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Verständnisfrage Farbdifferenzsignale bei NTSC
#1
Hallo, Zusammen,
gestattet mir eine Frage - nur aus technischem Interesse - zum analogen TV;
Bei PAL und SECAM werden die beiden Farbdifferenzsignale B-Y und R-Y übertragen, was ziemlich nachvollziehbar ist.
Bei NTSC gibt es die I- und Q-Signale, welche offensichtlich anders aus den Ursignalen RGB matriziert wurden.
Vielleicht passte das damals besser in die Norm.
Nun gibt es Infos, dass auch NTSC später die Farbdifferenzsignale, wie PAL und SECAM nutzten.
Wie passt das dann mit den Farbtönen, also alte und neue Geräte zusammen?
Währe mal interessant, das zu wissen.
VG Micha
Historische Radios zu reparieren ist gut machbar durch die problemlose Schaltungsentflechtung, scheitert final leider oft daran, das Skalenseil wieder zu montieren ...



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#2
Gestattet mir bitte, noch eine Frage draufzusetzen.
Ich betreibe einen JVC-Flachbild-TV über DVI am PC.
Dieser ist mindestens 13 Jahre alt und kann kein DVB.
Jedoch kann der SECAM, PAL, NTSC3.58 und NTSC4.43 empfangen. Ich würde da gerne mal ein paar Experimente in Sachen Analogübertragung machen, dazu brauche ich eine Signalquelle, woraus folgende Fragen entstehen;
1. Käufliche HDMI zu Composite Konverter
Funktionieren die tatsächlich so, dass sie HDMI-Signale in, je nach Schalterstellung in PAL (625 Zeilen) oder NTSC3.58 (525 Zeilen) beliebig umsetzen können?
2. Käufliche HDMI zu YPrPb Konverter
Welches Schwarzweiss-Bildzerlegungssystem generieren Diese? 626 oder 525?
3. HDMI zu RGB
Gibt es sowas, und welches Bildzerlegungssystem Rücken Diese raus?
Vielleicht hat da ja jemand schon Erfahrungen.
VG Micha
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#3
Hallo Micha,

zu deiner Frage im ersten Post:
In allen drei Farbsystemen PAL; SECAM; NTSC werden jeweils zwei Werte für die Farbdifferenz übertragen
PAL und SECAM und später auch PAL:
U und V. Beides sind Vektoren im Farbraum abzüglich der Helligkeit.
Dabei ist U "Blau" minus Y (Helligkeit = Luminanz), also der Vektor (die Achse) im Farbraum von blau (pos.) bis gelb (neg.).
Und V ist "Rot" minus Y, das ist im Farbraum der Vektor (die Achse) zwischen rot (pos.) und grün (neg.).

Basis bei NTSC waren zunächst YIQ. Auch das sind Vektoren minus die Helligkeit, aber in anderen Richtungen im Farbraum nämlich
I der Vektor zwischen Cyan und Orange
Q der Vektor zwischen Purpur (Magenta) und Grün.

Im Farbraum besteht zwischen den Vektoren U und I sowie zwischen V und Q ein Winkel von 33 Grad.
Also kurz zusammengefasst: Gleiches Prinzip, nur andere Farbtöne und damit im Farbkreis um 33 Grad versetzt.

Auf dem Bildschirm erscheinen die Farben des jeweils anderen Prinzips also um 33 Grad verfälscht (phasenverschoben). Man musste also nur den Farbtonregler, den ja jeder NTSC-Fernseher sowieso hatte und an dem man sowieso immer wieder drehen musste um auf der Übertragunsstrecke entstandene Phasen- und damit Farbfehler auszugleichen, einfach ein Stück weit (umdiese 33 Grad Phase) verstellen.

YIQ hat gegenüber YUV einen kleinen Vorteil bezüglich der Bandbreite, die bei I größer war als bei Q, weil das menschl. Auge bei den Farben dieser Richtung empfindlicher ist.

Einen Farbraum als Abbildung findest du z.B. auf dieser Wiki-Seite:
https://de.wikipedia.org/wiki/YUV-Farbmodell

Zu deiner Frage im 2. Post kann ich nichts sagen. Aber sag statt Bildzerlegungssystem besser korrekt Zeilenzahl, dann wird's klarer.

