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Akkuwechsel
#1
Hallo,
ich habe so ein Uralt-Handy in benutzung (ich glaube, es ist ein Nokia 3310). Da ich das Gerät nur zum Telefonieren (und ab und zu mal eine SMS) benutze, ist es für mich vollkommen ausreichend. Und auf meinen Hochgebirgstouren hab ich es richtig schätzen gelernt, da es sehr empfindlich ist (ich  hatte oft noch Empfang, wenn Smartphonbenutzer nur noch neidisch guckten, weil sie "kein Netz" hatten). Deshalb möchte ich es sehr gern behalten. Aber nun macht der Akku schlapp (ist noch der erste!). Das darf er auch, der ist weit über 10 Jahre in Betrieb. Ich hab mal im Netz geschaut, da gibt es "Ersatzakkus", die haben 0,1V mehr Spannung. Gut, das wird das Gerät überleben, denke ich. Es gibt aber auch noch "Originalakkus". Hier ergibt sich für mich aber eine Frage, die ich mir selbst nicht beantworten kann, weil mein Verständnis von Batterie- und Akkutechnik dafür nicht ausreicht. Das Handy wird ja seit Jahren nicht mehr gefertigt. Daher nehme ich an, daß der dazugehörige Akku auch seit Jahren nicht mehr hergestellt wird. "Originalakku" heißt also in dem Fall für mich, das Ding ist uralt und hat jahrelang auf Halde gelegen, wurde eben nur nicht benutzt. Wenn ich den jetzt einbaue, ist der genausop alt wie der Akku, der jetzt verbaut ist. Nun meine Frage: Altert so ein Akku nur durch Lagerung oder beginnt die Alterung erst, wenn er benutzt wird? (Zum Vergleich, wenn ich heute in meinen Quarzwecker eine neue Batterie einlege und mir eine zweite als Reserve hinlege, ist das ein Schmarrn, denn wenn die eingebaute Batterie leer ist, ist es die Reservebatterie auch, selbst wenn sie nicht benutzt wurde. Es gibt aber Akkus, deren Lebenszyklus beginnt erst, wenn sie benutzt -sprich gefüllt- werden, ich glaub, das ist bei Ni-Ca-Akkus so). Also, ist es sinnvoll, einen Originalakku zu kaufen oder ist das rausgeschmissenen Geld, weil der auch schon überaltert ist? (Einige Käufer dieser Dinger schreiben auch, daß die Originalakkus keine Kapazität mehr hätten, das hat mich stutzig germacht). Danke für jeden Hinweis.

Tschüß
Claus
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#2
Hallo Claus  Smile

Wenn das Nokia 3310 mein Handy wäre, würde ich mir einfach über Amazon einen neuen Akku für 8,02€ kaufen (Versandkostenfrei)
>>>KLiCK<<<, und den dann testen. Wenn er gut funktioniert, behalten. Wenn nicht, zurück schicken, das geht ja bei Amazon gewöhnlich gut.

Viel Glück & beste Grüße, von Peter
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
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#3
Wenn LithiumIon-Akkus lange gelagert werden ohne regelmäßig geladen zu werden, sind sie tiefentladen und kaum noch zu retten und auch nicht verwendbar oder normal zu laden. Ich denke, es gibt für die uralten Nokias keine funktionsfähigen Original-Akkus außer direkt von Nokia vielleicht. Was meist als "Original-Akku" angeboten wird, ist auch nur ein billiger Nachbauakku aus China. Die können durchaus gut nutzbar sein, muss man eben ausprobieren. Hab auch noch ein altes Nokia 1600 mit dem ersten originalen Aku in Benutzung, weil man damit Netz hat, wo sonst niemand mehr Netz hat, z.B. im Server-Raum.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#4
Hallo Claus

