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DAB+/FM Module Verona FS2052
#21
Für die 16x2 LCD-Module gibt es das neue I2C/SPI-Backpack von Adafruit z.B. dort

https://www.ebay.de/itm/293101168933
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#22
(12.04.2021, 14:23)Bernhard45 schrieb: Übrigens, du schreibst: "Das kann aber nicht funktionieren, da die Adresse des FS2052 0x75 ist. Die Standartdisplays haben andere Adressen (0x20-0x30)."
Das Modul ist doch ein Master! Die Adresse ist bei SPI doch egal, sie wird doch bei SPI durch eine Datenleitung gesetzt. Du musst also sowieso in einer Softwarebrücke die I2C-Adresse des Displays setzen, da ist es doch egal welche Adresse letztendlich das Display hat, Du kannst Sie doch in der Software frei wählen.
Da ging es um den I2C Port.

Ich bin jetzt aber etwas schlauer. Es ist völlig anders als ich dachte.
Ich habe ein Mainboard einer Grundig-Anlage bekommen, wo diese Module drauf sind. Oh Wunder, die Analogeingänge für die Tasten sind auf dem Board gar nicht angeschlossen. Ebenfalls sind die SPI-Anschlüsse auf dem Board nicht angeschlossen, sodass diese Theorie auch flach fällt. Alles läuft wahrscheinlich über den I2C, der hat - wie gesagt - die Adresse 0x75. Weiter sind noch Sin, Sout und GPIO_6 belegt, die offentsichtlich für ein Bluetooth-Modul verantwortlich sind, da sie auf der Platine mit BT in, BT out und BT reset gekennzeichnet sind. Gegenüber dem Antennenanschluss sind noch 4 Pins am Modul. Diese sind angeschlossen an eine Buchse auf dem Board mit den Anschlüssen GND, D+, D- und VBus. Anfangs dachte ich an einen USB-Anschluss. Dieser befindet sich aber schon an anderer Stelle auf dem Board. Es könnte auch an eine Tastenplatine gehen. Dann sind noch SPI_CS2_N und GPIO_2 belegt. Diese verschwinden zusammen mit dem I2C Anschluss in einem anderen Prozessor.
Ganz schön anstrengend diese Suche.


.jpg   fs2052spi4.jpg (Größe: 178,12 KB / Downloads: 375)
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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Die Wege der Elektronen sind unergründlich.
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#23
(12.04.2021, 20:06)pintel schrieb: Ich bin jetzt aber etwas schlauer. Es ist völlig anders als ich dachte.
Ich habe ein Mainboard einer Grundig-Anlage bekommen, wo diese Module drauf sind. Oh Wunder, die Analogeingänge für die Tasten sind auf dem Board gar nicht angeschlossen. Ebenfalls sind die SPI-Anschlüsse auf dem Board nicht angeschlossen, sodass diese Theorie auch flach fällt. Alles läuft wahrscheinlich über den I2C, der hat - wie gesagt - die Adresse 0x75.

Dann wird das Modul in diesem Radio im Slave-Betrieb genutzt. Viele Module lassen sowohl den Master (alles über modulinterner MCU, nur noch Display, Taster direkt anschließen usw.), also auch im Slave (komplett von externer MCU gesteuert) betreiben. Nur ganz wenige Module sind direkt vorher auf eine Betriebsart festgelegt. Wir können zu dem Teil der Firmware die kundenspezifisch ist nur spekulieren, aber ich würde dennoch einen Versuch wagen das Modul im Master-Mode zum Laufen zu bekommen und ggf. auch direkt mit I2C-Display und Taster an ADC-Bänke. Das minimiert den Bauteileaufwand und die Kosten für das Jugendprojekt. Sollte das nach intensivster Untersuchung nicht klappen, dann geht es ja nicht anders und man muss die Kommunikation im Slave-Betrieb abhören und daraus Rückschlüsse zur Ansteuerung und Bedienung machen. Alternative wäre an das DAB SDK mit der FSAPI ( FSAPI Protocol Reference Guide) zu kommen ggf. auch gegen NDA bei FS.

