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Verständnisfrage zum Philps BD653A
#1
Hallo zusammen,

ich habe momentan einen Philips Saturn 653 (BD653A) auf der Werkbank.

Beim Tausch der Malzbonbons ist mir ein abgebrannter Schirmgitterwiderstand an einer der beiden EL84 aufgefallen.
Nun brennt ja so ein Widerstand nicht ohne Grund ab!

Momentan tu ich mich mit der Fehlersuche etwas schwer, das einzige, was mir dazu einfällt, ist dass der 330-Ohm Widerstand zur Kathode der UL41 unterbrochen (oder hochohmig) ist und das Schirmgitter deshalb Anode gespielt hat.

Oder habe ich hier etwas übersehen?

Schaltplan kann ich leider nicht einstellen, da von rm.org.

Auf dem µTracer sind die beiden EL84 unauffällig mit noch recht guten Werten, lediglich eine der beiden UL41 schwächelt ein wenig, ist jedoch auch noch im brauchbaren Bereich.


Danke für eure Tipps!


Viele Grüße, passt gut auf euch auf und bleibt gesund

Martin
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#2
Hi Martin,

ist ja eine eisenlose Endstufe, da kann neben dem 330 Ohm Widerstand auch der Auskoppelelko C104 bzw. C105 oder die entsprechende UL41 die Ursache sein.

Welcher der beiden Schirmgitterwiderstände ist denn betroffen? Gibt noch mehr mögliche Ursachen.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#3
(27.03.2020, 21:51)Radiobastler schrieb: Hallo zusammen,

ich habe momentan einen Philips Saturn 653 (BD653A) auf der Werkbank....
Schaltplan kann ich leider nicht einstellen, da von rm.org.

Hallo Martin und andere Mitlesende / Hilfswillige.

Hilft dieser Plan weiter, oder ist es ein anderes Gerät?
https://nvhrbiblio.nl/schema/Philips_BD653AS.pdf


Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#4
Hallo Martin,

wenn die Spannung am Schirmgitter höher ist als an der Anode, übernimmt das Schirmgitter einen Teil des Stroms. Das hast du richtig geschrieben.

Bei diesem Gerät beträgt die Spannung an der Anode der EL84 in Ruhe 120 V, am Schirmgitter liegen aber 256 V und der Schirmgitterstrom beträgt bereits 7 mA. (Quelle: Schaltplan aus Link von klausw)

Der Anodenstrom fließt über die UL41 und den 330-Ohm-Widerstand.
D. h. auch wenn die UL41 den Anodenstrom für die EL84 nicht mehr liefern kann, beispielsweise weil sie "verbraucht" ist, sinkt die Anodenspannung der EL84 und der Schirmgitterstrom steigt. Ähnliches gilt, wenn die beim Einschalten die Heizung der UL41 träger ist als die der EL84.
Und bei negativen Halbwellen, d. h. wenn die EL84 mehr Strom führt, ist deren Anodenspannung noch geringer und der Schrimgitterstrom steigt an.
Leckstrom durch C105 bzw. C106 erhöht den Strom durch die UL41 und senkt die Anodenspannung der EL84 ebenfalls.
Leckstrom durch C103 bzw. C104 erhöht den Strom durch die UL84 und senkt die Anodenspannung der EL84 ebenfalls.

Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten für einen defekten Schirmgitter-Vorwiderstand.

Ich würde alle Widerstandswerte messen und notieren und im Betrieb alle Spannungen an den Röhren und über den Widerständen messen und dann die Ströme durch die Widerstände berechnen und auf Plausibilität (Knotenregel) prüfen.

Viel Erfolg bei der Fehlersuche

Bernhard
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#5
Hinzukommt, dass die Schirmgitterspannung mit den 2K Einstellreglern R2 bzw. R3 einstellbar ist. Auch die können am rechten Anschlag stehen oder verstellt worden sein (im wahrsten Sinn des Wortes) bzw. einen entsprechenden Schluss haben, dann ist die Schirmgitterspannung schon bei konstant (abzüglich des Spannungsabfalls am 2,7K Schirmgitterwiderstand) ca. 288V. Ist eben eine sehr frühe eisenlose Endstufenschaltung von Philips, die bei späteren Radios und Verstärkern immer mehr verbessert worden ist.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#6
Der Anodenkreis der Röhren ist ziemlich hochohmig. In Reihe geschaltet ist die UL41 in Konstantstromschaltung bzw. Strombegrenzerschaltung.
Das sind zwei Stromquellen in Reihe, sowas ist immer kritisch bezüglich Bauteiltoleranzen.

Der Ruhestrom wird in erster Linie durch die EL84 und deren Kathodenwiderstand (150 Ohm) bestimmt.
Der Schirmgitterstrom (ca. 7 mA) beträgt ca. 20 % des Anodenstroms (ca. 36 mA).

Die Stromaufnahme und damit die Schrimgitterspannung ändert sich auch mit der Betriebsart des Geräts (an einer Seite von R2 und R3: 255 V bzw. 240 V bei UKW).

Bernhard
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#7
Hallo zusammen,

allen, die mich mit Tipps versorgt haben, vielen Dank!

Ich werde im nächsten Schritt die Widerstände nachmessen, insbesondere die 330-Ohm Widerstände.

Was mir noch aufgefallen ist: Einen der beiden Auskoppelelkos messe ich zu knapp 13µF anstelle von 8µF.
Hier liegt natürlich der Verdacht nahe, dass der einen Feinschluss hat.
Allerdings habe ich diese beiden Kandidaten durch 10µF/400V ersetzt.

Da ich ohnehin Teile für ein anderes Radio bestellen muss, besorge ich mir auch eine 'neue' UL41.
Eine der beiden hat noch 54% Emission lt. µTracer, die zweite liegt bei 86%.
Die beiden EL84 haben 73% bzw. 76%.

Beide 2K-Trimmer sehen eigentlich unberührt aus, diese werde ich aber ebenfalls auf Werthaltigkeit überprüfen, nicht dass es da noch weitere böse Überraschungen gibt.


Viele Grüße und bleibt gesund

Martin
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#8
Dann wird der eine Auskoppelelko vermutlich die Ursache gewesen sein.
Der zusätzliche Strom kann die UL41 in die Strombegrenzung bringen. Dann sinkt die Mittenspannung noch stärker ab. Die EL84 zieht den fehlenden Anodenstrom vom Schirmgitter.

Wenn die Röhren ungefähr gleichmäßig altern, sollte das kein Problem darstellen, solange man die Unterschiede mit den Trimmern noch ausgleichen kann. Die prinzipiellen Kennlinienverläufe bleiben ja gleich.

Viel Erfolg beim Rest der Reparatur

Bernhard
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#9
Hallo zusammen,

nun habe ich heute noch die Bauteile der Endstufen überprüft.

Der abgebrannte Schirmgitterwiderstand ist der R68.
Kathodenwiderstand (R65) zur UL41 hat anstelle von 330 Ohm fast 800 Ohm, ich denke, dass das des Rätsels Lösung ist!

In der zweiten Endstufe sind die Bauteile innerhalb der Toleranzen.

Ich werde also den abgebrannten 2K7 durch einen Metallfilmwiderstand mit 0,4W Belastbarkeit ersetzen.
Den 330Ohm ersetze ich mit Metalloxid 2W Belastbarkeit.

Glücklicherweise haben die Drahttrimmer die Überlastung ohne Schaden weggesteckt.

Weiterhin denke ich, dass ich die ausgelutschte UL41 ebenfalls ersetze.


Viele Grüße und bleibt gesund

Martin
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