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AEG Visavox FE 843
#81
Hallo,

also ich würde das ganze nicht "zu Tode" optimieren, das Bild sieht 1a spitzenmäßig aus !!

Ich hab das auch oft bei Röhrengeräten, daß sich die Bildbreite nicht ganz optimal einstellen läßt, wenn das Gerät eine Bildbreitenautomatik hat (erkennbar an einem Widerstandsnetzwerk mit Varistor, das letztlich die -Ug1 der Zeilenendröhre beeinflußt... viele Schaltungsvarianten), kann es auch am Varistor liegen..
Es gibt am Zeilentrafo noch Kondensatoren parallel zu Anzapfungen der (Primär)wicklung, die die Rücklaufzeit...Resonanz beeinflussen, bei Verkleinerung steigt die Hochspannung und die Bildbreite wird kleiner...

Es kommen also viele Sachen in Frage, die die Bildbreite beeinflussen.

Was aber ganz wichtig ist: Die Boosterspannung sollte im vorgegebenen Bereich liegen, sonst ist ev. der Zeilentrafo gefährdet, das gilt aber ganz allgemein. Also die ruhig mal messen, oft steht sogar im Schaltplan, wie groß die sein muß, zB. 595...625V bei 110°-Geräten, direkt über dem Booster-C gemessen. 

Gruß Ingo
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#82
Hallo!
Gestern habe ich noch ein wenig am Gerät gespielt. Mit den Einstellungen bin ich jetzt soweit zu frieden.
       
Nach einer Stunde Betrieb habe ich bei abgedrehter Helligkeit gut 400V über dem Boosterkondensator. Die Angabe ist insofern nicht ganz zur Serviceanleitung passend, da ich den Bildbreitenregler nicht in Mittenstellung sondern auf Minimumanschlag stehen habe.
Ich werde aber noch schauen, welche Boosterspannung sich bei auf Mitte gedrehtem Bildbreitenregler ergibt und diese dann auf den Sollwert 400V einstellen. Korrekturmöglichkeiten nach "oben und unten" sind mir lieber als Einstellungen auf Anschlag.
Was mir noch auffält, ist, dass das Bild relativ unscharf ist, Bildschärferegler steht aber auch schon auf Anschlag. Außerdem stören die vielen Schatten im Bild. Sicher müsste ier neuabgeglichen werden. Eine passende Anleitung habe ich vorliegen. Auf jeden Fall muss am Ton geschraubt werden, beim "S" zischelts gewaltig.
Viele Grüße
Hans
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#83
...das Testbild hätte mir gereicht... ^^

Ja, man sieht ein kleines Defizit in der Auflösung, jetzt wo Du es sagst, die Fokussierung (Rasterschärfe) kann man am Besten ohne Bildinhalt beurteilen oder in den grauen Flächen des Testbildes, da sollte man bei guten Bildröhren (was Deine durchaus ist) die Zeilenstruktur sehen können bei nahem Betrachten.

Unschärfe im Bild-INHALT ist meistens horizontal zu sehen, also die Auflösungsstreifen ganz rechts im Testbild sind etwas verwaschen, was auch am Farbträger liegen kann, der bei alten Geräten uU. ganz gut empfangen wird. (Das schräge Störmuster des PAL-Farbträgers kann dabei mit den senkrechten Auflösungsstreifen 4MHz interferrieren, der sollte aber bei s/w-Bildstellen eigentlich auch nicht da sein...)
Man sieht aber auch geringe Reflexionen bei den senkrechten Linien.
Das kann, wie auch der bei S-Lauten verzerrte Ton, am Bild-ZF-Verstärker liegen, wobei verzerrte S-Laute eher auf Verstimmungsfehler im Ton-DF-Teil (Rationdetektor) hindeuten (selten auch Fehler im NF-Teil), Tonfehler bei Abgleichfehlern im Bild-ZF-Teil äußern sich eher in Intercarrierbrummen, das uU. bei weißer Schrift lauter wird (Fehler "Bild im Ton").

Wenn alle sonstigen Fehler beseitigt sind, könnte man im Tonteil die Filterkerne versuchsweise bewegen, im Bild-ZF-Teil eher nicht und wenn, dann mit genauer Dokumentation, daß die originale Kernstellung exakt wiederhergestellt werden kann (Makrofoto, exakt Notieren, um wieviel verdreht). Erfahrungsgemäß ist nach den vielen Jahrzehnten einiges, auch das Kernmaterial, etwas gedriftet, aber auch das ist im TV-Bild-ZF-Teil weitaus weniger zu beobachten als in Radios, mehrere Gründe...

