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Wiltron 640 Scalarer Netzwerkanalyzer
#1
Endlich!

Nach langer Suche und mit viel Geduld konnte ich nun doch einen Scalaren Netzwerkanalyzer erwerben. Das Gerät ist für Messungen an 75 Ohm ausgelegt, kann aber auch mittels entsprechender Anpassglieder auf 50 Ohm angepasst werden. Wie das geht, beschreibe ich später. Was kann man mit sowas anfangen? Mit so einem Netzwerkanalyzer kann man mit einer Messung den Frequenzgang, die Durchlaßkurve und die Anpassung von einem Bandpass oder auch von einem Antennenverstärker darstellen. Auf dem Bild dargestellt ist die kegelförmige Kurve der Frequenzgang und die Kurve, die eher einem Alpenpanorama gleicht, die stellt die Anpassung an 75 Ohm dar bei dem jeweiligen Frequenzpunkt.

Das Bedienmanual hat 147 Seiten zu diesem Gerät; die pdf-File umfasst 36,7 Mb. Um also alles über dieses Messgerät geschriebene hier einzustellen, reicht der verfügbare Platz nicht aus. Ich habe die technischen Daten kopiert und diese Kopie dann hier eingestellt. Ich hoffe, daß sie halbwegs lesbar ist. Der Messbereich von diesem Messgerät umfasst  10 Mhz bis 1500 Mhz, der Dynamikbereich umfasst 70 dB.

Die technischen Daten:

   

Kopieren und als Gesamtbild einfügen ist einfacher und weniger zeitraubend als den gesamten Text abzuschreiben.

Und so sieht das Gerät aus: Eine gewisse Ähnlichkeit zu Tektronix ist meines Erachtens doch schon vorhanden.


.jpg   Wiltron_640_1.jpg (Größe: 120,65 KB / Downloads: 405)

Mehr habe ich mit dem Gerät noch nicht gemacht.  Das letzte Mal habe ich vor gut 25 Jahren mit so einem Messplatz gearbeitet; bin ja mal gespannt, wieviel noch davon im Biospeicher erhalten geblieben ist. Der Mensch vergißt mit zunehmendem Alter, was manchmal ganz gut ist aber auch manchmal wieder mühsam aus den Tiefen des Denkapparates hervor geholt werden muß.
Mit einem Wobbelmessplatz arbeiten ist eigentlich gar nicht so schwer, wenn man tagtäglich damit umgeht. Für unsere Radios ist so ein Messplatz reichlich "overdressed", zumal der ja im Am Bereich auch nichts darstellt. Der HP 8357A kann hier mehr; der beginnt ab 300 kHz und endet bei 3 Ghz. Doch sowas kostet gebraucht jetzt doch auch noch 2-3000 €. Das ist mir für Hobbyzwecke zuviel Aufwand sprich zu teuer.
Doch dafür gibt es ja auch noch den UW 958 (Nordmende) oder den WM 3335 (ebenfalls Nordmende). Das reicht dann auch für ein schönes Radio aus.

Was immer mal wieder beim messen mit so einem Messplatz abgeraucht ist (meist aus Unachtsamkeit), das waren die Dioden im Eingangsteiler bzw in der Messbrücke. Wenn man die gehimmelt hatte, dann war das eine teuere Sache. Dann mußte zumeist das Messgerät komplett ( also mit Messbrücke) zum Hersteller eingeschickt werden. Aus diesem Grund empfielt sich die Verwendung von Dämpfungsgliedern vor den Messeingängen.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#2
Ja, Wiltron ist Stammkunde bei Tektronix.
 In diese Fall hat  Wiltron Tek 5110  gekauft und ihre eigen entwickelte Einschübe reingeschoben.

Das war damals   bei Tektronix  5000 Serie  üblich, dass viele Fremdehersteller ihre Logo aufdruckt und eigene Einschübe ansetzt.

Grüss
Matt
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#3
So, inzwischen habe ich auch die abgeschossene Diode in der Messbrücke (Autotester) ausgewechselt. Daß ich die noch gehabt habe, grenzt an sich schon an ein Wunder. Das Ding hat da bestimmt nahezu 30 Jahre in der Schublade gelegen. Es gibt ja für das Gerät 2 Ausführungen von dieser Messbrücke: eine Version mit 50 Ohm und eine Version mit 75 Ohm. Man kann zwar mit entsprechenden Anpassgliedern (z. Bspl. TEXSCAN ZM 57) mit der 50 Ohm Messbrücke auch an 75 Ohm Filtern etc messen. Dann muß man aber einen gewissen Verlust mit einkalkulieren. Gleiches gilt für die verwendeten Anschlußkabel. Der meinige Messplatz ist für 75 Ohm vorgesehen, also müssen auch 75 Ohm Messleitungen verwendet werden. Auch die BNC-Stecker sind 75 Ohm, was sich optisch durch dünnere Innenleiter zeigt. 50 Ohm BNC Stecker haben einen deutlich dickeren Innenleiter. Steckt man einen 50 Ohm BNC Stecker in eine 75 Ohm BNC Buchse, dann ist diese gehimmelt. Die Kontaktinnenleiter werden durch den dickeren 50 Ohm Innenleiter so weit auseinander gebogen, daß sie sogar z.T. brechen.


