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Graetz Landgraf F39
#1
Hallo,

In der Zeit zwischen den Jahren habe ich einen Graetz Landgraf F39 bekommen. Sogar die Fernbedienung für das Gerät war dabei. Beim Ersten Durchsehen, hatte ich mit dem Zeilentrafo so meine Bedenken. Die Isoliermasse der Hochspannungsspule war brüchig und konnte einfach mit den Fingern abgemacht werden. Es sieht aber nicht so aus, dass die Risse durch Hitze aus der Hochspannungswicklung selbst entstanden sind. Gleichzeitig sind auf der Primärwicklung komische kleine Kristalle zu sehen.

   

Von einem Bekannten habe ich mir ein Müter Bildröhrenmessgerät ausgeliehen um zu Prüfen, ob  man mit der im Gerät verbauten MW43-80 noch etwas anfangen kann. Der Zeiger des Messgerätes hat bei messen sogar den "Gut"- Bereich erreicht.

Da aber das Gehäuse und die Bildröhre in einem noch brauchbaren Zustand ist und der Fernseher soweit komplett erscheint, entschied ich mich ihn doch wieder fit zu bekommen. Vielleicht habe ich ja glück und der Zeilentrafo ist mit etwas Arbeit doch wieder Fit zu bekommen. Die üblichen Tauschkandidaten an Kondensatoren sind im Gerät auch anzutreffen und sehen schon sehr mitgenommen aus. Besonders der Entstörkondensator am Netzeingang.

     

Toll ist, dass zudem im Fernseher sogar ein Radio integriert ist. Das Radio hat eine U-Röhrenbestückung, wie: UCC85, UCH81, UBF89, UF89, UL84 und UM80. Wie es aussieht, liegt die UKW-ZF im Bereich von 5,5MHz, damit der Radioteil auch für den Fernsehton mitbenutzt werden kann und keine zusätzliche Tonendstufe im Gerät benötigt wird.

Als erstes fing ich mit einer umfangreichen Reinigung des Chassis an, um all den Staub, Dreck und Nikotin der vergangenen 60 Jahre loszuwerden. Da einige Potis schwer oder garnicht zu drehen waren, entschied ich mich alle Potis auszubauen, zu öffnen und zu reinigen. Dies hat auch sehr gut funktioniert, da die Potis nur durch einen Sprengring zusammengehalten werden. Zieht man diesen ab, können Die Potis zerlegt werden. Die Potis waren innen wie erwartet angelaufen. Nichts ist schlimmer als Potis, die teilweise an manchen Stellen nicht funktionieren. Als ich mit denen komplett durch war, fiel mir auch noch auf, dass der Einschalter auch nicht mehr richtig umgeschaltet hat. Dieser wurde ebenfalls geöffnet, gereinigt und wieder funktionsfähig gemacht.

   
   
   

Nun ging es weiter mit den Kondensatoren unter dem Gerät, aber ersteinmal nur die vom Radioteil. Wichtig war mir dabei, dass der Kondensator, der zur Antennen und zur Erdbuchse des Gerätes führen Kondensatoren sind mit mind. 1000V, damit da nicht ausversehen was passiert. Auch der Plattenspieler-Eingang hat solche Kondensatoren bekommen. Gleichzeitig habe ich den Entstörkondensator im Netzteil durch einen Y2-Kondensator ersetzt.

Es war also an der zeit, den Radioteil das Erste mal in Betrieb zu setzen. Wichtig dabei war, dass ich die Stromversorgung vom Fernsehteil unterbrochen habe, damit nicht ausversehen der Fernsehteil aktiviert wird. Die Lichter fingen langsam an zu leuchten und wurden langsam immer heller und heller. Sonst hat sich da aber nichts getan. Die Ursache war schnell gefunden: es war keine Anodenspannung vorhanden. Der übeltäter war der  120 Ohm-Widerstand, der in Reihe mit dem Gleichrichter geschaltet ist. Dieser hatte keinen Durchgang mehr und wurde ersetzt. Nun machte das Radio etwas mehr. Das Magische auge hat ziemlich hell angefangen zu leuchten. Ich schätze, dass das Gerät nicht viele Betriebsstunden hatte aufgrund des hellen magischen Auges und der guten Emmission der Bildröhre.

