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TEFAG Tefadyn 308 W, Baujahr 1936
#1
Hallo in die Runde.

Mein nächstes Projekt soll, wenn nichts dazwischen kommt, ein Radio werden, das seit nunmehr geschätzt 33 Jahren ein Mauerblümchendasein in der Sammlung fristet. Es steht in einem meiner Außenlager, daher hier zunächst nur der Modelllink:

https://www.radiomuseum.org/r/tefag_tefa...guage_id=3

Es scheint davon verschiedene Gehäusetypen zu geben, meins hat ein Gehäuse, das dem im link in Bild 2 gezeigten Katalogbild entspricht.

Das Radio, das gar nicht so häufig auftaucht, hatte ich in kläglichem Zustand auf einem Flohmarkt erworben, ohne Schallwand, Lautsprecher und AÜ. Zudem durch zahlreiche Reparaturen eher verbastelt, 2 von 4 Frontknöpfen fehlend, Gehäuse leidlich, aber wenigstens Skala + Rückwand gut erhalten und das Anzeigeinstrument funktionstüchtig.

Er wurde seinerzeit durch 1:1 - Ersatz defekter Bauteile zum Spielen gebracht, eine Komplettreparatur mit heutigen Möglichkeiten wäre angezeigt.  Schaltplan und Abgleichanleitung habe ich mittlerweile, Ersatzröhren stellen auch kein Problem dar und die fehlenden Frontknöpfe konnten beschafft werden. Ebenso weiß ich, dass es ein LORENZ-Parallelmodell gibt.

Ich habe (außer den bei rm-org hinterlegten pdf) wenig über das Gerät gefunden, d.h. keine Reparaturberichte etc.  Die Fotos bei rm-org zeigen beide Modelle mehrfach von vorne und hinten, diese Ansicht ist mir geläufig. An fotografischen Details aus dem Innenraum, insbesondere der Chassisunterseite, des Lautsprechers etc., mangelt es hingegen.

Und damit sind wir bei meiner Frage: 
Hat jemand ein solches Gerät bzw. kann einen Reparaturbericht / Erfahrungsbericht verlinken?
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#2
"Ebenso weiß ich, dass es ein LORENZ-Parallelmodell gibt."

Ja, und das hat sogar die gleiche Modell-Nummer. "Lorenz Super 308W".

Bei beiden finden sich unterschiedliche Ausführungen der Gehäuse: einmal ganz in Holz und zum anderen mit Bakelit-Rahmen. Eigentlich eine erstaunliche Variabilität. War "Holz" die frühere Variante? Spätere Geräte von Lorenz scheinen meist den Bakelit-Rahmen zu haben.

Hier noch der ART Plan:

   

Gruß, Dietmar
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#3
(07.04.2021, 11:37)DiRu schrieb: ...Bei beiden finden sich unterschiedliche Ausführungen der Gehäuse: einmal ganz in Holz und zum anderen mit Bakelit-Rahmen. Eigentlich eine erstaunliche Variabilität. War "Holz" die frühere Variante? Spätere Geräte von Lorenz scheinen meist den Bakelit-Rahmen zu haben.



Danke für den Plan, Dietmar. Ich hatte bisher die Pläne von Regelien und gfgf, die aber schon Unterschiede aufwiesen. Die Daten von rm-org habe ich noch nicht in Gänze heruntergeladen, da mein Kontingent derzeit erschöpft ist...aber das Gerät steht ja auch noch nicht auf der Werkbank.

Was nun die Gehäuse anbelangt:   Selbst bei der Holzausführung gibt es Unterschiede, wenn man sich die Gestaltung der Rippen vor dem LS betrachtet. Bei meinem Gerät sind diese deutlich nach außen geformt, d.h. so wie beim unter der Paralleltype Lorenz 308 veröffentlichten ersten  Archivbild:  https://www.radiomuseum.org/r/lorenz_super_308w.html

Eine der Herausforderungen wird sein, einen möglichst geeigneten Ersatz für den fehlenden LS zu finden. Derzeit ist der LS aus einem geschlachteten 1934er Schaub Gleichstromgerät verbaut, der seinerzeit der Einzige meiner edyn LS war, der geradeso hineinpasste. Selbiger ist jedoch suboptimal, da dort die Feldspule darauf ausgelegt war, vom gesamten Röhrenstrom (RENS 18er Röhren) durchflossen zu werden, der Tefadyn verständlicherweise aber deutlich weniger Strom durchschickt.
Das Ganze ist zunächst ein Platzproblem, man wird sehen.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#4
"einen möglichst geeigneten Ersatz für den fehlenden LS zu finden"

Ich sehe gerade, daß es in keinem der verfügbaren Schaltpläne Angaben zu Strömen und Spannungen gibt. Da bleibt nur übrig, eigene Messungen anzustellen.

