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LOEWE OPTA MAGNET 5725W - UKW-Oszillator schwingt nicht
#1
Hallo,

wie beim "einfachen UKW-Radio ... 10,7-MHz-Signalverfolger" angedeutet, kämpfe ich mit diesem Radio.

Fehler:
Kein Empfang auf UKW, Gleichspannungen stimmen, Stromaufnahme auch halbwegs, aber keine Oszillatorschwingung nachweisbar (Nachbarradio... Suche nach Oszillator"träger" ohne Erfolg). ZF-Verstärker hat bei 10,7 MHz Verstärkung, sogar bei Einspeisung über Antenne läßt sich das nachweisen. Oszillator muß schwingen, vorher kanns nicht weitergehen. Es wurden mehrere (!) gebrauchte Ersatz-ECC85 ausprobiert, allerdings nur RFT-Röhren ! Die originale ist von TELEFUNKEN, vielleicht wird das noch wichtig, denn ich las irgendwo, u.U. hier, daß zum Teil nur  bestimmte ECC85 in gewissen Radios sicher gehen...

weiter im Text:

Also die harte Tour: Ausbauen des Tuners *furchtbar...*, Skalenseil mußt auch runter, da Schnur-Rad nicht so einfach runterging. AM-Drehko hängt leidlich in der Luft...
Demontage UKW-Tuner, ein Grauen... um den ZF-Auskoppelkreis nicht zu beschädigen, mußte Gewindelasche verbogen werden. Schließlich lag die Platine auf dem Tisch. Einspeisung der Gleichspannungen u. Heizung über externes Netzteil, gleiches Fehlerbild am FM-ZF-Verstärker (umgebauter DF/NF-Teil mit TBA120, Test am funktionierenden Tuner).

Stichprobenprüfung von Bauteilen... Beim UKW-Tuner besteht ja die Schwierigkeit, daß viele Bauteile durch Spulen überbrückt sind, bei den Schwingkreisen ist das ein Problem, so auch die Katodendrossel der Oszillatortriode. Diese befindet sich auf der Leiterseite, also niemals die chance, da ranzukommen... Drossel vom 27pF-Kondensator trennen, C hat Kapazität.

Kurze Überlegung: 'Warum ist eine Drossel mit 10 Windungen mit einem 27pF-C überbrückt ??' Das ist mehr als nur eine "Entkopplung". Das ist doch bestimmt ein Parallelkreis, viell. ungefähr auf Mitte des UKW-Bandes abgestimmt (hohe Bandbreite).
Also nur mal testhalber einen FM-Abgleichkern in die Drossel geschoben, sofort veränderte sich das Grundrauschen !!! Der Oszillator schwang an und es lassen sich nun Sender einstellen ! Nach Entfernen des Kerns ist wieder Ruhe, alles wie zuvor. Im Moment ist noch eine RFT-ECC verbaut, teste gleich nochmal mit der originalen von TFK.

Find ich spannend, für mich ist das Problem damit nicht gelöst. Jetzt stellen sich erstmal viele Fragen:

- Ist es ein Toleranzproblem, d.h. geringe Vergrößerung der Drossel führt wieder zum richtigen Betrieb, dann stellt sich aber die Frage, warum gings mal und das bestimmt recht lange...

- Ist die ECC85 verschlissen ? Dann müßte es aber mit den RFT-Röhren gegangen haben, WENN diese geeignet sind, in diesem Tuner zu werkeln !!! Ansonsten müßte ich eine neue ECC85 ordern, die geeignet ist. Dumm, wenn es das wäre, dann hätte man den Ausbau umgehen können, wieder weniger dumm, denn so lern ich mehr, die Funktion des Radios ist ein Gefallen für einen guten Kumpel, der warten kann.

- Kennt jemand die Funktionsbedingungen des Oszillators ? Ich geb zu, ich müßte mich erst mit der Grundschaltung auseinandersetzen... vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen...

- Schließlich: Ist dieser Fehler einschließlich Kausalkette bekannt ?

