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Loewe Opta Venus Plastik 821W Kondensatorfrage
#1
Hallo zusammen,

ich bin gerade an der Instandsetzung eines Loewe Opta Venus Plastik 821W.

Bei der Durchsicht des Chassis ist mir hierbei der C73 (5nF; 750V~) aufgefallen.
Dieser geht nach der Sicherung direkt an Masse.

Hier der Schaltplan:

   

Mit was sollte dieser Kondensator am besten ersetzt werden bzw. wäre hier als Ersatz ein Y-Kondensator richtig?

Vielen Dank und viele Grüße

Marco
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#2
Hallo Marco,

du solltest einen Y-Typ nehmen. 
Dieses Thema ist hier sehr ausführlich besprochen worden: https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=2192
Da die Lichtgeschwindigkeit größer ist als die Schallgeschwindigkeit, hält man viele Menschen für helle Köpfe … … bis man sie reden hört!
—-
Viele Grüße!
Shy Steffen
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#3
Hallo Steffen,

vielen Dank für die schnelle Antwort und den Link  Smile

Dann werde ich an der Stelle einen Y-Kondensator verbauen.

Viele Grüße

Marco
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#4
Hallo zusammen,

es ist nochmal eine Kondensatorfrage am Venus aufgetaucht  :

C88 ist ja der Ratioelko (bitte korrigieren, falls falsch), mit 4 µF und 70/80 V im Schaltplan angegeben. Plus liegt an Masse.

Sieht im Radio so aus:

   

Im Detail:

   

Ausgebaut neben dem, ebenfalls im Radio verbauten, C91 (leider etwas unscharf):

   

Man kann erkennen, dass C91 eine Pluspolmarkierung hat, der C88 jedoch nicht. Da der Pluspol ja in der Regel eine schwarze Plastikkappe hat, konnte er jedoch identifiziert werden, auch die dann gleiche Ausrichtung der Schrift würde dies bestätigen.

Was mich allerdings wundert ist, dass der C88 dann mit Minus an Masse angeschlossen wäre   

Habe ich hier irgendwo einen Denkfehler oder kann der C88 auch schon ab Werk falsch eingebaut gewesen sein?

Viele Dank und viele Grüße

Marco
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#5
Hallo Marco,

C88 ist der Ratio-Elko. Laut Schaltplan liegt der Pluspol (wie immer) an Minus. Die Ratiospannung ist negativ, daher muss das so sein. 
Zwei Möglichkeiten sehe ich: Der Elko war tatsächlich falsch eingebaut (eher unwahrscheinlich) oder die Beschriftung ist nicht logisch aufgedruckt. Ich würde ein Neuteil nach Schaltplan einbauen und fertig.
Da die Lichtgeschwindigkeit größer ist als die Schallgeschwindigkeit, hält man viele Menschen für helle Köpfe … … bis man sie reden hört!
—-
Viele Grüße!
Shy Steffen
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#6
Hallo Steffen,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Dann setze ich den neuen Elko mit Plus an Masse ein.

Ist nur komisch, dass beim alten Elko der Pluspol nicht gekennzeichnet war.

Viele Grüße

Marco
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#7
Hallo zusammen,

der Kondensatortausch am Venus ist nun abgeschlossen, letztes Wochenende erfolgte die erste Inbetriebnahme.

Hierzu wurde das Radio am Trenntrafo langsam hochgefahren, bei 220 V stellte sich ein Strom von ca. 0,2 A, das ist in Ordnung denke ich.

Eine Audioquelle wurde über TA einwandfrei wiedergegeben, sogar im Keller konnten auf UKW drei starke Sender empfangen werden.

Der Klang ist, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut.

Als nächstes wurden die Sollspannungen laut Schaltplan überprüft, hier die Ergebnisse:

   

Die gemessenen Spannungen erscheinen mir zu niedrig.
Wäre hier ein Ersatz des Selengleichrichters durch Silizium-Gleichrichter + Vorwiderstand zu empfehlen oder liegt das noch im Rahmen?

Indirekt damit zusammenhängend hatte ich hier einmal gelesen, dass die großen Rosenthal-Widerstände (am Venus R7 mit 600 Ohm und 4 Watt) fehleranfällig sind.