(12.04.2021, 20:06)pintel schrieb: Diese sind angeschlossen an eine Buchse auf dem Board mit den Anschlüssen GND, D+, D- und VBus. Anfangs dachte ich an einen USB-Anschluss.

Ja, haben auch fast alle Module an Bord. IdR hat man im SDK ein passendes Demo-Programm zur Fernsteuerung des Moduls über USB und zum FW-Update. So kenne ich das.

Wenn ich das Mainboard des Radios betrachte, dann sehe ich da noch einen Kartenleser. Hier wird man Aufnahmen vom Radioprogramm, mindestens aber einen Medienplayer implementiert haben. Kannst Du rausfinden wohin der Kartenleser geroutet wird? Geht er an SPI des Moduls oder der externen MCU? Welche ist das überhaupt?


Gruß
B45
Ansprechpartner für Umbau oder Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung. 
Unser Open-Source Softwarebaukasten für Internetradios gibt es auf der Github-Seite! Projekt: BM45/iRadio (Google "github BM45/iRadio")
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#24
(13.04.2021, 09:04)Bernhard45 schrieb: Wenn ich das Mainboard des Radios betrachte, dann sehe ich da noch einen Kartenleser. Hier wird man Aufnahmen vom Radioprogramm, mindestens aber einen Medienplayer implementiert haben. Kannst Du rausfinden wohin der Kartenleser geroutet wird? Geht er an SPI des Moduls oder der externen MCU? Welche ist das überhaupt?

Hallo Bernhard,

die SPI Anschlüsse des Moduls sind auf der Platine gar nicht angeschlossen. Es läuft alles über externe Prozessoren.
Wenn ich versuche, das Modul über den I2C mit der passenden Adresse anzusprechen, passiert gar nichts. Auch über die Analoganschlüsse kann ich nichts anstoßen.
Die Platine stammt vermutlich aus dieser Anlage:
https://www.grundig.com/de-de/audio/hifi...t-2000-dab

Im übrigen ist es mir egal, ob das Modul Master oder Slave ist. Ich möchte es am Schluss als Slave haben, damit wir noch ein bischen programmieren können. Außerdem können wir es dann so gestalten, wie wir es wollen. Das kann im Zusammenhang mit einem Atmega328P ein tolles Radio werden.
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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#25
Glück muss man haben. Ich habe beim Ebay Kleinanzeiger dieses tolle Radio für nur 50 Euro bekommen. Zustand fast wie neu.

   

Und ich möchte mal für das FS2052 sprechen, denn sowohl der Empfang, als auch der Klang der Anlage sind überwältigend. Auch wenn es ein altes "low cost Modul" ist, so kann es mit dem heutigen Standart mithalten, jedenfalls bei meinen Empfangsverhältnissen. Die meisten DAB-Radios funktionieren bei mir innerhalb des Hauses schlecht bis gar nicht. Dieses Radio fand auf Anhieb alle Sender. Erstaunlich ist auch, dass ich die Antenne fast ganz einfahren kann, und trotzdem noch Empfang da ist. Und es funktioniert in sämtlichen Räumen. Das einzige was ich beanstande, ist der miserable FM-Empfang.

Zitat:Bernhard45 schrieb:

Ja, haben auch fast alle Module an Bord. IdR hat man im SDK ein passendes Demo-Programm zur Fernsteuerung des Moduls über USB und zum FW-Update. So kenne ich das.

Recht hat der Bernhard - am Gerät ist eine zweite USB-Buchse nur für FW-Updates.  Thumbs_up

Nun werde ich, wenn mal Zeit ist, das Gerät zerlegen und die Signale am Modul aufzeichnen.

