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Computernetzteil abgeraucht
#1
Hallo. 

Mir ist heute dauernd die Hauptsicherung rausgefallen, lies sich gar nicht mehr einlegen. Ūber Trial and error konnte ich ein PC identifizieren. Im Schaltnetzteil waren Sekundàrseitig zwei Elkos aufällig, 2200u/10V. Einer war auf gebläht, der andere schon offen mit noch 13u Restkapazitàt. Beide gewechselt, alle anderen Elkos okay. Primärseitig ist ein Varistor abgebrannt und hatte Schluss zwischen N und L. Das dūrfte der Grund gewesen sein. Der Varistor schūtzt den nachfolgenden Teil vor Überspannung. Bei Ūberspannung, wohl aber auch durch Alter wird er niederohmig, der Strom steigt an und lässt die Sicherung durchbrennen. Nur hat dieses Dell-Netzteil keine Sicherung, man vertraut das die 10 oder 16A Haussicherung kommt. Auch eine Temperaturūberwachung am Varistor fehlt. Mir scheint das etwas heiß zu sein oder sind heute alle Netzteile so konstruiert, das nur die Sicherung in der Hausinstallation genutzt und darauf vertraut wird? Wie wūrdet Ihr das Netzteil reparieren?  Einfach wieder nur ein Varistor rein oder zusätzlich zum Varistor noch eine Sicherung oder den Varistor einfach weglassen und das Netzteil gegen Ūberspannung ungeschützt zu lassen?

Gruß Otto.
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#2
Morgen,

diese Varistoren (meist blaue Scheiben) sind oft Anlaß für Ärger, auch viele Induktionskochfelder sind von Fehlern daran betroffen. Normalerweise ist Sicherung davor. Probleme mit Brandgefahr sollte es bei geprüfter Markenware auch ohne Sicherung nicht geben.

Ähnliche Scheiben sind auch in sogenannten Überspannungsschutz-Steckdosen, dort oft ebenfalls ohne separate Sicherung. Bei Billigschrapel hatte ich aber schon gefährliche Überhitzung bis Verschweißung Zwischenstecker mit der Steckdose mit deutlichen Spuren v. Übertemperatur.

Alterung geschieht durch Belastung mit Transienten bzw. viell. auch durch die eigens erzeugten HF-Belastungen--Rückwirkungen, das erklärt viell die Häufigkeit bei Induktionskochfeldern.

Ich würde neuen Varistor der gleichen Baugröße für 275 V einbauen und eine 6A Feinsicherung davor schalten. Erstmal weglassen d. Varistors dürfte kurzfristig keinen Schaden am Netzteil machen ("Vorsorgebauteil"), das Risiko für Defekt bei Überspannung im Netz steigt natürlich, der Netzfilter hält da aber auch was ab.

Gruß Ingo
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#3
Hallo, Computernetzteile sind Massenware aus Fernost. Und im Surplus-handel schon für Preise ab 15 Euro zu haben.
Zuerst mal prüfen wie groß die Leistung sein muss, dann Bauform auswählen, dann Angebote prüfen.
Varistoren sind Bauteile, die verändern ihren Widerstand mit der Temperatur und der anliegenden Spannung und werden deshalb eingesetzt um Sanftanlauf und Überspannungsschutz zu bewirken. Ein Austausch der Baugruppe "Netzteil" kommt billiger als ein Wohnungsbrand nach einer Hobby-Reparatur.
Gruß Manfred
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#4
Hi,

die allermeisten Computer-Netzteile haben selber keine Sicherung, wenn dann direkt in der Kaltgeräte-Anschlussbuchse von außen zugänglich und auswechselbar.

Den primärseitigen Elko auf jeden Fall auch auswechseln, wenn schon sekundärseitige Elkos hin sind. Eigentlich alle größeren Elkos auswechseln. Lohnt aber nur bei Netzteilen spezielle Bauform, weil Standard-ATX Netzteile nun wirklich preiswert sind. Das defekte Netzteil kann man gut "ausschlachten" und hat dann einige für manches gut brauchbare Bauteile, von Blechgehäuse bis Halbleiter verschiedenster Art.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#5
Hallo,

man könnte den Varistor auch durch Vorschalten einer passenden Induktivität ein wenig vor Transienten schützen. Am besten vermutlich, wenn in die Zuleitung netzseitig und in die Ableitung zum Netzteil je eine Induktivität, keine stromkompensierte Drossel, eingefügt wird. Dann fallen hochfrequente Anteile an der Induktivität ab.
Die Induktivität muß für 50Hz niederohmig sein und den maximalen Nennstrom locker vertragen.

