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Marshall
#1
Hallo Leute

Ich möchte mir schon lange einen Verstärker zulegen. Ich habe bereits viele Modelle verglichen. Bis jetzt überzeugt mich nur der Verstärker von Marshall 1974CX Handcrafted Cabinet, 1x12''. Er ist gut geeignet um zu reisen und hat ein tolles Design. Ich mag die vintage Versionen total!

Wusstet ihr, dass der Sound dieses Cabinets zu 90% vom Gehäuse bestimmt wird? Beim Marshall Verstärker ist das verzapfte Gehäuse Grundbestandteil einer guten Qualität. Die massiven Verbindungen der Gehäuseteile in alter Schreinertradition garantieren das gleichmässige Schwingen der gesamten Box. Genau das ist wichtig für den marshalltypisch perkussiven Sound!

Was haltet ihr von Marshall? Habt ihr sonst noch einen guten Vorschlag für eine kompakte Box mit Qualität?

LG
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#2
Hi DIJ2020,
Marshal ist schon ne ordendliche Nummer. Du hast Recht mit dem Boxenbau. Das ist kaum zu toppen. Aber es gibt auch viele andere Hersteller (Yamaha; Rholand; Bose (später zu gekommen) und sogar Regent). Ist Deine Box mit Hall? Wenn in der Box die originalen Lautsprecher noch drin sind, niemals die Box entsorgen. Was besseres bekommst Du nie wieder. Hab früher mal Musik gemacht. Wir hatten auch ne Marshal mit 50 Watt für Bass und Gitarre. Ich habe Schlagzeug gemacht. Geile Zeit gewesen. Aber mit Regent 50 angefangen. Bis vor kurzer Zeit hat mich ein Powermixer (EMX 2000 von Yamaha) mit 200 Watt/ Kanal unterstützt. Ich muß mir mal Dein Wunschgerät im Netz ansehen.
LG aus Schwerin, Holger
Smiley47
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#3
Hallo,

Musikmachen, Musik schlechthin sind mit Emotionen verbunden. Bei der Technik sollte man aber nicht zu viel Kult reinstecken, Musiker mit Technikhintergründen sind da nicht so anfällig für wie reine Musiker, aber dennoch, ich war auch zeitweilig gewissen "Kultgeschichten" erlegen, Instrumente, Verstärker, macht ja alles Spaß. Üben wäre besser. Man wurde und wird ja in den Gitarrenmagazinen auch regelrecht gehirngewaschen, hat es aber sehr gern mitgemacht (Träume haben... das Equipment der "Großen" spielen usw.) Viele gute Muiker werden einfach gekauft, die bekommen ein Angebot und dann wird ihr Name benutzt, um für Equipment zu werben. Es wird auch über die Musik und die Spieltechnik geredet, dann aber eingeworfen "...da war ich in New York, und hab das und das eingekauft..." ... JAJA !

Natürlich muß das Equipment bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen, aber das wars dann auch schon. Bei Marshall hat man das sehr gut hinbekommen, aber wenn ich die Chassis manchmal sehe, so richtig Freude kommt da nicht auf. Ein Gitarrenverstärker ist auch Lichtjahre von linearer Übertragung entfernt, das macht aber auch den sound erst aus. Natürlich muß die Box stabil gebaut sein, weil auch ganz andere Lautstärken gefahren werden. Und das ist auch das Problem "Ich hab verglichen" ... ja, im Laden. Bei moderater Lautstärke. Das reicht aber nicht, im Bandkontext kann das ganz anders sein. Und das unterscheidet auch den Wohnzimmer- vom Bandgitarristen.
Es sind so viele Faktoren, die reinspielen, nicht zuletzt entscheidet das momentane Befinden, wie sich etwas anhört ! Wer kennt das nicht, am Vorabend eingestellt...probiert ohne Ende, frustriert abgebrochen, alles scheppert und klingt blechern... nächster Morgen, Kaffee, Einschalten, Der Traum !
Ich behaupte auch, daß man an einem Tag nicht mehr als vielleicht 4...5 Verstärker überhaupt testen und vergleichen kann, irgendwann ist man im "overflow", d.h. das Gehirn kann nichts mehr auswerten. Vielleicht bin ich da aber überempfindlich.