Dankeschön für jeden Tipp ^^ Gruß Ingo

funktionierender UKW-Tuner am Prüfaufbau, der kleine blaue Kern (UKW-tauglich) ist ein wenig in die Katodendrossel geschoben worden
   

Der Planausschnitt, es handelt sich um die Drossel D4 und C21, 27 pF an der Katode der selbstschwingenden Mischstufe
   
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#2
Hallo Ingo,

ich hatte einmal bei einem ähnlichen Loewe eine Leiterbahnunterbrechung an einer der gedruckten Spulen.

Viele Grüße
Jürgen
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#3
Hallo,

Jürgen, Danke für den Tip, muß ich mal schauen... Trotz schwingendem Oszillator ist die Empfangsleistung dürftig (verrauscht, nur wenige Sender, nicht symmetrisch über den Abstimmbereich verteilt) viell. hat auch jemand zuvor dran rumgedreht, einige Trimmer...Kerne stehen ziemlich weit raus.

Hoffentlich wird das kein Endlosprojekt ^^

Gruß Ingo
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#4
Ingo, zum Einen kann es natürlich sein, dass jemand einen Reparaturversuch durch verdrehen der Trimmer gemacht hat,
oder es liegt evtl an Deinem jetzigen Au(s)fbau des Tuners.

Viele Grüße
Jürgen
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#5
...ja, das vermute ich natürlich auch, hatte es nur vergessen zu schreiben... ist ja ein Riesenunterschied, wenn die Platine draußen ist, zudem ist die Betriebsspannung nicht direkt am Tuner verblockt, das mach ich auch noch, denn es hat Auswirkungen (20cm Drähte...). Vor dem Einbau in das Metallgehäuse mach ich nichts an den Kernen, das kommt dann nach der Klärung des Fehlerbildes.

Wenn die Schaltung nicht so gut ist, viell. baue ich den Tuner auch um ^^ ... das wird aber erst später diskutiert.

Gruß Ingo
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#6
Hallo Ingo,
das mit der ausgebauten Platine und dem Drehko, den Du über ellenlange Drähte angestrippt hast, ist überhaupt nicht aussagekräftig, da irgendwelche Schlüsse auf eventuelle Fehler daraus ziehen zu wollen. Die fehlende Originalabblockung tut noch ein Übriges. Nur mal noch zur Definition. Wäre die "Drossel D4" eine Kreisspule, dann würde sie auch als solche mit "L..." benannt werden. Ich kann die Funktion von D4/C21 nur als Maßnahme gegen parasitäre Oberwellenschwingungen vermuten.
Das mit der Oszillatorprüfung mit einem anderen Radio mag zwar in verschiedenen Fällen funktionieren. Aber wenn offensichtlich ist, dass jemand "alle Schrauben schon mal festgezogen hat" und der Oszillator weit außerhalb des Bereiches schingt, funktioniert der Nachweis der Schwingungen nur über ein gutes HF- Oszilloskop oder einen empfindlichen Digitalzähler.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#7
...hallo,

ich denke die langen Leitungen gehen nicht zum Drehko, der sollte mit auf der gedruckten Platine sitzen. Die Oszillatorschwingung kann man auch am Mess-Punkt 'G' nachweisen, indem man diesen z.B. über einen 100k Widerstand kontaktiert - der 100k muss dabei entsprechend einer Meßspitze, zur Vermeidung von Rückwirkungen, direkt (auf kürzestem Weg) mit 'G' kontaktiert werden. Dort ist eine negative Spannung von ca. 3V zu erwarten. Dies entspräche, unter Berücksichtigung des Gitterableitwiderstandes (470k), einem Schwingstrom von ca. 6,3µA.
Freundliche Grüße, Peter R.
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#8
Hallo,

wie Peter sagte, ist natürlich der Drehko original auf der Tunerplatine. Der Drehko dahinten ist doch der Referenz-Tuner (KR650, siehe Verweis auf dem Beitrag mit dem einfachen FM-Signalverfolger...) Mit den langen Leitungen würde es ansonsten auch nicht ansatzweise gehen, das ist klar, da muß man nur mal die Kreisspule anschauen (siehe auch den Beitrag zum Eigenbau-VHF-Tuner...).

