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Pentacon Six - heiß diskutiert
#1
Eine der wohl am meisten diskutierten Kameras im Mittelformat, eine, die am meisten Emotionen weckt und eine, die wohl am stärksten in der Fotoszene polarisiert.

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie…

Bei mir ist es beides gewesen und eine der wenigen Kameras, die trotz meinem Ärger mit ihr, bereue, verkauft zu haben. Sie finanzierte mir einen Teil unserer Kanalarbeiten.

Möchte ich sie nochmal haben? Auch wenn ich bereue, sie verkauft zu haben, NEIN!  Smiley26 Big Grin

Die Rede ist natürlich von der Pentacon Six, wie sie schon von Michael angekündigt wurde.
Ich zitiere:

(10.12.2021, 09:01)MichaelM schrieb: Servus,

Woahnsinn... Dann kommt ja vielleicht hier meine olle P6 (PentaconSix TL) noch zu Ehren, die sich inzwischen zu einigen anderen Apparaten, wie Exa, Praktica, Beirette, etc. in der Vitrine hinzugesellt hat.



…Bis hin dann zu der Nachwendezeit, als Pentacon-Objektive verschleudert wurden, sich bei mir diverse Zeiss-Sonnare ansammelten; bis zu den Riesentüten für die P6. Smile



Gruß Michael

Meine Pentacon Six hatte mich trotz Überholung bei Frau Schönfelder, Fa. Olbrich, Görlitz, sauber mit Überlappungen gepiesackt. Ich meine, ich hatte sie 2019 und kann mich noch gut erinnern, mit Farbfilm die austreibenden blühenden Bäume in Farbe fotografiert zu haben…

Letztendlich kam ich mit ihr nicht zurecht, Überlappungen und beim 50er Flektogon hatte die Gegenlichtblende vignettiert, alles so Kleinigkeiten, die sich summiert haben. Vielleicht bin ich selber schuld, aber auch habe ich das Gefühl, man muss bei Ost-Produkten doch immer Kompromisse eingehen und Dinge beachten, um dann aber doch sehr gute Resultate zu bekommen. Das fiel mir aber schon bei den Radios auf…

Meine Pentacon Six musste als Set zum Ramschpreis an einen jungen Fotofreund gehen. Ich habe nie wieder etwas von ihr gehört… jedoch bleiben mir die Bilder und das hat fotografischer Film von Natur aus ansich. Es bleibt etwas zum Anfassen und Erinnern.

Feuer frei für die Pentacon Six!

   

   

   
Viele Grüße 
Philipp
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#2
Guten Abend Philipp ,

das Problem mit dem Filmschritt war das leidige Zahnrad aus Messing  ( der rote Pfeil ) .
Dieses wird mit der Friktionsrolle gedreht und nach einmal rum rastet ein Hebel in Dieses .
Beim Auslösen wird dieser Hebel wieder herausgeschwenkt , ein kleines Federplättchen springt
vor die Öffnung und soll verhindern das Dieser wieder reinschwenkt .
Wenn jetzt , was immer wieder Ermüdungstechnisch vorkam es nicht vor die Öffnung
zurücksprang ging der Hebel wieder rein und die ganze Aufwickelautomatik, auf den Film bezogen
und den Filmrollendurchmesser rechts ,kam durcheinander .
Im Fehlerfall wäre ideal das die Bildabstände immer größer wurden , man hatte dann keine 12 Bilder
aber besser wie die Überlappungen .

