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Entlötstation ZD-915
#1
Moin zusammen!

Ich möchte hier einen kleinen Erfahrungsbericht meines neuesten Spielzeuges loswerden. :-)

Eher aus Neugier als aus "muß ich haben", habe ich mir die oben genannte Entlötstation bestellt. Eine billige Lötstation aus chinesischer Produktion nenne ich schon seit mehr als 10 Jahren mein Eigen. Da diese bis Dato ohne irgendwelche Probleme ihren Dienst verrichtet, wollte ich es auch einmal mit einem Gegenteiligem Gerät ausprobieren. Die ZD-915 stammt ebenfalls aus chinesischer Produktion und hat incl. Versand (deutscher Händler) 77,15 Euro gekostet. So sieht das Teil aus:

   
Links die erwähnte Lötstation, rechts das neue Spielzeug.

Die Station kam in einem relativ großem Karton an und war wirklich gut verpackt. Obwohl der Zusammenbau des Gerätes eigentl. selbsterklärend ist, habe ich mir die Anleitung geschnappt und bin prompt stutzig geworden.
Wie immer bei billigen China-Importen ist die Anleitung schlecht übersetzt und es gibt Haufenweise Druckfehler. Das ist aber nicht das schlimmste, eher schlimm finde ich das diese Anleitung schlicht FALSCH ist!
Laut Anleitung soll man vor der ersten Inbetriebnahme die 4 Schrauben der Membranpumpe lösen. Da keinerlei Bilder vorhanden sind stellte sich mir die Frage; Welche 4 Schräubchen hätte ich denn gerne?
Um es abzukürzen: Es muß gar nichts entfernt werden. Diese Anleitung gilt für das Vorgängermodell und wurde schlicht nicht geändert! Das habe ich dann mit Kollege Google herausgefunden. :-)

Zur Funktion:
Die Station heizt relativ schnell auf die eingestellte Temperatur auf (max. 450 Grad) und hält diese auch konstant. +- 3 Grad halte ich da für durchaus vertretbar.
Der erste Test sollte ein Transistor von einer Schrottplatine sein. Flupp Flupp Flupp.... Draußen war er! Sauber und korrekt entlötet! Hätte ich in dieser Qualität nicht erwartet!
Als nächstes mußte ein defekter Tuner eines Röhrenradios dran glauben. Die Temperatur auf 400 Grad erhöht und .... ebenfalls problemloses und schnelles entlöten der Bauteile. Wieso habe ich mich eigentlich Jahrzehntelang mit einfachen Saugpumpen und Entlötlitzen rumgeärgert? :-)

Wo Licht ist, ist auch Schatten.
Der Schatten besteht aus dem etwas nervigem Geräusch. Den gibt das Gerät in Form eines Lüfters dauernd ab.
Das zweite Problem ist die Reinigung. Wobei diese an sich nicht das Problem ist, diese geht eigentlich flott von statten. Man darf nur nicht das Glasröhrchen fallen lassen! Dann ist direkt eine komplette Ersatzpistole fällig, das Röhrchen alleine gibt es nicht! Ersatzpistolen gibt es in der Bucht und bei anderen Elektronikhändlern für 15 - 20 Euronen.

Im Lieferumfang sind drei verschiedene Spitzen, drei verschiedene Reinigungsdrähte und diverse Ersatzfilter. Die Filter kann man mit einem Locheisen auch schnell selber aus Filz herstellen. Das Glasrohr habe ich mit einer Flaschenbürste schnell hinbekommen und für die "Auffangfeder" gibt es eine originelle Ersatzlösung bei YouTube. :-)

   
Die Pistole wird an der rechten Seite eingehangen. Eine Halterung ist ebenfalls im Lieferumfang.
Eine andere Halterung habe ich mir selber angebaut. :-) Da ich mich selber am besten kenne weiß ich, das ich irgendwann die Reinigungsdrähte suchen werde. Um das zu verhindern brauchen sie einen festen Platz:

   
Ein alter Kugelschreiber ist das perfekte "Halterohr". :-)

Gesamteindruck:
Für den Preis kann man nichts falsch machen. Langzeiterfahrungen habe ich natürlich noch nicht und ich habe auch noch nie mit einer Weller oder ähnliches entlötet, somit fehlt mir ein Vergleich. Wenn ich aber sehe welche Preise für gebrauchte Markengeräte aufgerufen werden, finde ich dieses Gerät als recht günstig. Wenn es denn genau so lange hält wie meine Lötstation, dann war es gut angelegtes Geld.