Das Teil könnte ich locker für 150 Euro weiter verkaufen. Ich werde es aber wahrscheinlich behalten. Es hat DAB, Bluetooth, USB, SD-Card und sogar CD. Der Klang ist bis zu einer bestimmten Lautstärke sehr gut. Durch die leicht auf der Fernbedienung zugänglichen Sleep-Funktion und dem eingebauten Wecker ist es für das Schlafzimmer ein tolles Gerät.
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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#26
Kleiner Nachtrag, ich kann damit sogar den Kanal 6A aus Bremen Walle im Haus empfangen. Das ist der schwächste Kanal (nur 2 kW), der vom Sendeturm Walle ausgestrahlt wird. Die anderen Kanäle werden dort deutlich stärker ausgestrahlt (zwischen 4 und 10 kW). Oldenburger wissen, dass sieser Kanal im Haus mit Stabantenne nur schwer in unserer Gegend empfangbar ist. Von schlechten DAB-Empfang kann bei diesem Radio (also auch dem FS2052) absolut nicht die Rede sein. Mein teures Technisat Digitradio 601 und das billige Xoro schaffen das komischerweise nicht. Auch andere haben das bisher nicht geschafft. Ich habe sogar das Technisat an exakt die selbe Stelle gestellt und den Suchlauf noch mal gestartet, ohne Erfolg. Das gibt mir ein wenig zu denken, haben wir uns da zurück entwickelt?
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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#27
(14.04.2021, 22:00)pintel schrieb: Das einzige was ich beanstande, ist der miserable FM-Empfang.[/size]

Guten Morgen.

Der HF-Eingang wird bei deinem Radio sehr einfach sein und für die DAB-Frequenzen ausgelegt sein. FM wird nur als Ballast und stark gedämpft mitgeschleppt. Dem Hersteller war es wahrscheinlich zu teuer zwei optimierte Bandfilter einzubauen.

Bei einem billigen DAB Küchenradio das meine Tochter für 15 Euro aus der Restpostenecke eines Billigmarktes mitgenommen hat war  gar keine brauchbare Selektion am Eingang vorhanden. Weder FM noch DAB kamen gut rein.

Nach dem Einbau eines Bandpassfilters für DAB ging der Empfang dann problemlos. Sogar weite Stationen kamen an.

                   

Auf youtube gibt es Videos die zeigen Empfangsverbesserungen nach Umbau des HF-Eingangs auch für FM.

  



Mit freundlichen Grüßen
BalticSea
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#28
So, meine Vermutung war richtig, die Platine stammt aus dieser Anlage und das Modul ist auch drin.


.jpg   fs2052spi5.jpg (Größe: 162,35 KB / Downloads: 212)

Jetzt habe ich den Logic Analyzer angeschlossen und belausche mal die 7 angeschlossenen Pins.

   

Ich bin gespannt.
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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#29
Das scheint zu funktionieren. Ich lese schon mal 45 4e 45 52 47 59, was dem Wort ENERGY entspricht. Genau diesen Sender habe ich drauf.

   

Wie ich schon mit dem Arduino rausgemessen habe, findet der Datenverkehr auf der Adresse 0x75 statt. Da die analogen Eingänge nicht belegt sind, wird der FS2052 auch über den I2C gesteuert. Hat den Vorteil, dass ich automatisch auch bis zu 99 Stationstasten nutzen kann. Auch die spätere Anzeige kann ich mir so anpassen, wie ich das will. Ein Atmega kann das alles gut verwalten.
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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#30
Guten Abend.

Das sieht sehr professionell und interessant aus. Sie hatten weiter oben die Module zum Kauf angeboten. Wäre es möglich das ich 2-3 Module von Ihnen abkaufen könnte?

Mit freundlichen Grüßen
Ronald / BalticSea
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#31
(16.04.2021, 18:33)BalticSea schrieb: Guten Abend.

Das sieht sehr professionell und interessant aus. Sie hatten weiter oben die Module zum Kauf angeboten. Wäre es möglich das ich 2-3 Module von Ihnen abkaufen könnte?