Die Verblockung der Betriebsspannungen direkt an der Tunerplatine wird noch gemacht wie gesagt (längere B+Leitungen als original hinter den Widerständen...), ansonsten ist es HF-technisch ein recht eindeutiger Aufbau. Natürlich strahlt die Schaltung rel. stark ab, es gibt aber keine andere Möglichkeit, die Platine elektrisch zu betreiben und gleichzeitig überall suchen zu können. Vielleicht ist es noch gut, eine isolierte Metallplatte als Unterlage zu machen.

Ansonsten hatte ich ja den Fehler und einen Hinweis zur Lösung beschrieben, es ist so reproduzierbar, auch mit der originalen gebrauchten TFK-ECC85. Es ist auch nicht "offensichtlich" an allen Kernen gedreht worden, ich hab nur diese Vermutung.

Der Nachweis der Oszillatorschwingung mittels eines zweiten UKW-Radios ist eine anerkannte Methode und hat bei mir immer funktioniert, teils auch bei AM, aber immer bei FM. Es war zunächst nicht zu vermuten gewesen, daß der Oszillator so weitab schwingt, daß er nicht mehr in den Empfangsbereich eines FM-Radios fällt. Zudem verändert sich bei schwingendem Oszillator fast immer das Rauschen beim Durchstimmen, auch bei TV-Tunern ein 99%-Hinweis.

Die Messung der Oszillatoramplitude werde ich mal machen, wie von Dir, Peter, beschrieben.

Danke für die Rückmeldungen bisher !

Gruß Ingo

update: beide Betriebsspannungen direkt an der Platine gegen Masse mit 2...4 nF (Y-Kerkos) abgeblockt, keine Veränderung des Verhaltens, obwohl diese Maßnahme eventuell kritisch gesehen werden muß: Im Original ist die B+ mit einigen nF abgeblockt, dahinterkommen die (Vor-)Widerstände und erst im Tuner nach einigen cm Zuleitung dann gewisse Kondensatoren gegen Masse, die aber kleiner sind als 1nF... weiß nicht so Recht, vielleicht muß ich doch direkt an die Tunerplatine die "Nachbildung" mit den beiden Vorwiderständen anbringen...
Insgesamt schlechte UKW-Empfindlichkeit, Oszillator schwingt nur mit UKW-Kern in der Drossel D4, hier stimmt was nicht... Drehko-Rotor-Kontaktierung schwarz, etwas Kontakt61 (sehr dosiert!), keine Haarrisse auf der Platine erkennbar (Lupe), werde wahrscheinlich doch neue TFK ECC85 probieren müssen, eventuell Kontrolle weiterer Keramik-Cs...

update2) Ich seh es, ich hab tatsächlich einen Fehler gemacht, hinter den Widerständen für die Betriebsspannungsversorgung geht HF-mäßig noch was ab, Verblocken mit ...nF ist da nicht angebracht ...  Werd also die Betriebsspannungszuführung ändern... melde mich danach... --> Hat aber nur gewissen Einfluß auf die Empfindlichkeit, eben getestet... Oszillatorproblem ändert sich dadurch nicht.

Nach Korrektur des "ZF-Abgleichs" (warum auch immer) geht UKW jetzt deutlich empfindlicher, trotzdem kommen nur ca. 4 Sender...

Fakt (und der Hauptfehler des Tuners!): UKW-Oszillator ging nicht, weder im Originalzustand noch demontiert,  erst nach der Maßnahme mit dem Kern in D4 (Test) !

Übrigens sind die kleinen Breitbandlautsprecher in besseren Stereo-Röhrenfernsehern (z.B. LOEWE) von extrem hoher Qualität, was da selbst an einem A210K (TBA 810) für ein sound entsteht, obwohl diese IC nicht für HIFI bekannt sind.

Hier nochmal der Tuner als Plan-Ausschnitt, man erkennt, daß hinter R5, 27k (Betriebsspannung Mischstufe) kein Abblock-C angeschlossen werden darf:

   

Hab die Anfrage auch im Nachbarforum gestellt, wenn das o.k. ist !
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#9
Hallo Ingo,

C18 ist Bestandteil der ZF-Entdämpfung. An ihm, in Verbindung mit R5, fällt ein Teil der der ZF-Spannung ab und wird über C17, im Sinne einer Mitkopplung,  dem Gitter der Mischröhre zugeführt. Dies erhöht deren Ausgangswiderstand für 10,7MHz, welcher sich sonst dämpfend auf den 1. ZF-Kreis auswirkt.

