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Schaub Lorenz Music-Center 5005 Ton schwach
#1
Hallo!

Ich besitze eine Musiktruhe, ein Schaub-Lorenz Music-Center 5005. Es ist das große mit dem Plattenspieler. Das Gerät war defekt, aus den Lautsprechern kam überhaupt kein Ton.

Nach langem Suchen konnte ich eine versteckte Sicherung im Netzteil ausfindig machen, die defekt war.
Diese Sicherung habe ich ersetzt und jetzt ist der Ton zwar wieder da, aber alles etwas leise. Wenn man voll aufdreht ist die Lautstärke gerade noch angenehm, gar nicht zu laut. Ebenso sind die Bässe und Höhen sehr schwach. Die Tonregler funktionieren aber, man merkt schon einen (minimalen) Unterschied beim Drehen.

Ich konnte die 70-seitige Schaltungs-Beschreibung zu dem Gerät im Internet auftreiben, und habe wie darin beschrieben, die beiden Spannungen im Netzteil mit dem Multimeter gemessen, welche die defekte Sicherung abgesichert hat.
Es sollen einmal 18V gemessen werden, welche zu den Platinen gehen und einmal sollen 33V gemessen werden, welche zu einem Lichtschrankenrelais gehen. Bei den 18V messe ich 18.3V, bei den 33V messe ich 32,6V.
Weiters habe ich noch die 30V-Spannung am Netzteil gemessen die zur Endstufe geht. Hier messe ich nur 29,1V. Ist das noch OK?

Am Netzteil sowie auch an einigen anderen Stellen gibt es ein paar Kondensatoren die nicht mehr ganz so schön aussehen. Kann die kaputte Sicherung bzw. der leise Ton auch durch einen defekten Kondensator verursacht worden sein? 

Ich vermute für den Fehler ja eher einen defekten Transistor.  Deshalb habe ich mal die vier Transistoren auf der NF-Verstärkerplatine nach einer Messanleitung im Internet mit dem Multimeter durchgemessen.  Bei jedem Transistor war das Messergebnis ziemlich identisch im Vergleich zu einem anderen Transistor des gleichen Typs. Ich nehme daher an, dass diese Transistoren wahrscheinlich in Ordnung sind.

Laut Schaltungs-Beschreibung sind auch noch zwei Transistoren AD131 an der Endstufe. Könnten es auch diese beiden Transistoren sein? Diese würde ich ebenfalls gerne messen, aber ich konnte die beiden nicht ausfindig machen.
Weiß jemand ob sich die Platine mit diesen beiden Transistoren vielleicht an der Vorderseite des Chassis befindet, also  an der Frontseite des Centers? Falls ja, müsste man um da dran zu kommen, die Truhe umlegen und dann das  gesamte Chassis komplett ausbauen und herausheben. Das möchte ich aber zu allerletzt machen.  

Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen, danke.

Florian
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#2
(24.08.2020, 17:53)fm2209 schrieb: Es sollen einmal 18V gemessen werden, welche zu den Platinen gehen und einmal sollen 33V gemessen werden, welche zu einem Lichtschrankenrelais gehen. Bei den 18V messe ich 18.3V, bei den 33V messe ich 32,6V.
Weiters habe ich noch die 30V-Spannung am Netzteil gemessen die zur Endstufe geht. Hier messe ich nur 29,1V. Ist das noch OK?

Das ist jetzt keine so große Abweichung, die Abweichung kann durch die Art des Messgerätes kommen, aber auch von einer stärkeren Belastung des Versorgungszweiges. Die Sicherung (wenn richtig bemessen) wird wahrscheinlich nicht ohne Grund gekommen sein!

(24.08.2020, 17:53)fm2209 schrieb: Am Netzteil sowie auch an einigen anderen Stellen gibt es ein paar Kondensatoren die nicht mehr ganz so schön aussehen. Kann die kaputte Sicherung bzw. der leise Ton auch durch einen defekten Kondensator verursacht worden sein? 

Ja, Du wirst nicht drum herum kommen, jede Stufe des Geräte einzeln zu betrachten. Stromaufnahme der jeweiligen Stufe messen und natürlich auch schauen ob die Kondensatoren in der Stufe noch in Ordnung sind.


Gruß
Bernhard
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#3
Hallo Florian,

die Spannungen, die gemessen wurden sind durchaus OK. Da das Gerät schon alt ist, ist deine Vermutung, dass die Kondensatoren madig sind, nicht von der Hand zu weisen. Da ja durchaus Ton ankommt gehe davon aus, dass die Transistoren ihren Dienst tun.
Vielleicht kannst du ja ein paar Fotos hier einstellen damit man sich ein Bild machen kann.

