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µTracer
#1
Hallo Freunde,

irgendwann musste es kommen, das Thema µTracer. Ich spiele schon mit dem Gedanken, mir einen aufzubauen. Der Lafayette bringt mir gute Dienste, sobald ich wusste, wie man ihn richtig bedient und nachdem ich herausgefunden habe, dass die in der Tabelle angegebene Heizspannung immer zu hoch war und die Röhren mir alle als zu gut angezeigt worden sind. Nach der Messung und Anpassung der Heizspannung um eine Stufe herunter (nicht am Gerät, aber im Gehirn), stimmen die Werte auch mit dem Vergleich eines W19 überein. Leider ist es eher ein moderneres Gerät, was die alten Fassungen nicht beinhaltet. Also habe ich mal gesucht, was so ein "altes" RPG so kostet. Nunja... preislich etwas über meinem Budget kommt sowas nicht in Frage, da ich ja den µTracer (gesprochen: Maikro- oder Mü-Träißer) im Hinterkopf habe. Die alten Prüfer sind meistens Emissionstester, die die Kathode prüfen, der µTracer ist ein Kennlinienschreiber, der den Zustand der Birne unter Betriebsbedingungen grafisch darstellt. Ein einfacher Testmodus ist ebenfalls enthalten. Ein Funke ist natürlich ein geniales Gerät alter Schule, welches es auch dadurch interessant macht, allein der alten Technik wegen. Aber um den Hype, der den Preis nach oben treibt, reisse ich mich deswegen nicht. Darum hier mal ein begleitendes Langzeit-Thema.

http://www.dos4ever.com/uTracer3/uTracer3.html

Der µTracer wurde von Ronald Dekker entworfen und wird auch von ihm vertrieben, das Gerät besteht aus 3 Teilen:

Computer oder Laptop mit COM-Port und Software / Betr.Sys. Win - alternativ Linux/Wine
Platine des µTracers mit Laptop-Netzteil 18 - 22V
Gehäuse mit Fassungen und Pins bzw. Drehschaltern

Ich durfte auf dem DRF-Treffen das Gerät in Aktion erleben. Henning hat mir sein Gerät vorgeführt. Es ist auch für Laien und Fachdummies wie mich sehr gut bedienbar.
Einige haben die Platine schon, stecken aber auch noch im Projekt, ich weiss z.b. von Daniel (Siemens78).

Ich möchte nun einfach mal den Gedanken spinnen, mir geistert das Gerät schon lange im Kopf.
Preiskalkulation:
Laptop: 200 Euro
Betriebssystem: wenn nicht inklusive, 0 Euro (Linux mit Wine, od. Win, wenn vorhanden)
Laptop-Netzteil 18-20V: 10-20 Euro
µTracer: 200 Euro
Fassungen, Kabel, Gehäuse, Teile: ca. 100 Euro

Alles, was schon vorhanden ist, mindert natürlich den Preis erheblich. Ich fange leider von 0 an, da ich weder Laptop, noch Kleinteile habe.

Die Software habe ich schon von der Seite heruntergeladen und auf meinem grossen Rechner mit Linux in der Wine probiert. Sie läuft. Nur mangelt es mir an einem COM-Port und ich möchte ja auch mobil damit sein, also muss ein Laptop her. Den werde ich mir jetzt mal suchen, auch die Fassungen sammle ich mir jetzt zusammen.

Hat jemand von Euch schon Erfahrungen damit, spielt auch mit dem Gedanken oder befindet sich gerade im Bau?
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#2
Beim Laptop tut es natürlich auch ein einfaches und vor allem älteres Gerät. Die alten Dell, IBM oder Fujitsu-Siemens sind recht robust und zuverlässig. Das drückt den Preis.
Den Kostenanteil Laptop sollte man auch in der Kalkulation nicht überbewerten, da man mit ihm schließlich noch weitere Möglichkeiten abseits des Röhrenprüfens hat.

Ich habe mir den µTracer übrigens noch nicht besorgt, beabsichtige dies aber noch im Dezember zu tun.
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#3
Hi Philipp,

sag Bescheid, wenn Du ein älteres Notebook brauchst, oder Netzteile, ich fahre immer wieder zum Schrott und da liegt das massenhaft rum.