Mit freundlichen Grüßen
Ronald / BalticSea

Eigentlich habe ich sie nicht zum Verkauf angeboten, aber ich werde wohl nicht alle brauchen. Wenn meine eigene Schaltung fertig ist, wird es Bausätze dafür geben. Wie ich das bisher sehe, haben diese Module eine Firmware, bei der ein externer Prozessor unbedingt nötig ist.
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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#32
Ich habe bemerkt, dass die Module alle unterschiedliche Firmware haben. Darum muss ich mir erstmal eine Firmware besorgen und versuchen, alle Module auf den selben Stand zu bringen. Darum suche ich erstmal nach geeigneter Firmware, bevor ich weiter mache.
Liebe Grüße,
der Jens wars gewesen...

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#33
Mich würde mal als wenig Beleckter in Sachen HF interessieren, was genau sind Bandpaßfilter, gibt es sie als fertige Module und wenn ja, wie und wo müssen sie im HF-Signalweg eingefügt werden.

Ich denke mal, als Eigenbaugerät wäre so ein Filter zu kompliziert.

Im Netz habe ich derartige oder ähnliche Module gesehen, möchte aber doch gerne etwas mehr wissen.

Helge
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#34
https://de.wikipedia.org/wiki/Bandpass

Als Bandpass (auch Bandbreitenfilter) wird in der Elektrotechnik, Tontechnik und Optik ein Filter bezeichnet, das nur Signale eines Frequenzbands passieren lässt. Die Frequenzbereiche unterhalb und oberhalb des Durchlassbereiches werden dabei gesperrt oder deutlich abgeschwächt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Hochpass

Als Hochpass (auch Tiefensperre, englisch low-cut filter, high-pass filter) bezeichnet man Filter, die Frequenzen oberhalb ihrer Grenzfrequenz annähernd ungeschwächt passieren lassen und tiefere Frequenzen dämpfen.


https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefpass

Als Tiefpass bezeichnet man in der Elektronik solche Filter, die Signalanteile mit Frequenzen unterhalb ihrer Grenzfrequenz annähernd ungeschwächt passieren lassen, Anteile mit höheren Frequenzen dagegen dämpfen.

Der Name des Filters sagt also schon was dort "pass"-iert.


Gibt es Sie als fertige Module? Ja klar.

Wo müssen Sie im HF-Signalweg eingefügt werden? Da wo etwas heraus gefiltert werden muss! In der Vorstufe, im ZF-Bereich, sogar im NF-Bereich werden Bandpässe eingesetzt.

Eigenbau kompliziert? Eigentlich nicht. Es gibt Programme dort gibt man die Filterdaten an, als Ergebnis erhält man die Werte der Bauteile.

Solche Filter "entlasten" also dahinter liegende Stufen. Im HF-Teil eines Digitalradios ist dies neben dem Mischer in der HF-Stufe vorallem für die Analog-Digital-Wandler wichtig. AD-Wandler digitalisieren nur mit einer bestimmten Bittiefe. Diese legt den Dynamikbereich des Wandlers und damit des Radios fest. Der Dynamikbereich ist vereinfacht gesagt das Verhältnis zwischen dem stärksten und dem schwächsten Signal das vom Wandler erfasst werden kann. Jedes Bit mehr verdoppelt den Zahlenbereich des Wandlers und bringt knapp 6dB mehr an Dynamik (genau 6.02*Bits+1.76 dB). 8 Bit Wandler bringen also pi mal Daumen 50dB Spielraum zwischen dem stärksten Signal welches der Wandler sehen kann und dem schwächsten. Das ist nicht viel, aber im Niedrigpreisbereich gängige Praxis! Ist die Selektion vor dem Empfänger schlecht (weil man wieder ein paar Cent sparen wollte), kommt ein starker UKW-Sender, dein WLAN oder Handy als stärkstes Signal auf den ADC. Ziehst Du bei einem 8-Bit Wandler jetzt die 50dB ab, werden viele andere schwächere Signale nicht mehr empfangen. Folge? Ein 10W starker LTE-Sender an der Straßenecke, kann einen 10 kW DAB+ Sender ein paar km weit weg für das Radio unhörbar machen. Lösung: Bandpassfilter für DAB Bereich. Der LTE-Sender wird gesperrt, das Radio kann nur noch im DAB Bereich richtig hören und dort zwischen stärksten und schwächsten Signal im DAB Bereich den Dynamikbereich des AD-Wandlers gut ausnutzen. Der starke DAB+ Ortssender wird also genauso vom Radio gehört wie der viel weitere (bei 8 Bit - max 50dB) schwächere Fernsender. Die starke Mobilfunkstation, das WLAN des Nachbarn oder das 100 kW UKW-Leuchtfeuer jucken das Radio nicht mehr.

