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Grundig 5080 Zauberklang
#1
Moin zusammen,
nach einem Röhrenverstärker Restverwertungsprojekt habe ich wieder ein großes Radio von Grundig in der Bucht gefunden. Ein Grundig 5080 Wunschklang in angeblich funktionsfähigem Zustand (lieber nicht testen). Sollte so eins der größten mono Röhrenradios von Grundig sein. 3 große Lautsprechern, 2 Elektrostaten und 2 EL84 in push pull Anordnung. Mit 17Kg auch kein Leichtgewicht.  

https://www.radiomuseum.org/r/grundig_ko..._5080.html
https://nvhrbiblio.nl/schema/Grundig_5080.pdf
     

Das Gehäuse ist noch recht gut erhalten. Eventuell ist neuer Schallwandstoff fällig. Zum Glück keine Versandschäden.
   
   
Hier ein Blick ins Innere nach dem ersten Ausblasen. Chassis macht noch einen guten Eindruck. Hoffentlich ist die EM34 noch gut. Ansonsten habe ich noch russischen Ersatz.Neues Netzkabel ist auch fällig. 
     

Alles voller Papier und blaue Tropydur ähnliche Kondensatoren. Viel zu tauschen.
     
Chassis ausgebaut. Noch guter Zustand der Lackierung. Nur verdreckt.
   
   


Lautsprecher, Trafo und Übertrager messen noch gut. Mal sehen wies dem Gleichrichter und den Kondensatoren geht.
PS: Der komische Schalter an der Rückwand war in der Serienschaltung der LS als Unterbecher verbaut. Zum Glück hat
der AÜ scheints überlebt.


Sepp
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#2
Der Schallwandstoff ist doch OK
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#3
Moin,
das kommt auf dem Foto nicht rüber, aber der Stoff ist stark nach vorn am haaren. Ich schau mal wie er nach ner Rasur und Reinigung aussieht. 
Sepp
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#4
Abend zusammen,

inzwischen habe ich das Radio elektrisch wieder am Laufen.
   

War ein gutes Stück Arbeit. Die ganz Papier-/Tropydurkondensatoren waren mehr oder weniger im Prozess der Selbstauflösung
und weit ab der Nennwerte. Elkos durchgehend defekt und der Gleichrichter hat keine vernünftige  Spannung
mehr geschafft. Leider ist auch die EM34 verbraucht. 

Hier mal das Wildbret (lecker Eisbonbons):
   
Gleichrichter ist mit zusätzlichem 100Ohm Vorwiederstand ersetzt, Filter Elkos neu:
   
Die Höhen werden bei dem Radio über Seilzüge geregelt. Hier müssen noch neue Naylonseile in die Führungen rein.
Die alten haben sich verkürtzt und die Höhen lassen sich nicht mehr regeln, da die Spulenkerne nicht mehr komplett rausgezogen werden.
   
Als nächste müssen die Elektrostaten überholt und die Lautsprecherdichtungen ersetzt werden (die üblichen Grundig Probleme).
Dann nehme ich mir auch das Gehäuse vor. Noch viel zu tun.


Grüsse Sepp
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#5
Grüsse aus Münster,

hier ein kleiner Zwischenstand. Ich hab mir die großen Lautsprecher vorgenommen.
Typisches Problem, die Dichtung ist Platt (zerfallen). Wird ersetzt durch eine Lage Filz
und Tesamoll.
   

Ich dachte zuerst der große Speaker ist tot. Die Schwingspule hing fest.
Durch Zufall ist mir aufgefallen, dass sich der Magnet drehen lässt (mit viel Kraft). Mit
der richtigen Drehung, war der LS wieder in Ordnung (Spule frei). Habe ich so noch
nicht gesehen.
   

Hier mal ein Blick ins Gehäuse.
   

Lecker (seitliche Abdeckung von hinten).
   


Viele Grüsse
Sepp
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#6
Moin zusammen,

ich konnts nicht lassen und habe mir gestern Abend auch die defekten
Elektrostaten vorgenommen.
Dafür habe ich folgenden Guide nachvollzogen:
https://www.n-malek.de/12004.html  (thx Malek)

Hier ein Elktrostat nach Ausbohren (5er) und zerlegen.
Der Schaumstoff im Bereich unter der Lasche ist zerfallen.
   

