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Instandsetzung Körting Supra-Selector 39W
#1
Instandsetzung Körting Supra-Selector 39W


.jpg   4.jpg (Größe: 41,13 KB / Downloads: 946)

Hersteller:                   Körting (Dietz und Ritter)
Typ:                             Radio mit eingebautem Lautsprecher
Modell:                        Supra Selector 39W  erste Serie
Baujahr:                      1938
Röhrenbestückung:    EF13 ECH11 EBF11 EFM11 EL12 AZ12
Stromversorgung:      Wechselstrom 110, 125, 150, 220, 240 V
Wellenbereiche:          L - M – K2 (49m-90m) – K1 (19m-49m)
Bedienelemente:         Lautstärke, Tonblende, Universalschalter, Senderwahl Wellenbereichsschalter. Hinten: Kippschalter für Lautsprecher
Gehäuse:                     Holz
Besonderheiten:         Universalschalter für 3-Stufige Bandbreiteneinstellung, Super- Geradeausumschaltung und Tonabnehmer, Senderwahl über grob/fein „Getriebe“, HF Vorstufe, Lichtnetzantenne
Anschlussmöglichkeiten Rückseite: Antenne, Tonabnehmer, 2.Lautsprecher
Abmessungen:            570 x 450 x 320 mm
Gewicht:                      ca. 23kg
Lautsprecher:             Ein permanent dynamische Lautsprecher
Neupreis:                     423,- RM


Einleitung:
Der Körting Supra-Selector 39W steht nun auf der Werkbank. Dieses Radio ist eigentlich noch lange nicht an der Reihe von mir instandgesetzt zu werden. Aber es hat sich so ergeben, weil ich den großen Karton gebraucht habe in dem es eingepackt war. Es ist ein wirklich großes, schweres, und technisch hochinteressantes Vorkriegsgerät. Aber leider auch in einem sehr schlechten, verdreckten Zustand.

Auf dieses Radio bin ich durch eine Gerätebeschreibung von Friedrich P. Profit in der FG Nummer 131 auf den Seiten 125 - 128 aus dem Jahr 2000 aufmerksam geworden. Ich war so fasziniert von der Architektur des Chassis, der Schaltungsbeschreibung, und des Aussehens, dass ich ab dem Zeitpunkt gerne so ein Gerät für meine Sammlung gehabt hätte. Die Chance je so ein Gerät zu besitzen stufte ich aber zu dem damaligen Zeitpunkt als sehr gering ein. Was ich damals in dem Artikel überhaupt nicht beachtet habe war der Hinweis von Herrn Profit, dass die Wiederherstellung dieses Gerätes sehr aufwändig ist. Da ich ja immer vorarbeite und hier Nachdokumentiere weiß ich mittlerweile ganz genau, dass der Herr Profit mit seiner Aussage wirklich recht hat.
Wer Mitglied bei der GFGF ist, der kann ohne Probleme die Gerätebeschreibung lesen und sicher wird Mancher meine Begeisterung verstehen.


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Meine Gerätebeschreibung:
Thick and strong - can’t be wrong scheinen sich die Körting Konstrukteure auf die Fahnen geschrieben zu haben. Dass die Körting Geräte, die noch vor dem Krieg gefertigt wurden, einen sehr guten Ruf haben, das ist bekannt. Herr Profit schreibt gar vom Mercedes unter den Radios. Dieser gute Ruf ist auch begründet, wenn man sich den Aufbau des Gerätes anschaut. Das große, dickwandige, schön furnierte Gehäuse mit den abgerundeten Ecken, den verschiedenen Farbtönungen und Hölzern der Front, der feine, farblich abgesetzte Zierrahmen um die Bespannung der Schallwand, das macht optisch schon was her. Auf der technischen Seite, beim Blick auf das Chassis, fällt neben dem großen weggebauten Netzteil an der linken Seite sofort die ungewöhnliche Lage der HF Röhren EF13 und ECH11 ins Auge. Die Bestrebung der Konstrukteure war durch diese Anordnung die Leitungen zwischen den Spulensätzen, den Röhren und den Plattenpaketen des Drehkos so kurz wie möglich zu machen. Aber auch zugleich das Maximum aus der Schaltung herauszuholen. Die schaltungstechnischen Besonderheiten sind hier, neben der Möglichkeit die Bandbreite in 3 Stufen zu ändern, die Möglichkeit das Gerät vom Superhet- auf einen Zweikreis - Geradeausempfänger umzuschalten.
DiRu hat hier einen ganz hervorragenden Bericht veröffentlich, weshalb einige Gerätehersteller vor dem Krieg überhaupt eine Super-Geradeaus-Umschaltung realisiert haben. Auffällig sind, steht das Chassis erst mal auf der Werkbank, auch die verwendeten Blechstärken, hier ganze 2mm.