Der bei mir verbaute ist der große schwarze links im Bild (Bild wurde vor Kondensatortausch aufgenommen):

   

Würdet ihr hier zu einem Austausch raten?

Und eine Frage noch  Big Grin : beim Umschalten auf LW, MW oder KW kam aus den Lautsprechern ein schriller Pfeifton, woran kann das liegen?

Vielen Dank und viele Grüße

Marco
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#8
Hallo Marco,

Glückwunsch! Dein Vorgehen hat Hand und Fuß - so sollte das sein.

Der Selen-Gleich-riecht-er ist offensichtlich etwas in die Jahre gekommen. Ich persönlich würde ihn bei diesen Werten wechseln. Wird er denn sehr heiß im Betrieb oder riecht er aufdringlich? Dann MUSS er raus.

Von Problemen mit dem Rosenthal habe ich persönlich noch nichts gehört, aber das heißt ja nix  Tongue
Da die Lichtgeschwindigkeit größer ist als die Schallgeschwindigkeit, hält man viele Menschen für helle Köpfe … … bis man sie reden hört!
—-
Viele Grüße!
Shy Steffen
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#9
Hallo Steffen,

vielen Dank für die schnelle Antwort und das Lob   Smile

Der Selengleichrichter wird etwa 50 °C warm (gemessen mit Infrarotthermometer), gerochen habe ich nichts.

Dann wird er aber auf jeden Fall getauscht.

Das mit den Rosenthal Widerständen habe ich mal hier im Forum gelesen, diese können wohl anfangen zu glühen und dann brennen sie.

Hast du eventuell noch eine Idee woher dieses schrille Pfeifen auf LW, MW und KW kommt?

Vielen Dank und viele Grüße

Marco
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#10
Temperatur ist so an der Grenze, ich würde ihn tauschen. Hat das Radio eine 240V Stellung ist vielleicht kein Vorwiderstand bei Silizium GLR nötig, maximal 10-15V zuviel Anodenspannung würde ich tolerieren, wenn gleichzeitig auch die Heizspannung innerhalb der Toleranz ist.

Die Widerstände glühen und brennen eigentlich nur dann, wenn sie von einem defekten Kondensator dazu genötigt werden.

Edit: Ich sehe gerade im Schaltbild, dass das Radio nicht auf 240V umgestellt werden kann, somit wird ein Vorwiderstand zwingend erforderlich sein.
Beste Grüsse

Thorsten


"Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet."

(Die fabelhafte Welt der Amelie)
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#11
(07.06.2022, 21:49)Gasherbrum schrieb: ..Die Widerstände glühen und brennen eigentlich nur dann, wenn sie von einem defekten Kondensator dazu genötigt werden..

ich habe andere Erfahrungen mit den Rosenthal. Ich hatte schon mehrmals den Fall dass sie ganz von sich aus vor sich hin geglüht oder gebritzelt haben. Seither sind sie für mich ein rotes Tuch.
Gruß,
Jupp
-----------------------------

Gehen Sie weiter. Es gibt nichts zu sehen.
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#12
Hallo zusammen,
dann werde ich den Rosenthal-Widerstand auch ersetzen. Ist immer gut, wenn man potentielle Gefahrenquellen von vornherein einfach vermeiden kann.
Vorwiderstand würde ich dann je einmal einen nach dem Siliziumgleichrichter einbauen und dann nochmal einen in die Netzzuleitung vor den Trafo , um das Radio wieder auf 220 V zu bringen. Zur Ermittlung der richtigen Widerstandswerte habe ich mir schon vorab zwei Potentiometer besorgt.
Die Netzspannung hier beträgt recht konstant 230 V, dann wird durch den zweiten Vorwiderstand der Trafo etwas geschont.

Weiß eventuell jemand, woher dieses schrille Pfeifen auf LW, MW und KW kommt?

Vielen Dank und viele Grüße
Marco
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#13
Hallo zusammen,

nach etwas längerer Pause konnte das Loewe nun fertiggestellt werden.

Es hat auch schon erfolgreich einige Test-Stunden absolviert.