Fazit: Wenn Du schon viel getestet hast und DIESE Box Dein Traum ist: Go for it ! 1x12 ist immer eine gute Wahl und reicht dicke aus, wenn der sound mit Mikro angenommen wird. Die Riesenwände von Marshalls bei den "Großen" sind niemals alle in Betrieb, das ist nur Poserei (ich mag sowas garnicht) ! Oft gibt es unter der Bühne eine akustisch abgeschlossene Kiste, teils mit einem Miniamp 1x12"+Mikro in die PA. Schon mit EINEM Fullstack kann man locker Ohrenbluten machen und schlechterdings den gesamten Bandsound ruinieren.

Ich hab einen Eigenbau mit EL84-Gegentaktendstufe und 1x12" Greenback (neuere Bauart, also wenig Kultfaktor), wenig Leistung, viell. 12W aber der macht alles was ich brauche... wobei ich schon länger keine Band mehr mach. Wie der im Raum losschreien kann, der Wahnsinn.

Gruß Ingo
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#4
(07.07.2020, 07:52)diy2020 schrieb: Hallo Leute

Ich möchte mir schon lange einen Verstärker zulegen. ... Bis jetzt überzeugt mich nur der Verstärker von Marshall 1974CX Handcrafted Cabinet, 1x12'' ... Was haltet ihr von Marshall? ...

Hallo diy2020,

Mein Amp war lange Zeit der Marshall JTM45 RI, den ich hier von seinen 5881 auf KT66 umgebaut habe. Inzwischen ist er einem Fender Bassman RI gewichen, was möglicherweise nicht verwundern wird. Big Grin 

Du beschreibst ein Cabinet. Mit was für einem Top willst Du Dein Wunschcabinet befeuern? Oder macht es in Deinem Fall vielleicht Sinn, gleich mal nach diesem 18 Watt 1974X Combo Ausschau zu halten? Weil - ich hatte mal das Top zur Reparatur. Das Ding klingt einfach irre gut.

- -

Ansonsten, was die von Dir beschriebenen 90% angeht... *hüstel*, sorry, aber das schicke mal bitte gleich ins Reich der Märchen. Wichtig ist das entsprechende Holz; unzweifelhaft. Das kenne ich durchaus sowohl von meinen eigenen Cabinets, die ich alle schon baute und auch nur zum Beispiel vom (Kiefernholz-) Gehäuse meines Bassmann 4x10 im Vergleich zum baugleichen (aber MDF-) Gehäuse meines Blues DeVille 4x10. Die Cabs sind alle hinten halboffen. Die Soundformung geschieht bei diesen Cabs grundsätzlich erst einmal durch den/die verbauten Speaker.

Und es kommt extrem darauf an, was für ein Cabinet Du bauen willst, also zum Beispiel eine Thiele-Box oder eine ganz einfache hinten ganz- oder halboffene... Wir reden hier nicht über mehr oder weniger geschlossene HiFi-Boxen, sondern über absichtlich den Klang verfälschende Gitarrenboxen.

Und glaube mir - als (jahrelang praktizierender, aber jetzt corona-pausierender) Bandmukker, Cabbauer, Amprestaurator und -reparateur müsste ich wissen, wovon ich schreibe...   Smile

Ich empfehle hier dringend, die Kapitel 10 und 11 zu lesen von Manfred Zollner "Physik der Elektrogitarren".

Gruß Michael
Penthode?
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#5
Hallo,

das Ding hier lag heute in meinem GMX-Postfach..

https://www.gitarrebass.de/workshops/faq...dium=email

..und zeigt ziemlich genau, was ich meine mit "Kult um bestimmte sounds". Einiges mag ja stimmen, ältere Lautsprecher haben anderes Verhalten als neuere, Fehlanpassung ("2 statt 4 Röhren halbiert nicht die Lautstärke") usw. ... Aber wenn ich lese "keine Bremsgitterwiderstände und es sind eigtl. die Widerstände am g1 gegen HF-Schwingneigung gemeint... "dadurch Leistungsverlust" und "Manche Gitarristen schwören an dieser Stelle auf Kohlewiderstände..." da hörts bei mir auf. Auch wenn behauptet wird, manche Gitarristen hören die feinen Unterschiede zwischen den EL34-Herstellern. Marshall ist nun - mit Verlaub - die ziemlich ungeeignetste Marke für "Ton-Gourmets", abgesehen davon halte ich es für ein Märchen, die verschiedenen Hersteller am "klang"...Endstufenzerrverhalten hören zu wollen. Noch abwegiger sind die Schwurbeleien um die Vorstufenröhren. Kann schon sein, daß die eine anders "klingt" als die andere, aber womit soll das begründbar sein ? NF ist für diese Röhren ein Kinderspiel und das Verhalten im Großsignalbereich... naja, kommt drauf an.