Die Schwierigkeit bei Abgleichversuchen: wie will man prüfen, ob die Feinabstimmung des Tuners exakt stimmt ? Ich mach das mit einem Minifernseher, bei dem der Tuner ausgebaut wurde, den koppele ich mit seinem ZF-Eingang über eine simple 2-Draht-Leitung rel. lose (10...20pF) an die ZF-Leitung zwischen Tuner und ZF im Prüflingsfernseher (nach Erwärmung) und stelle den Oszillator (Feinabstimmung!) auf optimale Bildqualität, da der Mini-TV ein exaktes ZF-Filter (OFW-Filter) drin hat, hat das schon Meßgerätequalität, wenn das Bild stimmt. Wenn sich das Referenz-Bild nach 2...3 min nicht ändert, Meßfernseher abtrennen und dann versuche ich den intuitiven Abgleich, aber nur der Kreise, Fallen kann man so nicht korrekt einstellen, höchstens erkennen, wenn sie falsch stehen... die müssen aber blind wieder exakt auf Originalstellung kommen. Ein so verstellter Fernseher darf natürlich nicht zur Auslieferung an Kunden kommen ^^

Gruß Ingo
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#84
Hallo Ingo und alle Mitleser,

mir reicht das Bild prinzipiell auch so. Es ist eben mein erster Fernseher, den ich herrichte, und zum letzten Mal hatte ich um 1984 ein Schwarzweißvollröhrengerät in Betrieb gesehen (und auf solche Dinge selbstverständlich nicht geachtet).

Ich finde, dass man die Zeilen schon recht gut sehen kann:

.jpg   20220425_165737.jpg (Größe: 204,89 KB / Downloads: 217)
Oder habe ich nicht verstanden, was Du meinst?

Die Unschärfe im Bild liegt am Empfangsweg. Verdrehen des Bildschärfereglers macht das Bild in Teilbereichen unscharf (die anderen Bereiche bleiben dabei gleich). ZF-Abgleich nötig.
Ein Abgleich kommt für mich nach dem Studium der Abgelichanleitung nicht in Betracht. Das ist was für die Superprofis.
Und auch eine Vorgehensweise, wie Du geschildert hast, traue ich mir nicht zu.
Ich habe das Problem, das Du schreibst (wo liegt die exate Frequenz des Tuners) auch schon gesehen und mir so beholfen: Feinregler auf Mitteneinstellung (das Bild hat dann erfreulicherweise auch die wenigstens Störungen) und den Kern auf "Minimumzisch" eingestellt (s.u.).

Intercarrierbrummen habe ich nicht, nur das Zischeln. Das konnte ich weitestgehend abstellen, die Anleitung gibt für genau solche Fälle vor, welcher EINE Kern vorsichtig verdreht werden kann. Passt also. Und wenn ich mich zurückerinnere: früher hat bei den alten Geräten (auch noch mein erster Frabfernseher, ein Quelle Universum(-Graetz (Fähnrich?))) auch der Ton auf VHF gezischelt, wenn das Bild optimal eingestellt war.

Was ich jetzt noch machen werde: am Freitag bin ich bei meiner Mutter in Fürth und da mache ich gleich einen Abstecher zu btb. Eine PY88 statt der PY83 sollte die erhöhte Netzspannung "vernichten". Dann muss ich nur noch die Spannung nach dem Gleichrichter mit einem Widerstand vernichten und könnte dann das fertige Gerät direkt am Netz ohne den brummenden Trenntrafo betreiben.

Beste Grüße
Hans
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#85
...der Raster sieht 1a aus (..nur geringe Doppelzeiligkeit, kann auch am Foto liegen..) !!
Ich korrigiere mich: Deine Bildröhre ist auch 1a superklasse ! Nix mehr am Fokus verändern, ist super so !

man sieht den geringen Auflösungsverlust und die Reflexionen jetzt noch besser ( 2 schwach dunkle Linien hinter einer hellen Originallinie). Der Farbträger ist, wie im letzten Satz angedeutet, in den Auflösungsstreifen nicht da, war ne Fehlvermutung mit der Interferrenz... unten in den homogenen Farbflächen +U und +/-V (...vermutlich ^^) sieht man schön in der Nahaufnahme leicht das schräge Fischgrätenmuster des PAL-Trägers...

