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Clivia II (VEB Rafenawerke)
#1
Guten Tag,
ich bin neu hier wegen eines Schaub Lorenz T60, will nun aber die Gelegenheit nutzen, ein anderes "Baby" vorzustellen. Ich habe seit 1989 eine TV-Radio-Kombi Clivia II, mit der ich damals in meiner ofenbeheizten Bude mit Außen-WC auch noch DDR-Fernsehen sehen und hören konnte. Das Gerät ließ die betagte Dame zurück, mit der ich meine 1-Raum-Neubauwohnung tauschte. Es wurde also bis dahin auch genutzt.

Nach etwa einem Jahr war dann Schluss. Es "flog" eine der kleinen Glassicherungen am Netztrafo raus. Seitdem ruht sie und zog 4 x mir um, bis wir seit ca. 16 Jahren seßhaft geworden sind. 

Es ist eine Art Fernbedienung vorhanden, mit der, soweit ich mich entsinne, die Lautstärke geregelt werden konnte.

Ich würde mich, als ultimativer Laie auf diesem Gebiet, freuen, wenn ich mit "Leidensgefährten" Kontakt aufnehmen könnte, um wenigstens das Radio, welches damals auch lief, wieder in Betrieb zu bekommen. Hier im Forum habe ich mit der Suche niemanden gefunden.

Falls die Fangemeinde einen Blick ins Innere werfen möchte, wäre ich bereit, demnächst ein paar Fotos zu machen.

   


.jpg   20201018_180030_Film3.jpg (Größe: 126,7 KB / Downloads: 481)



Gruß und Dank
Willi
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#2
Nachtrag: Wenn man alten Katalogen glauben darf, gab es dazu einen passenden Schrank, zum daneben stellen. Möglicherweise aber auch nur als Muster für den Katalog.


.png   Cliviaschrank.png (Größe: 311,5 KB / Downloads: 387)
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#3
Hallo,

es bestehen durchaus gute chancen, Radio und auch den TV-Teil wieder instandzusetzen ! Es gibt aber grundsätzliche Dinge, die beim ersten Inbetriebnehmen beachtet werden müssen, die Ursache für eine schnell durchbrennende Sicherung ist meist schnell gefunden, aber es müssen auch einige Kondensatoren erneuert werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Dazu ist sicher einiges hier zu finden. Beim Fernsehteil sind der Zeilentrafo und der Zustand der Bildröhre die entscheidenden Fragen, alle anderen Teile, auch die des Radios sind sicher rel. einfach zu ersetzen, gut, der Netztrafo könnte auch ein Problem werden, sollte dieser einen Wicklungsschaden haben.

Gruß Ingo
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#4
Kann nicht sagen, ob es so stimmt. Der Beistellschrank soll ein passendes Tonbandgerät und einen Plattenspieler enthalten. Welche genau, kann ich nicht sagen. Vielleicht sogar ein MTG oder BG20 und separaten Plattenspieler.

Gruß Gerald
Kalte Lötstellen gibt es bei mir nicht. Habe mir bei jeder die Finger verbrannt.
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#5
Hallo,

ein tolles Teil, mit einer wechselhaften Geschichte.

Während der Lehrzeit habe ich einige dieser Truhen repariert.

Das Radio ist meines Wissen ein Beethoven, ob die NF vom TV über die Endstufe vom Radio geht, kann ich nicht mehr sagen. Schaltbilder sind ja zu finden.

Wie schon gesagt der Zeilentrafo und das Bildrohr wären nicht einfach beschaffbar.


Halte uns auf dem Laufenden.

Gruß Jürgen
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#6
Hallo Willi,

ach kommen da Erinnerungen auf. Mit einem Mitglied hier aus dem Forum habe ich getauscht. Ein altes Radio gegen die Clivia. Ich bekam die Clivia von Berlin frei Haus geliefert. Der Fahrer war da und wollte mir das Gerät stolz übergeben. Kannste gleich rein stecken, so sagte er mir. Ich sah schon das Übel, die Bildröhre hatte Luft gezogen. Wohl durch den Transport. An sich hatte ch schon gar keine Lust auf die Clivia.

Naja, wir haben dann entladen. Nun stand sie hier bei mir. Ich kaufte mir über ebay in Brandenburg einen Fernseher, es war der Dürer. Viel zu schade zum Schlachten, trptzdem, ich brauchte die Bildröhre. Testen konnte ich sie nicht. Also umgebaut. Ich hatte gemerkt, es ging nicht mehr so von der Hand wie in Jugendjahren. Man war doch etwas ängstlich. Aber alles klappte. Ich baute das Fernsehteil aus und tauschte alle Kondensatoren. Tja, dann enttäuschte mich die Clivia nicht und gab ein Bild. Mit einer Zimmerantenne holte die einige Programme ran. Das war wohl eine "undichte" Kabelanlage. SAT1 und RTL und die ARD konnten kriselig, aber brauchbar empfangen werden. Weil die Truhe so sperrig war, hatte ich das in der Garage gemacht.