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Die Befestigung des Chassis im Gehäuse erfolgt mit zusätzlichen, verstärkenden Stahlstreifen. Die separat eingebaute Netzeinheit weist als Besonderheit HF Drosseln auf der Primärseite des Netztrafos auf. Die Sekundärseite ist mit einer AZ12, einem 3-fach Blockelko sowie einer großen Netzdrossel ebenso großzügig dimensioniert. Schaut man genauer hin fällt auch auf, dass auf der Oberseite des Chassis eine Platte aufgeschraubt ist, welche die Abstimmeinheit mit den Spulensätzen der Vor,- Zwischen,- und der Oszillatorkreise gemeinsam mit dem Drehko trägt. Körting nennt diese Einheiten in den Spulentöpfen  HT1, HT2, HT3, und OT. All das erscheint sehr wertig, solide gebaut und gründlich durchdacht. Die große, 7,5mm starke, mehrfarbig bedruckte Skala ist sehr übersichtlich und hat auch in den KW Bereichen Namen und Rufzeichen der zu empfangenden Sender aufgedruckt. Zudem steht sie in starkem Kontrast zu dem mattschwarz lackierten Skalenhintergrund. Die Beleuchtung der Skala erfolgt seitlich in der Glasmitte durch 2 abgeschirmte 4 Volt Lampen, die übrigens ihre eigene Wicklung auf dem Trafo haben. Rechts in der Skala wird der eingeschaltete Wellenbereich von einem Zeiger angezeigt. Dieser Zeiger wird durch einen Schlitz im Skalenhintergrund geführt und über einen Seilzug vom Wellenschalter aus betätigt. Hinter der Skala ist die zugehörige lange Feder, die dieses Seil spannt. Genauso aufwändig ist die Führung des dünnen, weißen, gut sichtbaren Skalenzeigers. Dieser ist nicht einfach durch eine Schlinge am Skalenseil, welches über Messingrollen geführt wird,  befestigt. Der Zeiger ist verschiebbar auf einem kleinen Schlitten, der auf einer runden vernickelten Stahlstange gleitet, angeschraubt. Damit der Schlitten sich nicht auf der Führungsstange verdreht wird er hinter dem Skalenhintergrund mit einem kleinen Rad abgestützt. Auf der anderen Seite übernimmt der Zeiger selber die Führung. Der Schlitten ist über eine Klemmung ans Skalenseil angeschraubt.


.jpg   7.jpg (Größe: 35,61 KB / Downloads: 942)


Diese Konstruktion ist unterhalb der Skala angeordnet. Der Vorteil hierbei ist, dass der Spalt zwischen der Skalenoberseite und dem Chassis mit einem Klebestreifen abgedeckt worden ist und, dass dadurch, seit über 80 Jahren, verhindert wird, dass die Skalenscheibe von hinten verstaubt. Der Skalenantrieb hat keine Schwungmasse, sondern einen Grob/Feintrieb - einer über Kugeln realisierten Übersetzung. Im Schema ist das wie ein Planetengetriebe dargestellt. Schaut man in der Ersatzteilliste, dann sieht man, dass diese Getriebeeinheit für 23 RM als E-Teil angeboten wird. Der 3fach Drehko liegt bei 17 RM. Eine teure Entscheidung für diese Getriebeeinheit. Einzig die geschaltete Position des Universalschalters ist nicht sofort sichtbar, da muss man durch ein kleines Fenster in der Skala genauer hinsehen. Die Schaltstellung wird von einem verschiebbaren Blech, oder Kunststoffstreifen angezeigt. Angetrieben wird auch das über einen Seilzug vom Universalschalter aus. Eine weitere Rückzugsfeder hinter der Skala sorgt auch hier für die Seilspannung. Beim Blick unter das Chassis fällt auf, dass alles sehr dicht frei verdrahtet ist. Aber Ordnung wird durch eine Platte mit Lötstützpunkten hergestellt.