Hier nochmal zwei Bilder der neuen Widerstände, der kleine Zementwiderstand ist der neue Siebwiderstand, direkt dahinter sind der neue Lade- und Siebelko montiert.

   

Auf dem Chassis wurden noch zwei weitere Zementwiderstände montiert, einmal für die Netzspannungsanpassung an 230 V und einmal für den neuen Silizium-Gleichrichter.

   

Hier noch zwei Bilder im Betrieb:

   

   


Die EL84 wurde gegen eine 6P15P ersetzt, der Klang und auch die Basswiedergabe haben sich so nochmals verbessert.
Hierzu muss an der Fassung eine Brücke zwischen Pin 1 und 3 eingefügt sowie der Kathodenwiderstand R3 von 140 Ohm auf 75 Ohm reduziert werden.

Der UKW-Empfang konnte durch Einsetzen einer neuen ECC85 sowie einer neuen 6I1P (Äquivalent zur ECH81) noch etwas optimiert werden, das Magische Auge zeigt
nun Vollausschlag.

Mir ist jedoch noch aufgefallen, dass die Skala die UKW- Frequenz um etwa 0,8 MHz zu gering anzeigt. Hier im Forum habe ich schon öfter gelesen, dass dies wohl durch
Drehen eines Trimmers am UKW-Tuner korrigiert werden kann (Verschieben des Frequenzbandes). Ich bin mir jedoch nicht sicher, welcher Trimmer dies bei meinem Loewe ist.
Könnte mir hier bitte jemand nochmals kurz die Vorgehensweise schildern?

Viele Dank und viele Grüße

Marco
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#14
....bevor aber an den C's gedreht wird, prüfe bitte ob der Skalenzeiger von Anschlag zu Anschlag die selbigen Abstände nimmt, notfalls den Zeiger durch vorsichtiges verschieben, korrigieren
M.f.G.
harry


--------------------------------------------------------------------
Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#15
Zitat:dass die Skala die UKW- Frequenz um etwa 0,8 MHz zu gering anzeigt


...meist sind es sogar 0,873 MHz ^^ kleiner Spaß... diese Toleranz macht doch fast der Paralaxefehler ?
Wenn die Verschiebung über die gesamte Skale konstant ist, siehe radioharry...

...wenn die Verschiebung nicht konstant ist: ... trotzdem so lassen ^^ (man könnte den Oszillator einen Pips korrigieren... aber ob das die Gesamtsituation dann signifikant verbessert ?

Gruß Ingo

...Ergänzung: Natürlich auch von mir Glückwunsch zu dem schönen Ergebnis, ich würde vor den Leuchtschirm der EM... noch einen Widerstand schalten, damit das nicht so "hell" ist, das wirkt sich erheblich auf die mögliche Lebensdauer aus, die bei dieser Art mag. Auge rel. gering ist. Wenn es eine russische 6E5 ist, ist ja noch Ersatz verfügbar, wenn es die originale EM4 ist, ist der Widerstand fast "Pflicht", so ein schönes helles Auge sollte geschont werden (Wert: mind. ca. 100 Eus), allerdings den R (größenordnung 33...47... kOhm, muß probiert werden, auch nach persönl. Geschmack, man soll sich ja freuen beim anschauen...) nur vor den Leuchtschirm, damit das Anzeigebild sich nicht verändert. Natürlich, wenn mans hell mag, solls auch so sein !
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#16
Hallo Marco,

Glückwunsch. Ich sehe, dass auch deine Reparatur sehr gut gemacht ist, Daumen hoch!
Häufig ist es so, dass die kontinuierliche und geplante Vorgehensweise derart zum Ziel führt, dass das Radio auf einmal fehlerfrei spielt. Erst die Basics (Spannungsversorgung und Kondensatoren, ggf. Röhren), dann das Feintuning. 

Beim UKW-Tuner schließe ich mich an: Finger weg! Wegen 0,8 MHz würde ich niemals riskieren, das gesamte Teil zu verstellen. UKW-Tuner sind Diven… so ist zumindest meine Erfahrung.
Da die Lichtgeschwindigkeit größer ist als die Schallgeschwindigkeit, hält man viele Menschen für helle Köpfe … … bis man sie reden hört!
—-
Viele Grüße!
Shy Steffen
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#17
Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen Ratschläge  Smile

Beim Skalenzeiger ist die Abweichung über die gesamte Skala konstant, die Abstände sind in beide Richtungen von Anschlag zu Anschlag gleich.
Dann werde ich wohl den UKW-Zeiger vorsichtig etwas verschieben.

