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Tischuhr "Feinmechanik Sonneberg" flott machen
#1
Seit kurzem haben wir unsere Schrankuhr reaktiviert, soll heißen, flott gemacht und geputzt. Das gute Stück läuft sehr gut und gleichmäßig. Sie stammt aus der ersten Hälfte der 50iger Jahre und wurde von der Fa. VEB Feinmechanik Sonneberg hergestellt.

Das Holzgehäuse wurde mit dem abgebildeten Mittel wieder sehr schön aufgehübscht. Was mich ärgert: Der goldfarbene Ring, der das Uhrglas hält, hat diverse schwarze Flecken. Ich kenne auch nicht das Material des Rings, evtl. Messing. Wie kann man diese entfernen?

Die Fa. ELSTERGLANZ hat da versagt. Ist der Ring evtl. mit einer Schutzschicht versehen (zaponiert o.ä.?) Sollte man es mit feiner Stahlwolle versuchen, feines Schleifleinen?

Einige Radiofreunde kennen bestimmt solche ähnlichen Probleme bei Radio-Zierleisten, wie sollte man verfahren. Ich würde gerne den Ring wieder blankbekommen, auch die Zeiger. "Antik" lassen kann man sie immer noch.

Für Tipps wäre ich sehr dankbar.

Helge

                   
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#2
Hallo Freunde
@Helge, ich nehme bei sowas Stahlwolle der Fa. Rakso und zwar die ganz feine 0000 (also die viermal Null). Meist sind die Teile eloxiert und haben einen Klarlack drauf. Das Poliere ich alles weg und mache anschließend Auto-Politur als Schutz drauf.
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#3
Stahlwolle zum Blank machen nehme ich auch und wenn noch alter Klarlack drauf ist, immer ein paar Tropfen Pinselreiniger oder Aceton dazu. Nach dem Trockenpolieren mit einem weichen Tuch streiche ich dann Zaponlack drüber.

Ich würde dazu allerdings die Glaslünette samt Ziffernring von der Uhr abbauen und auch das Glas aus dem Ring nehmen. Erstens macht sich das viel besser, weil man das Metall beim Schleifen auf ein dickes, altes Handtuch packen kann (da kommt dann viel schwarzer Belag runter) und man versaut sich das Gehäuse und das Glas nicht. Die Lünette ist meist mit zwei Maschinenschrauben im Gehäuse festgeschraubt, Muttern von Innen, und der Ziffernblattring meist mit sehr kleinen Nägeln ins Holz geschlagen. Das Glas bekommt man raus, wenn man auf der Innenseite des Türchens Metallringe löst, die sind meist nur geklemmt.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#4
Danke Dietmar, Danke Anton,

das Glas war schon raus, ich habe es aktuell (ich ahnte schon sowas) mit 4 kleinen Stegen von doppelseitigen Klebeband eingebaut, es war schon "freischwebend". Hält prima. Das mit der Lünette habe ich mir auch so gedacht, ein guter Tipp mit dem Ausbauen. Den Zifferblattring lasse ich da, der ist sehr sauber und aus Plastik.

Ich werde mich wieder melden, wenn ich habe fertig.

Helge
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#5
Hallo Helge!
Ich hatte letztens genau das gleiche Problem mit einer ähnlichen Uhr die ich für einen Kollegen wieder hergerichtet habe.Die Lünette kann man sicher entfernen indem man den Stift vom Scharnier herausnimmt dann bleibt das Zifferblatt am Gehäuse.Ich habe dann den ganzen Ring ohne Glas in Verdünnung gelegt und am nächsten Tag mit feinem Schleifvlies blank geschliffen.Wenn die Optik etwas matt bleiben soll kann man es dann schon so lassen wenn es Hochglanz sein soll muss noch mit einer Filzscheibe poliert werden.Dann nochmal mit Verdünnung oder ähnliches reinigen und zum Schluss Zapponlack einsprühen oder Pinseln ich nehme dazu das Spray und sprühe mehrere Lagen.
Bei dir fehlt sicher der innere Glashaltering da kann man es so machen wie du oder habe ich auch schon mit 4 kleinen Punkten Silicon gearbeitet.
So wie ich diese Uhren kenne ist auch das Zifferblatt aus Messingblech und lackiert das würde ich auch nicht weiter bearbeiten.Die Zeiger kannst du so bearbeiten wie die Lünette.
Nun viel Spass beim polieren und zeig ein Bild vom Ergebniss.
Gruß Detlef aus dem Harz!
wenns geraucht hat und gestunken wars bestimmt ein Telefunken Smiley58
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#6
Entgegen Antons Info war das Scharnier für die Lünette nur in das Holz eingepresst. Man konnte das ganze Teil heraushebeln. Die Lünette besteht komplett aus Messing, ist nicht lackiert. Ein Versuch der Reinigung mit Nitro-Verdünnung machte den Ring zwar sauber, es wurde aber nichts angelöst. Von daher wurde das Messingteil mit dem abgebildeten Reinigungsvlies unter Zuhilfenahme von Spülmittel und Wasser gereinigt und poliert. Das Vlies macht einen guten Job, es zerkratzt die Oberfläche des Messings nicht und macht es schön blank. Kein Hochglanz, aber deutlich mehr als matt. Die punktförmigen Stellen sind komplett wegpoliert worden.

Das Zifferblatt war tatsächlich mit 6 kleinen Nägelchen fixiert. Es ist nicht aus Messing, sondern mit matter Goldfarbe dekoriert. Auf der Rückseite sieht man es deutlich, Plastik. Dieses Teil wurde nur nass mit Wasser und einem Spülmittel gereinigt.

Die Zeiger sind einfach aus Blech mit der gleichen Goldfarbe versehen. Das war nix zu schleifen oder zu polieren, in früheren Zeiten sind wohl die Zeiger auch gelegentlich kollidiert und haben sich hinten abgerieben. Vorne geht es. Die Zeiger wurden nass mit Wasser und einem Spülmittel gereinigt.

Der Hintergrund des nunmehr freigelegten Ziffernbereiches wurde mit dem bereits erwähnten Holz/ Lackpflegemittel gereinigt und konserviert. Es ist auch gut gelungen.

Nach dem Zusammenbau bekam ich ein tolles Kompliment meiner Frau, die Uhr stammte von Ihren Eltern. Jetzt steht sie auf einem antiken Schrank und läuft einwandfrei, allerdings konnte man das Läut-/Schlagwerk mit einem Hebelchen lahmlegen. Sonst wären wir bald im Haus unangenehm aufgefallen.

Helge

   
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#7
Hallo Helge!
Sehr schön gemacht.
Gruß Detlef aus dem Harz!
wenns geraucht hat und gestunken wars bestimmt ein Telefunken Smiley58
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#8
na siehste, ist doch sehr gut geworden.
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#9
...so ein schöner Oma-Schrank + Uhr oben Mitte !! So sah es bei meinen Omas und auch bei meiner Nachbarin im Dräschdn (war damals über 90) aus !

Da kriegt man Lust auf so eine schöne Kombi im Salon...

Schöne Arbeit mit der Uhr,

Gruß Ingo
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