   

Die Ersten Geräusche machte das Radio nun auch aus dem Lautsprecher. Leider wurde der Selen-Gleichrichter nach ca. 10 Minuten ziemlich heiß. Also musste dieser auch noch einer neuen Diode weichen. Um die zu hohe Spannung auszugleichen, wurde der 120 Ohm-Widerstand durch einen 170 Ohm-Widerstand ersetzt. Dadurch sind die Spannungen alle so, wie im Schaltplan angegeben.
Mit einer Antenne, konnten nun auf MW und KW einige Sender empfangen werden. Der AM-Empfang ist sogar erstaunlich gut. Nur am UKW-Empfang hakt es noch. Die Sender kommen total schlecht und verzerrt rein. Das Magische Auge hat auch kaum ausschlag, sogar nicht einmal bei Sendern, wo ich weiß, dass es dort vollausschlag haben sollte. Eine Germanium Diode im Demodulator war kaputt. Diese habe ich durch eine OA161 ersetzt. Das Magische Auge schlug nun wieder aus und der Ton wurde besser, ist aber noch ein wenig verzerrt. Das kam aber bestimmt vom Ratiodetektor her, der nun durch die ausgetauschte Diode nicht mehr richtig eingestellt war. Mit einem Wobbelgenerator wollte ich deswewgen die ZF und den Ratiodetektor neu einstellen. 
Doch das Radio wollte am nächsten Tag einfach nicht mehr. Es kam wieder mal kein Ton heraus. Weder bei AM noch bei UKW. Ich weiß nicht wie lange ich gebraucht habe, um dem Fehler zu finden, aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor, da dieser Fehler nicht konsequent war. Denn manchmal ging das Radio plötzlich wieder. Die UBF89 hatte am G2 nachdem sie warm geworden ist keine Spannung mehr anliegen. Irgendwann bin ich dahintergekommen, dass die UBF89 einen Schluss zwischen G2 und G3 hatte und dieser Durch klopen entweder gekommen ist oder weg war. Eine neue Röhre rein und das Radio spielte nun wieder zuverlässig. Nach dem neuabgleich ist nun auch wieder ein lauter und klarer UKW-Empfang möglich. 

Nun ging es den schlechten Kondensatoren im Fernseh-Teil an den Kragen. Dort waren früher schon ein paar durch Erofol II Kondensatoren ersetzt worden, welche ich im Gerät belassen habe. Mit diesen Kondensatoren habe ich bisher noch keine schlechten Erfahrungen gesammelt.

Nun habe ich mich ein wenig um den Zeilentrafo gekümmert. Erst einmal wurde dieser Zerlegt und gereinigt. Ich habe das Gefühl, dass der meißte Dreck im Zeilenkäfig drin war. Danach wollte ich die komischen Kristalle entfernen, die wie es aussieht einmal Wachs oder so was ähnliches gewesen sind. Dabei löste sich gleich das Trafopapier. Die Primärwicklung wurde danach mit Isolierband für Transformatoren mit ein paar Wicklungen wieder umwickelt, damit dort nicht irgendwie die Hochspannung Schaden anrichten kann.
Nachdem die Hochspannungswicklung weder blasen noch verfärbungen hat und ich sogar einen Widerstandswert von genau 250 Ohm messen konnte vermute ich, dass diese noch intakt sein könnte und jahrelanges Lagern an den Rissen in der Isolierung schuld sein können. Deswegen habe ich mich dazu entschieden die Spule mit mehreren Lagen 2K-Epoxydharz einzustreichen, um die Isolierung wieder herzustellen. Auch noch erwähnenswert ist, dass wie es aussieht Graetz damals schon Änderungen an den Geräten bei der Fertigung vorgenommen hat. Im Schaltplan ist eine EY86 als Hochspannungsgleichrichter eingeplant und wie man gut auf dem Bild erkennen kann, ist dieser Zeilentrafo für eine DY86 ausgelegt. Dafür spricht auch die einfache Heizschleife. Bei einer EY86 sind es mehr Wicklungen.

     
   
   

Morgen werde ich alles wieder zusammenbauen und den Fernsehteil das Erste Mal in Betrieb nehmen. Ich hoffe, dass der Zeilentrafo noch in Ordnung ist.

sobald ich was neues weiß, melde ich mich wieder.

Grüsse
Fabian
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#2
Hallo,

gestern wurde der Fernseher das Erste Mal eingeschaltet. Nach einiger aufheitszeit kommte man schon mal einen Ton aus den Lautsprechern wahrnehmen. Leider blieb der Bildschirm aber dunkel.  Auf Kanal 3 wurde dann mit einem Testbildgenerator ein Balken-Signal eingespeißt. Wie es aussieht, funktioniert schon einmal der Tuner und der Tonteil, da der 1KHz ton zu hören war. Jetzt muss nur noch der Fehler gefunden werden, wieso der Bildschirm dunkel bleibt. Also ging das große Messen los.