Nun haben DAB+ Radio in der Regel auch einen UKW-Bereich. Ideal wäre also eine Filterbank mit umschaltbaren Bandpässen für 88-108 MHz und 170-230 MHz oder einen mitlaufenden Bandpass! Dann kommt bei UKW Empfang nur der UKW-Bereich auf den ADC und beim DAB+ Empfang nur der DAB- Frequenzbereich. Ein starker UKW-Sender versaut also nicht den DAB+ Empfang und umgekehrt, Sender außerhalb der Bereiche interessieren das Radio überhaupt nicht mehr. Allerdings kostet so etwas ein paar Cent mehr, als so manche BWLer beim Entwickler ausgeben wollen, also geht man wenn überhaupt nur faule Kompromisse ein.





Gruß
Bernhard
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#35
Hallo zusammen,

wie wichtig eine "Vorfilterung" für einfache Empfänger in Sendernähe (und auch darüber hinaus) ist, möchte ich an einem Beispiel zeigen.

Hier empfange ich mit einem technisch einfach konstruierten Empfänger den Kanal 5C vom Europaturm. Der Mux wird mit 5kW an der Antenne abgestrahlt und mit einer gängigen Stummelantenne für DAB+ Indoor in nicht mal 8 km Entfernung empfangen. Das Ergebnis im Spektrum sieht so aus


.jpg   ohne_BPF.jpg (Größe: 54,57 KB / Downloads: 52)

Mit einem SNR von knapp über 7dB ist der Empfang zwar noch möglich, aber doch hart an der Grenze. Rennt eine Person im Raum rum, kann es schon problematisch werden.

Liegt es am Sender vom Europaturm, ist er mit seinen 5kW auf nicht mal 10 km etwa zu schwach?

Jetzt füge ich statt eines Bandpasses für den DAB+ Bereich einen einfachen Bandsperrfilter für den UKW-Bereich ein. Sperrdämpfung 40dB, Einfügedämpfung knapp 2dB. Selbe Antenne und Standpunkt.


.jpg   mit_UKW_BS.jpg (Größe: 57,52 KB / Downloads: 52)

Durch das Aussperren des UKW-Bereichs, der sonst auf den ADC des RX wirkt, steigt der SNR jetzt auf knapp 13dB an. Schon ist das Rumrennen im Raum kein Problem mehr.
Allein der Feldberg mit seinen fünf großen 100kW UKW Sendern drückt den ADC hier den Hals zu, die vielen anderen "Störquellen" liegen aber immer noch an, so daß man mit weiteren Bandsperren oder direkt einem DAB-BPF hier nochmal ein paar dB an SNR zulegen kann.

Das Problem verschärft sich an größeren oder gar externen Antennen nochmal deutlich, da diese auch mehr Signale außerhalb des gewünschten Frequenzbandes an die zum Teil schlechte oder nicht vorhandene "Vorfilterung" lassen.
Oftmals ist beim DAB-Empfang also nicht die Stummelantenne oder die angeblich "geringe" Sendeleistung der Grundnetzsender schuld, sondern einfach das benutzte Radio. Nur woher soll das der enttäuschte Käufer wissen, das das technische Problem auf seiner Seite liegt? Allein am Kaufpreis des Gerätes kann er das nicht abschätzen, dennoch wird dieser Punkt in Diskussionen primär angeführt. War teuer, muss gut sein? Nein, muss nicht! Gerätebeispiele haben wir hier im Forum genug wo das nicht zutrifft.

Gruß
Bernhard
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