Ich finde den µTracer genial, bin aber kein Fachmann wie Henning, also bin ich eher so einfach gestrickt, dass ich lieber auf das Funke oder Neuberger gucke. Man darf nicht vergessen, dass eine grosse Menge an Informationen auch eine grosse Zahl von um den Kopf kreisenden Fragezeichen bewirkt.

Solange es um Radios geht, sollte ein übliches RPG ausreichen, wenn man mehr wissen möchte ist der µTracer hervorragend, aber er ist auch nur die Momentaufnahme der Röhre bei der Prüfung. Ich habe es schon oft erlebt, dass Röhren(egal ob HF-, NF-Vor, oder NF-Endröhren) nach ein paar Betriebsstunden(gerade ältere Röhren, egal ob "NOS" oder gebraucht), ihr Betriebsverhalten stark ändern.

Viele Grüsse,
Jean
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#4
Jean, erstmal meinen Dank für Deine Unterstützung, die würde ich gerne in Anspruch nehmen.
Wenn Du ein Notebook samt Netzteil und ein extra Netzteil findest, würde ich das gerne nehmen, vielleicht kann man damit noch was anstellen.

Auch Fassungen sind gefragt.

Mit einem "normalem" Prüfer, sagen wir Funke, bin ich auch locker meine 600 Euro los. Da kann ich gleich den Tracer bauen. Das ist so mein Gedanke in Kurzform.
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#5
Guten Tag Freunde,

heute habe ich den µTracer von der Post abgeholt. Ich habe den µTracer 3+ bekommen, der jetzt mit 400V arbeitet. Es geht also langsam los. Jetzt werde ich mich erstmal durch den Bausatz kämpfen.

Was ich jetzt noch benötige, sind gute, stabile Fassungen. H-D hat mir schon mit einigen ausgeholfen, vielen Dank dafür, aber ich werde doch noch einige benötigen, aber dazu später mehr.

Der µTracer wird nun für 2015 ein Projekt von mir, welches ich u.a. meiner "Agenda" zuspreche, einige meiner Messgeräte zu professionalisieren. Der Lafayette ist als "Taschengerät" zum schnellen, mobilen Testen der Emission von Röhren sehr gut, jedoch für zuhause muss mehr her, weil mich die Technik und das Verhalten einzelner Röhren einfach interessiert. Man möchte seinen Horizont erweitern und auch mal links und rechts schauen, so einfach nur Radios richten und nicht zu wissen, warum sie funktionieren, macht auf Dauer keinen Sinn. So lerne ich dazu. Auch der tolle Sender von Franz gehört in diesen Plan.

Nun also so kam der µTracer an:

   
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#6
Hallo Philipp
ich wünsch Dir viel Erfolg beim Bau von dem µTracer . Während Du strammen Schrittes in die Zukunft schaust, ertappe ich mich immer mehr in Vorkriegsliteratur und gehe bei den Empfängern immer weiter zurück.Smiley43
Wenn ich Dir mit irgendwelchen Dingen weiterhelfen kann, sag mir BescheidEmail
Radiogrüße Detlef

Wer nicht mit dem zufrieden ist was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem was er hätte, wenn er es haben würde.
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#7
Hi H-D,

vielen Dank für die guten Wünsche, dieses Projekt ist wirklich interessant und eigentlich sollte sich jeder mal damit befassen. Ich für meinen Teil lerne gerade die Röhre ansich so richtig kennen. Man muss sich damit beschäftigen.

Dazu gebracht hat mich eigentlich der AEG, den mir Dietmar geschickt hat, und dessen AF3. Leider kann ich Röhren mit Vorkrieg-Fassungen nicht auf dem Lafayette prüfen und abgesehen davon sehe ich auf einem Emissionsprüfer auch nicht, wie sich die Röhre definitiv verhält. Also ist eigentlich ein Vorkriegsgerät Schuld daran, dass ich neue Technik baue. Ich werde wohl auch weiterhin mich mehr bei den Vorkriegsradios finden, da ich das interessanter finde. Hier bin ich eh schon wieder auf der Suche.

Aber zurück zum Tracer, gestern ist es mir gelungen, ihn fertig zu stellen, ein schönes Gerät, naja, eigentlich nur eine Platine...