.pdf   Graetz_F39.pdf (Größe: 1,33 MB / Downloads: 18)


Erst einmal wurden die Spannungen im Netzteil gemessen. Wie es aussieht, sind alle 20V zu niedrig, aber das sollte erst einmal nicht stören.
Auch die Spannung an der Kathode, die sich mit dem Helligkeitspoti steuern lässt, ist veränderbar und vorhanden. Leider hat Graetz im Schaltplan mit Spannungsangaben im Fernsehteil ziemlich gespart worden, was die ganze Sache nicht leichter macht.

Am Boosterkondensator bin ich dann fündig geworden. Eigentlich hätte ich da 600 - 700V erwartet, wie bei meinem Saba Fernseher, aber da waren nur traurige 200V vorhanden. Also ist irgendwas in der Vertikalstufe nicht in Ordnung. Am Gitter der PL36 liegen -50V gegen das Chassis gemessen an und die 64 Mikrosekunden Impulse kommen auch an mit ca. 120Vss. Dies wäre ja schon mal generell nicht verkehrt. Mit einem Phasenprüfer bin ich dann in die Nähe der Hochspannungsspule gegangen, wobei dieser dann leicht zu leuchten begonnen hat. Aber auch viel zu schach als eigentlich erwartet.

Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass die PL36 anfängt "Rote Backen" zu bekommen, weshalb ich den Fernseher sofort ausgeschaltet habe. Zuerst dachte ich, dass vielleicht die PL36 einen Schlag hat und wollte diese schon wechseln. Beim wechseln fiel aber dann auf, dass die Primärwicklung des Zeilentrafos richtig heiß war. Der hochspannungswickel war aber hingegen kalt. Hat die Primärwicklung etwa einen Windungsschluss und wie soll ich da jetzt weiter machen?

Grüsse
Fabian
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#3
Hallo Fabian,

schau mal, unser Detlef (Radionar) hat vor einigen Jahren den Bericht über seinen Kurfürst F44 hier ins Forum gestellt. Da wurde auch das Thema Zeilentrafo behandelt, die wohl öfter bei diesen Geräten Funktionsstörungen haben. Der Detlef hatte mich gerade darauf hingewiesen. https://radio-bastler.de/forum/showthrea...f%C3%BCrst

Die Geräte Kurfürst F39 und F44 sind schaltungstechnisch identisch.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#4
Hallo Fabian,
ich gehe davon aus die G2 Spannung an der PL36 ist auch in Ordnung. Ebenfalls der Koppel-C 420.
Ich würde alle Kondensatoren im Fs-Teil zusätzlich mit einem Isolationsprüfer testen (auch die vergossenen).
Im Fernseher sind die Anforderungen erheblich höher als wie im Radio.
Die Impuls vom Zeilengenerator an G1 hast du mit dem Oszi nach Schaltbild kontrolliert?
Du könntest auch die Hochsp.-Spule am Anfang vom Trafo trennen und schauen ob die Boosterspannung wieder ansteigt.
Ein Windungsschluß der Sek. Spule ist nicht selten, aber so nicht messbar.
Ich kann mal nachschauen ob ich noch einen ZT habe.
MfG
Hardy Miersch
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#5
Hallo,

Der Tipp mit dem Bericht von Detlef ist Gold wert. Darauf bin ich noch garnicht gestoßen. Heute Abend werde ich mal die Primärwicklung durchmessen und mit den Werten vergleichen, die Detlef gemessen hat. Ich werde dann auch mal noch den Vorschlag von Hardy ausprobieren und die Hochspannungsspule wieder ausbauen. Mit Glück steigt dann die Boosterspannung wieder an.
Trotzdem wäre es nett wenn du nachschauen könntest, ob du noch so einen ZT hast, denn ich befürchte schlimmes.

Grüsse
Fabian
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#6
Hallo Fabian,

du brauchst die Sek. Spule nicht ausbauen, den Draht von der Wicklung ablöten reicht.
Ich glaube bei einem Windungsschluß ist eine Ohmsche Messung nicht unbedingt zielführend.
Schlüsse von einigen Windungen reichen aus. Testmittel wäre ein Windungsschlußprüfer.
MfG
Hardy Miersch
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#7
Nabend,

bei Windungsschlußverdacht muß die Hochspannungsspule unbedingt vom Zeilentrafo demontiert werden, denn auch wenn die Anschlüsse nicht verbunden sind, wirken ja einzelne Kurzschlußwindungen durch die magnetische Flußverkettung eben als solche !

