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Super Star 2000 ein 200 Kanal CB-Oldie wiederbelebt
#1
1997 war ich im dritten Lehrjahr und hatte endlich Führerschein und erstes Auto. Der Erstbesitzer des Wagens war Funkamateur, daher war noch ein DV-Fuß über dem Innenspiegel auf dem Dach montiert.
Das war sehr praktisch, da ich damals noch täglich CB-Funk betrieb.

Bald sprach mich ein Arbeitskollege an, er hätte da noch so ein Funkgerät, er hätte es dabei und ich könnte es mir ansehen. 
https://www.rigpix.com/cbfreeband/superstar_2000.htm

In der Abteilungswerkstatt lag ein Funkgerät mit verchromter Frontblende auf dem Tisch, angeschlossen an ein Kfz-Batterieladegerät. Kanalanzeige und S-Meter leuchteten, es rauschte aus dem Lautsprecher je nach Betriebsart unterschiedlich und weil das Gerät neben FM, AM auch SSB konnte und 200 Kanäle hatte, war ich interessiert.

100 DM und eine Kiste alter 8086 und 80286er Kram - seinerzeit völlig wertlos - nahm er für das Gerät.

Die Super Star war damals schon 15-16 jahre alt und mir war klar, dass da möglicherweise schon jemand an den "Schrauben" gedreht hatte.
Allerdings war ich dann von den Verbastelungen doch überrascht:

- Der Ein-Aus-Lautstärkeregler war gegen einen mit abgefeilter Welle ersetzt worden, daher saß der Knopf schief und hielt nicht auf der Achse
- zwei Schiebeschalter waren zerbröselt
- ebenso der Drehschalter für die Bandumschaltung
- das S-Meter war zerkratzt und angelaufen
- Sender und Empfänger lagen ca. 1,5 kHz neben der Frequenz und
- der Empfänger war sehr taub

Schalter und Potis waren schnell ersetzt, zum Glück gab mein Teilelager noch NOS Schiebeschalter im passenden Design, einen gebrauchten Drehschalter, sowie besagtes Ein-Aus-Lautstärke-Poti her.
Ein befreundeter Fernsehtechniker hatte die Kiste dann nach Gehör und mit einfachen Messmitteln wieder einigermaßen auf Linie gebracht.

Der inzwischen gestorbene Endstufentransistor wurde ersetzt (2SC1969 bekam man damals noch recht leicht), eine 12-Kanal-AM Funke aus der Schrottkiste (Lehnert) eines befreundeten Funkamateurs mit angeschlossenem Nebenerwerbsfunkgeschäft spendete ein ansehnliches S-Meter und das zerkratzte Gehäuse erhielt eine Beschichtung mit mattschwarzer Klebefolie.
15 Watt Sendeleistung waren im Auto damals ganz praktisch.
Einige schöne DX-QSOs mit England, Rumänien und Spanien gelangen. Leider funktionierte das Gerät auf SSB nicht richtig. Die Modulation war extrem verzerrt und auch empfangsseitig gab es Probleme.

Ab 2002-2003 nahmen meine CB-Aktivitäten ab und meine Gerätschaften wanderten in den Keller.

Vergangenen Sommer wollte ich mal wieder mit der Super Star spielen, aber so richtig funktionieren wollte sie nicht mehr.

Inzwischen gibt es ja das Internet, der Eine oder die Andere werden davon gehört haben Big Grin und so kommt man heute leicht an Service-Unterlagen heran.

Die Grippe nach Weihnachten war dann die Gelegenheit sich wieder mit dem Gerät zu befassen.

Die originalen Knöpfe liegen in einem Beutel, vergraben in irgendeiner Kiste, sonst ist alles da...
Zunächst die Bestandsaufnahme:
- Empfänger arbeitet auf FM und AM, ist recht empfindlich (1kHz vom Messsender sind schon bei -6 dbµV gut zu vernehmen) SSB liegt total daneben und ist irgendwie verzerrt und instabil
- Sender bringt 12-15W auf FM, sonst nicht getestet, auf Power "HI" und "MID" ist die Ausgangsleistung gleich, auf "LO" flattert die Endstufe quasi.

Es folgte der Austausch aller Elkos. Die Super Star ist ein Cybernet-Gerät, wie z.B. auch die Albrecht Alpha 4000, oder die alten schwarzen Stabo-Kisten (xm4012, xm4000, xf4012 usw.). Diese Geräte sind für Ärger durch ausgelaufene Elkos bekannt (durchgefressene Leiterbahnen).
Einige Elkos waren schon oxydiert, aber die Platine hatte nichts abgekriegt.
Ein paar gebräunte Widerstände im Bereich der HF-Vor- und Endstufe wurden erneuert.

Dann war der Abgleich dran - nach Manual.
Zuerst die Endstufe, aber irgendwie ließ die sich nicht so abgleichen, dass das Sendesignal auf allen fünf Bändern sauber und gleichmäßig stark war. War die Endstufe auf Stellung "LO" eingestellt, was dann nur Treiberleistung bringen soll, flatterte das Signal. Auf dem Spectrum Analyzer waren Oberwellen direkt neben dem Träger zu sehen. Manchmal ließ sich nur so abgleichen, dass das mittlere Band gut funktionierte, aber manchmal arbeitete die Endstufe gerade dort nicht oder schlecht.

Durch eine Ungeschicklichkeit habe ich dann den Endstufentransistor gegrillt. Ich wollte ihn zum Messen ablöten, hatte aber vergessen das Gerät vom Netzteil zu nehmen. Dabei muss ich Basis mit Kollektor verbunden haben. Es gab einen kleinen orangenen Funken und der Transistor war tot.
Interessanterweise ließ sich die Endstufe mit dem neuen Transistor (ich hatte 2001 sicherheitshalber zwei Sätze gekauft) prima einstellen.
Jetzt macht das Gerät auf "LO" 1,5W, auf "MID" ca. 6W und auf "HIGH" 15W (FM und SSB).

Den Empfänger hatte ich vor ein paar Jahren schonmal nach Anleitung abgeglichen, aber nun mit PLL-Messsender und vernünftigem Messplatz machte das nochmal richtig Spaß - dem Empfänger konnte ich noch ein paar dB abringen.

Nun kann man den 1kHz-Ton schon bei -9dBµV hören. Das schafft mein ICOM IC-R5 nicht.

Wenn das SSB-Problem nun noch beseitigt ist, ist das wieder ein richtig feines Gerät!
Smiley47
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#2
moin,
als ich noch jung und unschuldig war hatte ich so eine.
Das SSB war bei der auch zu Beginn wirklich fragwürdig !
Aus irgendwelchen Gründen hat das Gerät damals die Post mitgenommen :-)
Vielleichts wars sogar gut so denn das daraufhin beschaffte Sommerkamp schlug sie wirklich um Längen
lG Martin
wenn die Welt untergeht sieht man es zuerst auf dem Oszilloskop
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#3
Hallo Martin,

ja, manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden Smile
Smiley47
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#4
nach langem Graben auf dem Dachboden müßte der olle Kaffeewärmer auftauchen,
das 788DX war zwar etwas hungrig aber die Verbindungen lieferten stets Komplimente, auch bei Seitenbandbetrieb.
wenn die Welt untergeht sieht man es zuerst auf dem Oszilloskop
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