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GUM 58 Telefon Gruppenumschalter
#1
Guten Abend,
Im Regal kramen bringt sowohl alte Technik als auch Geschichten ans Licht. Gefunden habe ich einen Umschalter, der auf einer  Telefonleitung mehrere  Teilnehmer bedient  hat.
Einen Antrag zum Schalten eines  privativen Telefonanschlusses war selbst nach 20 Jahren Anmeldung  in der DDR ein Glücksfall.     
Not macht erfinderisch, also wurde der Teilnehmer A ausgeschalten wenn der Teilnehmer B telefonierte und umgekehrt. So wurde ein Privat- Anschluss mit einem Geschäfts- Anschluss  zusammengeschalten und die Kinder konnten die Oma nach Geschäftsschloss erreichen. Ausnahme: die Verkäufer haben ebenfalls das Bedürfnis privat zu telefonieren.


   

   

   

   

   

1990 wurde mit hoher Geschwindigkeit das Fernmeldenetz in den neuen Bundesländern ausgebaut.

Herzliche Güsse aus dem DDR Bäderdreieck:-Luftkurort -Bad Bitterfeld (Chlor Chemie), Muldebad- Bad Wolfen( Foto Chemie) und Elbebad- Bad Wittenberg(Stickstoff Chemie). 
 Heinz
vor uns-- lagen 100 Jahre analoge Messgeräte!-- und ich mag sie.
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#2
Den GUM gab es im Westen auch.
In den 70Jahren gab es bei uns im Dorf Leitungsmangel zur Ortsvermittlungsstelle und wir hatte auch so ein Teil in abgewandelter Bauform.
MfG
Hardy Miersch
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#3
Guten Abend,
das die Bundespost auch Gruppenanschlüsse geschaltet hat wusste ich nicht, ist aber in mageren Zeiten einleuchtend. Mager waren die Verhältnisse im Osten bis zum Dezember 1989. Hier wurde das System zu Zeit- Gemeinschaften ausgebaut.  Von 8:00 bis 18:00 Uhr ein Geschäftsabschluss und danach ein zweier Gemeinschaftsanschluss.
fG. Heinz
vor uns-- lagen 100 Jahre analoge Messgeräte!-- und ich mag sie.
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#4
Zusätzlich gab es bei der Bundespost Wählsternschalter 3/16 und später auch 4/20. Das heißt 3 bzw. 4 Grundleitungen für 16 bzw. 20 Teilnehmer. Die dazu notwendigen Endgeräte wurden in den Kabelverzweigern montiert Der Vorteil war, dass sich die angeschlossen Teilnehmer auch untereinander anrufen konnten, im Gegensatz zum GUM 55. Die an den WSt angeschlossen Teilnehmer wussten im Allgemeinen nicht, dass sie in der Telefonie begrenzt waren. Im Gegensatz zum GUM hatten sie auch keine monetären Vorteile.
GUM und WSt würden fachlich als Vorfeldeinrichtungen bezeichnet. Der GUM wurde später durch den TF-Zweier (TF steht hier für Trägerfrequenz) abgelöst. Hiermit konnten endlich beide Tln gleichzeitig telefonieren.
Wir hatten in den 70er Jahren einen GUM auf Antrag von zwei Verwandten eingerichtet. Die erste Störungsmeldung: Wir können nicht miteinander telefonieren! Da hatte sie wohl keiner beraten.
Gruß
Alex

M(Ende) gut - alles gut! Smile
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#5
Am GUM "hingen" meine Oma und ihre Tante, zwei Häuser weiter. Damals wurden sie noch über Freileitung von der Grundstücksrückseite versorgt.
Wenn's geregnet hat, konnte die Eine bei der Anderen mithören.
GUMs wurden meist Anfang der 80er abgebaut, als die Ortsnetze in der BRD modernisiert wurden.
Smiley47
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#6
Da gehörte meines Wissens auch noch ein kleines Platinchen in den Telefonapparat (2Transistoren und bissel Kleinkram) damit das Ganze funktionierte.
Die Deutsche Sprache ist FREEWARE, du darfst sie ohne Einschränkungen verwenden.
Die Deutsche Sprache ist nicht OPENSOURCE, du darfst sie nicht nach deinem Gutdünken verändern!
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#7
Beim GUM ist das nicht nötig. Der hing irgendwo draußen am Mast oder im Keller.
Wenn ich mich recht erinnere, konnte mit dem GUM eine Ader gespart werden. Zwei Anschlüsse teilten sich bis zum GUM eine Ader.