   

Während des Baus hatte ich noch einige Hürden mit dem Linux zu nehmen, welche mir aber gelungen sind, zu lösen.
Nun habe ich mir mal eine Noval-Fassung provisorisch angeklemmt und bin gerade etwas am Experimentieren. Hierzu habe ich mir mal zwei EF80 hergeholt, da ich die massig habe. Sollte also etwas schief gehen, kann nichts schief gehen.
Hier also mal die Kennlinie einer meiner EF80 in Abhängigkeit zur Gitterspannung bei 250V Anodenspannung wie in den Daten angegeben.

   
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#8
Ich weiss nicht, ob es interessiert, aber bei meinem Langzeitprojekt geht es auch wieder langsam aber sicher weiter. Ich habe mir jetzt einige Dämpfungsferrite bestellt, sowie Kabel, Stecker und Buchsen. Auf der Suche nach einem passenden Gehäuse bin ich nun auf einen wasser- und druckdichten Koffer gestossen, der relativ günstig zu haben war und eigentlich für Werkzeug oder Fotozubehör gedacht ist. Für diesen muss ich mich jetzt um ein Alu-Blech bemühen, welches passend zugeschnitten wird als Deckplatte. Links werden dann die Buchsen und Fassungen bestückt, rechts wird das Netzteil, Netzschalter, Zu- und Datenleitungen und Sicherungen ihren Platz finden.

Gestern habe ich mit Matt schon Vergleichsmessungen vorgenommen. Nachdem mein Lafayette etwas abweichend misst, war ich etwas misstrauisch, aber es stimmt ziemlich überein und misst ganz gut den Zustand der Röhren. Für "Normal-Anwender" völlig ausreichend und wie ich finde, eine gute Alternative für Funke, Neuberger und Roetest. Konkurrenz würde ich nicht behaupten, denn alle messen anders.

   

   

   
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#9
Es gibt einen Fortschritt...

Meine Frau hat mir die Fassungen eingepasst und die Bohrungen für die Buchsen gebohrt.

   

   

Nun wurden von mir die Buchsen montiert und die Platine vormontiert.

   

   

Mir war hier schon bekannt, dass ich wohl ein Platzproblem kriegen würde, denn das Netzteil muss später auch noch untergebracht, sowie einige Schalter und Sicherungshalter montiert werden. Dies geschieht dann auf der anderen Seite.
Als nächstes wurden dann zwei Lötleisten montiert, sowie die Anschlussbuchsen der Röhrenpins mit den ersten Ferritperlen versehen.

   

Als nächstes habe ich in stundenlanger Arbeit die Verkabelung vorgenommen. Leider ist mir das nicht so sauber gelungen, da die Kabellängen möglichst alle die gleiche Länge haben sollen. Auch mussten sie nach einer gewissen Länge wieder mit Ferritperlen versehen werden. Diese Verkabelung hat einen ganzen Samstag verschlungen. Die Kabel sind Litzen mit 0,5mm² und Silikon-Isolierung. Die Anschlüsse wurden verlötet und mit Schrumpfschlauch isoliert.

   

Nun konnte ich die Platine montieren. Ich musste den Abstand zum Blech etwas vergrössern, nun passt es. Die Höhe passt gerade, dass sich das ganze im Koffer abstützen kann. Auf die andere Seite kommt das Netzteil, diverse Schalter, Sicherungshalter und die Anzeige-Leds.

   

Nun folgt noch die Planung und Ausblick für die nächste Woche.

   
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#10
Mann oh Mann Philipp,
das ist ja ein Wahnsinnsprojekt!
Deine Frau stellt die Bohrungen her und Du verschraubst alles mit selbstsicherneden Muttern.
Stell Du Dich schon mal darauf ein, daß alle Dir ihre Röhren zum Ausmessen schicken werden.
Ich glaube schon jetzt, Deine Freizeit wird sich ab sofort stark verkürzen!
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#11
Hallo Philipp,

Das ist ja ein sehr interessantes Projekt! Ich glaube den " mü-tracer" muss ich mir auch mal genauer ansehen sowas würde mich auch reitzen und einen PC habe ich sowieso in der Werkstatt, Netzteile auch. Ich bin mal gespannt auf deine Erfahrungen mit verschiedenen Röhren. Die Idee mit dem Koffer finde ich klasse das Ganze sieht so super professinell aus und ist transportabel, so dass Du es auch z.B. auf einem Sammlertreffen oder Flohmarkt einsetzen kannst.