.jpg   SAM_3918_MARKER.JPG (Größe: 18,61 KB / Downloads: 94)

Die bewußte Diode; bis ich die da in die Steckhülsen hineingezittert hatte, das war schon ein Act. Vor 30 Jahren ist sowas viel flüssiger von der Hand gegangen. Man wird eben doch alt. Dabei ist diese Diode recht empfindlich; man tut also gut daran, sich und auch die Arbeitsumgebung gegen statische Aufladung entsprechend zu schützen. ESP gerechtes Arbeiten ist da angebracht.
Ob es diese Diode noch original gibt, weiß ich nicht. Wiltron ist ja in Tektronix bzw in Anritsu aufgegangen, wenn ich das richtig weiß. Rohde & Schwarz hat da auch einige solcher spezieller Messgerätehersteller übernommen. Wie so oft wirken sich solche Übernahmen dann auf den Ersatzteilmarkt aus. Zumeist nicht zum Guten.
Mein Messplatz funktioniert jedenfalls, bis jetzt. Wenn es wieder etwas wärmer geworden ist, dann will ich einmal ein paar noch aus früheren Jahren vorhandene Weichen und Filter mit dem Gerät vermessen. Mal sehen, wie da dann die Kurven (jetzt?) aussehen. Man kann ja mit dem Messplatz die Durchlaßkurve (Durchgangsdämpfung) und die Anpassung (Rückflussdämpfung) gleichzeitig messen. Ob ich das aber noch kann .. ? wer weiß ..


.jpg   Wiltron_640_1.jpg (Größe: 120,65 KB / Downloads: 87)

So wie vorstehend sollte bzw könnte sowas dann aussehen.


Ich habe da mal versuchsweise ein 12 dB Dämpfungsglied angeschlossen. Der Messbereich geht von 100 kHz bis 1500 Mhz; der Plip ist da bei 800 Mhz. Da der Messplatz sowieso für 75 Ohm Wellenwiderstand ausgelegt ist, brauche ich hier keine Anpassglieder 50 Ohm auf 75 Ohm /5,7 dB Dämpfung zu verwenden.

   

Der obere Kurvenzug ist die Durchgangsdämfung des Dämpfungsgliedes und der untere Kurvenzug ist die 75 Ohm-Anpassung, allerdings maximal geglättet. Sieht eigentlich ganz gut aus. Da es sich bei dem Gerät um ein analoges Messgerät handelt, sind die Möglichkeiten, die Verzerrungen, welche durch Messkabel und äußere Einflüsse hervorgerufen werden, zu eliminieren (=herausrechnen/herauskalibrieren), nicht sonderlich groß. Ein Gerät wie der HP 8753 beispielsweise, der über einen digitalen Teil verfügt, kann hier deutlich mehr. Allerdings kostet der dann auch deutlich mehr, auch heute noch.
Ich denke aber, daß es für meine Zwecke so penibel genau dann doch nicht sein muß und für ein 75 Ohm Antennenfilter dürfte die gebotene Genauigkeit meines Gerätes ausreichen. Als Rentner kann man nur das ausgeben, was die Haushaltskasse für das Hobby nach Abzug aller vorrangigen Ausgaben noch übrig läßt (was naturgemäß nicht sonderlich üppig viel ist). Die Kunst besteht eben auch darin, mit dem/einem (vor-)gegebenen Aufwand ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Mit diesem Beitrag schließe ich das Kapitel Netzwerkanalyzer vorerst ab. Smile
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#4
Anmerkung:  50 und75 Ohm BNC ist  mechanisch kompatibel.  Ich befasse auch damit beruflich (!)

wirklich inkompatibel ist N-Stecker in 50 & 75 Ohm Ausführung und diverse Spinner-HF Stecker.

Grüss
Matt
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#5
@ Matt: Exakt richtig Matt.
Ich habe noch einmal im Net nach etwas lesbar allgemein Verständlichem  bezüglich der unterschiedlichen Wellenwiderstände bei BNC Steckern und Buchsen gegrast und dabei dieses gefunden:  Es stimmt schon, daß man 50 Ohm BNC mit 75 Ohm BNC-Buchse verbinden kann, allerdings tun würde ich das nicht. Ich hätte da stets das Gefühl, da etwas falsch gemacht zu haben.

https://de.wikipedia.org/wiki/BNC-Steckverbinder

und dieses:  

   

Ich denke, daß wohl kaum jemand sowas nachmessen und nachrechnen wollen wird, noch dazu mit solchen Formeln. Dennoch ist ein Unterschied bei den BNC Steckern und Buchsen zwischen 50 Ohm und 75 Ohm. Und dieser Unterschied wird mit steigender Frequenz zunehmend gravierender. Bis 1 Ghz ist das noch tolerabel, aber darüber hinaus wird es dann doch gravierend, weshalb bei Messgeräten ja auch ab den höheren Frequenzen 50 Ohm Suhner-Stecker und Buchsen verwendet werden. Natürlich mit dem entsprechenden Kabel, denn sonst nützt es ja wieder nichts.
Ich habe dazu auch noch eine pdf-file, allerdings ist diese größer als 1,5 MB und das läßt sich nicht hochladen. Es sind insgesamt 6 Seiten, die erste Seite bzw deren Anfang ist das obere Bild.
Sogar bei IBM hat es bereits 1990 eine Dame gegeben (eine Frau Dr.Ing), deren Hauptbetätigungsfeld Kabel und die damit verbundenen Übertragungsprobleme waren. Wer also glaubt, daß ein Kabel lediglich nur ein mehr oder weniger isoliertes Stück Draht ist, der unterliegt da vielleicht doch einem unter Umständen folgenschweren Irrtum. Bestes Beispiel sind die heute üblichen modernen Flachbild-TVs.  Zu analogen Zeiten kam ein Bild auch mit einem Stück Klingeldraht. Heute spielt das verwendete Anschlußkabel aber schon eine entscheidende Rolle, ob es ein Bild gibt oder eben nicht (=digital: 0-> kein Bild oder 1->Bild vorhanden).
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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