Das Radio, den Beethove hatte ich schon betriebsklar gemacht. Fernseher lief auch, also Rückwand drauf. Ich hatte mir einen Stuhl in die Garage gestellt und geschaut. Plötzlich fing der Hochspannungswickel von Zeilentrafo an zu brennen. Aber richtig! Ich öffnete schnell die Rückwand und löschte das Ganze. Glück gehabt. Den Zeilentrafo vom Dürer - er war wie neu - konnte ich 1 : 1 umbauen. Nun lief mein Traumfernseher - tagelang.

Ich rief mir 2 Träger. Und zu dritt trugen wir die Clivia in meine Radiobude. Ich hatte mich getäuscht! Die Clivia paßte dort nicht rein. Viel zu groß und klobig. Schweren Herzens verkaufte ich die Clivia für kleines Geld weiter. Ich war schon traurig und schwor mir, das ist der letzte Fernseher. So ist es bis heute.

Jetzt zu Willi's Anfrage. Im Fernsehteil stecken viele alte Papierkondensatoren. Die müssen alle getauscht werden. Am Besten das chassis abstecken und auf einen Arbeitstisch. Konzentration ist gefragt, es darf nichts "verlötet" werden.

Meine ehemalige Clivia hat beim neuen Besitzer eine zu hohe Stromaufnahme. Das sind sämtliche Elko's. Die müssen zwigend getauscht werden. Die sind alle trocken.

Auf Jürgens Frage zu kommen, jawohl, im Beethoven steckt der Verstärker. Die Clivia selber hat keinen NF-Verstärker. Das läuft alles über den Beethoven.

Das Spitzenradio in dieser Truhe hate einen göttlichen Klang. Leider wander der UKW-Tuner. Das ist der einzige Nachteil. Also, Willi, wenn Platz da ist und Zeit und Muße und technisches Verständnis, dann machen!
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#7
Ja, Willi, ein paar Bilder wären toll. Das Gerät ist ja auch von innen eine Augenweide.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#8
Hallo,

die Geschichte vom Andreas hat mich arg erheitert.

Dabei sind mir besonders die Arbeiten am Bildrohr wieder eingefallen.

Gerade diese Generationen von Bildröhren waren sehr anfällig für eine Implosion oder mal kurz Luft ziehen.

Im Service wurde damals sehr geachtet auf sorgfältiges Arbeiten und dem Tragen eines Visier um die Augen zu schützen für den Ernstfall.

In rauchigen Haushalten musste öfter mal die Bildröhre vom Staub und Ruß befreit werden.
Dafür musste das gesamte Teil "entkernt" werden.

Viel Spaß mit der Clivia II und Gruß Jürgen
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#9
Hallo Willi,

(18.10.2020, 18:29)Willixx schrieb: ...Ich würde mich, als ultimativer Laie auf diesem Gebiet, freuen, wenn ich ... Kontakt aufnehmen könnte, um wenigstens das Radio, welches damals auch lief, wieder in Betrieb zu bekommen. ...

Schaltpläne und Abgleichunterlagen vom Beethoven als auch vom Clivia (Schaltplan) habe ich möglicherweise da. Einen Beethoven hatte ich mal zur Reparatur, Riesenkiste. Habe ich vor Jahren dann an Günter F. Abele verkauft und dann tauchte die Kiste bei ihm in einem seiner Bücher auf. Big Grin

Wo ist das Problem bei Deinem Clivia? Wie kann man Dir helfen? Smile

(18.10.2020, 20:54)Willixx schrieb: ...Nachtrag: Wenn man alten Katalogen glauben darf ... Möglicherweise aber auch nur als Muster für den Katalog.

Ja, das hat es leider oft gegeben: Muster, die dann nie "in Serie" auf dem Markt auftauchten...

Gruß Michael
Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (B. Brecht)
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#10
Optimal wäre jemand, der hier im Raum Berlin wohnt und der bei mir z.H. in der beheizten Wohnung, wo das Gerät auch mal monatelang teilzerlegt ungestört in einem separaten Zimmer stehen kann, die Fehlersuche beginnt. Natürlich nicht gratis, aber schon gar nicht umsonst. ;-)

Wie ich las, sind Transporte nicht unbedingt gut für den Apparat. 

Wenn es sinnvoll ist, zuerst einmal die durchgebrannte Sicherung zu erneuern und dann zu beobachten, was beim Einschalten passiert (filmen, wo der Rauch her kommt), kann ich das machen. Manches soll sich ja auch selbst heilen. 

Dass die Elkos generell erneuert werden sollen, ist auch richtig? Ich kenne das von PC-Mainboards, aber auch von Steuergeräten aus dem Kfz-Bereich. Elkos für 30 Cent das Stück machen "dicke Backen". Hier heißt es wohl "Schneemann". 

Auch die Entfernung des Staubs könnte ich vornehmen. Sicher nicht mit der Ausblaspistole am Heimwerkerkompressor, oder hält das Material das aus (max. 6 bar)?