Gruß... Hotte
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#2
Vielen Dank, Horst Smile

=> für Deinen interessanten Bericht, der mich fasziniert. Hab ich gern gelesen.
Weiterhin gutes Gelingen bei Deinen Projekten mit Hilfe Deiner neuen Entlöt~Station Thumbs_up
Hoffe, sie "hält durch" und das Zubehör bleibt heile.

Beste Grüße, von Peter aus MV
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
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#3
Danke für diesen ausführlichen und sehr informativen Bericht zur Entlötstation. Deinen Beschreibungen zufolge scheint sich eine Anschaffung eines solchen Gerätes nun tatsächlich zu lohnen. Vielleicht für den Ein- oder Anderen eine Idee für einen Weihnachtswunsch Smile
Solche Erfahrungsberichte sind sehr hilfreich da man nicht ausschließlich auf die Werbeversprechen der Hersteller und Händler vertrauen muss.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#4
Weihnachtswunsch.....ja ich Smiley20, mir fehlt sowas. Ich nehme immer die kleine Saugpumpe.Huh
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#5
Hallo Hotte,
vielen Dank für den informativen Bericht. Ich ärgere mich "noch" mit einer Entlötpumpe herum. Diese war 1/4 so teuer wie deine Entlötstation. Nun habe ich ja was, was ich mir zu Weihnachten wünschen kann.
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#6
Der Ärger hat ein Ende, habe hier die ZD-915 bestellt: http://www.ebay.de/itm/311079224489
Vielen Dank nochmals Hotte.
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#7
Also ich habe meine Absaugpumpe 1984 in den Müll geworfen und eine Weller Auslötstation gekauft mit der ich dann in 5 Tagen doppelte so viel verdient habe als sie mich gekostet hat.
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#8
Sowas brauche ich auch noch.
Die Saugpumpen sind für unterwegs ganz OK. Aber wenn ich viel entlöten muss, dann kann ich den linken Daumen drei Tage nicht bewegen Wink
Von Doppelseitigen Platinen will ich garnicht reden!

Wenn ich in Massen entlöte, dann stelle ich mich in der Werkstatt auch mal an die Luftabsaugung und entlöte mit Heißluft, oder der Lötlampe.
Aber das alles ist eben nix gegen eine Entlötstation!
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#9
(02.11.2014, 18:32)Richard schrieb: Also ich habe meine Absaugpumpe 1984 in den Müll geworfen und eine Weller Auslötstation gekauft mit der ich dann in 5 Tagen doppelte so viel verdient habe als sie mich gekostet hat.


Wenn man so ein Werkzeug beruflich braucht, OK! Dann sehe ich das ein. Aber für meine paar Radios im Jahr sollte so ein einfaches Gerät durchaus reichen. Ich habe auch noch so eine kleine Schlagbohrmaschine Marke KenntkeinMensch. Für ab und an mal ein 6er Dübelloch in die Wand zu bohren reicht die vollkomen aus. Für meine paar Hundert Löcher in die Stahlbetondecke meines Kellers habe ich mir dann auch eine Profimaschine gegönnt. Weil ich aber kein Profi bin, liegt diese jetzt auch schon einige Jahre ungenutzt neben der KenntkeinMensch. :-) Aber die Arbeit erleichtert hat sie schon ungemein. :-)

Gruß... Hotte

Ups... habe gerade erst realisiert das Du Absaugpumpe geschrieben hast. :-) Irgendwie hatte ich das so verstanden das Du eine billige Entlötstation meintest. Kleiner Fehler meinerseits. .-)
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#10
Hallo,
heute kam mein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk an und musste es natürlich auch schon vor meinem Geburtstag ausprobieren.
Smiley32 Genial was das ZD-915 so macht. Hier in der Werkstatt wird aktuell ein SGER Desmet 611A restauriert. Erst mal den Lautsprecheranschluß ablöten. Ja das Gerät ist schon etwas laut durch den Lüfter. Stört mich aber nicht wird ja nur zum Absaugen benutzt und kann dann wieder ausgeschaltet werden.