Man könnte den Windungsschluß auch indirekt mittels Stroßerregung nachweisen, aber das ist zu unsicher. 
Gerade der Fall vor einiger Zeit mit dem GRUNDIG hat gezeigt, daß der Ausbau der H-Spule zu eindeutigen Ergebnissen führt.
Ist ohne Hochspannungswickel die Boosterspannung hoch genug und auch nach längerer Zeit (20...30min) stabil, kann von defektem Wickel ausgegangen werden, wenn es mit Wickel nicht so war. Durch die veränderte Resonanz (fehlende kapazität der Hochspannungsspule) sind die Daten ohne Wickel leicht verändert, aber trotzdem arbeitet die Hochspannungsstufe samt Ablenkung recht gut und stabil.

Gruß Ingo
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#8
Hallo,

Vorhin habe ich die Primärspule durchgemessen. Im Beitrag zum Kurfürst F44 von Detlef sind glücklicherweise die Widerstandswerte notiert worden. Zwischen e und dem Bildbreitenschalter sollten es ja ca. 10,5 Ohm sein. Leider sind da bei mir gerade einmal 5,5 Ohm.  Zwischen d und e ist noch alles in Ordnung, denn dort kann ich den gemessenen Widerstandswert nachmessen, aber zwischen d und dem Bildbreitenumschalter liegt ein Kurzschluss vor.
Der Zeilentrafo hat da wie es aussieht da definitiv einen Windungsschluss.

Grüsse
Fabian
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#9
Messungen mit dem Ohmmeter sind am Zeilentrafo (Primärwickel) nicht sehr aufschlußreich. "Kurzschluß" kann einige Windungen bedeuten, Windungsschluß auch nur einer oder weniger Windungen führt zum Totalausfall der Zeilenendstufe, ist aber nicht mit dem Ohmmeter meßbar, Widerstandsänderung ist zu klein für eindeutige Beurteilung.

5 statt 10 Ohm beim Hochspannungswickel ist aber schon starker Indikator für fortgeschrittenen Windungsschluß, aber nur ein Indiz !

Dynamische Prüfung des Primärwickels in der Schaltung ist besser und fast immer hat man so ein eindeutiges Ergebnis. Manchmal sieht man es auch in der Primärwicklung funken oder sie erwärmt sich übermäßig. Bei starkem Windungsschluß mit stationärer Nichtfunktion der Zeilenenendstufe ist das optisch auch an verformter...verschmorter Primär-Wicklung sichtbar.

Gruß Ingo
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#10
Hallo,

vorhin habe ich den zeilentrafo ohne Hochspannungsspule eingebaut und es noch einmal versucht. Leider hat das auch nichts gebracht. Die Boosterspannung ist unverändert und nach ein paar Minuten wird die Wicklung sehr warm.

Grüsse
Fabian
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#11
Morgen,

dann hat der Zeilentrafo mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Windungsschluß auf der Primärwicklung, das kommt zwar seltener vor als bei der H-Spule, aufgrund der mehreren kV Impulsspannung ist es aber doch recht häufig..

Die Abstandsplättchen wurden beim Zusammenbau des kerns wieder ordnungsgemäß montiert ? Die sind sehr wichtig.
Wenn ja, liegt der Fehler zu > 99% an der Trafowicklung.

Gruß Ingo
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#12
Hallo,

die Abstandsplättchen habe ich wieder so montiert, wie ich sie beim Zerlegen vorgefunden habe. In der Arbeit haben wir ein Gerät mit dem man Übertrager von Schaltnetzteilen auf Windungsschlüsse prüfen kann. In diesem habe ich heute einmal den Spulenteil gemessen, der nur 5 Ohm hat. Das Messgerät hat angezeigt, dass dort ein wirklich Windungsschluss vorliegt.

