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Loewe Opta Hellas 4791W – nur schwacher Ausschlag der beiden EM84
#1
Hallo zusammen,

mein Name ist Claus und ich war abgesehen von einigen Posts zum Normende 8004H bisher nur lesendes Mitglied in diesem Forum.

Vor Kurzem kam ein Loewe Opta 4791W zu mir. Es dürfte das letzte Hellas-Modell mit der aus zwei magischen Bändern EM84 gebildeten sogenannten magischen Waage sein, bei welcher man anhand des unterschiedlich weiten Schließens der Leuchtbänder der EM84 erkennen kann, zur welcher Seite die Abstimmung verstimmt ist bzw. für einen sauberen Empfang korrigiert werden muss. Die vier Bilder zeigen die bei meinem Gerät möglichen Anzeigen:

Kein Sender:


.png   RBF 4971W MagWaage Pic 1 - nicht auf Sender abgestimmt - verkleinert.png (Größe: 100,29 KB / Downloads: 465)

stark nach links verstimmt:


.png   RBF 4971W MagWaage Pic 2 - nach links verstimmt - verkleinert.png (Größe: 78,46 KB / Downloads: 464)

stark nach rechts verstimmt:


.png   RBF 4971W MagWaage Pic 3 - nach rechts verstimmt - verkleinert.png (Größe: 112,65 KB / Downloads: 464)

mittig auf starken Sender abgestimmt:


.png   RBF 4971W MagWaage Pic 4 - mittig auf starken Sender abgestimmt - verkleinert.png (Größe: 94,82 KB / Downloads: 463)

Inzwischen habe ich nahezu alle Problemkondensatoren ausgetauscht und das Chassis läuft so weit ganz brauchbar. Lediglich zwei Wima-Malzbonbons aus den RC-Kombination an der jeweils untersten Loudness-Anzapfung am Lausstärke-Poti sind noch nicht getauscht. Deren Austausch habe ich wegen der schlechten Zugänglichkeit zurück gestellt. Die gerne problematischen Kohlemassewiderstände sind ebenfalls ausgetauscht.
Die grünen Kunststoffkondensatoren, die ähnlich aussehen,wie die Philips Senfbonbons, habe ich drin gelassen, da diese unkritisch sein sollen. Einen gut zugänglichen hatte ich einseitig mal abgelötet und mit meinem Isolationsprüfgerät mit einer Spannung möglichst nahe an aber unterhalb der Nennspannung (mir stehen nur die Stufen 100 V, 250 V 500 V und 1000 V zur Verfügung) geprüft. Das Ergebnis war unauffällig. Die Wachsversiegelungen der verschiedenen Filter sehen unbeschädigt aus.

Das Chassis wird für die Überarbeitung außerhalb des Gehäuses hinter einem Trenntrafo mit rund 230 V betrieben. Die Stromaufnahme beträgt ziemlich genau 400 mA. Die Lautsprecheranschlüsse sind dauerhaft mit 8 Ohm Hochlastwiderständen abgeschlossen.

Die Betriebsspannungen hinter den Siebkondensatoren C122 und C121 (könnte auch C123 heißen, die Kopie das Schaltbildes ist sehr schlecht) und auch den anderen Stellen stimmen trotz des alten Selengleichrichters ziemlich genau mit denen des Schaltbildes überein.

Was mir im Unterschied zu allen anderen meiner Röhrenradios auffällt, ist dass sich die Leuchtbänder von beiden EM84 auch bei starken Sendern (50 kW Sender des WDR in ca. 10 km Entfernung) nicht annähernd schließen, was gut an den oben gezeigten Bildern 1 und 4 erkennbar ist. Meine Messungen an den Steuergittern der beiden EM84 (Knotenpunkte R41, R44, C87 bzw. R43, R45, C88) mit Digitalmultimetern (Ri = 10 MOhm) bestätigen dies mit negativen Spannungen von max. 2,4 V auf Sendermitte. C87 und C88 wurden durch neue 630V-Typen ersetzt (vorher Wima-Malzbonbons).

Schaltbildausschnitt des symetrischen Flankendemodulators:

   

Nach einem Hinweis vom RBF-Mitglied DAU hatte ich auch die 3 Dioden im Demodulator geprüft. Auch hier keine Auffälligkeiten.

Die beiden EM84 haben zwar schon deutliche Verbrauchsanzeichen in deren Leuchtschichten (daran läßt sich auch erkennen, dass die Leuchtbänder - wenn überhaupt mal aber - wohl sehr selten mehr als zur Hälfte geschlossen waren), funktionieren aber ansonsten richtig (ausprobiert mit - 18 V über 100 kOhm an das jeweilige Steuergitter).