Lorenz scheint (mindestens bei diesem Gerät) Probleme mit dem Netzbrumm gehabt zu haben. Erstens ist die Siebung der Anodenspannung "zweigliedrig" ausgeführt, was in dieser Art nicht so häufig vorkommt. Und zweitens ist der Netztrafo unter einem Winkel von ca. 45° verdreht auf dem Chassis montiert.

Die Felderregung des Lautsprechers dürfte so ca. 100V - 120V betragen haben. Wenn der aufgenommene Anodenstrom dann gemessen ist, kann der Widerstand der Feldwicklung angegeben werden. Damit und dem notwendigen Durchmesser des Korbes läßt sich doch sicher ein Ersatz finden!

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Schaltpläne gibt es auch (vereinzelt) in "Fortschritte der Funktechnik und ihrer Grenzgebiete", hier in Bd. 2.
Aber leider nicht für den Lorenz/Tefag 308W.
Nur, der ist unter Gruppe 69 aufgeführt, zusammen mit einem Braun 737W. Man kann daraus schließen, daß es hier gewisse Ähnlichkeiten gibt.
Und im ART Schaltplan des Braun 737W gibt es wenigstens einige Angaben zu Spannungen. Könnte vielleicht helfen.

   


Gruß, Dietmar
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#5
Hallo Zusammen,

hier mal was ich so habe. Ich besitze das Modell aber leider nicht.

Gruss
Debo

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   
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#6
dann gebe ich auch mal noch meinen Senf. Mit Spannungsangaben. Höhere Auflösung liegt vor.

   
Gruß,
Jupp
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"Normal" ist auch nur eine Einstellung auf der Waschmaschine
(Whoopi Goldberg)
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#7
Erstmal herzlichen Dank für die vielen detaillierten Angaben. Das ist wirklich spitze ! Smiley20    Erstaunlich sind die Preisangaben der Teileliste. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals den Preis für die Stoffbespannung irgendwo in Werksunterlagen gelesen zu haben.

@DiRu:  Die Berechnung der Lautsprecherfeldwicklung ist weniger das Problem. Ich hatte bislang die Anodenspannung des Radios mittels eines Serienwiderstandes zu der nur wenige Ohm bietenden Feldwicklung des Gleichstromlautsprechers (Schaub Weltsuper 34 G) so einreguliert, dass sich die für die verwendeten Röhren üblichen Spannungswerte einstellten.
Es handelt sich um ein schnödes Platzproblem, da der LS so angeordnet ist, dass sein Bürzel unmittelbar über das Chassis ragt und der AÜ am LS so platziert sein muss, dass er mit dem Trafo und dem darüber liegenden Skalenmechanismus nicht in Konflikt gerät. Es kommt also auf die Gestaltung sowohl des Korbes an (möglichst flach), sowie des die Feldwicklung tragenden Bürzels (ebenfalls nicht zu ausladend). Zum Dritten sollte sich der AÜ ebenfalls an der im Original vorgesehenen Stelle am Korb befestigen lassen, da der Innenraum des Gerätes keinen Platz bietet, den AÜ anderswo zu platzieren (ans Innengehäuse schrauben wäre keine Option für mich).

Der bisherige Schaub - LS passte ganz brauchbar, das mutmaßlich verbaute Original war wohl kleiner. Hier geben leider die Fotos bei rm-org nur wenig Aufschluss. Ich habe lediglich die Angabe gefunden, dass das Original einen 15 cm Korb hatte, was mir sehr klein für ein Gerät dieser Dimensionierung erscheint.

ABER:  Momentan noch ein ungelegtes Ei. Sobald der Apparat hier steht, prüfe ich das. Ich habe dieser Tage einen LS aus einem 1939 Condor fertig gemacht (entrostet, lackiert), der passen könnte. Zwar größer im Korbdurchmesser, aber flachbauend mit recht kleinem, abgeflachten Bürzel und Halterung für den AÜ an der richtigen Stelle; das könnte ausgehen.


Das Gerät wird eine größere Baustelle werden, wobei ich nicht abschätzen kann, ob sich alles wieder so herrichten lässt, wie es sein sollte. Mir ist erinnerlich, dass der Trafo recht warm wurde, aber hierbei ist auch nicht auszuschließen, dass von den Vorreparateuren Dinge verschaltet wurden, die dem Gerät nicht zuträglich waren.
Der Zustand beim Kauf war in jeder Hinsicht mäßig, das Gerät hatte feucht gestanden und ich tätigte den Kauf eigentlich mit der Absicht, das Radio zu schlachten, um die noch vorhandenen Teile (Röhren etc.) zu verwerten. Das brachte ich dann doch nicht übers Herz, da mir damals schon die Vermutung kam, dass das Gerät selten sei.
Als ich den Apparat in den 80ern (und damit im Vor-Internet-Zeitalter) instandsetzte, mangelte es mir an all den Unterlagen, die man sich heute auch als Laie beschaffen kann, von der Unterstützung durch ein Radioforum nicht zu reden.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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