Dafür ist und war die Six bekannt und verteufelt . KopfWand
Viele Grüsse Uwe 
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#3
.... sorry ich habe das Foto vergessen .
.jpg   Six Zahnrad Pfeil.JPG (Größe: 79,28 KB / Downloads: 267)
Viele Grüsse Uwe 
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#4
Da schien ja die Perfekta (stand im Schatten der Pouva Start) besser funktioniert zu haben ... hat die Six nicht über 1000 Ostmark gekostet? Lag jahrelang an derselben Schaufensterstelle im Fotoladen in der Wilhelm-Pieck-Allee (jetzt Ernst-Reuther ...) in Magdeburg ...
Viele Grüsse, Micha

Ich wohne am deutschen Elbkilometer 358 westelbisch ... und genieße die Natur ... die Röhrentechnik zeigt, dass sich der Strom nur von Minus nach Plus bewegt ... und damit die echte technische Stromrichtung erkennbar macht ... alle Halbleitersymbolpfeile sind Unfug ... der Praktiker ist trotzdem erhaben darüber ...



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#5
Guten Abend Micha ,

naja der Vergleich ist denke ich etwas ironisch gemeint  . Aber ganz unrecht magst Du nicht haben .
Bei der Perfekta und der Pouva konte man im roten Bildfenster der Rückwand immer die Bildnummer ablesen .
Man drehte einfach .  Findige Bastler haben das bei der Six auch mal gemacht . Aufzugssperre ausgebaut und den Hebel solange gespannt bis die Nummer erschien , nachdem sie ein rotes Fenster eingebaut hatten .
Ja teuer war sie , war ja die einzige Spiegelreflex mit 6 x 6 und für Fotografen  und Studio´s . Als Amateur war sie nicht so gefragt ,
weil auch die Objektive sau teuer waren .
Einige , welche vorm Rentenalter in den Westen fahren durften nahmen sie gern heimlich mit um sie dort im A & V an den
Mann zu bringen . Erzählungen , wenn man dem glauben schenken durfte , so ca. 350,00 - 400,00 DM .
So hatte man dann da ein wenig Taschengeld .
War schon eine verückte Zeit .
Viele Grüsse Uwe 
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#6
Servus,

ja, die P6... Meine zweie, die ich hatte, waren auch beim Fotoservice Olbrich. Warum? Na klar, der Verschluß hing bei der einen bei 1/125 Sekunde und bei der anderen waren es die 1/60 und die 1/125 Sekunde. Glaube, eine hatte auch Überlappungen. Beide wurden repariert. Ich befolgte alle Regeln, den Film sauber einzulegen, langsam zu spannen und nach dem Aufziehen ja nicht den Hebel zurückschnellen zu lassen.

Alleine schon nur das Reinschauen oben in den Lichtschacht war herrlich. Und wenn der Verschluss schnappte, dann hörte sich das bei einer der beiden an, als würde eine Autotür zukrachen. Smile

Ich habe nie gedacht, dass Vibrationen bei meinen P6 ein Fremdwort wären und ja - sie waren es. Die 6x6-Aufnahmen, die ich als Negative noch habe, sind traumhaft scharf und ein aufgenommener Farbdiafilm ist in seiner räumlichen Tiefe einfach unglaublich. Irgendjemand sagte mir mal, dass der umgerechnete Speicherplatzbedarf bei entsprechend korrekter Auflösung eines (!) Standard-Farbdias 6x6 etwa 64 MB pro Bild betragen würde.

Eine der beiden P6 habe ich dann verkauft, als der Boom so richtig losging. Die zweite P6 habe ich immer noch. Hier ist sie, ein eben gemachter, schneller Schnappschuss draußen als Stilleben an einem feuchtkalten Wintertag:

   

Ihr Verschluß hängt inzwischen längst wieder bei der 1/125 Sekunde. Mit ihrem wunderbaren 80er Biometar hat die Kamera ihren Platz in der Vitrine bekommen und diese P6 gebe ich nicht mehr her.

