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Schilderherstellung mittels Lasergravur
#1
Bei der Vorstellung eines D-Zug Radio Eigenbaus in Siemens Optik kam die Frage, wie ich die Schilder hergestellt habe.
Hier die Beschreibung.

Die originalen Schilder wurden damals aus 0,3 bis 0,5mm dickem, mit Fotolack beschichtetem Aluminiumblech hergestellt.
Die Beschriftungen wurden dann fototechnisch aufgebracht, entwickelt und fixiert.
Heutzutage gibt es die Möglichkeit, Schilder im Eloxal Unterdruckverfahren herstellen zu lassen. Diese neuen Schilder können dann mit eingefärbtem Zaponlack künstlich gealtert werden. Für einen größeren Posten Schilder auf einer Gesamtfläche der Größe A4 habe ich das schon machen lassen.

Damit ich jederzeit schnell mal einige Schilder selbst herstellen kann, habe ich mir einen "Snapmaker 3 in 1" zugelegt. Das ist ein 3D-Drucker mit auswechelbaren Modulen für 3D-Druck, Fräsgravur und 1,6W Bluray Laser.

   

Das zu beschriftende Blech lackiere ich dünn mit schwarzem Sprühlack Marke "edding".
Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Entweder ein eingescanntes Schild grafisch aufbereiten um ein hochwertiges Schwarz-Weiß-Bild zu bekommen, oder mit einem CAD-Programm einen 3D-Schriftzug nachkonstruieren. Ich nutze überwiegend Letzteres.
Mit einem CAM-Programm programmiere ich eine Fräsbahn, allerdings mit einem Fräser von 0,05mm Durchmesser. Das entspricht etwa der Größe des Laserspots.

   

Die Software "Snapmaker Luban" kann beides verarbeiten, sowohl eine Pixelgrafik als auch ein DIN-CNC G-Code Programm.

   

Nun noch das Blech mit doppelseitigem Klebeband auf dem Maschinentisch befestigt, Schutzbrille aufgesetzt und blinkendes Warnschild an die Hobbyraumtür angebracht.

   

Mit 100% Laserleistung und 80mm/min Vorschub wird dann die schwarze Farbe weggraviert.
Die Farbe wird dabei nicht komplett entfernt, es bleibt noch eine dünne Rußschicht zurück, die leicht mit etwas Spülmittel und Zahnbürste entfernt wird.

   

Anschließend trage ich noch eine dünne Schicht farblosen, leicht getönten wasserverdünnbaren Acryllack auf.

Das gleiche Verfahren nutze ich auch für geätzte Messingschilder. Nach dem Entfernen des Schutzlackes mit dem Lasergravierer wird etwa 0,2 - 0,3mm tief geätzt und die vertieften Flächen mit Brünierbeize schwarz gefärbt. Nach dem Entfernen des Schutzlackes werden die Schilder bei Bedarf noch chemisch versilbert.


.jpg   Aetzschild.jpg (Größe: 26,91 KB / Downloads: 270)
Gruß Gerald
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#2
(17.06.2022, 10:58)Gerald-G schrieb: ... Schutzbrille aufgesetzt und blinkendes Warnschild an die Hobbyraumtür angebracht.

Also doch das Schlafzimmer ...  Smiley34

Tolle Arbeit, faszinierend.
Danke für den tollen Bericht, sieht echt gut aus.
Danke - Holger
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#3
Hallo Gerald

Topp, hätte nicht gedacht, dass das so gut werden kann... Thumbs_up Thumbs_up Thumbs_up 

Nette Grüße - Alfons
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#4
Interessante Technologie, danke für den ausführlichen Bericht

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
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