Gruß Ingo.
Die Konvergenz der Apokalypse führt unweigerlich zur Hybris.
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#6
Hallo Otto,
da kann ich mich dem Manfred nur anschließen,
Computernetzteile repariert man nicht, das ist Massenware, die kauft man neu
und alles ist gut...

Viele Grüße,
Rolf
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#7
(09.10.2019, 09:24)Bastelbube schrieb: Computernetzteile repariert man nicht, das ist Massenware, die kauft man neu
und alles ist gut...

Ich tausche allenfalls kaputt gegen alt, aber ok, aus, da bei veralteten Rechnern meist noch brauchbare Netzteil drin waren. Die habe ich ausgebaut und schon anderweitig verwendet....
Viele Grüße

Franz Bernhard

... und die Radios laufen nicht weg!

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#8
Danke für Eure Meinungen. Also Primärseitig sind die Elkos top, da brauchen keine neuen rein, denn diese hätten keine anderen Werte! Ein kompletter Netzteilwechsel fällt flach, da spezielle Bauform die nur fūr diesen Computer hergestellt wurde. Ich weiß auch nicht was hier Leute gegen reparierte Netzteile haben? Viele Röhrenradios sind vom Design nicht mehr oder weniger sicher. Und warum ein Netzteil wegwefen wenn eine Reparatur mit Teilen für ein paar Euro erledigt ist? Ich habe noch nie ein Netzteil oder einen TV entsorgt nur weil Elkos platt earen oder mal der Varistor gezündet hat. Da sind doch alles normale handbare Reparaturen. Hier ging es nur um das Design des Überspannungsschutzes durch einen Varistor. Alle Netzteile die ich bisher offen hatte warwn grundsätzlich nochmal Primärseitig abgesichert, mindestens mit selbst rūckstellbaren Fuses.

Otto.
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#9
(09.10.2019, 09:24)Bastelbube schrieb: Computernetzteile repariert man nicht, das ist Massenware, die kauft man neu
und alles ist gut...

Ja das freut die Industrie und den Handel, ist aber IMHO genauso eine falsche Einstellung, wie die Reparatur eines Radios durch sinnloses Tauschen aller Bauteile die einem vor dem Lötkolben kommen können. Wenn man das macht, hat man von Elektrotechnik nicht die geringste Ahnung und versteht auch keine Schaltungen.

In der Tat sollten nur Bauteile ausgetauscht werden, die dem Soll nicht mehr entsprechen. Elkos sind in Netzteilen unterschiedlicher Belastung ausgelegt, je nach Position in der Schaltung. Es ist der Normalfall, das dabei Elkos bei geringer Belastung durchaus in Ordnung sind und noch jahrelang Ihren Betrieb zuverlässig erledigen, während andere Elkos durchweg 
in der Schaltung unter Stress stehen und dabei schneller altern und früher aufgeben. Kommt dann hinzu, daß die Elkos hart an Ihren Betriebsparametern betrieben werden, hat man das was man durchaus als geplante Obsoleszenz bezeichnen kann. 
Muss man dem Hersteller das nun gönnen und deshalb Netzteile gleich wegwerfen? Ich bin der Meinung nein, denn eine Reparatur ist in der Regel für ein paar Euros erledigt. Auch wird dadurch nicht die Brandgefahr erhöht, als sie sowieso nicht schon durch das typische closed frame-Konstrukt in Rechnern gegeben ist. 

Gruß Bernhard
Ansprechpartner für Umbau oder Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung. 
Unser Open-Source Softwarebaukasten für Internetradios gibt es auf der Github-Seite! Projekt: BM45/iRadio (Google "github BM45/iRadio")
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#10
Bin schon gespannt, ob das Netzteil so einfach reparabel ist.

