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Polyphon Grammophon unbekanntes Modell
#1
Nun habe ich doch tatsächlich die ganze Grammophon - Rubrik des RBF durchsucht, aber das Gerät, das ich vor ein paar Tagen erstanden habe, war nicht dabei. Daher hier ein Beitrag zu diesem POLYPHON Tischgrammophon:

Durchsucht man das Internet nach dem Stichwort "Polyphon Grammophon", so findet man viele Grammophone aber nicht dieses:

                   

Nimmt man den Holzboden ab, so findet man auf der Innenseite diesen Aufkleber:

   

Ich frage mich, ob die großen Ziffern oben links "504" oder "50A" bedeuten sollen.

Die schallführenden Einbauten sind noch alle intakt.

   

Eigentlich hatte ich so überlegt, ob ich vor der ersten Inbetriebnahme vielleicht ein wenig WD40 ins Federgehäuse blasen sollte. Das sind ja meist Doppelfederwerke und wenn die Federn aneinander reiben, sagt es "Gnuck Gnuck Gnuck". Ich habe am Federkäfig aber kein Loch gefunden, durch das man hätte Ölen können. Also habe ich es im Moment unterlassen. Das ganze Getriebe sieht noch recht proper aus - finde ich.

   


Jedenfalls habe ich mal eine alte miese Schellackplatte aufgelegt und siehe da: Das Gerät läuft wunderbar - brüllt regelrecht!

Allerdings fiel aus einem Ende des Tonarms der Stopfen heraus, der das Halterohr der Schalldose in der Führung hält. Da dieser Stopfen aus einem Gussmaterial hergestellt war, zerbröselt er zusehends. Muss ich mal sehen, wie ich das repariere. Es kann jedenfalls nicht so bleiben, da sonst das Rohr mit der Schalldose aus seiner Führung rutscht.

           

Hier noch ein paar Blider:

       

Auf der Schalldose steht eingeprägt: "DOSE 23 ELECTRIC"

       

Leider fehlen die Blecknäpfchen für neue und gebrauchte Nadeln. War mir beim Kauf garnicht aufgefallen.

Dafür bekam ich ein paar Nadeln dazu, deren Gebrauchszustand nicht klar ist. Vor langer Zeit wurde das Nadelthema ja mal von Philipp aufgebracht.

https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=5453

Habe ich gelesen und dabei gelernt, dass man für die Beurteilung der Abnutzung schon ein richtig gutes Mikroskop benötigt. Habe ich nicht - also sind die Nadeln wohl für die Tonne.

Was mich bei den Nadeln verdutzt, sind die unterschiedlichen Formen:

   

Die beiden linken sind HEROLD - Nadeln (war wohl ein bekanntes Fabrikat) mit gleichem Durchmesser aber unterschiedlicher Form. Solche mit gegenüber liegenden Flügeln habe ich noch nie gesehen.
Die rechte Nadel besteht aus einem Aluminium - Röhrchen mit einliegender Stahlnadel. Vielleicht ist das garkeine Grammophonnadel?

Jedenfalls gab es noch einen Berg Schellackplatten unterschiedlicher Hersteller dazu. Die sind dermaßen schmutzig, dass ich mich frage, ob ich sie mal mit Prilwasser abwaschen sollte. Kann ja wohl nichts schaden.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#2
Hallo Harald,

wirklich ein schönes Gerät!
Ich würde 504 sagen.

Die Alunadel könnte auch eine Saphirspitze haben.
Abgenudelte Nadeln sollte man schon mit guter Lupe erkennen können.
Bei Gelegenheit könnte ich die aber unters Mikroskop legen.

Die Platten kannst du ruhig mit Prilwasser waschen. Nur sollten sie zügig wieder getrocknet werden, denn Schellack mag keine zu lange Feuchtigkeit.
Schönen Gruß
Martin

~ Plattenspieler-Schrauber ~
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#3
(09.01.2022, 20:56)radioljub01 schrieb: Das Gerät läuft wunderbar - brüllt regelrecht!