Leider haben meine Internet-Recherchen dazu nichts brauchbares zu Tage gefördert, auch nicht bei den ebenfalls mit der magischen Waage ausgestatteten Vorgängermodelle 3871W und 2841W.

Die Videos auf Youtube zeigen ähnliches Verhalten, wobei man bei den dort gezeigten Geräten nicht weiß, wie deren Zustand ist.

Was mir noch aufgefallen ist, ist dass sich am Steuergitter der zweiten EF89 eine feldstärkeabhängige Spannung im Bereich von 0 Volt (UKW, nicht auf eine Sender abgestimmt) bis - 38 V (UKW, mittig auf eine starken Sender abgestimmt) einzustellen scheint (Messpunkt F), bei UKW über R 23 mit 100 kOhm an Masse liegend. Am Messpunkt R habe ich immer 0 V, der Kontakt 17-18 sollte somit korrekt funktionieren. Die 100 kOhm von R23 sind zwischen den Messpunkten F und R einwandfrei zu messen.

Ich habe auch die Röhren ECC85 ECH81 EF89 EF89 mal mit anderen aus meinem Vorrat ausgetauscht. Es ließen sich nur marginale Steigerungen der Spannungen an den Steuergittern der EM84 erreichen.

Bevor ich mir jetzt den Wolf an einem Fehler suche, den es gar nicht gibt, stelle ich die Frage an die Kundigen hier im Forum, ob dieses Verhalten und o. g. recht hohe negative Spannung am Gitter 1 der zweiten EF89 bei diesen Geräten normal ist oder nicht.

Gruß aus Bornheim im Rheinland

Claus
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#2
Hallo Claus,

ich habe auch schon öfter diese Geräte für Bekannte repariert. Auch mir ist aufgefallen, dass die beiden mag. Augen nicht annähernd schließen. Ich hatte mir damals auch viele Gedanken gemacht, warum das so ist. Da das aber bei allen Geräten so war, die ich bearbeitet habe, denke ich mir, dass das so sein muss. Also beabsichtigt ist.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#3
Wenn das ein normales Verhalten der EM84 Anzeige ist und das einem nicht gefällt, könnte man versuchen, die Anzeige auf die empfindlicheren EM87 umzubasteln. Ansonsten die Wiederstandswerte von R41 und R44 sowie R43 und R45 mal überprüfen, weil die ja einen Spannungsteiler für die Steuerspannungen der EM84 darstellen.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#4
Hallo Andreas, hallo Kalle,
vielen Dank für Eure Antworten. Die Antwort von Andreas unterstreicht meinen Eindruck, dass das Verhalten normal zu sein scheint.
Die genannten Widerstände R 41, 44, 43 und 45 hatte ich geprüft und sie sind in Ordnung.
Von einem Umbau auf EM87 werde ich absehen. Mir schwebt vor, probeweise mal die hohe feldstärkeabhängige negative Spannung vom Messpunkt F hochohmig (10 MOhm o.ä.) an den von mir genannten Knotenpunkten einzuspeisen. Vielleicht gibt das größere Unterschiede in den Leuchtbandlängen, ohne sich negativ auf die AFC-Funktion auszuwirken.

Gruß

Claus
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#5
Hallo Claus,

ich würde da eher gar nichts machen. So wie die Anzeige ist, kannst Du doch genau jede Veränderung sehen. Also das wird schon so vorgesehen sein. Ich hatte die Widerstände etc. auch alle genau geprüft. Ein Fehler ist da auch nicht vorhanden gewesen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#6
Hallo Andreas,
diese Doppelanzeigen kenne ich nicht. Aber aus früheren Geräten kenne ich eigentlich nur, daß die Balken sehr dich zueinander gehen, wenn das Signal richtig gut ist. Bin aber ganz bei Dir, aus den Differenzen ist gut zu erkennen, wie der "Gleichlauf" ist. 
LG, Holger
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#7
Hallo Claus
Ich hab heute eine "Abgleichanweisung für Hellas 2841 W" gefunden.
Dort wird die Kontrolle und Nachjustierung der Abstimmanzeige behandelt.
https://www.gfgf.org/Forum/index.php?t=g...d=2006&
Vielleicht kannst Du die Unterlagen gebrauchen.
Grüße aus Bornheim (Rheinland)
Werner
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#8
Hallo zusammen,

ich habe heute mal einen Versuch in Richtung mehr Ausschlag unternommen. Wie befürchtet bleibt das aber nicht ohne Auswirkung auf die Funktion der AFC, die Modifikation ist so keine Lösung. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die beiden Anoden der ECC81 sehr ungleich belastet werden. 

