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[6E1/EM80] Magisches Auge/Band abschalten?
#1
Kürzlich wurde mir berichtet, dass insbesondere bei den asiatischen 6E1 Röhren die Leuchtkraft relativ schnell nachlässt. Meinem Verstärker habe ich gleich 2 davon gegönnt, die aber oftmals unbeachtet vor sich hin werkeln.

Da es sich um reine Anzeigeröhren handelt und der ganze Verstärker auch ohne die beiden Röhren funktioniert, geht meine Überlegung in die Richtung, die Röhren abschaltbar zu machen. Somit würden sie nur dann im Betrieb sein, wenn das auch gewünscht ist, was ja auch dem Stromverbrauch zu gute kommt.

Aber wie schaltet man eine Röhre sinnvoll ab?
- Anodenspannung trennen
- Anodenspannung über einen R auf Masse ableiten? (R=?)
- Gitter auf Masse legen
- Heizspannung unterbrechen

Die Heizspannung zu unterbrechen ist wohl das einfachste. Die Aufheizzeit spielt für mich keine Rolle. Aber schadet es der Röhre, wenn an Gitter und Anode weiterhin Spannung anliegt?

Ich hoffe, dass ein Röhrenexperte mir hier weiterhelfen kann.

Lg
Günther
Empfänger: SABA Bodensee 3DS Automatik (1954), Blaupunkt VE301Dyn (jungfäulich)
Techn.Kenntnisse und Fertigkeiten: Löterfahrung, Bausätze aufbauen, kleine Reparaturen an analogen Audiogeräten.
Messgeräte: Voltcraft DMM M3850 und einiges aus dem Mittelspannungsbereich.
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#2
Moin,

genauso machen wie bei den Radios damals: Anodenspannung trennen.

Anodenspannung auf Masse ableiten = abgebrannter Widerstand und falsche Anodenspannung an allen Röhren
Gitter auf Masse = Röhre leuchtet voll - großer Verschleiß des Leuchtschirms
Heizspannung unterbrechen, möglich aber meines Wissens nach nicht so gesund

Thommi
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#3
Kleiner Tipp um die Lebensdauer von solchen magischen Augen etwa zu verdreifachen.
Einfach einen 10-47k Widerstand in die Anodenleitung einfügen.
Dadurch leuchtet das Auge zwar etwa nur noch 80-90% so hell, aber die Lebensdauer verlängert sich enorm.
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#4
Hallo

Das Abschalten der Heizung ist für die Röhre am Besten.
Durch Abschalten der Anodenspannung heizt die Katode weiter ohne daß ein Strom fließen kann , dies soll nicht so gut sein (Stichwort Katodenvergiftung).
Gruß
Cris
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#5
Und welche Auswirkungen hat das auf die Steuerung?
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#6
Zur Lebensdauerverlängerung am Besten ein Trimmpoti 50 - 100 kΩ vor dem Leuchtschirm einbauen. Das stellt man auf ausreichende Helligkeit ein. So wie sich die Leuchtschicht verbraucht, kann nachgeregelt werden.

Ja, es muss in jedem Fall die Heizung abgeschaltet werden. Die Auswirkung auf die Schaltung ist dann so, als ob die Röhre nicht da wäre.

JR
"60iger Jahre" in Worten: "Sechzigiger Jahre"      Smiley18
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#7
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.
(08.09.2020, 20:44)Thommi schrieb: genauso machen wie bei den Radios damals: Anodenspannung trennen.
Das war auch mein erster Gedanke, hatte da aber auch noch was im Hinterkopf, dass es nicht gut wäre für die Röhre.
Zitat:Gitter auf Masse = Röhre leuchtet voll - großer Verschleiß des Leuchtschirms
Da hab ich mich falsch ausgedrückt. Natürlich nicht einfach auf Masse, sondern auf das Potential, welches keine Anzeige erzeugt.
Zitat:Heizspannung unterbrechen, möglich aber meines Wissens nach nicht so gesund
Da im weiteren Verlauf genau gegenteiliges geschrieben wird, würde ich hier gerne genauer wissen wollen, was am Abschalten der Heizung ungesund wäre.