   

Von dem Gerät gibt es eine frühe und eine späte Ausführung. Mein Gerät ist die frühe Ausführung. Der Unterschied ist schnell durch die am Netzteil befestigte Zusatzplatte mit den 3 Entbrummerpotis erkennbar. Bei den späteren Geräten wurde der Netztrafo um zwei weitere Heizwicklungen erweitert. Da werden also die Heizungen der 5 Verstärkerröhren aus 3 unabhängigen Wicklungen mit Entbrummern realisiert. Das ist ein Aufwand, den ich so nur bei wenigen anderen Geräten kenne. Schade eigentlich, dass die EFM11 zum Einsatz kommt, an der Stelle wäre eine Aufteilung auf zwei Röhre sicher noch von Vorteil gewesen.
Beginn der Instandsetzung:
Der Zufall wollte es, dass ich schon 11 Jahre nach dem Lesen des FG Beitrags, also 2011, in einem dunklen, dreckigen Keller im Fränkischen die kläglichen Reste einer vernachlässigten Radiosammlung begutachtete, um dann vor diesem Radio zu stehen. Am Gehäuse hätte ich es nicht erkannt aber als ich das Radio dann ohne Rückwand betrachtete konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich sah die um etwa 80° aus der senkrechten geneigten Fassungen der Stahlröhren in der Ausbuchtung des Chassis und war sicher, das wird mein Supra-Selector. Für einen bescheidenen zweistelligen Betrag, bei dem ich nicht mal nachverhandelte, konnte ich das Gerät kaufen.

Später dann bei Licht betrachtet musste ich feststellen, dass der Zahn der Zeit und die schlechte Lagerung in dem Keller dem Gerät leider doch sehr zugesetzt hatten. Sehr dreckiges Chassis, wurmstichiges Gehäuse, ein gebohrtes Loch im Gehäuse an der Seite, das bedeutet sehr viel Arbeit. Auf der anderen Seite war das Gerät augenscheinlich ziemlich komplett. 

   

An der Technik habe ich, außer grob reinigen, nichts mehr gemacht. Weil ich zum damaligen Zeitpunkt keinen vernünftigen großen und staubfreien Arbeitsplatz für die Instandsetzung des Chassis hatte blieb leider nichts anderes übrig als zu warten bis ich einen vernünftigen Arbeitsplatz für so eine Aufgabe habe. Daher habe ich gleich alles wieder grob zusammengebaut und in einen großen Karton verpackt. Jetzt, da die Voraussetzungen für eine vernünftige Instandsetzung vorhanden sind, habe ich alles wieder ausgepackt, um zuerst eine genaue Bestandsaufnahme zu machen:
Die ECH11 fehlt
Gehäuse ist fleckig und sehr wurmstichig
Die Füße sind durch den Wurmbefall wie perforiert
Das Skalenseil fehlt
Antrieb des Drehkos über den Seiltrieb ist unklar, weil fehlend
Anzeige des Universalschalters fehlt. Leider ist von diesem bedruckten Metall, oder Kunststoffstreifen gar nichts mehr vorhanden. Seilzug und Feder sind auch nicht mehr da.
Betätigung der Anzeige des Universalschalters fehlt
Ein Kontaktpaar am Universalschalter fehlt
Grob/feintrieb fest
LS- Poti fest
Universalschalter fest
Klangregler, als Quetscher ausgeführt, ist fest
Wellenschalter fest
LS Bespannstoff hat sich komplett gelöst
Die Seriennummer wurde unkenntlich gemacht
Ein offensichtlich völlig verbrannter Widerstand
Ein offensichtlich aufgeplatzter Kondensator
Eingebaute WIMA Bonbons aus einer späteren Reparatur
Blockelko fehlt - er wurde durch modernere zylindrische Typen ersetzt
Fast alle Siegel über den Abgleichpunkten sind verletzt
Der erste Filterbecher ist lose
Die Gummis zwischen dem Hilfs- und dem Hauptchassis sind völlig zerbröselt
Die Seile für die Betätigung der Super- Geradeausumschalter sind nicht mehr richtig eingebaut.
Das Seil für die Bandbreiteneinstellung ist nicht richtig am Universalschalter angebracht
 
Ein Blick auf die Unterseite des Chassis offenbart auch sofort, dass jemand schon Hand angelegt und dann aufgegeben hat. Noch schlimmer ist eigentlich, dass der auf den ersten Blick ordentliche und scheinbar reparaturfreundliche Aufbau sich als trügerisch erweist. Das Gerät ist furchtbar verbaut. Auf der Rückseite der Pertinaxplatte befinden sich auch noch Kondensatoren. Wie man die in einem angemessenen Zeitraum im Reparaturfall wechseln kann bleibt vorerst ein Geheimnis.