Sven
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#4
(24.08.2020, 18:12)Larry67 schrieb: Da ja durchaus Ton ankommt gehe davon aus, dass die Transistoren ihren Dienst tun.

Also kann man sich schon sicher sein, dass man überhaupt keinen Ton hören würde, wenn ein Transistor kaputt wäre?


(24.08.2020, 18:12)Larry67 schrieb: Vielleicht kannst du ja ein paar Fotos hier einstellen damit man sich ein Bild machen kann.

Ok, ich habe ein paar Bilder gemacht. Zu sehen sind zwei Teilansichten vom Gerät, das Netzteil, ein Trafo, und die NF-Verstärker-Platine, wo ich denke, dass da eventuell der Fehler sein könnte.

Die anderen drei Platinen schließe ich als Fehlerursache aus, denn das sind Platinen die zwar schon mit dem Ton zu haben, aber spezifisch sind: Der Aussteuerungsregler, der bei Aufnahme auf das Band die Lautstärke regelt, so dass dann alles gleich laut klingt. Der Pilottonverstärker, der nach Aufnahmeende einen Ton aufzeichnet, damit es bei der Wiedergabe keinen Leerlauf gibt. Und der Aufnahme-Wiedergabeverstärker für das Tonband.

Auf den Bildern vom Netzteil ist auch die Sicherung zu sehen die defekt war. Es ist die durchsichtige neben dem gelben Kondensator, nicht die weiße. Sie war einfach mit zwei Drähten verbunden. Ich habe einen Sicherungshalter eingelötet, damit die Sicherung schnell getauscht werden kann.
 
Ich habe gelesen, dass es spezielle "Problemkondensatoren" gibt. Ich würde jetzt mal als erstes anfangen und ein paar Elkos auf der NF-Verstärkerplatine und auch im Netzteil tauschen. Vielleicht könnt Ihr mir anhand der Bilder ein paar Tipps geben, welche man am ehesten tauschen sollte. Für mich sieht z.B. der silberne 250uf  Elko im Netzteil neben dem dicken Becherelko nicht mehr ganz gut aus.  
 
Hat jemand eine Ahnung für was der kleine Trafo gut ist, welcher neben dem Netzteil oberhalb montiert ist?  Er ist jedenfalls mit den Lautsprechern verbunden.   Da sind auch drei Kondensatoren zu sehen. Soll man die auch tauschen?

Florian


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#5
Der Wechsel der Elkos ist schon mal ein richtiger Schritt, alt genug sind Sie und somit auch teilweise ausgetrocknet.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#6
der kleine Trafo ist der Lautsprecher - Übertrager da es sich um eine eisenhaltige Endstufe handelt. Die Elko s daran koppeln die unterschiedlichen Lautsprecher an. Sind diese " madig" kann es durchaus auch dazu kommen, dass der Ton leise ist. Irgendwie sieht es aus, als ob dort ein Kabel abgegangen ist ?
An die Transistoren würde ich im Moment nicht herangehen .
Am Netztrafo sind 2 Kondensatoren von Netz gegen Masse gelötet, diese würde ich zuerst mal entfernen aus Sicherheitsgründen. Zu diesen können sicher andere hier näheres sagen.
Fange an der Stromversorgung an zu arbeiten und dann Schritt für Schritt weiter und kontrolliere nach jedem dein Erfolg sonst kann man sich Fehler einbauen die nur schwer zu finden sind

sven
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#7
(26.08.2020, 18:04)Larry67 schrieb: Irgendwie sieht es aus, als ob dort ein Kabel abgegangen ist ?

Kabel ist keins abgegangen. Da sind einige freie Lötösen wo nichts angelötet ist. Und sonst sehe ich auch kein herumfliegendes loses Kabel.


(26.08.2020, 18:04)Larry67 schrieb: Am Netztrafo sind 2 Kondensatoren von Netz gegen Masse gelötet, diese würde ich zuerst mal entfernen aus Sicherheitsgründen.

Was genau kann passieren, wenn ich sie nicht ablöte? Sollen sie dann auch abgelötet bleiben und das Gerät ohne diese beiden betrieben werden? Oder soll ich diese erneuern?


Also zuerst werde ich mal alle Elkos auf der Netzteilplatine (außer den Becherelko?) und die drei am Trafo tauschen.  Wenn der Ton dann nicht besser ist, nehme ich mir die NF-Platine vor.
 
Bei einem Elko steht z.B. 100uf 25/30V. Ist das richtig, dass ich dann einen Elko mit mindenstens 30 Volt nehmen sollte?

Macht es auch Sinn die Kondensatoren mit pf- und nf- Werten zu tauschen?