Als nächstes gehts nochmal an die 12W-Endstufe. Die hat gefühlt zu wenig Leistung. Wahrscheinlich sind die Röhren nicht mehr die besten. Die Staubschichten auf den Röhren und dem Rest des Chassis waren ziemlich gleich, vielleicht sind die ja noch aus der Erstausstattung. Zumindest sind alle von Valvo.

Da mein Bestand an EL84 eher bescheiden ist, dort aber noch zwei ungebrauchte 6P14P schlummern, würde ich die anstelle der EL84 verwenden. Gibt es da negative (Langzeit)-Erfahrungen? Eine ungebrauchte ECL82 müsste ich noch haben.

Den Kathodenelkos der drei Endröhren hatte ich probeweise schon mal gleich große Elkos parallel geschaltet, was aber keine Verbesserung gebracht hat.

Ich werde berichten.

Andreas, ist Dir ein Weg bekannt, wie man das Chassis ohne Demontage mindestens eines der Seitenlautsprecher aus dem Gehäuse heraus oder wieder hinein bekommt? Mir ist das nicht gelungen.

Werner, danke für die Anleitung. Diese hatte ich auch schon gefunden. Für den Rest (UKW-Mischteil, ZF-Stufen) bin ich aber noch auf der Suche.  

Gruß

Claus

Claus
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#9
Hallo Claus,

nein, definitiv nicht. Da muss ein Gehäuse incl. Lautsprecher raus.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#10
Hallo Andreas,

danke für Deine Antwort, ich hatte es schon befürchtet.

Nach nochmaligem Blick ins Schaltbild werde ich die Endtstufen lassen wie sie sind. Die scheinen in einer Art Röhrenschonbetrieb zu laufen, gut erkennbar an den für EL84 recht niedrigen Anodenstrom. Vermutlich standen die 12 W Ausgangsleistung schon immer nur auf dem Papier.

Ich werde den Kasten wieder zusammen bauen und alle losen Teile vom Gehäuse wieder miteinander verleihmen (ich hatte noch nie ein Gerät mit so vielen aufgegangenen Klebestellen).

Das Hellas und ich werden wohl keine Freunde werden - mal sehen, vielleicht findet sich irgendwann ein anderes Zuhause dafür.

Danke an alle, die mir mit ihrem Rat zur Seite gestanden haben.

Gruß aus Bornheim im Rheinland


Claus
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#11
Hallo Claus,

ich hatte diese Radios ja auch einige Male auf dem Tisch. Ich schrieb es ja, für Bekannte und 2 mal hatte ich auch solch ein Gerät. Ich war eigentlich Recht zufrieden mit den Geräten. Was bei meinen immer mal wieder fehlte, waren die Lautsprecher-Streben. Die hatte ich mir dann besorgen müssen. Meine Geräte hatte ich dann auch wieder ab gegeben. Bei mir war eher der Ausschlag, dass ich bedingt durch meine 30 er Jahre-Radio-Sammelleidenschaft, keinen Platz mehr für die Geräte hatte. Naja, alles kann man nicht behalten.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#12
Hallo Claus,


Zitat:gut erkennbar an den für EL84 recht niedrigen Anodenstrom

es kann sein, dass die Endstufe im AB-Betrieb läuft, dann ziehen die beiden EL84 in Ruhe im Gegensatz zu einer Endstufe mit A-Einstellung nicht so viel Strom.

Bei Klasse A fließt immer der volle Anodenstrom.


Viele Grüße

Martin
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#13
Hallo Zusammen,

von den Lautsprecherstreben (die an den Seitenlautsprechern) fehlen mir leider auch 2. Diese Streben scheinen auch zu den Komponenten zu gehören, deren Klebeverbindungen am Ende sind. So gehen diese Teille dann verloren.
Der genauere Blick auf's Gehäuse zeigt leider auch den Längenschwund an der umlaufenden Kunststoff-Messing-Imitat-Leiste. Ich hatte schon mal im Internet gesucht, ob es vielleicht ähnliche Dekor-Leisten aus Messing gibt, bin aber noch nicht fündig geworden.

Der Gedanke, dass die Endstufe im AB-Betrieb läuft, ist nicht von der Hand zu weisen. Vielleicht habe ich für die Leistungsmessung mit rund 100 Hz eine zu niedrige Frequenz verwendet. Der Ausgangsübertrager ist ja auch eher klein für 12 W - zumindest im Vergleich zu denen in meinem Bruns RCX 1001 (je eine ELL80 in der Endstufe mit rund 8 W).

Gruß

Claus
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