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Auch der Universalschalter birgt Geheimnisse. Es sind 10 Schaltkontakte eingezeichnet, aber unter der Nockenwelle sind nur 5 Schaltkontakte zu finden. Einer davon wurde entfernt ein zweiter festgelötet. Ein weiterer Schaltkontakt ist der Netzschalter, der aber nicht Nockenbetätigt ist, und die 2 Super- Geradeausumschalter. Sollte sich herausstellen, dass diese 2 Schalter als Wechselschalter ausgeführt sind, dann kommt man auf die 10 Kontakte.
Solch ein komplexes Vorkriegsgerät habe ich bisher noch nicht repariert, also werde ich hier etwas anders als sonst vorgehen. Ich werde versuchen die Reparatur in mehrere Abschnitte zu gliedern und nicht gleich alles zerlegen.

Zuerst werde ich mich der Netzeinheit zuwenden. Vielleicht kann ich in dem Zug auch herausfinden wie die Blockelkos auf der Netzeinheit montiert waren. Erst wenn diese Einheit funktioniert werde ich versuchen weitere Einheiten für sich instandzusetzen. Dann müssen natürlich noch gute Röhren gefunden werden. Im Gerät waren zwar welche drin, aber nicht mehr die Originalen. Am besten wären die frühen, alten, hohen Telefunken Stahlröhren, die auch noch aus den 30er Jahren sein sollten. Einzig die AZ12 ist noch original aus dem Gerät. Erkennbar an dem „D“ auf dem Sockel. Körting Geräte aus der Zeit haben auf allen Röhren so ein „D“. Das ist die Codierung von Telefunken für die Geräte von Dietz und Ritter.
Also alles in Allem ein Großprojekt, bei dem ich dann sehr gespannt bin, wie das Gerät später einmal funktioniert.
Beste Grüße

Aller
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#2
Nicht nur du bist gespannt...
Werde es verfolgen. Glaube das ist genau nach Andreas_P's Geschmack.
Grüße vom Marco aus Oberbayern.
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#3
Ja, das sieht nach eine Großbaustelle aus. Das Hauptproblem sehe ich den Wellenschalter.  Wenn er tatsächlich so verbaut ist, bedeutet es, dass entweder er irreparabel gewesen ist oder notwendigen Veränderungen  an die Schaltung die Ursache sind. Beides sieht nicht gut aus.
Alles andere ist machbar. Ich lese gespannt weiter und wünsche viel Erfolg.
Gruß!
Ivan
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#4
Hallo Aller,

hast Du gelesen, solche Projekte wollen die Brüder mir immer an die Hacken binden. Dieses Mal lese ich interessiert mit. Das ist wirklich ein sehr tolles Radio, aber mein lieber Mann, was wird das für ein Großprojekt. Mich hatte dieses Gerät auch oft gereizt, wenn es bei ebay angeboten wurde. Aber ich habe dann doch Abstand genommen. Das Problem bei diesen Großsupern ist immer, man weiß nicht, wer hat da schon rum gefummelt. Bei Körting sind meist die Keramiktrimmer taub. Oja, wird dieses Gerät viele davon haben.

Du hast übrigens genau Recht. Solch ein Gerät muss man stufenweise angehen. Bloß nicht alles auf einmal. Ich würde genauso wie Du mit dem Netzteil beginnen. Hier ist die große Frage, wie sieht es mit dem Netztrafo aus? Ich wünsche Dir viel Durchstehvermögen für dieses Radio. Ich bin mir sicher, Dein Bericht wird hier sehr aufmerksam verfolgt.
Achso, fehlt bei dem Radio der Lautsprecher? Ist das wirklich ein Magnetlautsprecher?
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#5
Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Vor den mechanischen Arbeiten, da habe ich keine Angst. Auch wenn was zu reproduzieren wäre, das bekomme ich hin. Bei dem elektrischen Umfang, da siehts dann doch anders aus.