(08.09.2020, 22:21)Phalos schrieb: Kleiner Tipp um die Lebensdauer von solchen magischen Augen etwa zu verdreifachen. Einfach einen 10-47k Widerstand in die Anodenleitung einfügen.
Das ist ein guter Tipp, der zusammen mit dem Tipp von J.R. auf jeden Fall zusätzlich mit eingebaut werden wird.


(08.09.2020, 22:27)edi.s schrieb: Das Abschalten der Heizung ist für die Röhre am Besten.
Durch Abschalten der Anodenspannung heizt die Katode weiter ohne daß ein Strom fließen kann , dies soll nicht so gut sein (Stichwort Katodenvergiftung).
Das war es, was ich da vor Jahrzehnten auch mal gehört/gelesen hatte und immer noch im Hinterkopf hatte. Ich kam nur nicht auf den richtigen Begriff dafür.


(09.09.2020, 10:07)J.R. schrieb: Zur Lebensdauerverlängerung am Besten ein Trimmpoti 50 - 100 kΩ vor dem Leuchtschirm einbauen. Das stellt man auf ausreichende Helligkeit ein. So wie sich die Leuchtschicht verbraucht, kann nachgeregelt werden.
Wie oben schon erwähnt, werde ich das in jedem Fall zusätzlich mit einbauen, denn die 6E1 leuchtet sehr hell.
Zitat:Ja, es muss in jedem Fall die Heizung abgeschaltet werden. Die Auswirkung auf die Schaltung ist dann so, als ob die Röhre nicht da wäre.
Das wäre auf jeden Fall auch die einfachste Variante, weil die Heizspannung mittels eines einfachen Schalters an- und ausgeschaltet werden kann.

Lg
Günther
Empfänger: SABA Bodensee 3DS Automatik (1954), Blaupunkt VE301Dyn (jungfäulich)
Techn.Kenntnisse und Fertigkeiten: Löterfahrung, Bausätze aufbauen, kleine Reparaturen an analogen Audiogeräten.
Messgeräte: Voltcraft DMM M3850 und einiges aus dem Mittelspannungsbereich.
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#8
Moin,

das ungesund, war meine ich wenn man die Heizung abtrennt, dass der Strom die Kathode schädigt, die immer weniger emittiert, je kälter sie wird und dann Elektronen nur noch an einer Stelle quasi herausreißt.

Ich persönlich sehe keinen Grund warum die Anodenabschaltung ein Problem wäre, sonst hätte man das ja nicht ab Mitte der 50er gemacht. 
Letztlich sind das denke ich eher weniger wichtige Detailfragen oder? Ob man nun das eine oder das andere trennt? 

Thommi
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#9
Also die Anodenspannung abschalten würde ich, wenn die Röhre auf Knopfdruck wieder da sein soll --> Standby-Betrieb
Wenn man die Heizung abschaltet, ist die Röhre tot, da fließt garnix mehr.
Dimmen plus wenn man sie nicht braucht Heizing aus wird die maximale Lebensdauer bringen.
Gruß,
Uli
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#10
Wie sich die Abschaltung der Anodenspannung bei dauernd geheizten Röhren auswirkt, kann man gut an den vielen ECH81 erkennen, bei denen das Triodensystem taub ist. Dies geschah in Radios, die immer nur auf UKW liefen, wobei die ECH81- Triode außer Betrieb ist.

Auch findet man viele EABC80, bei denen alle Teile schwach sind. Sowohl die Triode wie auch die Dioden führen im Betrieb so wenig Strom, dass deren Katoden sich viel früher verschlechtern als z.B. bei einer EF89.