Also: Wie Du schriebtest, ich würde das auch erstmal so lassen, ein grandioser Erfolg, die ganze Aktion, v.a. auch die Reparatur im Hochspannungsteil.
(Feinabstimmung Mitte muß nicht bedeuten, daß der Oszillator stimmt, aber is schon richtig, laß erstmal mit der ZF-verkurbelung... mit Ausnahme des besagten Kerns am Ratiodetektor)

Gruß Ingo
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#86
Hallo Hans
Gratulation zu dem schönen Ergebnis. Wie so oft sträuben sich die alten TV Geräte vehement gegen die Wiederinbetriebnahme. Der AEG hat es Dir ja nicht gerade leicht gemacht. Die Zeilenwiedergabe sieht m.M. gut aus. Die Bildmitte mit dem Kreis ist auch sehr gut ausgerichtet. Ich würde das vorerst so lassen und den Apparat öfter einschalten. Wenn sich im laufe der Zeit die Qualität verändert, kann man immer noch nachbessern. In welchen Zustand ist der Bildschärferegler W 613 1Mohm ? Arbeitet er sauber ohne Schwankungen? Ist er Hochohmig?

Das etwas unscharfe Bild, wie Du es beschreibst hatte ich auch an meinem Grundig. Dort war auch der Bildschärferegler defekt. Ein wenig schärfer wurde das Bild. Bei dem Grundig wechselte ich dann die Röhren der 1. 2. und 3. ZF gegegen einander aus. Ein der Röhren entpuppte sich als Störenfried. Ich hatte beim zusammenstellen auf besonders gute Werte geachtet und freute mich , eine sehr gute Röhre in meinem Bestand zu haben. Diese Röhre war der Verursacher. Seitdem stelle ich die EF80 Röhren immer so zusammen, das sie annähernd gleiche Werte im Funke Röhrenprüfer zeigen. Die EF80 haben zwischen 6 - 6,4mA Emission. Haben sie höhere Werte, bin ich vorsichtig.
Bei dem Grundig hat es was gebracht, zwar nicht viel, aber eine leichte Verbesserung.

Beim Graetz Landgraf steht mir das auch noch bevor, so richtig begeistert bin ich da auch noch nicht. Dort brachte das mit den ZF Röhren überhaupt nichts. 
Beim Gratz Kurfürst verbesserte es sich allerdings etwas. Hier hat jedoch der Kontrastregler erheblich Einfluß auf ein klares Bild.

Bei dem aktuellen Projekt, der Clivia habe ich gleich daruf geachtet, das die vorhandenen Röhren, sofern noch brauchbar, entsprechend zusammen gestellt werden. Man wird sehen, was dort für eine Bildqualität ist.
Radiogrüße Detlef

Hier ist alle!
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#87
...interessante ZF-Röhrenstrategie, mMn. wird dabei übersehen, daß die Röhren mit ihren elektronischen Daten (nicht nur die statischen Kapazitäten) auch in den Abgleich eingehen, nicht in jeder Stufe in gleichem Maße, aber es ist zu beachten.
Ich würde die Röhren also nicht "wahllos" gegeneinander tauschen, ...o.k., Du hast es zur Fehlereingrenzung getan... sondern eher die Kathodenspannungen messen (fast immer wird der Arbeitspunkt durch Kathodenwiderstand eingestellt, teils unüberbrückt bei geregelten Stufen...), ist die im Soll, gibt es mAn. keinen Grund, die Röhre zu tauschen, wenn die Stufe grundsätzlich geht , abgesehen von untypischen Fehlern, die bei allen Röhren vorkommen können.

"Zu gute Werte" gibts eigentlich nicht, aber es kann ja ein anderer Röhrenfehler vorliegen, der das "zu gut" vortäuscht !
Aber es kann nat. sein, daß die bessere Röhre den Abgleich zu stark verändert.

Gruß Ingo
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#88
Hallo an alle!
Ja, der Widerstand zur Hochspannungsregulierung ist werthaltig (116k log, Wert lt. Schaltplan 100k log). Passt soweit alles.
Bei dem Mistwetter hier habe ich noch ein wenig "herumgespielt".
Jetzt schaut es so aus und für mich kann es so bleiben. Wiedergabe eines 4:3-Videos passt gut.
               
 Da ich kein Röhrenprüfgerät habe, kann ich leider nicht sagen, welche Röhre noch wie gut ist. Deswegen habe ich den ganzen Satz mit Neuware getauscht (was , siehe DY86, nicht unbedingt etwas heißen muss).
Beste Grüße
Hans
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#89
Hallo Freunde,