Die Komplexität des Gerätes sollte sich ja dann auch in einem wirklich guten Empfangsverhalten abbilden. Ob ich das so hinbekomme weiß ich noch nicht. Und ja das Gerät hat eine Unmenge von den keramischen Trimmern.

Ja was bleibt denn auch anderes übrig, als das Gerät zu richten? Klar könnte ich in E--Y verticken, oder in Teilen. Auf der anderen Seite habe ich nun Platz, um so eine Aufgabe auch anzugehen. Ich werde hier auch gerne berichten, das Schreiben macht mir auch Spaß. Und nicht zuletzt wollte ich so ein Gerät ja haben. Ist ja Hobby, da ist der Aufwand dann Nebensache.

Um noch auf die Frage von Andreas einzugehen, ja es ist wirklich ein Magnetlautsprecher verbaut. Ich habe ihn aber noch nicht ausgepackt. Noch nicht mal von der Schallwand entfernt.

Auch gibt es hier, anders als bei vielen Radios, einen persönllichen Hinweis auf die Besitzer. Das will ich natürlich auch bewahren, weil ich sowas noch nie gesehen habe. Aber seht selber:

   

Im Jahr er Ausbruchs des ersten WK geheiratet und im Jahr des Ausbruchs des zweiten WK dann zur Silberhochzeit das Gerät gekauft.

Der Lautsprecher ist seit der Erstmontage immer mit der Schallwand verbunden gewesen.

   

Und noch ein Bild von vorne.

   

Ich hoffe sehr, dass der die Zeit unbeschadet überstanden hat. Aber ich gedulde mich, bis der an der Reihe ist.

Und dann noch ein Bild von der originalen AZ12, einer Telefunkenröhre mit schwarzer Gitteranode. Das muss dann doch für besten Empfang sorgen. Bitte das "D" am Sockel beachten.


.jpg   PIC00283.JPG (Größe: 113,18 KB / Downloads: 789)
Beste Grüße

Aller
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#6
Hallo Zusammen,

ich finde den "Supra-Selector 39" gar nicht mal so häufig angeboten. Viel öfters gibt es den "Amatus" Ich hätte auch gerne einen Supra-Selector 39, dafür umso häufiger die noch Pultskalenmodelle 38 u.37. Aber noch lieber den selten zu findenden "Dominus".
Bei dem Modell Supra-Selector 39 gab es zwei Schaltbilder. Eines bis Nummer 872001 und das Andere für danach. Unterschied ist ein Zerhackeranschluss und 3x Heizspngs.abgriffe mit Entbrummer. 0-0, x-x, y-y.
Wohin x-x oder y-y gehen soll, sehe ich nicht. Muss wohl zum Zerhacker gehen? Ich schau mal nach dem Schaltbild ob ich es habe.
Zum Lautsprecher: Ja sind nicht mehr Feldspulenversionen. 

   

   

Gruss
Debo
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#7
Ein ambitioniertes Projekt !   Ich werde mit großem Interesse mitlesen und wünsche Dir viel Bastlerfreud' mit dem Gerät. Smiley47
Interessant dürfte werden, die fehlenden gerätespezifischen Teile nachzubeschaffen bzw. nachzufertigen.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#8
Hallo

Ich habe da noch ein interessantes Bild bezüglich Superhet- / Geradeausempfang in "40 Jahre Körting Radio" gefunden, ist zwar vom Ultramar 37, aber zeigt trotzdem die Idee dahinter. Das hier vorgestellte Gerät bietet diese Umschaltung ja auch:

   

Viele Grüsse, Walter
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#9
Vielen Dank für die Informationen und das Schaltbild. Das Bild mit dem übertragbaren Tonumfang ist schon sehr anschaulich. Ob die Schelllackplatten, oder andere zeitgenössische Tonträger diesen Frequenzumfang überhaupt auf den Sender bringen konnten bleibt dahingestellt.

Schaltbild der späteren Version zeigt ja die Entbrummer der Heizwicklungen. Wohin das XX YY führt müsste man an einem späten Gerät prüfen. An meinem gehts nicht. Vermutung: Eine Heizung für die HF Röhren, eine Heizung für die ZF und NF Vorverstärkung, und eine für die EL12.
Was mir in dem Zusammenhang nicht klar ist, wozu eigentlich Entbrummer bei indirekt geheizten Röhren gut sein sollen. Vielleicht weiß das ja jemand.