Kupferlasche war in meinem Fall noch in Ordnung (keine Korrosion).
Direkt unter dem Filz sitzt die Kuperlasche auf der Kondensatorfolie.
Der Kondensator ist die Kapazität zischen Folie (+) und
Vorderwand (-). Die Lasche wird durch den Schaumstoff von unten gegen die
Folie gedrückt und stellt so Kontakt her. Schaumstoff hier ersetzt
durch Tesamoll.
   

Alles wieder zusammenstecken und am besten vor Verschmelzen der Nieten zusammenklemmen
und testen. In meinem Fall ~700pf Kapazität, Wiederstand unendlich. Nieten
wieder mit Lötkolben verschmelzen. Wichtig ist  Pressen im Bereich des
Anodenanschlusses. Kontakt mit Lasche durch Druck von oben.
   
   
Ich habe beide Staten mit dem 5080er getestet. Ist nicht das Soundwunder. Eher
micky mouse Maus . Hier im Forum wurden die Staten auch mal durch Hochtöner ersetzt.
https://radio-bastler.de/forum/showthrea...pid=186822
Ich denke die klangtechnisch weit bessere Lösung.

Grüsse Sepp
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#7
Hallo zusammen,

hier ein kleiner Zwischenstand. Die defekte EM34 habe ich inzwischen
gegen die russische 6e5c getauscht. Ist recht einfach mit dem guide vom Radiomuseum:
https://www.radiomuseum.org/forum/replac..._6e5c.html
Der Russe tut zwar seinen Job, die EM34 mit dem Doppelfächer wäre mir aber lieber, wenn
noch bezahlbar. Die Durchbrüche in der Stirnplatte sind beim 5080 groß genug für
das größer magische Auge. Die Halteklammer kann man anpassen.
   

Den Schallwandstoff habe ich so gut möglich auf der Schallwand gereinigt (Vorwaschmittel und Clorix). Ist recht ordentlich
geworden. Da lief vielleicht eine eklige Brühe aus Teer und Nikotin raus....brrr. Hat 3 Durchläufe gebraucht.
     
     
Die Seilzüge für die Bandbreiteneinstellung AM habe ich gegen 0,8mm Nylonseile aus dem Baumarkt getauscht.
Die alten waren ca 1cm eingegangen. Als nächstes kann wieder alles ins Gehäuse. Ende ist in Sicht.

Sepp
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#8
Abend zusammen,

hier das Endergebnis nach Zusammenbau. Das Gehäuse habe ich poliert und mit Renuvell
behandelt. Messingteile poliert und Tpenschild nachgelackt.
Der Schallwandstoff ist noch so lala. Rundrum viel Patina.
   
   

Hier mal ein Blick in den Maschinenraum. Die FM Dipol wurde teilweis geflickt und neu befestigt.
   
   
Nach erstem Zusammenbau hatte ich (mit viel Bass) Vibrationen zwischen Frontleiste und
Gehäuse/Skalenscheibe. Also nochmal zerlegt und die Zierleiste (rot) etwas nach innen gebogen, damit diese
mit etwas Druck an der Schallwand anliegt. Jetzt virbriert nichts mehr.

.jpg   4.jpg (Größe: 92,78 KB / Downloads: 77)

Messtechnisch habe ich das Radio mal über TA gemessen. Der AÜ braucht für volle Leistung
12Ohm Last, wenn man an Stelle der LS misst (Serienschaltung). Dann komme ich ohne
Clipping auf etwa ~11Watt. Die Leistung mit den großen Lautsprechern reicht locker um
die Nachbarn zu ärgern (sehr laut), ginge mit Modifikationen vielleicht auch
als Gitarrenverstärker. Das leistungsstärkste Röhrenradio was ich bisher hatte.

Klangtechnisch ist das Radio erwartungsgemäß mit FM extrem bassig. Kann man aber mit dem
Wunschklang gut einstellen. Höhen etwas zu schwach für mein Hörempfinden. Die Elektrostaten
sind zwar aktiv, bringen aber nicht viel Leistung.


Viele Grüsse
Sepp
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