Wenn möglich würde ich bei Li-Ion-Akku immer auf ein Original zurückgreifen, schon deswegen weil die Originalen seltener zu brennen beginnen als ein China Nachbau.
Li-Ion-Akkus können auch Jahre liegen, solange sie nicht Tiefendladen sind ist alles in Ordnung.
Gruß Helmut
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#5
Lithiumakkus können durchaus 10 Jahre leben, es gibt aber Einschränkungen.
Diese Akkus altern sowohl kalendarisch als auch durch den Gebrauch. Die Selbstentladung ist ausgesprochen gering, allerdings sind in den Akkus Schutzelektroniken verbaut (BMS) die dafür sorgen dass der Akku nicht überladen, nicht tiefentladen und die Zelldrift ausbalanciert wird. Diese Elektroniken brauchen selbst auch Strom den sie dem Akku entnehmen. Liegt der Akku sehr lange, dann verbraucht das BMS den Strom bis zur Entladeschlussspannung und schaltet dann ab. Durch die (sehr geringe) Selbstentladung sinkt die Spannung dann weiter bis unter die Entladeschlussspannung und dann ist der Akku rettungslos hinüber wenn er in diesem Zustand länger liegt.
Deshalb kann man davon ausgehen, dass Originalakkus von Geräten die schon lange nicht mehr produziert werden und als Restposten noch in den Lagern liegen, immer defekt sind.
Es macht also Sinn einen Nachbauakku zu verwenden und keine Originalakkus, es sei denn der Händler hat die Spannung gemessen und sie liegt noch im Sollbereich.
Lithiumakkus sollten bei etwa 3,5- 3,7 Volt/Zelle gelagert werden, dann halten sie am längsten. Voll geladen zu lagern bedeutet einen erheblichen schnelleren Tod des Akkus. Deshalb werden neue Akkus vom Hersteller auch immer mit dieser Spannung ausgeliefert.
Es gibt 3 Ursachen die einen Lithiumakku zerstören.
1. Unterschreiten der Entladeschlussspannung, die herstellerspezifisch zwischen 2,8 und 3,2 Volt liegt. Einen tiefentladenen Akku wieder zu laden kann einen Brand auslösen.
2. Überschreiten der Ladeschlussspannung. Sie liegt in der Regel bei 4,2 Volt +- 0,05 Volt
Eine Begrenzung der Ladeschlussspannung auf 4,0V kann die Lebensdauer um das Doppelte steigern.
3. Laden bei Temperaturen unter 0°C. Auch dadurch wird der Akku zerstört.

Die vom Hersteller angegebenen Spannungen sind penibel einzuhalten. Am längsten hält der Akku wenn seinen Ober- und Untergrenzen nicht ausgereizt werden. Also wenn er nie ganz voll und nie ganz leer gemacht wird.

Es gibt dabei noch geringfügige Unterschiede je nach eingesetzter Chemie.

Bei Handys ist das Vollladen nicht ganz so kritisch da es ja gleich wieder benutzt wird und die Spannung dadurch schnell wieder sinkt. Bei Notebookakkus ist das anders. Die werden meist am Netzteil betrieben, der Akku wird also ständig auf dem oberen Spannungsniveau gehalten und hält daher wesentlich weniger lang als er könnte.

Im Bereich der E-Mobilität wo die Akkus wegen ihrer Größe sündhaft teuer sind,wird den Betriebsbedingungen daher größte Aufmerksamkeit geschenkt, weswegen hier leicht 10 Jahre Gebrauchsdauer möglich sind.

Gruß,
Achim
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#6
Fahre selber einen Toyota Hybrid: Da wird der Ladestand automatisch meist zwischen 40% und 80% gehalten: Damit soll angeblich die höchste Lebensdauer erreicht werden - na ja: Schaun ma mal. Die Ladezyklen beeinflussen die Lebensdauer weniger, als die Ladezustände. (Wurde mir gesagt).
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#7
Bei angegebenen Zyklen sind immer Vollzyklen gemeint. Also die Energie die max. gespeichert werden kann.
Lädt man nicht voll und entleert man vollständig, dann spricht man von Teilzyklen 
Erreicht ein Akku z.B. 500 Vollzyklen, dann kann er durchaus 1000 "Vollzyklen" erreichen wenn sich diese aus Teilzyklen zusammensetzen. Auch wenn dazu z.B  2000 Teilzyklen erforderlich sind. 
Insofern ist die Aussage völlig korrekt.

Gruß, 
Achim
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#8
@6B4G2019,

es ist doch bei einem lächerlichen Betrag von unter 10,-€ (6,- bis 9,-) unerheblich, was genau mit so einem Akku los ist. Kauf Dir 2 Stück, lade sie auf und lasse dein Handy bis Akku leer im Standby laufen oder nutze es. Wenn Du Glück hast, und das glaube ich sogar sehr, hast Du 2 Akkus zum Wechseln und hast erst mal für die nächsten Jahre ausgesorgt.

Ich habe mir für das gleiche Handy vor 2 Jahren auch so einen Akku gekauft und nutze das Gerät als Nothandy. Bis jetzt ist alles OK, alle halbe Jahr mal nach dem Akku schauen, vielleicht ein bisschen laden und gut ist.

Nicht immer alles so schrecklich verkomplizieren.

Gruß Chris
Du mußt nicht alles wissen, aber Du mußt wissen, wer es weiß - Henry Ford
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#9
Hallo,

besten Dank für alle Hinweise, besonders an Achim für die ausführliche Erklärung. Ich hab mir jetzt einen "originalen" bestellt. Lustig fand ich ja, als ich nachsah, was in meinem Handy für einer drinsteckt  (das ist der erste), da ist in die Plaste eingeprägt "Nokia" -das sieht man kaum- und drauf steht ganz fett gedruckt "Made in China". Also hat Nokia wohl auch in China fertigen lassen.

Tschüß
Claus
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#10
Das machen sie aus kostengründen alle.
Nicht alles was aus China kommt ist schlecht. Qualität muss man aber bezahlen.
Der Chinesische acku wahr in diesen fall bestimmt auch nicht für fast umsonst.
Printed on recycled Data
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