Die originale EM4 war leider verbraucht, es ist nun eine NOS Valvo EM4 verbaut. War mit 70,- Euro auch recht teuer, daher wäre ein Vorwiderstand
eine Überlegung wert.

Noch ein paar Fragen dazu  Big Grin :

wäre der Leuchtschirm Pin Nr.7 (L)?


.jpg   Screenshot 2022-10-01 134135.jpg (Größe: 11,21 KB / Downloads: 254)

bzw. hier am Radio der Anschluss mit dem rote Draht?

   

Was für eine Belastbarkeit wäre bei dem Vorwiderstand zu wählen?

Viele Grüße

Marco
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#18
...ja, richtig ! 7 ist der Leuchtschirm ("Leuchtanode")

So wie es aussieht, müßtest Du einen neuen Lötstützpunkt für die B+ (Betriebsspannung) schaffen, dafür nicht den freien Röhrenanschluß nehmen oder nur dann, wenn er nachweislicht im Inneren der Röhre nicht beschaltet ist.
Nachweis durch den Sockel schwierig, deshalb besser nicht machen, ist auch ein Verstoß gegen gute alte Verdrahtungsregel ^^.

Aber eventuell geht es auch so, daß Du den zusätzlichen Anschluß unter einem Schrumpfschlauch "fliegend" belassen kannst. Für das Ausprobieren des richtigen Widerstandes würde ich provisorisch über 2 lange Drähte ein Poti (47k ... 100k) in die Zuführung zum Anschluß 7 einschleifen (als Veränderlicher Widerstand).

Dann einen mittelstarken Sender einstellen (mittlerer Ausschlag) und von Null Ohm beginnend den Widerstand erhöhen, dabei auch auf das Leuchtbild achten, sollte sich das mit steigendem Widerstand ändern, müßten ggf. auch die Widerstände an den beiden Anoden angepaßt werden bzw. viell. findet man einen Kompromiß zwischen Leuchthelligkeit und "Fehlanzeige".
(Hintergrund: Wenn sich die Spannung an der Leuchtanode ändert, ändert sich auch die Ablenkempfindlichkeit der Elektronenwolke über die Steuer-Stege. Das merkt man aber vor allem, wenn man ein sehr totes Auge mit der doppelten oder noch mehr Spannung befeuert. Vielleicht ist es im Absenkfall wie hier nicht so bedeutend...

Hat man einen guten Wert gefunden, kann man den passenden dritten Festwiderstand antüdeln, der muß nicht viel Leistung abkönnen, bereits 1/10W dürfte reichen, aus Spannungsgründen würde ich einen 0,25...0,5W nehmen.

...mit dem Auge hast Du wirklich Glück gehabt, die EM4 wird rel. teuer gehandelt, meine Lieblings-EM11 ist dagegen fast noch "günstig".. bei NOS TFK allerdings auch ca 70 mindestens.

Gruß Ingo
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#19
Hallo Marco,
eine neue EM4 (Valvo) hat mein Venus auch bekommen. Allerdings halte ich 33-47 K für zu gering. Ich habe 100 k als Trimmer genommen, so kann man später ggf. etwas nachregulieren. Meine EM4 leuchtet mit ca. 100V an L ganz wunderbar.
Übrigens kannst du am Ratiofilter noch den letzten Feinschliff einstellen; keine Angst, da machst du nichts kaputt. Der Filterkern ist von unten zugänglich und gehört zu "S17". Im Schaltplan unter "Ansicht von unter" leider nicht eingezeichnet.
   
Machs gut und beste Grüße
Klaus
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#20
Zitat:Allerdings halte ich 33-47 K für zu gering. Ich habe 100 k als Trimmer genommen


gute Lösung, ja, da der Strom an der Leuchtanode sehr klein ist, kann der optimale Wert über 50k liegen !
Der Leuchtschirm wirds danken..

Gr I.
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