DiRu hat auch hier Informationen zum Debo erwähnten Körting Dominus 40WK zusammengetragen.
Dort ist auch ein Detail zum Grob-Feintrieb zu sehen. Derselbe wird auch im KSS39 verwendet
Auch die Umschaltmöglichkeiten Super Geradeaus sind dort anschaulich erläutert. Diese Umschaltmöglichkeiten sind beim KSS39 nicht ganz genau so, aber prinzipiell ähnlich, realisiert. 

Gestern habe ich das Netzteil zerlegt.
Das Netzkabel ist völlig fertig. Man kann es in der Stoffumantelung knacken hören, wenn man das Kabel biegt. Den Stecker verwende ich weiter, der ist noch gut. Bei der Zugentlastung am Trafo war ich wieder erstaunt. Die ist angeschweißt und muss aufgebogen werden. Also bei dem Kabel, das doch mal gewechselt werden muss, wäre eine geschraubte Zugentlastung besser.

   

   

Das Blechpaket (88mm x 115mm) des Trafos ist vernietet und nicht lackiert, aber auch nicht rostig. Der Trafo ist nicht auf der Grundplatte verschraubt. Zwei "Füsse" des Trafos sind in Laschen eingesteckt, die zwei anderen Füsse werden von umgebogenen Laschen der Grundplatte gehalten, und beim Einbau mit dem Gehäuse verschraubt. Ebenso ist die Drossel nicht geschraubt, sondern die Umfassung des Blechpaketes ist durch die Grundplatte gesteckt und und unten umgebogen. Das Bild zeigt diese Platte von unten.

   

Die ersten Durchgangsmessungen und auch die Sichtprüfung ergeben dass der Trafo in Ordnung ist.
 
   


Euch noch einen schönen ersten Advent.
Beste Grüße

Aller
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#10
Das Netzteil ist die erste Baugruppe die nun fast fertig ist. Es fehlt nur noch das stoffummantelte Netzkabel. Der Trafo ist getestet und ich bin froh dass alles in Ordnung ist. Der originale Blockelko war nicht mehr vorhanden, den hat man schon in den 50er Jahren durch neue Cs ersetzt. Anstelle des 3er Blocks wurde ein kleiner Blechwinkel mit einem Doppelelko angebracht und dafür wurde leider auch ein Loch in den Schlitz gebohrt. Der 3. Elko wurde oben auf der Anschlußplatte angelötet.

   

Da ich keine Abbildung habe, auf der die Maße des Blockes zur Rekonstruktion abnehmbar sind, habe ich mich entschlossen einen Halter für 3 Elkos zu fertigen. 

   

Ein Doppelelko und einen Einfachelko, beide mit Schraubbefestigung.  

   

Dieser Halter ist direkt auf dem Blech, das auf der Drossel angepunktet ist, in den vorhandenen Schlitzen befestigt. Das ist mit Schränklaschen ausgeführt. Die Drossel ist auch so auf der Grundplatte befestigt. Die Schlitze sieht man in der Grundplatte. 
 

.jpg   NT2.jpg (Größe: 32,95 KB / Downloads: 638)

   

Die nächste Baustelle und Baugruppe ist jetzt der Universalschalter. Ein Puzzle ohnegleichen. Es fehlt auf dem Bild der Drehkondensator zur Klangänderung. Der ist leider total fest. Also richtig fest. Ich denke, ich werde den zerlegen müssen.

   
Beste Grüße

Aller
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#11
Hallo,

na das sieht doch schonmal gut aus! Im Punkt Metallbearbeitung bis Du kein Bastler. Saubere Zeichnung. Sauber gebogen der Bügel. Ich nehme an Du hast Zugang zu einer Abkantbank - vielleicht in Betrieb?
Unbedingt den schwarzen Doppelkondensator (Pos.94) sanieren oder weglassen. Der wird sonst heiss und blubbert seine Vergussmasse raus und macht Kurzschluss!

Gruss
Debo
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#12
Die Zeichnungen mache ich in MS VISIO, das geht so schnell wie von Hand. Vor allem kann ich dann gleich sehen ob man genug Platz für die Kondensatoren und Muttern hat - immerhin sind die Muttern SW27 - und kann alles ganz einfach verschieben und passend positionieren. Vorteil ist dass die Maße beim Verschieben immer aktuell bleiben.