Gruß Michael
Gruß Michael

Penthode?
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#7
Ach ja, weil ich grad so schön dabei bin:

Trotz aller Schwärmerei für die P6 und analoger Photographie: Time files, es ist nun mal so. Meine jetzige Kamera ist diese hier und wird es auch bleiben:

   

Das XF 1:2.8-4/18-55mm R LM OIS - Standardzoom, welches der Kamera beilag, ist mit seinen Stellmotoren und eingebautem Bildstabi schon eine technische Meisterleistung. Ich bin dennoch umgestiegen auf die 2,0er Normalobjektiv-Festbrennweite und überlege, mir noch ein WW zuzulegen. Vergleichsweise zum Zoom, ist es aus meiner Sicht mit den Festbrennweiten einfach ein Vergnügen, damit zu arbeiten. Und die modernen Objektive sind vergleichsweise zu den alten einfach um Klassen besser.

Gruß Michael
Gruß Michael

Penthode?
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#8
Ja ... etwas Ironie war dabei. Auch kann ich nicht mitreden, da ich schon längst auf 24x36 umgestiegen bin.
Jedoch bin ich erstaunt über so viel Kritik von den Profis, denn damals haben doch so viele Berufsfotographen diese Kamera benutzt ...
Viele Grüsse, Micha

Ich wohne am deutschen Elbkilometer 358 westelbisch ... und genieße die Natur ... die Röhrentechnik zeigt, dass sich der Strom nur von Minus nach Plus bewegt ... und damit die echte technische Stromrichtung erkennbar macht ... alle Halbleitersymbolpfeile sind Unfug ... der Praktiker ist trotzdem erhaben darüber ...



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#9
Servus Micha,

(11.12.2021, 12:37)hardware.bas schrieb: ...Jedoch bin ich erstaunt über so viel Kritik von den Profis, denn damals haben doch so viele Berufsfotographen diese Kamera benutzt ...

ich denke, die Kritik bezog sich tatsächlich nur auf ihre mechanische Unzuverlässigkeit. Optisch (mit all ihren Objektiven) war sie eine absolute Wucht, trotz der bemängelten Vibrationen (die findige Bastler versuchten, zu reduzieren), so sie denn da waren. Aber wenn man bedenkt, wie teuer die einst waren. Dann die Zusatzkosten für die Objektive oder gar das TTL-Prisma. Ich vermute sehr, dass das alles "Bückdichware" war. Man zahlte damals ein Vermögen, wenn man rankam und dann lief sie nicht mehr - und zum Ärger kamen dann u.U. lange Wartezeiten auf Reparatur oder Ersatz hinzu. Das führte sichtlich zu Verdruß. Das russische Pendant, die 6x6-Kiev war zwar russisch, robust und sibirientauglich gebaut, aber man musste erst mal haben das Gewehr... Die war wohl noch schwieriger zu bekommen und optisch war sie angeblich nicht so gut wie die P6 (?). Der damalige Spruch lief mit ihr mit: "Traue nie fremden Frauen und Sachen, die die Russen bauen" (was übrigens auch für den damaligen Kleinbildfilm aus der SU galt, den es ersatzweise gab bzw. geben sollte, wenn mal wieder NP20 & Co nicht zu kriegen waren. In der "ORWO" in Wolfen machte ich damals als Vorarbeit zu meinem Diplom meinen sogenannten Großen Ingenieurbeleg in der "Film". Wir haben mit Emulsionen experimentiert. Anderes Thema.). Man wollte lieber trotz aller Unzulänglichkeiten die P6.

Ich lese in meinem Buch zur P6 auch, dass es eine "nette Eigenart" des Tuchverschlusses war, bei tieferen Temperaturen gern mal zu klemmen oder zu langsam zu laufen.

Da war im Worst Case nix mit dem typischen, hörbaren "Flapp" des Verschlusses. Smile

Also sollte man die P6 im Winter möglichst unter der Jacke tragen. Das sieht bei so einem "Riesentrümmer" sicherlich lustig aus und ich wage es mir nicht vorzustellen, wenn jemand heutzutage mit so einem Klumpen unter dem Mantel eine winterliche Veranstaltung mit Securityguards besucht. Smile

Gruß Michael
Gruß Michael

Penthode?
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#10
Stimmt, der russische Pedant zum NP20 war der FOTO65, die haben weder in DIN oder ASA, sondern in GOST bezeichnet ...
Viele Grüsse, Micha

Ich wohne am deutschen Elbkilometer 358 westelbisch ... und genieße die Natur ... die Röhrentechnik zeigt, dass sich der Strom nur von Minus nach Plus bewegt ... und damit die echte technische Stromrichtung erkennbar macht ... alle Halbleitersymbolpfeile sind Unfug ... der Praktiker ist trotzdem erhaben darüber ...