Ein Magisches Auge führt so wenig Strom, dass beim Abkühlen der Katode wohl kaum Elektronen herausgerissen werden.
Ich glaube, mich zu erinnern, dass bei bestimmten alten Musikboxen die Umschaltung von Standby auf Betrieb derart erfolgte, indem die Heizung der Gleichrichterröhre 5U4 ein- und ausgeschaltet wurde, - da fließen ganz andere Ströme.

JR
"60iger Jahre" in Worten: "Sechzigiger Jahre"      Smiley18
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#11
Ich hab noch kein Magisches Auge mit zu schwacher Kathodenemission gesehen, nur mit nicht mehr gut leuchtendem Schirm.

Aber egal, das schonendste ist die Abschaltung der Heizung eines Magischen Auges, wenn es für lange Zeit gar nicht mehr leuchten soll. Auf die Gesamtschaltung hat das bei den EM80/6E1 auch nur in den seltensten Fällen, wenn es keine übliche Schaltungstechnik rund um die EM80/6E1 ist.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#12
Ich hatte mal einen Graetz Melodia, da war standardmäßig vorne ein Knopf verbaut (sechs insgesamt vorne, auf jeder Seite 3 (Tonanpassung), womit das Auge im Rundfunkbetrieb ausgeschaltet werden konnte. Vielleicht weiß jemand, wie das da geschaltet war oder kann es anhand des Schaltplanes identifizieren.

Nachtrag: Da in der Bedienungsanleitung im rm.org ist es zu sehen: https://www.dropbox.com/s/t5kfaqki4a6lae...8.pdf?dl=0
2. Nachtrag: Das Gerät, welches ich hatte, war ein Melodia 419.
Herzliche Grüße

Pitter
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#13
Kalle hat vollkommen recht! Dem ist nichts hinzuzufügen!
@Pitter: Vorsicht, wenn man sich auf einen Hersteller beruft: das muss nicht immer richtig sein: Beispiel: mein Wohnzimmer-Flaggschiff Rheingold 54 von Opta Spezial: hier schaltet Opta bei TA die Anodenspannung aller HF- und ZF-Röhren ab! Wenn man dann z.B. deutschsprachige Programme über TA einspeist und das jeden Tag für ein paar Stunden passiert folgendes: zuerst wird UKW taub, dann LW usw. Da ist die Kathodenvergiftung quasi serienmäßig eingebaut. Ich habe ein halbes Jahr diesen Fehler gesucht weil, wer denkt denn an sowas?
Auch Vorsicht die Leuchtschirmspannung zu sehr abzusenken, Valvo warnte eindringlich davor, weil das eine gewisse "Fleckenbildung" des Leuchtschirms hervorruft, hier: https://patric-sokoll.de/Museum/Auto/Dok...oehren.pdf. Beispiel: mein Augapfel ein Venus 560 bekam eine neue EM4. Die Spannung an "L" habe ich auf ca. 100V eingestellt: bei UKW sieht man Flecken an den Rändern des Leuchtbildes; bei LW sind diese wieder verschwunden. Hier gilt es einen gesunden Kompromiss zu finden. Wenn gleich RFT in den Datenblättern für EM11 und 6E5 durchaus Angaben für einen Betrieb mit 100V macht. Ebenso Telefunken.
Beste Grüße
Klaus
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#14
Guten Morgen,

super diese Zusatzinfos und auch der Artikel, da sieht man immer, wieviele Detailprobleme in manchen Konstruktionen so enthalten sind

... leider rückt das immer mehr in den Hintergrund, hoffentlich gibts genug Begeisterte, die dieses Wissen für die Nachwelt erhalten...

Gruß Ingo
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#15
(11.09.2020, 09:35)ELEK schrieb: Wissen für die Nachwelt erhalten...