Vor allem möchte ich dass es gut aussieht und nicht sofort als Bastellösung entpuppt. Lässt aber leider nicht immer vermeiden. Eigentlich wollte ich ein Stahlblech hernehmen und dann lackieren, dass es besser mit dem von Körting verwendeten Material zusammenpasst. Leider habe ich nur Edelstahl in der Stärke gehabt. Sandgestrahlt fällt der Materialunterschied fast nicht auf. Zusammengebaut wird man von dem Halter ohnehin kaum noch was sehen. Wenn ich jetzt erst noch Stahlblech besorgen muss dann werde ich mit dem Radio nie fertig. Ja, ich habe auch Zugriff auf eine Abkantbank, sonst sähe das nicht so gut aus. Aber das Ausklinken des Bleches, das mache ich von Hand mit einer Blechschere und mit einer Feile, ganz altmodisch.

Der Kondensator Pos 92 ist abgeklemmt, aber noch an seinem angestammten Platz. Die Bauart ist mir bisher unbekannt, denn an den Enden ist kein Teer zum Verschluss gekommen, sondern es sieht aus, wie wenn die Ränder umgebördelt und Pertinaxscheiben eingesetzt wären. Es sind auch keine starren Drähte herausgeführt sondern eine ganz dünne stoffumantelte Litze. Das wollte ich auf jeden Fall so erhalten. Wenn ich die Cs doch brauchen sollte dann kann ich die bequem nachträglich noch anbringen, dann aber aktuelle sichere Typen.
Beste Grüße

Aller
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#13
Ja, Allert,
Gratuliere bisher hast du sehr saubere Arbeit geleistet. Ich drucke dir die Daumen.
In Bezug auf das von Detlet erwähnte Kondensator. Auch solche Kondensatoren gab es mal. Sind aber auch Papierkondensatoren, die ausgetauscht werden sollen. Hier sollte man am bestens einen 1kV kurzschlusssicheren nehmen - die blauen.
Gruß!
Ivan
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#14
Hallo Aller,

ja es gibt verschiedene äußerliche Bauformen. Umgebördelte Ränder auf ein Verschlußplättchen - ja warum nicht. Hab ich bei französischen Kisten schon gesehen. 
Ich habe hier noch ein Chassis vom Supra-Selector SB 4346W (Modell 37) rumliegen. Siehe Bild. Dort ist der seitlich hinten angebracht. Dieser im Bild vom Fabrikat NSF = Nürnberger Schraubenfabrik, hat auch schon gespuckt und seine Polanschlüsse wurden radikal abgezwickt. 
Ein zweites Bild zeigt eine aktuelle Ersatzkondensatormöglichkeit. Dieser ist etwas dicker, weil er noch einen 0,1µF zusätzlich enthält. Dieser ist zwischen beide Pole geschaltet. Die beiden anderen Kondis Y mäßig zum Gelb/Grünen (PE = Protection Earth oder Masse)
Solche modernen Kondis habe ich geschwärzt. Auch den PE um ein einheitliches Vintage Bild des Chassis beizubehalten. 
Aber wie gesagt, du brauchst diesen Kondi nicht wirklich zur Funktion. Kannst den auch weglassen. Da wo der bei deinem 39er Chassis sitzt, sieht man ihn von hinten eh nicht.
.

   

   
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#15
Es geht weiter, mit dem Universalschalter. Der bildet eine eigene Einheit, die sich hinter den linken Knöpfen befindet. Der vordere Knopf ist nur für die Lautstärkeregelung zuständig. Über eine lange Stange, die durch die Nockenwelle hindurchreicht, ist der Knopf mit dem Poti verbunden. Das Poti musste ich komplett zerlegen, damit es wieder leichtgängig wird. Das ist schon erledigt.
Der innere Knopf hat mehrere Funktionen. Gerät einschallten, Schaltpositionen Schmal, Normal, Breit für (Superschaltung) Lokal (Geradeausschaltung) und TA. Zieht man den Knopf entkoppelt man den Universalschalter und kann über ein Reibrad den Drehko für die Klangänderung drehen. Die Kopplung wird über eine federbelastete Klauenkupplung realisiert. Besagter Drehko ist so fest, dass ich den zerlegen musste. Die Lammellen des Rotors sind vollflächig mit denen des Stators aneinandergeklebt. Lamelle für Lamelle kann ich so nach und nach lösen. Das braucht echt Zeit. Im ersten Beitrag sieht man den Drehko. Leider ist der völlig freiliegend und der Staub und Feuchte tragen über die Zeit dazu bei, dass er völlig festgegammelt ist.
Die meisten Teile habe ich sauber. Aber der eigentliche Schalter, der macht mir Sorgen. Ich habe den gereinigt, den verlöteten Kontakt wieder gerichtet, aber der fehlende Kontakt, dafür habe ich keinen adäquaten Ersatz. Vielleicht hat ja jemand einen alten Wellenschalter der solche Kontakte hat. 
   
