete einen Dauerauftrag plaziert, die Warenlieferungen im RFT nebenan zu beobachten. Als es eines Tages so weit war, musste ich ganz schnell jemand mit Auto finden, um das Gerät abzuholen. Ich habe mit über 4000 Mark deutlich mehr als 3 Monatslöhne dafür aufbringen müssen. Der Beitrag zeigt sehr deutlich, was Menschen schaffen können, und das nicht nur in der TV Entwicklung.
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Gruß Matthias
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#15
(02.10.2019, 14:47)Reflex-Kalle schrieb: ....besonders interessant ist, dass wir Amateurfunker auch schon 1968 eine komplette Farb-TV Strecke hatten...

Himmel, das kannte ich noch nicht, obwohl ich schon lange auf dieser Seite surfe... Smiley26

Danke für die Information!   Thumbs_up

Gruß Michael
Penthode?
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#16
...Stand der Technik bei SONY im Jahr 1969:

https://www.bobistheoilguy.com/forums/ub...on_KV-1210

hat zwar nicht ganz die Bildgröße wie der COLOR20, ist aber auch volltransistorisiert (wobei durchaus in der Kaskade auch noch Röhren drin waren ! 3x 1Z2 o.ä.)

...ist schon auch ein schönes Gerät, der SONY, das ist genau mein Design.

Gruß Ingo
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