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Junghans Buffetuhr - Nachgang
#1
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage an die Uhrenexperten. Meine Frau hat auf dem Funkerbergflohmarkt in Königs Wusterhausen eine Buffetuhr der Firma Junghans gekauft. Es fehlte das Glas vor dem Zifferblatt. Ich habe die Uhr dann zum Uhrmacher gebracht und gebeten, ein neues (gewölbtes) Uhrglas einzusetzen und das Werk zu reinigen und zu ölen.
   

Das Werk sieht so aus:

   
   

Nach Abholung lief die Uhr aber beim Schlagen gab es heftige Nebenresonanzen, die zum Teil auf Bewegungen des Glases in seiner Fassung aber auch auf Klappern der Werktür zurückgingen auch die Klangstäbe klangen nicht mit passender Lautstärke. Ich habe dann die Resonanzen bedämpft (etwas Silkon am Glas, ein Stück gefaltetes Küchenkrepp am Werksklappenverschluß) und die Lautstärke der Klangstäbe so angepaßt, daß die Uhr relativ genial klingt.

Der Uhrmacher sagte mir, die Uhr sei einmal pro Woche aufzuziehen. Ich habe sie so reguliert, daß sie je Woche momentan etwa eine halbe Minute nachgeht. Lasse ich die Uhr laufen, bis sie von allein stehen bleibt, läuft sie etwa 18,5 Tage. Nach einer Woche nimmt aber der Nachgang progressiv zu (siehe Grafik).
   
Auch ist nach etwa knapp einer Woche (glaube ich) mindestens einmal ein (kurzes, plötzliches) Geräusch zu hören, das klingt, als wenn ein Teil der Feder intern rutscht, also als wenn sich innere Windungen ruckartig entspannen und die äußeren schon entspannten wieder spannen (ist aber nur eine Interpretation von mir).
Mich interessiert nun: Darf das so sein? Ist es ein Hinweis, daß die Feder vielleicht hätte ausgebaut gereinigt und geölt werden müssen (falls der Uhrmacher dies nicht ohnehin getan hat). Ist der progressiv zunehmende Nachgang der Uhr typisch und erlaubt. Er ist ja erträglich, wenn man die Uhr wöchentlich aufzieht. Allerdings wird die Feder dann jeweils kaum zur Hälfte entspannt. Bisher habe ich mit dem Uhrmacher darüber nicht gesprochen.

Ich freue mich, wenn jemand dazu fachkundige Hinweise hat( - evtl. Phalos?).

Viele Grüße

Ingo.
Die Konvergenz der Apokalypse führt unweigerlich zur Hybris.
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#2
Nein darf nicht so sein. Wahrscheinlich ist altes fett öder Öl so fest in den Federn, das diese miteinander Verkleben.
Erst wenn die mechanische Spannung zu groß ist, lösen diese sich mit einen " knall " also starken Geräusch.
Das verursacht auch den ungleichmäßigen gang der Uhr.
Das Problem gibt es ja genauso bei den Grammophonen, nur da ist es noch besser zu hören.
Da wird wohl die Feder gereinigt werden müssen.

Das sind meine persönliche Erfahrungswerte.
Nach Reinigen der Federn gehen meine Geräte wieder richtig gut.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#3
Hallo Ingo,