Aber wenn es keine Standard-ATX Bauform ist, bleibt einem ja nichts anderes übrig, wenn es keinen originalen Ersatz mehr gibt.

Wünsche gutes Gelingen.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#11
ein Bild des Netzteils oder der Formfaktor oder eine Modellbezeichnung des Rechners wäre nicht schlecht.
Gruß,
Jupp
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wenn man nur den Hammer kennt, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel
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#12
(09.10.2019, 16:37)saarfranzose schrieb: ein Bild des Netzteils oder der Formfaktor oder eine Modellbezeichnung des Rechners wäre nicht schlecht.

So sehe ich das auch!
Solche Schaltnetzteile haben meist Strommesswiderstönde sekundärseitig verbaut. 
Daran ist eine Auswerteschaltung und die regelt das Netzteil herunter wenn ein Störfall eintritt!
Magic Smoke ist schon ein sehr extremer Störfall. 

Da wäre dann ein Foto von der Bauform und den Verbindungssteckern sehr hilfreich für eine Beurteilung der Situation.
Gruß Manfred
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#13
Jupp / Manfred,

ich glaube Otto wollte hier keine Reparaturhilfe für sein Netzteil, dafür steht er selbst gut im Stoff. Wahrscheinlich ging es hier nur um die Designfrage und Zitat: "Wie wūrdet Ihr das Netzteil reparieren? " im Sinne einer Schaltungsverbesserung ob wir soetwas machen: ja/nein. Meine Antwort: manchmal, aber eher selten. Bei üblicherweise beengten Verhältnissen eines closed-frame Netzteils hat man meist auch nicht den Platz dafür. Bei open-frame kann man sich seine Behüttung selbst anpassen, das fällt bei den meisten PCs aber aus.

Gruß B45
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#14
ich habe deswegen gefragt weil ich auch einiges an Ersatzteilen im Zugriff habe. Wäre ja möglich das ich mit einem funktionierenden Netzteil aushelfen kann.
Gruß,
Jupp
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#15
Guten Abend.

Nach dem Wechsel des Varistors und der geplatzten bzw. schwangeren Elkos stimmen alle Spannungen wieder. Allerdings hat ein Speicherriegel den Netzteiltod nicht überstanden zu haben. Der Riegel besteht den Speichertest nicht und das Betriebssystem fährt erst ohne den Riegel hoch. Nun sind die Speicherriegel nicht so teuer, aber auch ohne den riegel ist genug Arbeitsspeicher vorhanden damit man zügig arbeiten kann. Ich hoffe das kein anderes Bauteil beschädig wurde. Gibt es eigentlich Testprogramme die die ganzen Rechenwerke der CPU prüfen und schauen ob da noch richtig gerechnet wird oder ob bei irgendeiner Operation auf einem CPU internen Speicher das falsche Ergebnis heraus kommt?

Otto.
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#16
Moin Otto  Smile

(09.10.2019, 01:30)OttoBerger schrieb: ..... Wie wūrdet Ihr das Netzteil reparieren?  .....

=> Gar nicht  Exclamation

Ich würde mir ein neues kaufen, und das alte zu Alba tragen.

Viele Grüße, von Peter
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#17
Smiley26 Thumbs_down
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#18
(18.10.2019, 22:32)OttoBerger schrieb: Guten Abend.

Nach dem Wechsel des Varistors und der geplatzten bzw. schwangeren Elkos stimmen alle Spannungen wieder. ...

Hi Otto,

freut mich, dass das Netzteil jetzt wieder funktioniert. Dass ein RAM-Modul mitgestorben ist, ist ja noch zu verschmerzen. Hab da schon schlimmere Fälle gehabt: Defektes Mainboard, defekte Disks, defekte Laufwerke, defekte Grafikkarte und auch defekte RAM. War ein Totalschaden!

Wenn der Computer jetzt wieder normal funktioniert, kannst du davon ausgehen, dass es keine anderen Defekte mehr gibt. Moderne Betriebssysteme erfordern so ziemlich alle Prozessorfunktionen und wenn die nicht (richtig) funktionieren würden, würde das Betriebssystem auch nicht stabil laufen.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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