Fazit: Das Gerät ist schnell auf Betriebstemperatur und die Absaugleistung hervorragend. Es ist nach dem auspacken sofort betriebsbereit. Der Preis ist unschlagbar. Thumbs_up

   
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#11
Gery, danke für den kurzen Erfahrungsbericht... ich bin auch schon am Überlegen, wobei meine Absaugpumpe eigentlich gute Dienste leistet. Ich glaube, auch da gibt es gehörige Unterschiede, wie man so liest.
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#12
Könnte man sich eigentlich auch selber bauen. Sollte mit einem Kühlschrankkompressor,
einem kleinen aufschraubbaren Behälter als Auffangbehälter und einem kleinen Aluminium
oder Edelstahlröhrchen als Absaugspitze machbar sein. Kompressor habe ich noch liegen,
vielleicht probiere ich mal was aus. Bei dem Preis lohnt das natürlich nicht, aber selber basteln
macht mehr Spaß als fertig kaufen.

Gruß
Frank
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#13
Wie funktionieren dies Absaugpumpen eigentlich? Ist das ein Lötkolben mit einer kleinen Öffnung an der Spitze durch die das Zinn eingesaugt wird? Ich denke, wenn dem so ist, würde es wohl mit einer einfachen Pumpe ohne erhitztes Saugrohr nicht funktioieren, weil das Lot vermutlich gleich im kalten Saugrohr kleben bleiben würde?
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#14
Das ist eine Hohle Lötspitze mittels Unterdruck wird das Zinn abgesaugt und bleibt dann an einem Blech oder Feder im Glaskörper hängen.
Gruß Helmut
----------------

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#15
Danke Helmut. Dank funktioniert es so, wie ich mir das vorgestellt hatte.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#16
Vom Prinzip her völlig simpel. Frank eine Aquariumbelüftungspumpe müsste auch funktionieren, ist um einiges praktischer als ein Kühlschrankkompressor.
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#17
Oder so... Eine normale Handentlötpumpe hat auch keine Heizung, evtl. gehts auch ohne.
Ansonsten sollte sich ein billiger Lötkolben mit eingeschraubter Spitze verwenden lassen.
Spitze raus und ein Röhrchen aus Edelstahl einsetzen und hinten die Pumpe anschliessen.
Für den privaten Gebrauch wird das reichen.
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#18
Edelstahlröhrchen ist sehr schlecht, da VA ein sehr schlechter Wärmeleiter ist und zusätzlich durch die geringe Materialstärke des Röhrchens die Wärmeleitung zur Lötstelle noch mehr eingeschränkt wird. Da kriegst Du das Zinn nicht geschmolzen. Schon gar nicht altes Zinn mit hohem Bleianteil (LSn40 oder gar LSn25!) und wenig Antimon, oder das neumodische bleifreie Lot mit Silberanteil!
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#19
Da hast du recht. Ein Aluminiumröhrchen wäre besser geeignet und auch
sanfter zur Lötstelle.
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#20
Die ZD-915 hat mir so gut gefallen, daß ich sie mir auch bestellt habe
und heute ist sie angekommen. Da ich auch schon Arbeit für sie hatte, habe
ich sie auch gleich ausprobiert. Eine sehr gute Arbeitshilfe und jetzt
habe ich auch wieder eine Hand frei. Vielen Dank für den Tipp.

Mit welcher Temperatur entlötet ihr ?

Gruß
Wilhelm
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