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Morsesignal auf Langwelle 300 KHz
#1
Heute habe ich mit dem Gerät meiner seligen Eltern, einem Nordmende Rigoletto 59, am Nachmittag die AM-Bereiche bestrichen. Dabei ist mir um 14.51 GMT auf Langwelle ca. 300 KHz ein Morsesignal, schwach, aber dennoch gut zu hören, aufgefallen. Es handelte sich immer wieder um die gleiche Reihenfolge:
-.. .. -..
D i D

Bis 15.10 GMT habe ich keine Veränderung festgestellt, ich habe dann den Bereich gewechselt. Im Internet konnte ich nichts finden, wer auf dieser Frequenz sendet.
Weiß jemand mehr? Seefunk? Und was bedeutet dieses Zeichen? Werde morgen nochmal zu verschiedenen Uhrzeiten reinhören.
Herzliche Grüße

Pitter
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#2
Hier in Valencia gibt es drei dieser sender zu hören. Das letzte mal wo ich reingehört habe ist bestimmt schon ein Jhar her.
Als Antenne geht da nur die im gerät eingebaute Ferrit Antenne (mann muss beim suchen die Antenne auch mal hin und her drehen. Sonst empängt man eventuel nichts)

Sofiel ich weis sind das LORAN signale. Die buchstaben bedeuten sofiel wie die anzahl der ringe auf einen Leuchturm (bei Tag), oder die rytmischen unterbrechungen des lichts (bei Nacht)
Das identifiziert den turm, und man kann ihn so auf der Seekarte wiederfinden.

Während WW2 wurde in Deutschland das Sonne Mond system entwickelt (weis ich jetzt nicht genau ob es so hies ) Ich kenne einen sammler in Tarragona der noch einen teil dieser sytems besitzt. (einen empfänger, oder teil des senders) Was ganz seltenes also

Mit der Peilantenne kann man sich an den diversen signalen des LORAN (Long Range Navigation ) orientieren wenn man weis wo diese genau liegen.
Es sind ja festverbaute sende Stationen.
Wenn man zwei Sender empfängt welche weit auseinander liegen, kann man die richtung in welche sie empfangen werden auf der karte ainzeichnen.
Da wo sich die zwei linien kreutzen ist man normalerweise unterwegs.

Sie wurden wohl nicht ganz abgeschaft, damit man nicht 100% von den Amis und ihren GPS abhängig ist
Printed on recycled Data
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#3
Danke für diese Information.

Die eingebaute Ferritantenne war in Betrieb, und da das Gerät auf dem originalen Schrank steht, wo es schon seit 1959 stand, habe ich es auch nicht gedreht.
Aber was bedeutet das gesendete Zeichen? Anzahl der Ringe = DiD? Rythmische Unterbrechungen des Lichts? So schnell kann das nicht an- und ausgehen. Es bleibt spannend. Ich warte gespannt auf weitere Kommentare.
Herzliche Grüße

Pitter
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#4
Hallo, ich habe mal auf Uni Twente gesucht, keinen Sender gefunden der solche Kennung abstrahlt.
Wenn das ein normaler Rundfunkempfänger war, dann muss es sich ja um eine A2-Modulation handeln.
Habe hier am Standort Nähe Magdeburg mit Sangean 909 und Langdraht gehört.
Keine solche Kennung aufnehmbar.
Gruß Manfred
Wozu Fortschritt, wenn früher doch alles besser war?
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#5
Hat das ganze vielleicht mit Funk-Feuer zu tun?
Herzliche Grüße

Pitter
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#6
Hallo Pitter,

du hast ein ungerichtetes Funkfeuer (https://de.wikipedia.org/wiki/Ungerichtetes_Funkfeuer) empfangen, die werden meist von kleinen Sendern in der Nähe von Flughäfen ausgesendet. Verwendung in der Seenavigation ist auch möglich

Mit dem LORAN-System hat das nichts zu tun, dort werden keine Morsezeichen gesendet.

Zur Funktionsweise des LORAN-C Systems steht auf Wikipedia:

