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Telefunken Opus 2650MX
#1
Heute ist meine Beschäftigung für die Koronapause eingetroffen. Ein Telefunken Opus 2650MX. Ein hyprides Steuergerät mit einer Transistor Vor-/Endstufe (Germanium und hier auch Silizium) und einem röhrenbasiertem Empfangsteil (ähnlich OPus 2550) mit Stereodecoder. Ich habe das Gerät für einen guten Preis in der Bucht erstanden. Dabei war noch ein Grundig MV3 Entzerrer/Pre für Plattenspieler.
Technische Daten: https://www.radiomuseum.org/r/telefunken..._2650.html
Schaltplan: https://nvhrbiblio.nl/schema/Telefunken_...Studio.pdf

Aüßerlich etwas verdreckt, aber sonst alles Top. Optik der frühen 60er:
   
   

Sehr servicefreundlich. 2 Schrauben auf der Unterseite und schon lässt sich das komplette Obergehäuse abnehmen. Alle Hauptteile wie Netzteil, Vorstufe, Endstufe lassen sich getrennt ausbauen. Top.
   
   
   
   

Früher waren die Menschen wohl deutlich Spannungsfester als heute. 1K Wiederstand mit offenen Lötpunkten aus dem Netzteil direkt neben den Antennenanschlüssen. Bitte nicht am Gehäuse wackeln.....
   

Vor- und Endstufenplatine (bei meinem Gerät ist bereits die Teil-Umrüstung auf Siliziumtransistoren, die Telefunken in den Serviceunterlagen beschreibt, verbaut).
   
   


Erste Messungen ergaben keine Defekte am Trafo  oder Kurzschlüsse im Netzteil (Gleichrichter in Ordnung) und ein vorsichtiges Hochfahren  an einer 30W Vorschaltlampe war erfolgreich. Als nächstes  mache ich mich mit  Multimeter/Elkotester auf den Weg. Viele Elkos der End-/Vorrstufe haben leichten Blumenkohl und müssen wohl getauscht werden. 
   
Hier noch der MV3. Mal sehen was ich damit mache.
   
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#2
Hallo,

ja ist ein schönes Modell, aber wertvoller und klanglich besser wäre die Röhrenendstufe mit 4x EL95 gewesen.
So meine Meinung.....

Gruss
Debo
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#3
Moin,
in wieweit die Endstufe klanglich mit 4 EL95 Röhren vergleichbar ist möchte ich noch rausfinden. War ein Grund für die Anschaffung. Ich habe gerade 2 Geräte mit ~4xEl95 im Einsatz (Grundig, Philips). Mal sehen wie Germanium im Vergleich klingt.
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#4
Hier mal ein Zwischenstand.  Fliegender Aufbau. Wirklich ein Muster der Wartbarkeit:
   
Die Vor- und Endstufe sind komplette mit neuen Elkos ausgestattet. Gleichrichter und Filter neu.
           
Es fügt sich wieder zusammen. Ruhestrom und Mittelspunktspannung sind neu eingestellt. Am Empfänger war nichts zu machen. Funktioniert einwandfrei.
   
Hier das Wildbret der erlegten Elkos/Teile. Von links nach rechts nach gut bis extrem schlecht sortiert. Gerade die Elkos mit kleiner Spannung waren alle platt. Auch die noch besseren Elkos (z.B. Reservour Cap der Endstufe) hatten stark abweichende Kapazitäten .  Teilweise +100%. Im 3fach Elko des Netzteil war ein Elko bei noch 10uf mit sehr hohem ESR. Ratio Elko war nicht mehr messbar.
   
In der Vorstufe habe ich nicht genau hingesehen und zuerst zwei Elkos falsch gepolt eingebaut. Damals war die + Elektrode markiert Dodgy

   
Mir ist noch negativ aufgefallen, dass es von Telefunken mehrere Schaltpläne zu diesem Gerät gibt. Einmal mit Silizium Transistoren in der Endstufe und einmal ohne. Auch am Stereodecoder gab es Änderungen und in der Stromversorgung des FM Teils. Teilweise habe ich dazu auch keine Dokumentation gefunden. Sehr lästig, da ich teilweise messtechnisch Defekte vermutet habe, sich aber nur die Schaltung leicht geändert hat ( vermutlich Anpassung in der Produktion).
Als nächste wird noch das Gehäuse und Knöpfe aufpoliert. Dann ist das Gerät so weit bereit zum Einsatz.
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#5
Hallo,

ich hätte soweit möglich axiale Elkos genommen. Diese axialen Elkos sind m.M. schon noch verfügbar. Zwar nicht bei Reichelt oder blauem C, aber bei den Anderen schon. Aber o.k. aber das ist Geschmackssache, fedem selbst überlassen :-)
Überprüfe aber mal stichprobenweise auf der Platte mit den grünen ERO, ob die kleinen Kohlemassewiderstände mit den aufgedruckten Farbringen oben, ob die noch stimmig sind von den Werten. Da gibt es Chargen die zu Abweichungen neigen über die lange Zeit von über 50 Jahren. Dann gibt es Arbeitspunktverschiebungen mit Verzerrungseffekten.

