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Aktivierung einer Siemens Grazietta
#1
Aktivierung einer Siemens Grazietta

Vor langer Zeit habe ich am Flohmarkt ein vermeintliches Schnäppchen gemacht, eine Siemens Grazietta (österreichischer Röhrenportable) mit beschädigtem Lautsprechergitter zum günstigen Preis. Erst zu Hause merkte ich den Reinfall: Am Chassis befanden sich der Drehko, das Lautstärkepot und 2 Bandfilter, ansonsten war es abgeräumt, sogar die Röhrenfassungen fehlten. Aus Frust wurde es weggestellt. Erst jetzt ist es mir wiederum in die Hände gefallen und ich beschloss aus der Graziettamumie ein funktionierendes UKW-Radio zu basteln.
       
Um den originalen Skalentrieb zu erhalten wurde der Drehko im Gerät belassen. Als Empfänger dient der Print eines Scanradios. Das Scanradio hat einen Suchlauf der durch die Tasten SET und RESET ausgelöst wird. Wegen der gewünschten Drehko-Abstimmung musste eine Lösung gefunden werden. Jakob Roschy zeigt auf seiner Homepage die Lösung: ein von Ihm entwickelter Frequenz/Spannungswandler mittels Oszillator liefert die Abstimmspannung im Bereich von 88 – 108MHz. Die NF des Scanradios steuert über das Lautstärkepot einen kleinen Verstärker PAM 8403 der die nötige Ausgangsleistung bringt.
 Eine Drahtschleife im Gehäuseinneren sollte als Antenne dienen, leider reicht das nicht, so musste ich eine Teleskopantenne ins Gehäuse einbauen. Als Stromversorgung habe ich mir eine Powerbank mit einer stabilen Ausgangsspannung von 5V vorgestellt, diese kann auch an der USB-Buchse einfach geladen werden. Aber diese Stromversorgung konnte ich letztendlich nicht realisieren. Der Grund: die Powerbank braucht um dauernd eingeschaltet zu bleiben fast 100mA Stromfluss. Sie schaltet zwar schon bei geringster Belastung ein aber nach ca. 1 Minute wieder aus wenn die Belastung zu gering ist. Ein Li-Io-Akku 18650 versorgt nun das Radio mit 3,7V. Als Option könnte eine kleine Platine TP4056 (Li-Io-Akkulader) mit USB-Buchse zum einfachen und sicheren Laden eingebaut werden. 2 Stück weisse 3mm LEDs dienen zur Skalenbeleuchtung, angesteuert über einen 1k Widerstand ist der Stromverbrauch minimal.
       
Am Gehäuse wurden die gebrochenen Stäbe über dem Lautsprecher entfernt, sieht etwas besser aus als die Bruchstellen.
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#2
Hallo Gerhard,

das ist eine tolle Umsetzung! Ich finde diese Umgestaltungen von irreparablen Radios immer wieder interessant und begeisternd.
Jetzt könnte man noch mit Silikon einen Abdruck eines intakten Bereichs des Gitters machen und damit die Lücke mit Gießharz wieder ergänzen.

Danke für's Zeigen Smile

Gruß,
Daniel
Smiley18
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#3
Hallo, Herr Heigl,
bin immer von Ihren Basteleien begeistert, insbesondere die mit dem Scanradio Thumbs_up
Gruß!
Ivan
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#4
Hallo Gerhard,

schön mal wieder was aus Österrerich zu lesen.

Ein solcher Ausgangszustand ist mir immer am liebsten. Man kann sich dann frei auslassen ohne Rücksicht auf eine vorhandene Schaltung nehmen zu müssen. Den Abstimmoszillator von Jakob hatte ich auch schon ein paarmal gebaut. Zur Nachrüstung eines vorhandenen Chassis ist er weniger gut geeignet. Der Drehko muss ja umgeschaltet werden und Leitungen zu Schaltelementen sind am Drehko nicht erlaubt. Für ein solches reines UKW-Projekt ist er aber ideal.
Problematisch könnte auch der Class-D Verstärker sein. Die Platine sieht nicht so aus als hätte sie großartige Entstörfilter montiert. Das muss man ausprobieren. Ich bevorzuge normale Linarverstärker, auch wenn die etwas mehr Strom ziehen.

Das Thema PowerBank hatte ich auch schon ein paarmal hier. Ich hab die gleiche Erfahrung gemacht und benutze ebenfalls nur noch einzelne Zellen mit einer kleinen chinesischen USB-Ladeschaltung, die dann auch für konstante 5V sorgt. Bzw. in der Praxis sind es immer etwas weniger als 5V.

Auf den Fangbereich der AFC hat man je nach Baustein etwas Einfluß durch die Beschaltung. Das würde ich mir im Datenblatt anschauen. Evtl. ist da noch Spielraum für ein komfortableres Abstimmverhalten.
Gruß,
Jupp
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wenn man nur den Hammer kennt, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel
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Zensur findet im Endgerät statt (CCC)
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