Es gab aber eine Telefonanlage, die im Gehäuse eines Telefons der 7er Serie (z.B. FeTap751) verbaut war. Das konnte man gut am ungewöhnlich dicken Telefonkabel und vor Allem am Steckernetzteil erkennen.
Sowas habe ich mal vor Jahren bei einer Familie ausgebaut.
Beim Awado brauchte man die W-Ader des Telefons und weil spätere Telefone die W-Ader nicht mehr hatten, gab's dann z.B. den
T1. Das war ein automatischer Umschalter, der auf einer Platine aufgebaut in einer unscheinbaren Aufputz-TAE steckte. Es gab glaub ich auch T2-4.
Jedoch waren AWADO, FamilenTelefonanlage T1 usw. zum Verwenden mehrerer Sprechstellen an EINEM Anschluss.

Der GUM war ja ein Umschalter zwischen SEPARATEN Anschlüssen.
Ab den 80ern wurde zum Adern sparen z.B. der PCM-2 verwendet. Der brauchte ein Adernpaar und war sowas Ähnliches wie ISDN. Im Amt wurden zwei Analoge Anschlüsse auf die PCM2 Baugruppe geschaltet. Von dort gingen beide AS digital über eine Doppelader bis zum PCM2 Gegengerät. Ab dort waren die beiden Analog-AS wieder getrennt. Das Gegengerät hing in der Regel im Keller.
Eine Weitere Möglichkeit bei Leitungsknappheit war der PCM11. Hier wurden 11 Analog-AS auf ich glaube zwei Doppeladern gepackt. Das Gegengerät war in der Regel im Kabelverteilerschrank an der Straße untergebracht, konnte aber auch bei großen Wohnanlagen im Keller montiert sein.
Noch mehr Leitungen konnten mit ASLMX gebündelt werden.
Alle diese Systeme sind mit dem Einzug von DSL nach und nach abgeschaltet worden, da sie ja kein DSL übertragen können.

Ich würde gerne mal wissen, wie die Infrastruktur heute aussieht. Ich bin jetzt fast 10 Jahre nicht mehr in der Branche.
Smiley47
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#8
(24.01.2023, 23:37)Radioschrauber schrieb: Da gehörte meines Wissens auch noch ein kleines Platinchen in den Telefonapparat (2Transistoren und bissel Kleinkram) damit das Ganze funktionierte.

Was Du wahrscheinlich meinst,  ist eine steckbare Nachbildung die bei extremen Leitungslängen bei FeTap613 zur Anpassung eingesetzt wurden.
Gruß
Alex

M(Ende) gut - alles gut! Smile
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#9
Ich würde gerne mal wissen, wie die Infrastruktur heute aussieht. Ich bin jetzt fast 10 Jahre nicht mehr in der Branche.


Ich war bis 2019, bis zu meiner Pensionierung bei der Telekom, zuletzt bei der ü-Wegeplanung bzw. der Gerätelogistik eingesetzt. 
Der Trend ging zum DSL-Anschluss für Privatkunden und zum BNG-Anschluss für Geschäftskunden, wobei die Router nicht mehr Teil des Üwegs waren und vom Kunden bereitgestellt wurden.
Gruß
Alex

M(Ende) gut - alles gut! Smile
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#10
Zur Ergänzung: GUM hieß bei der Bundespost- Gemeinschaftsumschalter-
Gruß
Alex

M(Ende) gut - alles gut! Smile
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#11
Hallo,

gerne habe ich hier mitgelesen.