Sind denn C19 und C21 werthaltig? Natürlich kann auch eine 'schlappe' Röhre, welche eine zu geringe Anschwingsteilheit aufweist, zu diesem Fehler führen.
Freundliche Grüße, Peter R.
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#10
Hallo Peter,

Dankeschön fürs Bemühen ! Mit Deinen Hinweisen werd ich nochmal an die Einzelteilprüfung herangehen, einige Kondensatoren sind schlecht zugänglich, aber mit Mühe gehts...

Stand ist nach wie vor (nach diversen Veränderungen des Testaufbaus) eine stabile Funktion des Tuners mit dem zusätzlichen Kern in besagtem Kathodenschwingkreis mit D4. Trotz diverser Versuche, auch testweise Verringerung des Vorwiderstandes für die B+ und auch "Abgleichversuche" mit genauem Merken der Ausgangsstellung verstummt sofort der Oszillator, wenn ich den Kern entferne, ist wirklich verblüffend...

Im OBERON (Stern Radio Rochlitz) ist eine ähnliche Schaltung beim UKW-Tuner realisiert, vielleicht krieg ich da irgendwo die Service-Anleitung, dort ist die Schaltung bestimmt erklärt.

Einzelteilprüfung mach ich aber noch ! ich will genau wissen, warum und wieso ^^

Gruß Ingo
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#11
Hallo Ingo,

Die Serviceanleitung hätte ich im pdf-Format.

Gruß Gerd
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#12
Hallo Ingo,

manchmal ist es schwierig in allen Situationen herauszufinden 'warum und wieso'. Besonders im UKW-Bereich gerät man schnell an seine Grenzen, wenn man die Funktion jedes einzelnen Bauteiles nachvollziehen will.
Deshalb hier ein link zu geballtem Expertenwissen. https://www.radiomuseum.org/forum/grundi..._teil.html Hier in Teil2 wird die Kondensator-Drossel Beschaltung in der Katode des Mischers behandelt. Selbst nach sorgfältigem 'Inhalieren' der umfangreichen Erklärungen leuchtet mir die Funktion nicht vollständig ein. Villeicht geht es dir da besser...
Freundliche Grüße, Peter R.
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#13
Hallo zusammen,

Gerd, wär super wenn Du mir die Anleitung schicken könntest !

Peter, Danke für den Hinweis, ich schau mal ^^

...

21:26h: Gleich mal geschaut, ein wirklich ausführlicher Beitrag mit viel Fundament, ich muß das nur noch sortieren... auf jeden Fall ist der Katodenschwingkreis nicht nur eine "Nebenbaustelle", die "Drossel" ist wohl doch eine echte Spule, die mit dem C auf die Bandmitte abgestimmt ist, wenn diese Aussage dann nicht doch noch irgendwo revidiert wurde.
Für diesen Stoff brauchts etwas mehr Zeit, malsehen, wann ich dazu komme.
Auf jeden Fall kann ich "Anschwinghilfe" bestätigen ^^ wäre nur die Frage, warum ich in meinem Fall den Zusatzkern "benötige", ich tippe weiterhin auf Fehlerkompensation. Es liegt nahe, einfach den Kern drinzulassen und alles zusammenzubauen... nur "Fehlerkompensation" ist nie von Dauer, hat bei mir noch nie funktioniert ! Genausowenig wie auf Verdacht nachlöten und "hoping for the best", solche Geräte standen wenige Tage später wieder auf dem Tisch.

Bei allem, was ich am rm nicht so mag, aber die technisch fundierten Aufbereitungen von Grundlagenstoff und Schaltungsdetails und das hochkarätige Wissen der Teilnehmer sind erste Sahne !

Gruß Ingo
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#14

.pdf   Die Anschwingsteilheit_v2.pdf (Größe: 201,88 KB / Downloads: 15) Hallo.

Hier als Auszug  der text zur Drossel

https://www.radiomuseum.org/forumdata/up...ixer%2Epng

   




Ein Mittäter
Klug ist jeder. Der eine vorher, der andere nachher.

mike Smiley43
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