Weiterhin viel Erfolg mit deinem Projekt!

Grüße

Semir
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#12
Das sieht sehr gut ausSmiley20

Da bin ich gespannt, wenn der µ Tracer in Aktion tritt.
Radiogrüße Detlef

Wer nicht mit dem zufrieden ist was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem was er hätte, wenn er es haben würde.
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#13
Hab meinen am Samstag bekommen und heute gegen 19 Uhr angefangen.
Bis jetzt hat alles ohne Probleme geklappt. Die Aufbauanleitung ist sehr gut beschrieben und es sind viele Bilder in der Dokumentation.
Bin eben mit der Stromversorgung für die Heizung fertig geworden. Bis jetzt "geht" mal alles Smile

Gruß,
Daniel
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#14
Spannend Philipp, spannend!

Ich bekomme langsam Lust auf's selber bauen.
Bremse mich aber noch, bis Du alle Post's rausgehauen, eine Bilanzierung aufgestellt hast und zufrieden bist mit Deinem Werk. Respekt!
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#15
Danke für die Kommentare und den Zuspruch, ich dachte schon, es interessiert sich niemand dafür.

Der Koffer, die Fassungen, der Kabelbaum ist ja nur ein riesen Fassungsadapter. Die Hauptarbeit macht ja die Platine und da hatte ich schon eine Noval-Fassung angeschlossen. Also funktionieren tut er ja schon mal. Die Software läuft bekanntlich unter Linux im Wine. Nur bin ich jetzt auch schon gespannt, wie er dann arbeiten wird. Heute kommen noch Sicherungen, Schalter, Netzteil, LEDs und Buchsen/Stecker rein (meine Frau feilt gerade noch die letzte Buchse aus, Zitat: "Meinen Pfusch mach ich schon noch selbst fertig", ich finde es aber toll gemacht), dann muss ich den Rest noch verkabeln. Wenn ich fertig bin, wirds nochmal heiss, ob auch alles funktioniert.

Ich werde berichten.
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#16
Hi Philipp, meine Frau strickt! Smiley64
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#17
Super Arbeit Philipp, da ziehe ich meinen Hut !
Gruß auch an Alex, die ebenfalls ein "Bienchen" verdient
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#18
Von uns auch viele Grüße an Euch beide.
Ich setze jetzt gleich meine Arbeit fort, bin gerade dabei die negative Spannungsversorgung aufzubauen.
Bis jetzt macht der Aufbau großen Spaß!

Gruß,
Daniel
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#19
Hallo Freunde,

meine Frau strickt jetzt, nachdem sie auch zwischendurch noch gekocht hat. Einfach ein Superweib.
Viele Grüße zurück.

Nun bin ich auch noch dabei, das Netzteil zu verkabeln. Das ist ein Nudelsalat. Ich bitte die Profis nicht so genau hinzusehen. Ich weiß, man könnte alles um einiges ordentlicher machen. Für mich sieht das auch furchtbar aus. Wäre das nicht so schön bunt, wäre es grottenschlecht, wohl eine 6 + Watschn vom Meister...

So sieht es jetzt aus... Es müssen noch die beiden Signal-LEDs für Betrieb und Hochspannung, und die Versorgungsleitungen, sowie die Datenleitung gemacht werden.

   

   
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#20
Och, so schlimm sieht's garnicht aus. Das können manche Großbetriebe deutlich schlimmer.
Bei mir stockts gerade. Ich habe den Bereich der negativen Spannung fertig gebaut, aber bei der Testprozedur liefert die Schaltung nur -4 statt -40V.
Ich habe alle Bauteile überprüft, alle sind korrekt gewählt und richtig herum eingebaut.

Irgendwie komme ich da nicht weiter.
Ich werde noch mal die beiden BC-Transen messen, vielleicht hat sich beim Löten eine verabschiedet...

Gruß,
Daniel
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