In der DDR waren die Telefonanschlüsse sehr rar und gestreut, nach keinem durchschaubaren System.
Um so mehr staune ich, dass in der Bundesrepublik auch ein Mangel herrschte.

Ich kenne den GUM des TE auch noch, er war auf dem Land in den fünfziger - sechziger Jahren Standard.

Als mein Vater zum Ende der fünfziger Jahre LPG Vorsitzender wurde, bekamen wir den halben GUM - Kasten und ein Telefon.
Der andere halbe der ÖFFENTLICHER FERNSPRECHER

Als ich 1974 in ein Punkthochhaus in Leipzig Marienbrunn einzog, 
wurde im E-Raum ein heftiger Hauptverteiler installiert von der Post.
Im Oktober desselben Jahres bekamen die angemeldeten Telefondürstigen einen 1/2 GUM mit dem Telefon.
Da ein Überschuss an Anschlüssen vorlag, klingelten die Fernmelder und frugen wer noch einen Anschluss will.

Meine Zweierin war eine sehr mitteilungsbedürftige Frau und wir hatten selten die Hälfte für uns.
Um sicher zu gehen, dass der Hörer nicht daneben lag, tauschte ich im Notfall, Bereitschaft bei der Flugsicherung,  ich manchmal a und b am 1/2 GUM und konnte hören ob sie schnatterte.
In so einem Fall klingelte ich bei ihr und bat um Funkstille.
Beim GUM vom TE ließen sich die Relais bequem bewegen. Smiley34
Gruß aus dem Kreis Siegburg vom Hans-Jürgen
"Groß ist ein Mann, wenn er Kind bleibt"

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#12
Guten Abend,
die Entwicklung nach der Wende war atemberaubend schnell. Da in der DDR viele Vermittlungsstellen sehr alt waren, wurden  im Zuge der Wiedervereinigung mit dem System Turn Key 91 bis Telekom Turnkey ab 1993 neue Ämter und Netze  gebaut. Diese waren alle schon digital. ISDN kam natürlich mit den Vorteilen mehrerer Nummern auf einer Leitung schnell zum Einsatz. Im Turnkey Programm habe ich mit einer kleinen Fernmeldefirma als Subunternehmer für Alcatel SEL  sogar schon als“ OPAL Netz“  1994 LWL Netze gebaut. Gera und Coswig(Sachsen) wurden bis in die Straßenverteiler und sogar bis in die Häuser mit Monomdefasern verkabelt. Da sich die Bandbereite der Kabel als zu klein erwies sollten beide Netze nicht in Betrieb gehen.
M.f.G. Heinz
vor uns-- lagen 100 Jahre analoge Messgeräte!-- und ich mag sie.
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#13
Vor 9 1/2 Jahren, als ich ging, wurden nur noch in Sonderfällen Neuanschlüsse als Analog- oder ISDN-Anschluss angeboten.
Die VOIP-Anschlüsse wurden massiv vermarktet.
Irgendwann klappte dann tatsächlich sogar die automatische Konfiguration des Routers.
OPAL/ISIS-Netzte habe ich 2001 in Zweibrücken und Kaiserslautern kennengelernt.
Auch in Teilen des Nordsaarlands gab es das.
Allerdings waren die Anschlüsse auf den letzten Metern wieder über Kupfer geführt (auch in KL und ZW).
Ein Freund und Kollege wurde 1990/91 als junger Beamter von Kaierslautern nach Leipzig versetzt. Der konnte tolle (Fernmelde-)Geschichten aus der Zeit erzählen.
Da wurden nach Feierabend gerne noch ein paar Geschäftsanschlüsse gegen "Provision" eingerichtet. Die Post hat's nicht gestört und manchem (Auto-)Händler war ein Verkürzen der Wartezeit von mehreren Monaten oder gar Unbekannt auf einige Stunden auch mal 500DM wert - wohlgemerkt: Die Kunden kamen auf die Monteure zu und boten direkt Kohle an!
Smiley47
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