Zitat:Die aktuelle Version LORAN-C basiert auf Sendestationen, die zu Ketten (chains) gruppiert werden. Eine Kette besteht aus einem Hauptsender und zwei bis fünf Nebensendern, die einige hundert Kilometer entfernt stehen. Die Stationen senden nach einem festen Schema Impulsgruppen. Aus der zeitlichen Differenz, mit der die Signale beim Empfänger eintreffen, kann er hyperbelförmige Standlinien und aus deren Schnitt seine Position errechnen. Daher handelt es sich um eine Hyperbelnavigation. Um eine eindeutige Identifizierung der Haupt- und Nebensender einer Kette zu erreichen und um gegenseitige Störungen zu vermeiden, senden die einzelnen Sender nicht gleichzeitig, sondern um eine definierte Verzögerungszeit versetzt zueinander. Das Gruppenfolgeintervall (Group Repetition Interval, GRI) und die Nebensenderverzögerungszeiten (Emission Delay) sind so bemessen, dass auch bei weit entfernten Empfängerstandorten, also großen Signallaufzeiten, keine Überlappung stattfinden kann. Das LORAN-C-Signal wird auf einer Frequenz von 100 kHz ausgestrahlt, wobei eine Reichweite von über 1000 km erreicht wird.
Viele Grüße, Mark

Radioten aller Länder, vereinigt euch!
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#7
Danke für den Link und die Hinweise.
In der Liste der ungerichteten Funkfeuer (NDBs) ist auf 300,5 KHz der Köln/Bonner Flughafen vermerkt. Das könnte dann hinkommen. Lediglich mit dem Morsesignal komme ich nicht ganz hin:
In der Liste steht als Rufzeichen LW. Ist das gemorste mit dem Rufzeichen identisch? Dann passts wieder nicht (DiD). Aber sehr aufschlussreich, vielen Dank! Da sind ja noch Frequenzen von Frankfurt, Frankfurt/Hahn und nochmals Köln/Bonn aufgeführt. Mal gucken, ob ich noch was reinkriege.
Herzliche Grüße

Pitter
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#8
Hallo Pitter  und Forumer,

habe versucht das von dir angesprochene Signal zu hören. Bisher ohne Erfolg. Es gibt diverse Funkbaken. Mit dem in meinem Beitrag "Experiment-Langwelle hören" vorgestellten 2 Transistoren-Empfangsgerät höre ich 4 Baken in der Betriebsart A2. Mit den Kennungen SL auf 299 KHz; MW 309 KHz; RW 392 KHz und DSL 414 KHz. Ich gehe davon aus, das sind Hinweise für den Flugverkehr. Die Frequenzen gehen ja schon in den Bereich Grenzwelle.
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#9
Hier in Berlin konnte ich immer die Flughafenfunkfeuer SXF ( Berlin Schönefeld ), und TXL ( Berlin Tegel ) hören.

irgendwo im internet hatte ich mal ein Frequenzliste dieser Flughafen-Funkfeuer gefunden....

VG Henning
Schlau ist, wer weiß, wo er nachlesen kann, was er nicht weiß.
Nur Messungen liefern Fakten, alles andere ist Kaffeesatz.
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#10
Guckst Du:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_...uer_(NDBs)
Herzliche Grüße

Pitter
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#11
Hallo zusammen,
wieder hier etwas gelernt. Die gelisteten Feuer bekomme ich zum größten Teil problemlos empfangen.
---
Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet...Dirk
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#12
Moin
Es könnte Station NDB Diekirch - (LUX)
Rufzeichen: DIK auf auf 307 kHz sein.
Gruß Hal


https://ourairports.com/navaids/DIK/Diekirch_NDB_LU/
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#13
Hal,
vielen Dank für diesen Hinweis.

Ich habe soeben nochmal mit frisch geputzten Ohren und einem Saba Donau P und dem Grundig Satellit 2000, deren analoge Frequenzanzeigen sehr genau sind, nochmals
hineingehört. Und in der Tat ist der dritte Buchstabe kein D -.. sondern ein K -.- Somit handelt es sich eindeutig um den Luxemburger Sender. Ein Drehen des Sabagerätes verstärkte das ankommende Signal in Richtung Lux. Vielleicht sollte ich doch auf meine Frau hören, die mir seit Jahren immer - aus ihrer Sicht - recht laut in den Ohren liegt, ich solle mir zwei Hörgeräte verpassen lassen Smiley26

Auf meinen Hausberg fahre ich noch zwecks möglichen Empfangs weiterer Signale (Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und Hahn). Ist jetzt gegen halbzehn aber noch -8° und auf dem Berg bei 580 m liegen noch gut 20cm Schnee. Mein VW hat zwar Allrad, aber keine Sperre, da riskiere ich den motorisierten Aufstieg nicht Big Grin
Herzliche Grüße

Pitter
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#14
Hallo Pitter  und Forumer

Und Dank für das Einstellen der Liste Funkfeuer. Mit dieser ist es auch möglich die Empfindlichkeit des verwendeten Empfängers einschließlich der Antenne zu beurteilen.

Mit freundlichem Gruß,  Wolfhard
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#15
Guten Tag.