Liest sich alles sehr amüsant, ich kanns wie gesagt ein bischen nachvollziehen, das ist ja "Beschäftigen mit schönen Dingen" aber vieles ist einfach übertrieben und in einer Scheinwelt leben mag manchmal verführerisch sein, meins ist das nicht.
Der sound kommt aus den Fingern und auf der Bühne ist anders als im Tonstudio.

Mein Lieblingssatz:
Zitat:Moderne EL34 sind meist nur für Spannungen bis 450 oder 500 Volt geeignet. Bestückt man damit einen alten Marquis, brennen sie durch.

mehr muß man doch nicht wissen, oder ?  

Gruß Ingo
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#6
Servus,
Na ja, Ingo, da ist schon was dran, das die neuen Marketing EL34 auf Dauer keine 700-750V aushalten, deren Specs sind oftmal sehr erfinderisch veröffentlicht. Ich repariere hier auch öfters Gitarrenverzerrer und die Haltbarkeit der neuen Röhren ist extrem begrenzt, sowohl durch interne mechanische Fehler (Elektrodenverschweissungen gehen auf) als auch durch mindere elektrische Haltbarkeit. Ist schon öfters passiert das ein solcher reparierter Verstärker nach 3-4 Monaten zurück kam, weil die EL34 ausgelutscht waren und das auch bei weit weniger als 700V Ua. Ich konnte Kunden überzeugen, mehr Geld auszugeben und vernünftige z.B. RFT EL34 einzubauen, die spielen z.T. seit Jahren völlig problemlos. Diese Geiz ist geil Mentalität zahlt sich bei solchen Geräten nicht aus, die werden auch nicht gerade zärtlich behandelt. Was den Klang angeht gebe ich dir recht, jeder Musiker schwört auf seinen Vorröhrensatz, da kommen dann ganz esoterische Sachen hoch und Verschwörungstheorien. Das interessiert mich als Techniker aber absolut nicht, ich stelle die Spannungen richtig ein und prüfe die Wertigkeit der Bauteile, dann ist der Keks für mich gegessen. Nach Probe kommt die Kohle und dann sehe ich das Auto nur noch von hinten.
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#7
Hallo zusammen,

("Musiker-Fachmagazin")   Smiley26

Das ist einer der Gründe, warum ich das vor langer Zeit schon abbestellt habe: Der Unsinn, der da von einigen Kolumnisten von sich gegeben wird, ist nett zu lesen, aber eigentlich nicht zum Aushalten. Vor allem dann, wenn da ein ganz spezieller dieser Spezies einen Uraltamp über die Maßen lobt "...das Beste, was ich jemals gehört habe!" solange, bis er die nächste verstaubte Klamotte irgendwo aufgabelt und dann - richtig: "...das Beste, was ich jemals gehört habe...". Dann kommt die nächste Klamotte....

Das marketinglastige und von Herstellern gesponserte dortige Verschwurbeln von inzwischen längst verstaubten oder mottenzerfressenen Heroen und einer Uralttechnik zieht halt leider immer und immer wieder junge Leute an. Der Markt wird bzw. ist mit Röhrenamps - ich spreche jetzt mal nur von Gitarrenamps - geflutet und wie ich auch schon in einem anderen Forum dazu schrieb: Wenn das so weiter geht, dann kriegt man die Billigdinger an jeder Tanke kostenlos hinterhergeworfen, wenn man für mehr als 60,- seinen Sprit tankt...

Und so passiert es dann eben auch in besagtem Forum, dass man dort "forumsmüde" wird, wenn zum gefühlt 'zigsten Male der Nächste anfragt, wie man denn seinen neuen Röhrenamp am besten anschaltet, oder welche Vorröhre am besten "klingt"... Nirgendo sonst is Voodoo und Marketing und z.T. sogar gefährlicher technischer Unsinn so sehr vereint, wie auf diesem Sektor.

- -

Kommt ein Kunde mit seinem Amp zu mir zur Reparatur oder Restauration, dann ist einer meiner ersten Standardsätze, dass ich die technisch sichere Funktion des Amps wieder herstelle, aber keinerlei Voodoo oder Klangtuning betreibe. Wenn ein Kunde sowas sucht, dann darf er seinen Amp gleich wieder nehmen und muss sich bitte jemand anders suchen.

Gruß Michael
Penthode?
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