Hallo Ingo,
danke für die Blumen Rose .... ich hätte da auch eine Idee wie man Wissen erhalten könnte, ob das allerdings auf allgemeine Zustimmung stoßen würde? Wäre mit einer neuen Rubrik verbunden, aber, Pardon das gehört jetzt nicht in dieses Thema.
Mal sehen....
Machts gut!
Klaus Beer
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#16
(11.09.2020, 09:15)Venus560 schrieb: Kalle hat vollkommen recht! Dem ist nichts hinzuzufügen!
@Pitter: Vorsicht, wenn man sich auf einen Hersteller beruft: das muss nicht immer richtig sein: Beispiel: mein Wohnzimmer-Flaggschiff Rheingold 54 von Opta Spezial: hier schaltet Opta bei TA die Anodenspannung aller HF- und ZF-Röhren ab! Wenn man dann z.B. deutschsprachige Programme über TA einspeist und das jeden Tag für ein paar Stunden passiert folgendes: zuerst wird UKW taub, dann LW usw. Da ist die Kathodenvergiftung quasi serienmäßig eingebaut. Ich habe ein halbes Jahr diesen Fehler gesucht weil, wer denkt denn an sowas?
Auch Vorsicht die Leuchtschirmspannung zu sehr abzusenken, Valvo warnte eindringlich davor, weil das eine gewisse "Fleckenbildung" des Leuchtschirms hervorruft, hier: https://patric-sokoll.de/Museum/Auto/Dok...oehren.pdf. Beispiel: mein Augapfel ein Venus 560 bekam eine neue EM4. Die Spannung an "L" habe ich auf ca. 100V eingestellt: bei UKW sieht man Flecken an den Rändern des Leuchtbildes; bei LW sind diese wieder verschwunden. Hier gilt es einen gesunden Kompromiss zu finden. Wenn gleich RFT in den Datenblättern für EM11 und 6E5 durchaus Angaben für einen Betrieb mit 100V macht. Ebenso Telefunken.
Beste Grüße
Klaus

Hallo Klaus,
ne ne ich berufe mich nicht auf den Hersteller Graetz, ich wollte nur beschreiben, dass es da die Abschaltung per Knopf gab. Ic h habe damals beim Hören des Rundfunkbereiches immer das Auge ausgeschaltet, um es zu schonen. Nur das wollte ich sagen und das sich der geneigte Leser in den Schaltplan einliest, um zu sehen, wie die das gemacht haben. Mehr nicht. Thumbs_up
Herzliche Grüße

Pitter
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#17
Hallo zusammen.

Für die Zahlreichen Beträge zum Thema möchte ich mich nochmal bedanken. Ich hab mal wieder eine Menge dazugelernt.

Ich habe mich jetzt für die Variante "Abschaltung der Heizspannung" entschieden. Der Hinweis, dass eine nicht geheizte Röhre sich nahezu wie eine fehlende Röhre verhält, erscheint mir logisch und hat mich überzeugt. Die Aufheizzeit im Bedarfsfall ist nicht nicht nur nicht von Bedeutung, sondern verleiht dem Ganzen ja erst recht noch etwas mehr Gemütlichkeit.

Eine Auswirkung auf die restliche Schaltung konnte ich bislang nicht feststellen und ist wohl auch nicht zu erwarten, da die Heizspannung für die 6E1 seperat erzeugt wird und alle anderen Spannungen stabilisiert sind.

Als nächstes steht jetzt die geringfügige Absenkung der Leuchtspannung auf dem Plan. Erstmal fliegend mit einem Trimmer und dann den Wert ausmessen und durch einen passenden Festwiderstand ersetzen.

Liebe Grüße
Günther
Empfänger: SABA Bodensee 3DS Automatik (1954), Blaupunkt VE301Dyn (jungfäulich)
Techn.Kenntnisse und Fertigkeiten: Löterfahrung, Bausätze aufbauen, kleine Reparaturen an analogen Audiogeräten.
Messgeräte: Voltcraft DMM M3850 und einiges aus dem Mittelspannungsbereich.
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