das Projekt ist nun abgeschlossen. Das Gerät ist seit dem letzten Bericht mehrmals über eine Filmlänge, also je 60 - 90 Minuten gelaufen. Das Gerät arbeitet fehlerfrei, der Zeilentrafo ist auch nach 90 Minuten Betrieb nicht mehr als 40° warm.
Ich hatte ja noch vor, das Gerät auf 230V anzupassen und dazu die PY83 mit einer PY88 zu ersetzen. Leider hat das nicht geklappt. Zur Verfügung standen mir zwei originalverpackte PY88 von Valvo. Mit beiden Röhren kommt es zu starken Linearitätsfehlern, die sich nicht "wegregeln" lassen haben. So wurde wieder eine PY83 eingesetzt. Scheinbar unterscheiden sich beide Röhren in mehr als nur der Heizspannung. Das Gerät wird nun mit einer "Konstanze V" aus Wildau betrieben. Den Gleichrichter habe ich vorerst nicht mit Dioden ersetzt. Grund ist, dass er die Spannung nach Plan auf 2 Volt genau liefert und auch über die Betriebsdauer hält. Er ist nach 60 Minuten knapp 50° warm. 
Hier noch ein Überblick über die ersetzten Teile:
   
Inzwischen ist mir auf einem Flohmarkt noch ein passender "Fernregler" in die Hände gefallen.
   
Leider ohne passenden Stecker. Da werde ich mir etwas Passende basteln müssen. Benutzen würde ich das Teil ohnehin nur mal, um zu sehen, ob es funktioniert, viel zu viel Angst hätte ich, aus Unachtsamkeit über das Kabel zu stolpern und den Fernseher umzureißen.

Ich bedanke mich recht herzlich bei allen, die mir mit Rat und Tat bei meinem ersten FS-Gerät zur Seite gestanden haben. Ohne Euch hätte ich mir das Einstellen der Geräts nicht getraut und auch nie so hinbekommen, dass ein zufriedenstellendes Bild zustandegekommen wäre. Jetzt weiß ich, dass ich sehr wohl Respekt vor den im Gerät herrschenden Spannungen haben muss, mir aber nichts um die Ohren fliegt, wenn ich an der Bildröhre Einstellungen vornehme oder das Gerät noch nicht mit den Sollwerten arbeitet.

Beste Grüße aus Oberbayern und einen schönen Herrentag vom Hans
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#90
Hallo Hans,
klasse, dass der alte AEG wieder so gut läuft. Prima Arbeit und sehr nett beschrieben, was du gemacht hast.
Wegen der Fernbedienung: so ein Zufall, wo findet man denn sowas heutzutage? Der sieht ja richtig kultig aus.
Was gehört da für ein Stecker dran? Schaue gern mal nach, ob ich was Passendes da hab.

Grüße
Frank
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#91
Toll, dass der Fernseher wieder funktioniert. Das ist in jedem Fall ein sehr schönes und erhaltenswertes Gerät. Dass Du die passende Fernbedienung dazu noch gefunden hast, ist natürlich nochmal das i-tüpfelchen dazu, auch wenn sie wenig praktischen Nutzwert hat, aus heutiger Sicht gesehen. Aber zur Vorführung doch allemal sehr schön.

Im RM.org gibt es zu Deinem Gerät noch keine Bilder, nur Prospektbilder. Wäre schön, wenn Du dort einige Bilder von Deinem Gerät hochladen würdest. Das ist für viele Sammler und Bastler ein echter Mehrwert, originale Bilder betrachten zu können.

Wenn Du dort nicht Mitglied bist, kann ich das auch übernehmen mit den Bildern, die Du hier zeigst, wenn Du mir den Auftrag dafür geben möchtest.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~

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#92
Hallo Anton,
leider bin ich im rmorg kein Mitglied. Aber wenn Du das erledigen könntest, wäre das toll. Gerne kann ich Dir die Bilder in beserer Auflösung zukommen lassen und die Originalunterlagen fertig einscannen und ebenfalls schicken. Alles weitere per PN?

Hallo Frank,
vielen Dank für Dein Angebot, im Fundus zu suchen. Solche Dinge finden sich auf Flohmärkten in den üblichen "Kabelkisten, die unbeachtet am Boden stehen", meist mit Unmengen von Cinch- und Scartkabeln. Hatte eigentlich nach DIN-Verlängerungen und 75-240-Ohm-Weichen gesucht, auch davon kann man ja nie genügend haben.
Es handelt sich um einen fünfpoligen Stecker, bei dem nur die mittleren drei Kontakte beleget sind:

.jpg   20211115_183615.jpg (Größe: 58,22 KB / Downloads: 44)
Ich habe hier auch noch Kunststoffgranulat, welches unter Hitzeeinwirkung weich wird und sich zu Gegenständen formen lässt. Damit hätte ich einen Secker nachmodelliert. Er muss ja nicht original sein, sondern nur funktionieren und an der Geräterückseite fällt er nicht auf. Und, wie geschrieben, der Nutzwert einer Kabelfernbedienung ist eher als gering einzuschätzen, zumal die Gefahr der Stolperfalle besteht.

Viele Grüße
Hans
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