VG Stefan
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#4
auf meiner Suche nach HDMI-VGA Adaptern bin ich auch auf diesen HDMI-Composite Adapter gestossen. Er kann wahlweise auf NTSC oder PAL umgeschaltet werden. Eine detaillierte Beschreibung gibt es (zumindest bei diesem Händler) allerdings nicht.

Mini 1080P HDMI Composite zu RCA Audio Video AV CVBS Konverter Adapter FürYEDE
Gruß,
Jupp
-----------------------------
the voices may not be real, but they do have some good ideas
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#5
Hallo, Stefan,
Dein Link hat mir extrem geholfen.
Praktisch hat es bei mir bis jetzt gereicht, die 3-Farbenlehre und auch Matrix- und Dematrixverfahren ziemlich gut zu beherrschen, das "Farbendreieck" war mir bisher jedoch ziemlich unverständlich, dieser Link, zwar etwas abgewandelt, trug zum jetzigen Verständniss bei. Danke.
Eine Frage zu alternativen "Analogbildquellen" stelle ich im entsprechenden Thema, "Offtopicausuferungen" will ich damit vermeiden. VG Micha
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#6
Hallo, Zusammen,
ich bin gerade dabei, den Versuch zu unternehmen, die R-Y- und B-Y-Komponente mittels eines IQ-Mischers (also umgedrehten SDR-Demodulators mit 4066) zu modulieren.
Dazu brauche ich die 4-fache PAL-Farbträgerfrequenz für die Erzeugung der 90 Grad im Schaltmixer. Diese Quarze (17MHz+paarzerquetschte) sind verfügbar, also soweit kein Problem. Desweiteren muss ich die richtige Farbhilfsträgerfrequenz erzeugen und als Burst in die hintere Zeilenschwarzschulter einimpfen. Durch 4-fach-Teilung kein Problem, auch die Einbidung ins BAS-Signal nicht.
Nun komme ich zur eigentlichen Frage an die TV-Spezies;
Da durch die Teilung die Farbhilfsträgerfrequenz rechteckig ist, wären es die Burstschwingungen auch.
Eigentlich wären die doch ideal für die Quarzsyncronisierung im Empfangsdecoder, oder sollte man Diese versuchen, der Sinusform anzunähern?
VG Micha
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#7
Hallo,

interessante Frage ! ich würde folgendes sagen:

- Der Farboszillator in normalen Analog-Dekodern wird über eine rel. normale Phasenregelschleife...PLL gemacht, der erzeugt eine Nachstimmgleichspannung bzw. beim Dekoder eine "Zurechschubs-Spannung". Bei dieser Art der Reglung ist es egal, ob mit Rechteck- oder Sinusburst gearbeitet wird

- um die unerwünschten Oberwellen zu vermeiden (und anstandshalber hat der Burst Sinusform zu haben ^^) würde ich versuchen, die Sinusgrundschwingung auszufiltern, das müßte mit einem normalen Parallelschwingkreis gehen, wie er auch am Dekodereingang für das Chrominanzsignal zu finden ist.

- Durch die begrenzte Bandbreite des Übertragungskanals läßt sich der "Rechteckburst" wahrscheinlich eh nicht übertragen, denn um den zu haben, muß die Bandbreite einige Faktoren der Grundfrequenz betragen, würde sagen 6...10-fach, das ist aus anderen Gründen auch nicht sinnvoll, auch wegen der Abstrahlung, wie gesagt, Du bist dann schnell im Band I

Hoffe, das hilft, und noch mehr hoffe ich, keinen Unfug geschrieben zu haben ^^
Gruß Ingo
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#8
Vielen Dank für die Antwort,
mir gings in erster Linie gar nicht darum, einen Rechteckburst haben zu wollen, nö Oberwellen kann ich nicht gebrauchen, sondern nur "Beruhigung", falls dieser eben nicht der Sinusidealform entspricht.
Jedoch, Ingo, hast Du einiges geklärt.
Zum Thema PLL; hier muss der Quarzoszillator ja ca 64 Mikrosekunden ohne "Nachhilfe" durchhalten.
Wurde in Decodern auch schon das "harte" Neueinrasten während des Burst probiert?
VG Micha
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