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#11
War  ideal wenn man eine LOMO LCA hatte .  Smiley14 Da waren die Einstellungen z.T. für die Automatik in GOST angegeben .
Viele Grüsse Uwe 
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#12
Verzettelt euch nicht, hier geht es um die Pentacon Six. Andere Kamera, dann neues Thema.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#13
Sorry , also dann , wieder auf zur Six .
Viele Grüsse Uwe 
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#14
Die Pentacon Six habe ich gerne und öfters genutzt, ich hatte die Gelegenheit, sie in meinem Betrieb privat auszuleihen. Ich habe sie aber öfters in meiner Arbeit benutzt, sehr oft wurde sie für Spezialzwecke an dem 1000er Spiegelobjektiv von CZJ verwendet, die Bilder, die man damit machen konnte, waren einfach genial.

Die Papierbilder waren wegen des Formates gewöhnungsbedürftig, aber sehr klar und wegen der Größe sehr beliebt. Man konnte alles gut erkennen.

Mein Kollege, der auch in seiner beruflichen Funktion etwas höher stand als ich, benutzte später eine Kiew 88 mit TTL-Prisma. Für mich war das der Hammer. Er hat sich in diese Kamera gut eingearbeitet, dementsprechend waren die Ergebnisse sehr gut. Ich hätte sie auch gerne benutzt. Für mich war für DDR-Verhältnisse dieser Nachbau/Kopie einer Hasselblad einfach wunderbar.

Nebenbei gesagt, arbeitete ich zuletzt mit der Pentacon B2, die auch unter den oben geschilderten Bedingungen ein absolutes Ausnahmegerät war.

Werner
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#15
Servus P6er,

wie zu allem, was fototechnisch bei Drei nicht schnell genug auf dem Baum war; egal, ob es Fotochemie, Aufnahmetechnik, Zubehör (Farbfilter z.B.), DuKa-Technik oder eben die verschiedensten Kameras waren, gab es auch zur P6 vom damaligen VEB Fotokinoverlag Leipzig herausgebrachte Bücher. Nach der Wende wurden einem ja gottseidank diese aus meiner Sicht hervorragenden Bücher eine Zeitlang nachgeschmissen und ich sammelte von diesem Verlag fast alles, was ich diesbezüglich auftreiben konnte. Ich erinnere mich an das Buch mit dem roten Schutzumschlag vom Dr. W. Gerhard Heyde, welches mir inhaltlich allerdings nicht ganz so gefallen hat. Das habe ich wieder vertickert. Geblieben ist dieses hier mit aus meiner Sicht klasse, weil überarbeitetem, Inhalt:


.png   Buch.png (Größe: 279,83 KB / Downloads: 86)

Meines ist die dritte, verbesserte Auflage von 1980. Damals erhältlich (wenn man es denn bekam) für 19,80 DDR-Mark.

Herausgegeben wurde damals auch ein Buch von Ursula Petsch: "Pentacon Six". Das fand ich inhaltlich auch nicht sooo dolle und daher musste auch dieses Buch wieder gehen.

Gruß Michael
Gruß Michael

Penthode?
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#16
Hallo,

zur SIX habe ich ein Messeprospekt.
Auf wunsch wüde ich es mal einsannen, meine Digicam ist nicht so doll  Angel


.jpg   SIX.jpg (Größe: 82,07 KB / Downloads: 39)

l.g.Frank (chromo)
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