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ESWE RW3 (Sachsenwerk)
#21
Hallo Rolf, die Nummer mit dem Backofen hast du bestimmt gemacht, als dich keiner beobachtet hat, oder (((-;

Gruß
Oliver
Nette Grüße aus dem Ruhrgebiet
(ollisTubes)
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#22
Hallo Oliver,

stimmt, das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen:
Die Aktion mit dem Backofen macht man besser, wenn die Frau mal außer Haus ist Smile

Viele Grüße,
Rolf
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#23
Hallo Rolf
Klasse, die Backofen Aktion merke ich mir. Da kann man ja auch einen kleinen alten ausrangierten Backofen nehmen.
Radiogrüße Detlef

Wer nicht mit dem zufrieden ist was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem was er hätte, wenn er es haben würde.
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#24
hallo Rolf,

ich habe das nur ein einziges Mal gemacht, den Kondensatorblock ausgeschmolzen... übel,übel !
Jetzt drehe ich eine lange Spaxschraube in den Block (Deckel ist ab) , spanne das dann in den
Schraubstock und erwärme das Ganze dann am Umfang mit einem Heissluftfön, bis das Wachs
aussen weich ist und ich den ganzen Schmadder an der überstehenden Schraube herausziehen
kann. Es bleibt nur sehr wenig üble Masse im Gehäuse und es riecht wenig !

Gruß,
RE 084
RE 084 heisst Hans und kommt aus 41844 Wegberg
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#25
Hallo zusammen,

als nächstes überprüfte ich die Widerstände, unterbrochen ist keiner,
aber ihre Werte lagen meist 20% bis 30% über dem aufgedruckten Wert.
Diese Toleranz war damals aber normal, dementsprechend werde ich sie  auch nicht erneuern.
Nur die 4 Glaswiderstände der Firma Loewe haben noch annähernd ihren Sollwiderstand.

Danach begann ich das Gerät elektrisch zu überprüfen, zunächst ohne gesteckte Röhren.

Den Netzstecker an einen Regeltrenntrafo angeschlossen und die Versorgungsspannung langsam,
unter Beobachtung der Stromaufnahme, bis auf ca. 230V~ erhöht.
Dabei gab es keine Auffälligkeiten, Heiz- und Anodenwechselspannung lagen im Soll.

Für die, die es interessiert, die Messwerte am Netztrafo im Leerlauf:

Leistungsaufnahme = 1,5W  bei einer Netzspannung von  230V (Spannungswähler auf 220V)
Heizspannung = 4,6V
Anodenwechselspannung = 2 mal 277V

Anschließend, auch ohne gesteckte Röhren, legte ich eine externe Anodenspannung von 200V=  an, da kein Strom floss, war auch diese Prüfung bestanden.

Danach kamen die Röhren an die Reihe:
Als ich das Gerät erhielt, war es mit einer RGN1500,
einer Röhre ohne Aufdruck, wahrscheinlich eine äquivalente RES164d,
einer REN904 und einer REN1004 bestückt.

Naja Pech, die 3 Verstärkerröhren waren jedenfalls taub und die RGN1500 konnte ich mit meinem
Röhrenprüfgerät nicht testen.
Also  3 Ersatzröhren (PP416 und zwei REN904) und die RGN1500  ins Gerät gesteckt,
dann den Empfänger eingeschaltet.
Nach kurzer Zeit ertönte aus dem Lautsprecher ein leichtes Brummen,
die Leistungsaufnahme lag bei etwa 15W.
Man konnte den Empfänger sogar auf den angeschlossenen Modulator abstimmen,
Antennen- und Rückkopplung funktionierten, nur die Wiedergabe hätte etwas lauter sein können.

Der Fehler war schnell gefunden, die Anodenspannung betrug am Ladekondensator nur etwa 120V.

Die Gleichrichterröhre generierte aus 270V Wechselspannung nur noch eine Gleichspannung von etwa 120V, sie war also schon recht verbraucht.

Eine weitere RGN1500 hatte ich leider nicht, so entschloss ich mich für einen Ersatz.

Dazu findet man einen sehr guten Bericht im “radiomuseum.org“:

https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_rgn1500.html

Hier die Schaltung:

   

Aus folgenden Teilen habe ich mir dann die Ersatzgleichrichterröhre gebaut:

2 mal 1N4007,
ein Widerstand 330 Ohm / 1W,
eine Glimmstabilisator-Röhre  “STV100-60-ZII
und ein etwas höherer B4-Sockel.

   

Daraus entstand dann der RGN1500-Ersatz:

   


Über den Nachbau der RGN1500,  habe ich noch einen eigenständigen Thread aufgemacht,
dann findet man ihn besser wieder:

https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=16410

Die neue Röhre funktioniert einwandfrei,
die erzeugte Anodenspannung liegt bei etwa 215V am Ladekondensator.