Gruss
Debo
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#6
Hallo,
danke für den Tipp mit den Wiederständen. Ich habe die alle  durchgemessen. Sind noch werthaltig. Ich habe die Endstufe mal im Oszilloskop durchgecheckt. Etwa 14Watt verzerrungsfrei an 4.5Ohm. Sauberes Signal bis zum Klipping, kein Rauschen hörbar. Hier noch ein Bild vom fertigen Radio. Noch außen gesäubert und mit etwas Renuwell aufpolliert.
   
Ich lasse das Radio jetzt mal als Daily im Einsatz. Mal sehen wie mir der Sound gefällt. Kennt eigentlich jemand den Unterschied zwischen 2650MX und 2650 ? Ich habe dazu  keine Informationen gefunden. 

Viele Grüße
Sepp
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#7
Hallo zusammen,
ich hatte inzwischen Zeit den Telefunken 2650er im Vergleich mit einem TX-NR905 (pure), Tonmeister 842 (Jazz) und einem Grundig 5590 (Wunschklang) zu hören.
Dabei habe ich immer die selben Boxen Vento 807 verwendet und alle Geräte einem Denon PRA-1100 betrieben. Gehört habe ich Radio, Schallplatten
und mp3. Meine Höreindrücke sind natürlich völlig individuell und lassen sich nicht übertragen (jeder hört anders, ander Boxen, Raum...).
Grundig 5590:
Mit externen Boxen insbesondere im Radiobetrieb extrem basslastig bis zur Schmerzgrenze.
Hier muss mann den Bass ganz runterdrehen sonst ist das too much. Ich denke der 5590 ist
im Vergleich zur NF1 anders abgestimmt. Mit den integierten Lautsprechern weit besser.
Philips 842er:
Nicht so basslastig wie der Grundig. Sauber gewichtete Tiefen und Höhen. Für mich persönlich optimaler Röhresound.
Telefunken 2650:
Sehr dicht am Philips. Leistungsstärker als die Röhrengeräte.
TX-NR905
Klingt im Vergleich ganz anders. Sauberer glasklarer linearer Sound. Extreme Pegel.
Die älteren Geräte sind unten rum wesentlich bassiger. Allerdings hat der Onkyo
so viele Einstellmöglichkeiten, dass mann auch auf einen Sound kommt der für mich
wieder nach Röhre klingt.

Für mich klingen alle Geräte bis auf den Grundig sehr gut mit externen Boxen. Der 2650er
war eine Überraschung und hat sich für mich klanglich kaum von einem Röhrengerät unterschieden.

Beim Telefunken sind auch ein paar negative Punkte im Betrieb aufgefallen:
  • TA/TB liegen auf einer Taste. Da wären getrennt Eingänge besser.
  • Stereo wird beim Abschalten des Geräts immer deaktiviert (Taste geht auf aus). Lästig wenn
    man beim Anschalten immer noch zusätzlich auf Stereo drücken muss
  • Mir ist das Gerät etwas zu massig. Der 842er ist im Vergleich deutlich kompakter.
  • Rausch- und Rumpelfilter stehen etwas verloren da, ohne Phono Vorverstärker. Rauschfilter dämpft zu stark.
Sepp
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#8
Hallo Sepp,


Zitat:Rausch- und Rumpelfilter stehen etwas verloren da, ohne Phono Vorverstärker.

Vorverstärker für Magnetsysteme hatten seinerzeit die wenigsten Geräte.

Damaliger üblicher Standard waren eben Kristall- oder Keramiksysteme.
Es gab allerdings durchaus auch HiFi-taugliche Keramiksysteme, meines Wissens nach z.B. Dual CDS660.


Viele Grüße

Martin
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#9
(09.11.2020, 07:22)Sepp40 schrieb: ...zwei Elkos falsch gepolt eingebaut. Damals war die + Elektrode markiert Dodgy
...

Boah, DAS ist ja fies! Wäre ich 100% auch drauf reingefallen!
Gruß,
Uli
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#10
Hallo zusammen,


Zitat:zwei Elkos falsch gepolt eingebaut. Damals war die + Elektrode markiert

üblicherweise war(ist) an den axialen Elkos die Bördelsicke der Dichtung der +Pol.
Es gab allerdings auch einige wenige Ausnahmen.


Viele Grüße

Martin
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#11
Moin,

das mit den Elkos war sehr verwirrend. Zusätzlich haben mich die Abweichungen vom Schaltplan geärgert... Teilweise habe ich viele Komponenten auf der Suche nach defekten Teilen ausgelötet..bis ich irgend wann nen richtigen Schaltplan gefunden hab, die Kombination aus zwei Schaltplänen oder völlig undokumentiert (kein Anzeichen, dass das später eingebaut wurde):
  • im Umfeld der ECC85 ist der Schaltkreis um R203,204 und R207 komplett anders aufgebaut. Hier fehlen Wiederstände und es wurde eine Diode gegen Ground verbaut.
  • Oder z.B. R910 im Steredecoder 15K ab Werk. Zusätzlich verschiedene Wiederstände um die ECF80 anders. Ich hab das erst mal nicht weiter verfolgt, da der Stereodecoder einwandfrei funktioniert. Vielleicht gab es beim Decoder auch verschiedene Subversionen Huh
Viel Grüsse
Sepp
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