Die Erfahrung hab ich auch schon gemacht - brauchbar sind eigentlich nur Nadeln des Typs "leise".
Ansonsten hast die Türen als "Lautstärkeregler", wenn das nicht reicht ne Socke in den Trichter Wink
Ich hab auch so eins, sieht in meiner Erinnerung identisch aus, genau kann ichs nicht sagen, da steht momentan ein Plattenspieler, noch ein Grammophon, ein Röhrenkoffer und eine Antenne drauf... Smiley26
Finde die mit außen liegendem Trichter ja hübscher, dafür 10x so teuer und man kann auch nix drauf stapeln. Vom Klang sind die alle ganz nett, spätestens, wenn man die Schalldose neu gummiert hat.
Gruß,
Uli
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#4
Da hast Du aber ein wirklich sehr gut erhaltenes Exemplar ergattert Harald!

Für das zerbrochene Gussteil, wirst Du wohl nicht umhinkommen ein Neuteil aus Stahl oder Messing zu drehen (drehen zu lassen). Da hat dann wohl die Zinkpest zugeschlagen und es war eine Zinkgussmischung aus der das Material hergestellt war. Der Motor scheint davon nicht betroffen, sieht aus, als ob da alles aus Stahl wäre.

Die beiden Herold Nadeln sind für unterschiedliche Lautstärken. Damals wurde halt alles Mögliche probiert, um die Lautstärke über die Nadel zu regeln. Diese Flügelchen waren ein Ergebnis dessen, ebenso wie gewellte Nadeln, etc. Die rechte Nadel ist tatsächlich auch fürs Grammophon, es ist eine frühe Dauernadel, die mehr als eine Plattenseite spielen konnte. Ich würde sie aber nicht mehr benutzen, die wird auch runtergenudelt sein. Es lohnt einfach nicht, für ein paar Cent die heutige Nadeln kosten, die doch kostbaren Schellackplatten längerfristig zu ruinieren.

Mit den Nadeln, die Du nächste Tage von mir bekommst, sind auch einige neue (alte) Langspielnadeln dabei in einer (wie passend-) Polydordose. Die spielen pro Nadel 20 Plattenseiten. Ich habe mir dafür so einen mechanischen Nummernzähler ins Grammophon gelegt, das klicke ich bei jeder Platte und dann habe ich immer im Überblick, wie oft die Nadel schon gespielt hat.

https://www.ebay.de/itm/224106984149?has...Swljth2zG9

Man darf die Nadel nur nicht in der Stellung verändern, bis es fällig ist sie zu wechseln. Sie muss immer in der gleichen Position bleiben, sonst wird sie zur Fräse! Nimmt man sie heraus, muss sie in den Müll.

Schellackplatten kannst Du unbesorgt mit Geschirrspülmittel/Wasser waschen. Dazu am besten eine Bürste mit mittelweichen, feinen Borsten verwenden und entlang der Rillen fahren. Dabei das Papier-Label in der Mitte schützen. Trockenwischen am Besten mit einem Microfasertuch und drehender Bewegung der Platte. Einmalhandschuhe helfen dabei auch, damit man nicht gleich wieder Hautfett von den Händen auf die Platten bekommt.

Und wenn Du mir noch den Durchmesser der Löcher im Holz für die Nadelschalen schreibst, schaue ich nach, da habe ich vermutlich Ersatz für Dich.
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#5
Nun Harald, wenn du mir den Stopfen mit allen Teilen zusendest, könnte ich mich dran austoben. Ein versuch wäre es jedenfalls wert. Ich brauche aber auch die abgebrochenen Teile wegen den Maßen.
An sich ist es ja nur eine Spannvorrichtung die durch den Messing Konus gespreizt wird.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#6
Ach, noch vergessen: Es war eine gute Entscheidung, kein WD40 in die Federdose zu geben! WD40 enthält Säuren, die die Oberfläche der Stahlfeder schädigen können und dann die Gleitfähigkeit beeinträchtigen. Petroleum sollte hier eher die Wahl sein.
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#7
Liebe Freunde,

vielen Dank für Eure Antworten.