ich bin zwar nicht der Fachmann für Uhren. Aber wie Du sicher weißt, habe ich ja auch solch eine Buffetuhr. Die zeigt dieselben Eigenheiten. Wenn ich die aufziehe und die Uhrzeit genau einstelle geht sie einige Tage genau. Dann aber geht sie kontinuierlich nach. Die Abweichungen werden dann im Laufe der Tage größer. Daher ziehe ich die Uhr nach einer Woche grundsätzlich auf und stelle die Uhrzeit genau ein. Genau das mit der Antriebsfeder hat meine Uhr auch. Ich denke aber, das das normal ist. Na, hören wir mal, was evtl. die Experten dazu meinen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#4
Ha, siehste, der Frank weiß das. Ja, das klingt natürlich einleuchtend. Aber ich denke an diese Federgehäuse darf nur der Uhrmacher. Ich würde mich daran nicht vergreifen wollen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#5
Feder und Federgehäuse hätten demontiert und gereinigt gehört. Zunehmender Nachgang ist einer erlamdenen Feder geschuldet. Es könnte sich nach dem Reinigen verbessern, aber grundsätzlich sollte die Feder erneuert werden. Wenn die Uhr aber 8 Tage gut läuft, würde ich es so lassen.
Gruß Franz
eh isch misch uffreg isch mirs lieber egal
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#6
Naja ganz einfach. Die Uhr geht nach weil sie nachreguliert werden muss.
Beim Uhrmacher in der Werkstatt ist ja nicht die selbe Temperatur wie bei dir in der Wohnung.

Also:
Wenn die Uhr nach geht: Pendellinse nach oben schrauben (an der kleinen Schraube unter der Linse)
Wenn die Uhr vor geht: Pendellinse nach unten schrauben

Das hat erstmal überhaupt nicht mit der Feder selbst oder schlechter Arbeit des Kollegen zu tun.

Dass eine mechanische Uhr ohne zusätzliche Einrichtung am Anfang leicht vor und am Ende leicht nach geht ist hingegen ganz normal.
Das liegt daran dass die Feder am Anfang voll gespannt ist und viel Kraft hat. Das bewirkt einen LEICHTEN Vorgang.
Am Ende überwindet die Feder einen Punkt ab dem sie ganz schwach wird, dann geht die Uhr LEICHT nach.
Zwischen diesen beiden Punkten ist die Federkraft annähernd gleich.

Erwarte von der Junghansuhr auch keine Atomuhrgenauigkeit. +/-3 Minuten in der Woche sind ganz normal.
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#7
Hallo Phalos,

die Prozedur der Uhrregulierung ist mir schon klar. Ich habe sie ja für den Lauf innerhalb der ersten Woche reguliert. Die reproduzierbare Gangabweichung von 1/2 Minute innerhalb der ersten Woche ist auch völlig ok. Interssiert hat mich die anschließend progessiv zunehmende Gangabweichung zu erklären. Immerhin läuft die Uhr nach der ersten Woche noch 11 Tage innerhalb derer sie bis zu 30 Minuten nachgeht.
Oder auf die ersten zwei Wochen bezogen: In der ersten Woche geht sie 30 Sekunden nach, am Ende der zweiten Woche sind es 9,5 Minuten mehr.

Viele Grüße

Ingo.
Die Konvergenz der Apokalypse führt unweigerlich zur Hybris.
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#8
Hallo Ingo,
Deine Fehlerbeschreibung deckt sich mit mit der Erfahrung, welche ich gerade machen durfte. Die betreffende Pendule stammt aus dem Jahr 1850 bis 1870 mit Schloßscheiben Schlagwerk mit einer Gang Reserve von 8 Tagen. Diese wies genau den beschriebenen Sachverhalt +- 9 Minuten am Ende auf. Reinigung und Erneuerung der Feder kurrierte die Angelegenheit.
Gruß Franz
eh isch misch uffreg isch mirs lieber egal
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#9
Hallo Franz,

ich werde den Uhrmacher mal anrufen, den Fall schildern und die Uhr wohl wieder hinbringen.

Viele Grüße Ingo.
Die Konvergenz der Apokalypse führt unweigerlich zur Hybris.
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#10
Ich seh doch in der Grafik, dass das mit der abgespannten Feder zu tun hat.

Das Uhwerk ist ein Werk, welches eine Gangreserve von 8 Tagen hat.
Die Uhr laufen, frisch gereinigt, oft länger, aber dann eben mit der abgeschwächten, entspannten Feder! Das erzeugt den Nachgang.

Ich selber hab auch eine Wanduhr die nahezu einen Monat durchläuft, obwohl das Werk eigentlich ein 14-Tage-Werk ist. Und nach den 14 Tagen läuft sie auch entsprechend nach.
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