Fortsetzung folgt,

viele Grüße,
Rolf
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#26
Hallo zusammen,

das Chassis des RW3 funktioniert also wieder.
Danach stand eine leichte Reinigung an, leicht deshalb, weil das Chassis eine gewisse Patina behalten sollte.
Es hat ja immerhin gute 90 Jahre auf dem Buckel.
Hier das Chassis:
   

und hier mit dem Zwischenblech:
   

jetzt mit dem Röhrensatz:
   

   

Hier ein Blick auf die Unterseite:
   

Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass ich eine kleine Änderung vorgenommen habe,
es ist eine zusätzliche Netzsicherung hinzu gekommen.
Im Falle eines Falles, besser eine defekte Sicherung tauschen, als einen Netztrafo.

Wie ich schon weiter oben schrieb, war die originale Gleichrichterröhre RGN1500 unbrauchbar und wurde dann durch einen Nachbau ersetzt.
Ich habe den Schaltplan mal auf Stand gebracht und zusätzlich ein paar Spannungswerte eingetragen.
Die Spannungseinstellung des Trafos habe ich aber auf 220V belassen,
weil dann die Heizspannung (bei einer Netzspannung von 230V) genau 4V beträgt.
Die Leistungsaufnahme liegt dann bei ca. 17,5W.
   

Das Gehäuse sah schon etwas schlimmer aus, so konnte es natürlich nicht bleiben:
   

Also das Gehäuse leicht abgeschliffen, grundiert und lackiert,
gewisse Altersspuren sollten ja erhalten bleiben.
Hier der fertige ESWE RW3:
   

   

   

Die Empfangseigenschaften ähneln sehr stark denen eines VE301w.

Fortsetzung folgt,

Viele Grüße,
Rolf
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#27
Es zieht mich immer wieder vom Hocker, wenn ich in diesem Forum sehe, welche Arbeit in die Geräte gesteckt wird, die als "hoffnungsloser Fall" bereits von anderen abgeschrieben werden oder wurden.
Meinerseits "HUT AB!", es sieht wie ein Gebrauchtgerät aus mit vielleicht 10 Jahren auf dem Buckel. Saubere Arbeit, sage ich dazu. Smiley20
Es macht mir richtig Spaß als Leseratte nachzuverfolgen was passiert, und die "Wiederauferstehung" mitzuerleben.
Danke für den Bericht und ich drücke Dir die Daumen, dass alles nach Deinen Wünschen verläuft.

Liebe Grüße Pit
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#28
Hallo zusammen,

ich habe euch die Schildchen des "ESWE RW3" abgescannt,
vielleicht wird das ein oder andere ja mal benötigt:


.jpg   Schildchen-ERDE.JPG (Größe: 67,03 KB / Downloads: 182)

.jpg   Schildchen-ESWE.JPG (Größe: 43,29 KB / Downloads: 181)

.jpg   Schildchen-Lautsprecher.JPG (Größe: 97,7 KB / Downloads: 181)        
.jpg   Schildchen-VDFI.JPG (Größe: 137,87 KB / Downloads: 181)

Viele Grüße,
Rolf
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#29
Hallo Rolf,
eine super Arbeit. Das Radio sieht wieder aus wie neu. Glückwunsch. Smiley14
Gruß Detlef

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#30
Hallo Rolf,

ja, das kleine Radio ist wieder sehr schön geworden. Gefällt mir gut.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#31
wirklich eine erstklassige Arbeit! Nicht zuviel, nicht zuwenig. Genau das richtige Maß. Und ein sehr schöner Leitfaden wenn einem das gleiche Gerät mal unterkommt.
Gruß,
Jupp
-----------------------------
"Ich bin privat überhaupt nicht komisch" (Bjarne Mädel)
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#32
Hallo, Rolf,
Tolles Radio, tolle Arbeit. Einfach wie immer super gemacht!
Gruß!
Ivan
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#33
...vielen Dank  Thumbs_up
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#34
Hallo zusammen,

wie ich es schon unter
https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=16410
beschrieben habe,
hatte ich mir noch eine weitere "Ersatz-RGN1500" für den "RW3" gebaut.

Dies gehört natürlich der Vollständigkeit halber, auch in diesen Thread.

Den Tipp, es mal mit einer "13201A" zu versuchen, da diese viel imposanter wirkt als die kleine "STV100/60zII",
bekam vom Jacob (J.R.).

Der Spannungsabfall ist bei beiden Glimmstabilisatoren ähnlich, nur dass die "13201A" einen höheren Strom verträgt.

hier der Größenvergleich der "13201A" zu einer REN904:
   

und hier der "Bausatz"
   

hier sind Dioden und Widerstand im Sockel eingebaut,
wobei der Widerstand von einem Diodenanschlussdrähtchen fixiert wird:
   

so sieht dann der fertige "RGN1500-Ersatz" aus:
   

Im "ESWE-RW3" funktioniert der Ersatz einwandfrei
und sorgt zusätzlich noch für eine gemütliche Beleuchtung im Gerät:
   

Viele Grüße,
Rolf
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#35
Die gezeigte 13201A ist natürlich ein gewaltiger "Oschi" im Größenvergleich zur original verbauten RGN1500. Da gefällt mir persönlich die eingangs vorgestellte STV100/60 tstsächlich von den Proportionen her besser, aber das ist natürlich Ansichtssache.

Ganz erstklassig gelungen sind beide Ersatzlösungen; dickes Lob meinerseits dafür, dass Du diese Wege aufgezeigt hast. Smiley32
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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