@ Frank: Vielen Dank für Dein Angebot! Ich schaue erstmal, ob ich das auch so irgendwie hinbekomme.

@Anton: Hier sind die Abmessungen der beiden Löcher im Holz für die Nadelschalen. Das linke Loch ist zylindrich mit flachem Boden, das rechte kugelig mit leicht abgeflachtem Boden.

   

@Martin, von der Nadel mit "Inlet" werde ich mal Makroaufnahmen machen. Sieht aber doch aus wie eine Aluhülle mit Nadeleinlage.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#8
Hier noch ein Bild von den Löchern im Holz:

   
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#9
Hallo Harald,

könnte es so etwas sein?
Durchmesser 43mm
Einbautiefe ca. 27mm

   
   
   
   

Viele Grüße
Jürgen
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#10
Hallo Jürgen

ja, so könnte sie ausgesehen haben - die Büchse für gebrauchte Nadeln. Bloß Durchmesser und Tiefe sind ein bisschen zu groß.

Mal sehen, was der Anton so aus seiner Schatzkiste ausgräbt.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#11
Hallo Harald,

das ist keine Büchse für gebrauchte Nadeln, sondern ein Nadelspender für neue Nadeln.
Einfach draufdrücken und schon kommt eine einzelne Nadel raus - wenn man den Behälter vorher befüllt hat.

Die Schale für die runde Mulde, ist dann für gebrauchte Nadeln.
Schönen Gruß
Martin

~ Plattenspieler-Schrauber ~
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#12
Danke, Martin, für die Aufklärung!

Oh, ich Unwissender. Ich dachte, da hinein entsorgt man die gebrauchten Nadeln. Dann kann man sie nicht wieder herausklauben und frevelhafterweise noch einmal benutzen.

Jetzt habe ich auch das eine Bild verstanden, wo eine Nadel mit rotem Schaft auf dem Auswerfer liegt. Boah! Hi-Tech!

Ich lerne! Hatte bisher keine Grammophone.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#13
Einspruch! Normalerweise ist die Mulde für die neuen Nadeln und der zylindrische Einsatz zum Abwurf der alten Nadeln. Der hat dann noch ein Deckelchen mit Loch.

Aus dem zylindrischen Einsatz bekäme man die Nadeln schlecht zu fassen. Denn so ein luxuriöser Nadelspender war sicherlich ein Zubehörteil und nicht standardmäßig verbaut.
Beste Grüsse

Thorsten


"Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet."

(Die fabelhafte Welt der Amelie)
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#14
Einspruch abgelehnt... Big Grin
Schönen Gruß
Martin

~ Plattenspieler-Schrauber ~
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#15
Diese damals hochmodernen, automatischen Nadelspenderdosen arbeiten mit einem Magneten im Inneren und funktionieren tatsächlich ziemlich gut. Aber ich denke auch, dass eine solche Dose eher nicht in dem Polydor Grammophon verbaut war. In die Holzmulde gehörte wahrscheinlich gar kein Einsatz, da lagen dann die neuen Nadeln griffbereit drin und in der tiefen Bohrung befand sich wohl die Dose aus Blech oder Bakelit für die alten Nadeln. Die hatten dann meist einen Deckel mit einem kleinen Loch in der Mitte, wo man die gebrauchten Nadeln versenkte, damit sie nicht versehentlich wieder in Benutzung kamen.

Ich schaue mal nach, was ich noch im Fundus habe. So eine Spenderdose auf jeden Fall, wenn die in die Bohrung passt, könnte man die ja auch nehmen.
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