Einen passenden Radiokompass findet man immer mal wieder günstig bei eBay. Aktuell sogar ein altes Exemplar für Handpeilung in Pistolenform. Ich habe so einen Radiokompass aus einem Föigzeug in neuerer Form. Passende Antenne vorausgesetzt, zeigt das Gerät dann mittels einer Nadel automatisch auf das empfangene Funkfeuer. Über einen Tonausgang ist dann auch der Funkcode des Funkfeuers zu hören. Die modernere Variante des NDB ist ein Drehfunkfeuer auf UKW. Ein solches steht bei mir in 5 Minuten Autoentfernung und kann von mir auch gehört werden. Frequenz 110.45 MHz

Wenn man Empfangsberichte der Langwellenfunkfeuer an die Flugsicherung sendet, bekommt man nach einiger Wartezeit sogar schön gestaltete QSL Karten.

Mit freundlichen Grüßen
BalticSea
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#16
Guten Morgen, 

ich möchte hier noch ein einfaches Peilgerät zeigen. Dies war bis zur Abschaltung der Seefunkfeuer im Jahr 2000 bei manchen (Freizeit)Kapitän an Bord. Es ist wenn man so will ein ganz normales AM-Langwellenradio in Pistolenform. 

   

Mit einem eingesteckten Kopfhörer stellte man zunächst die Frequenz des Funkfeuers ein und suchte nach der Kennung des Funkfeuers welches man anpeilen wollte. Die grobe Richtung zum Funkfeuer konnte man der Seekarte entnehmen, auf der man seine Position und Kurs regelmäßig eingetragen hat. Hatte man das Funkfeuer im Kopfhörer identifiziert, peilte man das Funkfeuer an. Hierzu suchte man das Signalminimum bzw. den Punkt wo das Funkfeuer komplett ausgeblendet war. Man erkennt dies auch an der Einbaurichtung der Ferritantenne das nicht auf Signalmaximum gepeilt wurde! Anhand dieser Minimumpeilung konnte man den Kurs von der eigenen Position zum Funkfeuer ziemlich genau feststellen. So erhielt man ein Radial, welches man beginnend vom Funkfeuer in die Seekarte einzeichnen konnte. Das reichte aber nicht aus um die Position zu bestimmen, denn bei diesem Prinzip fehlt noch die Entfernungsangabe. Man weis zwar die Richtung zum Funkfeuer, aber nicht wie weit man von diesem noch weg ist. Um die eigenen Position bestimmen zu können, brauchte man also noch ein weiteres bekanntes Funkfeuer oder einen normale LW-Radiosender dessen Position auf der Karte bekannt ist. Wiederholt man nun die Minimumpeilung auf das zweite Funkfeuer, ergibt sich ein weiteres Radial welches man in der Karte einzeichnen kann. Am Schnittpunkt beider oder mehrerer gemessener Radiale auf der Karte hat man dann seine eigene Position. 

In der Kauffahrteischifffahrt waren die Peiler stationär in der Navigationsecke oder Funkraum installiert, ebenso die Antennen. 
Für den der sich dafür interessiert, habe ich hier noch einen Link. www.seefunknetz.de/navi.htm

Im linken Bereich dieser Webseite kann man die verschiedenen Verfahren und Systeme der Funknavigation nachlesen. Auf der Fotoseite gibt es Einblicke  zu den Gerätschaften auf verschiedenen Schiffen.

Mit den Empfängern kann man auch die noch existierenden Funkfeuer in der Luftfahrt anpeilen und so spaßeshalber seine eigene Position ermitteln. Auf der Seite www.flightradar24.com kann man in den Optionen die Navaids, also auch Langwellenfunkfeuer und Kennung anzeigen lassen. Trägt man die ermittelten Radiale in eine Karte ein, so kann man seinen eigenen Standort bestimmten. Ich habe das beispielsweise für meinen QTH gemacht.

   

Eine Liste mit Funkfeuern wurde oben schon genannt. Hier kann jeder Interessierte selbst geeignete Funkfeuer aus seiner Region raussuchen und mit einem normalen AM-Langwellenradio seinen Standort zur Übung ermitteln. Das macht Spaß und ist in diesen Zeiten vielleicht eine Abwechslung. Zusätzlich kann man die empfangenen Funkfeuer notieren und für eine QSL-Karte die Empfangsberichte deutscher Funkfeuer dann an folgende Adresse senden.

DFS Deutsche Flugsicherung
Am DFS Campus 10
63225 Langen


Mit freundlichen Grüßen
BalticSea
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#17
Moinsen und vielen Dank für Deine zusätzlichen Angaben und Links.
Dann kommt neben dem Schneeschippen - bei uns kommt im Moment
wieder einiges runter - ja keine Langewelle - äähhh Langeweile auf Smiley14
Herzliche Grüße

Pitter
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