Florian
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#8
die alten Kondensatoren zwischen Netz und Masse können leitend werden, das heisst Netzspannung auf dem Chassie und damit Lebensgefahr. Ggf durch spezielle erneuern. Die beiden können erst einmal draußen bleiben.
Ja fange mit diesen Elkos an. Zeitnah auch den Becherelko tauschen sind schliesslich ziemlich alt die Dinger.
Alle anderen Kondensatoren erst einmal beibehalten.
Zudem bei allzuviel langer Weile die Kontakte aller Schalter und Taster reinigen. Vorsicht wenn Plastteile zu entfernen sind. Könnten brüchig sein, also überlegt handeln und aufschreiben was getan wurde.
Kein Kontaktspray!!!
Oszillin benutzen oder einfach Zeitungspapier zwischen geschlossene Kontakte mehrmals durchziehen.
Vorsicht beim Löten an den alten Platinen, da die Leiterbahnen / Lötaugen sich schnell ablösen.
Und schöööön langsam , nichts überstürzen.

Sven
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#9
Hallo Florian & weitere "Einsteiger",
der auf den Kondensatoren/Elkos aufgedruckte Spannungswert ist der höchste am C anzulegende Spannungswert, sozusagen die max. Betriebsspannung, der Ersatz des C's mit einem höher aufgedrucktem Spannungswert ist immer möglich, der Ersatz durch einen C mit einem niedrigeren aufgedrucktem Spannungswert aber niemals.
Der einzige Nachteil dieser Regel ist nur die evtl. vergrößerte Bauform des C's durch den stärkeren Isolationswickel.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#10
Hallo,
 
hat ein bisschen gedauert, aber ich habe jetzt alle Elkos am kleinen Trafo und im Netzteil (außer den Becherelko) getauscht. Nun ist der Ton ein bisschen besser. Das Gerät stand jetzt über zehn Jahre defekt rum und ich kann mich nicht mehr genau erinnern wie gut der Ton vor dem Fliegen der Sicherung war. Ich denke jetzt fast, dass der Ton wahrscheinlich da vorher schon schlecht gewesen ist und die eigentliche Fehlerursache eine andere ist.

Ich habe nämlich jetzt noch ein Problem mit dem Gerät bemerkt. Und zwar sollte das Tonband normalerweise 22 Minuten laufen, zurückspulen und dann auf der nächsten Spur weiterspielen. Mein Tonband aber wird schon nach ungefähr einer Minute Spielzeit zurückgespult und wechselt auf die nächste Spur, wo es dann wieder nur eine Minute anstatt 22 Minuten spielt.

Die Sicherung die defekt war, sichert auch noch das Rundfunkteil sowie ein Lichtschrankenrelais ab. Ich denke jetzt, dass der eigentliche Fehler mit diesem Lichtschrankenrelais zusammenhängt und der fehlende Ton nur weg war, weil die defekte Sicherung für das Relais zusätzlich auch den Stromkreis für die Verstärkerplatinen abgesichert hat.
Im Gerät befindet sich eine Lichtschranke. Die Funktion ist so, dass das Tonband am Anfang ein paar Meter dursichtig ist und durch diesen durchsichtigen Teil eine Lampe auf einen Fotowiderstand  scheint und  dieser dann das Lichtschrankenrelais aktiviert, welches dann verschiedene Aktionen auslöst. Z.B. erkennt das Gerät so den Bandanfang und stoppt den Rücklauf. Ich habe mir diesen Fotowiderstand bereits angesehen und er sieht zumindest optisch nicht defekt aus.  Kann dieser Fotowiderstand dennoch defekt sein und den Fehler für das baldige Zurückspulen verursachen? Es ist ein LDR05. Kann man den Testen? Auf jeden Fall, werde ich mir zur Sicherheit einen neuen auf Lager legen.

Ich habe jetzt auch schon das Chassis ausgebaut um an die Relais und Verstärkerplatinen zu kommen.  Es sind Siemens Kammrelais verbaut. Die genaue Typenbezeichnung lautet "V23154 C537 X1". Ich habe im Internet Anleitungen gesehen, wo man Relais mit dem Multimeter und einer 9V-Batterie auf Funktion überprüfen kann. Kann man das bei diesen Relais auch machen? Wenn ja, wie? Ich könnte ja auch einfach mal probieren, dieses Lichtschrankenrelais mit einem anderen zu tauschen, z.B. mit dem Aufnahmerelais. Dann würde ich ja sehen, ob das Relais defekt ist oder nicht.

Was soll ich als nächstes versuchen? Ich würde zunächst mal die beiden Relais vertauschen, wenn ich sie nicht testen kann, und würde  dann auch mal weitere  Elkos tauschen. Und zwar die Haltekreis-Elkos am Steuerteil bei den Relais und die restlichen Elkos auf den Verstärkerplatinen.

Florian
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