Gruß
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#11
Hallo,

leider paßt es bei mir zeitlich im Moment nicht, ich wohn auch nicht allzunah zu Berlin, aber da findet sich viell. jemand ! Vielleicht auch mal in der Stadt nach "alten Radiomechanikern" suchen, vielleicht freut sich da einer über den Auftrag...

Ich würde so beginnen: Staub am Besten mit dem Staubsaugerschlauch und einem weichen Pinsel entfernen, Ausblasen mit moderatem Druck (Düse) ginge im Freien zwar auch, aber man bekommt da meistens zu viel selbst von ab, da sind Feinstaubprobleme zu beachten. Gut, ein Haushaltstaubsauger ist da auch nicht 1. Wahl, in der Praxis geht das aber gut und ich machs seit Jahrzehnten...

Dann MÜSSEN zunächst einige kritische Papierkondensatoren getauscht werden, bevor er an die Spannung kann ! Das betrifft die Koppelkondensatoren vor Endröhren NF und Vertikal, Kondensatoren in der Zeilenendstufe usw. ... Erfahrungsgemäß führt direktes Einschalten, auch über Stelltrafo, nicht zu gewünschtem Betriebsverhalten !

Die Elkos sind garnichtmal so ein Problem, die können zunächst alle drinbleiben ! Da kann man anhand der Funktion beurteilen, ob die schlecht sind. "Schneemänner" sind hier nicht drin, jedenfalls nicht original.

Erstmaliges Inbetriebnehmen entweder über Stelltrafo, oder aber durch Schutzwiderstand anstelle der Netz-Sicherung, Bei Fernsehern ruhig eine 200...300W Glühbirne nehmen und erstmal schauen, was passiert: Leuchtet sie kurz auf und verlöscht rel. rasch, ist erstmal kein grund zur Sorge, u.U. "kommt" dann auch der Heizkreis. Wenn der Anodenstrom einsetzt, wird sie anfangen zu leuchten, dann ggf. auf 500W Glühbirne hochgehen oder direkt die Sicherung einsetzen, dabei zwischendurch mal ausschalten und die Temperatur der großen Elkos überwachen, handwarm ist schon Warnsignal, daß da einer nicht mehr richtig formiert ist, der sollte dann gewechselt werden, wenn die Erwärmung fortschreitet. (Bei geräten mit Netztrafo und Parallelheizung werden die Heizungen schneller anfangen zu leuchten als bei einem TV mit Serienheizkreis und P-Röhren, hier kann es durchaus ca. 30s dauern, ehe der Heißleiter langsam durchlässig wird und die Rö. zu leuchten beginnen.

Wenn die Zeilenendstufe anschwingt, ist der Zeilentrafo der nächste Beobachtungskandidat: treten irgendwo Glimm- oder Sprüherscheinungen auf ? Erscheint gar Helligkeit auf der BiRö? Wenn dem so ist, ist der erste Inbetriebnahmeversuch erfolgreich, dann können sich aber mehrere Fehler langsam entwickeln, z.B. kann der Zeilentrafo trotzdem probleme machen oder ein übersehener Papierkondensator führt zum Weglaufen einer Stufe...

Deshalb sind gewisse Vorsorgearbeiten unbedingt anzuraten ! Einschalten und filmen wo der Rauch herkommt, ist keine gute Idee.

Gruß Ingo
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#12
Hallo Willi,

wo in Berlin wohnst du? Zeit hab ich als jetziger Rentner immer etwas und insbesondere mit den S/W-TVs in meiner Jugend viel zu tun gehabt. Radio ist ja auch nicht so das „große Problem“, jedenfalls meistens. Trotz Corona trau ich mich auch gerne mal aus dem Haus, um mal andere zu besuchen, wenn es nicht gerade das andere Ende der Welt, äh von Berlin ist. Kannst mir auch deine Telefonnummer als Nachricht geben und wann ich anrufen soll. Dann kann man da ja was persönlicher absprechen.

Mach erstmal nicht den Versuch, das schöne Möbelstück in Betrieb zu nehmen. Ohne den bereits angesprochen Kondensatortauscharbeiten geht da mehr kaputt als es jetzt vielleicht schon kaputt ist.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#13
Heute begann die Bestandsaufnahme. Hier einige Bilder aus dem geöffneten Patienten. Staub entfernt. Es wurden 0,15 DM gefunden. Ein überhitzter Widerstand wurde erkannt.

Der Plan, das Radio (Beethoven/R) zu reparieren wird weiter verfolgt. Kondensatortausch. Es fehlt leider ein Schaltplan.

   

   

   

   

   

   

   

   



 

Gruß W.
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#14
Willixx schrieb:..Der Plan, das Radio (Beethoven/R) zu reparieren wird weiter verfolgt. Kondensatortausch. Es fehlt leider ein Schaltplan..

ein Schaltplan des Beethoven2 Chassis zu finden kann doch kein großes Problem sein? Oder sind die Modifikationen für /R so komplex daß der normale Plan nicht ausreicht?
Hier mal aus meinem Bestand:

Beethoven 2
Gruß,
Jupp
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"Normal" ist auch nur eine Einstellung auf der Waschmaschine
(Whoopi Goldberg)
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