Die Kontaktfeder habe ich schon aus der Keramikplatte herausgezogen. Anlöten mag ich da nichts, weil weichgelötet wird das nicht lange halten. Auch weil es in der Biegung gelötet wäre. Nein es sollte schon wieder eine Feder am Stück sein. 0,3mm stark 4mm breit und ca 30mm lang. Vielleicht kann mir da jemand helfen. Leider habe ich auch kein Relais gefunden das solche Kontakte hat.
Beste Grüße

Aller
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#16
Im ART Schaltbild des Supra Selektor 39W sind beide Varianten berücksichtigt.

   

Gruß, Dietmar
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#17
Ich hätte da Schaltkontakte aus einem Hochlastrelais. Nicht ganz die Maße, aber vielleicht geht sowas.


   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#18
Hallo zusammen,

vielen Dank, Dietmar, für das ART Schaltbild. Ich mag diese Pläne sehr. Vor allem stehen in dem Plan viele Informationen die ich bisher noch nicht hatte. Jetzt habe ich schon 4 verschiedene Pläne. Den LN, den ART, den Plan von Detlef, und noch einen, den ich vom RM heruntergeladen habe.
Vielen Dank auch an Frank für das Angebot mit den Relaiskontakten. Ich bitte dich, dass Du mir die zusendest. Ich kann die sicher passemd machen. Meine Beschäftigung für heute ist der Klangreglerdrehkondensator der als Puzzle nun vor mir liegt. Bereit zum Zusammenbau.

   
Beste Grüße

Aller
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#19
Vielen Dank an Dietmar, der mir den PLan nochmals in besserer Qualität zugesandt hat und auch an Frank, der mir einfach so die Relaiskontakte zusenden wird.
Danke also nochmals für die Unterstützung.
Mein Klangreglerdrehkondensatorpuzzle ist wieder zusammengebaut und ist endlich leichtgängig. Inklusiv einem neuem Gummiring für bessere Reibung. Der alte Gummi war völlig verhärtet und an einer Stelle schon platt.

   

Bald kann der Universalschalter wieder zusammengesetzt werden.

   

Demnächst kommt dann der Einstieg ins Empfangsteil, dann wirds richtig spannend.
Beste Grüße

Aller
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#20
Bis zum Eintreffen der Schaltkontakte und deren Einbau habe ich am Chassis weitergmacht. Da sich Cs hinter der Lötleitste befinden die gewechstelt werden müssen habe ich begonnen diese Leiste auszubauen. Tatsächlich wäre es sogar fast schon einfach diese versteckten Cs zu wechseln, denn die Lötleiste hat die meisten Anschlüsse auf  einer Seite und man kann die Leiste nach dem Öffnen der Schränklaschen etwas anheben.

   

So könnte man die Cs tauschen. Da aber alles so staubig aussieht habe ich mich entschlossen die Leiste komplett auszubauen. Auch kommt man so viel besser an den Super-Geradeaus Umschalter.

   

Zudem lassen sich so auch die Bauelemente auf der Lötleiste kontrollieren.

   

Erst mal muss ich schon wieder meinen Arbeitsplatz saubermachen. Der Dreck ist bei dem Radio einfach überall. Und das obwohl ich schon zu Beginn alles mit Druckluft ausgeblasen habe. Zum Glück ist der Drehkondensator komplett geschirmt. Ziel ist es die Platte welche die Spulensätze und den Drehko trägt auszubauen, damit ich an die Umschaltkontakte des Wellenschalters erreiche. Die Kontakte des Universalschalters waren schon so oxydiert, dass ich vermute die Kontakte des Wellenschalters werden nicht wirklich besser aussehen.
Beste Grüße

Aller
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