Grüsse
Fabian
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#13
Hi Fabian,

dann die komplette Primärwicklung des Zeilentrafos mit etwas „Gefühl“ abwickeln und die Windungszahlen und dennWicklungsaufbau merken, so dass dies trotz des mit 2K-Epoxydharz „verkleisterten“ Wickels noch möglich ist. Dann wieder mit gleichwertigem Draht und Isolierfolien komplett selber wieder neuwickeln. Das geht sogar von Hand, da es nicht sehr dünne Drähte und auch nicht sehr hohe Windungszahlen sind.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#14
Guten Abend,

vor ein paar Tagen habe ich versucht den Alten Zeilentrafo vorsichtig abzuwickeln und mir dabei die Windungszahlen zu merken. Glücklicherweise hat das gut funktioniert, da ich nur die Hochspannungsspule mit Epoxytharz eingestrichen habe. Als ich dann bei der Wicklung zwischen PY81 und PL36 angekommen bin, fand ich ein paar Lagen an zusammengeschmorten Windungen. Leider war es nicht möglich diese in irgendeinerweise zu trennen, da diese komplett mit Wachs umgeben waren.

In der Zwischenzeit konnte ich einen Zeilentrafo ZTR12 auftreiben, der für eine MW43-80 geeignet ist, einen ZTR012. Dieser hat auch die Selbe Eingangs- , Booster- und Hochspannung  wie der Graetz Zeilentrafo. Leider fehlt diesem Ersatztrafo die Hilfswicklung, wie sie der Graetz Trafo hat zur Stabilisierung der Hochspannung und für die Dunkeltast Pulse beim Zeilenrücklauf.

Mir ist jetzt die Idee gekommen die 28 und 63 Windungen mit 0,3 mm Draht, welche die Hilfswicklung hatte, einfach als Zusatzwicklung auf die Primärwicklung des ZTR012 draufzuwickeln.
Könnte das so Funktionieren?

Grüsse
Fabian
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#15
Hallo Fabian,

die Hilfswicklung(en) kannst Du problemlos selbst aufbringen ! Am Besten etwas entfernt von dem Primär- und Hochspannungswickel aber auf jeden Fall Separat, ggf auf einem selbstgebastelten kleinen Spulenkörper ... je nach Situation. Beim "einfach auf die Primärspule draufwickeln" könnte es Spannungsprobleme geben, die Außenseite auch des Primärwickels hat schon eine recht hohe Spannung (5kV Impulsspannung, wie an der Anode der PL36) , dort kann es mit aufgebrachter Hilfswicklung zu Sprühen und späterem Wärmedurchschlag kommen, das ist sogar sehr wahrscheinlich !!

Du kennst ja die Windungszahlen, trotzdem vielleicht prüfen, ob die neu aufgebrachte Wicklung die richtigen Impulse liefert:

Welche Impulshöhe wird benötigt ? Das geht meistens aus dem Schaltplan hervor. Man kann so mit 5...6 Vss je Windung rechnen. 
Im Zweifelsfall könnte man auch mit einer Teswicklung (10 Windungen) prüfen, bei kenntnis der erf. Windungszahl auch gleich diese realisieren und messen..

Wichtig ist auch die richtige Impuls-Polarität. Der Zeilentrafo erzeugt ja im Wesentlichen eine Rücklaufspitze (siehe Oszillogramme im Plan), die pos oder neg gerichtet sein kann.

Gruß Ingo
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#16
Hallo Zusammen,

inzwischen habe ich den Zeilentrafo soweit umgebaut, dass er in den Graetz Fernseher passt. Dazu wurde ein kleiner Spulenkörper angefertigt, den ich auf dem Ersatzzeilentrafo befestigt habe. Auf diesen wurden dann die hilfswicklungen gewickelt. Die Anschlüsse für die Ablenkspule wurden im Fernseher auch noch dementsprechend angepasst und ageschlossen.

Das Ergebnis ist folgendes: 
   

Der Fernseher bringt endlich ein Bild, leider ist das noch ein wenig zusammengestaucht. In der Glasskala gibt es zwei Öffnungen, einmal für die Bildbreite und für die Linearität Oben. Diese beiden regler wurden ja zerlegt, da diese sich überhaput nicht mehr bewegen ließen. Das Bild ist auch nicht über den gesamten Bildschirm gleichmäßig hell ausgeleuchtet worden Nach dem Einstellen der Regler in der Glasskala und der Ionenfalle, ist das bild sogar wieder richtig gut geworden.

   

Ein Problem hat der Fernseher noch und zwar, wenn man die Helligkeit verstellt, wirkt der Regler wie eine "Zoom - Funktion". Das muss aber auch noch zu finden sein.

Grüsse
Fabian
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#17
Noch was, Die Boosterspannung beträgt genau das Selbe, wie von Graetz angegeben, und zwar ziemlich genau 750V.

Grüsse Fabian
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#18
Wenn der Helligkeitsregler die Bildgröße ändert, ist meistens die Hochspannungsgleichrichterröhre verbraucht.
Übrigens, im Graetz Service-Vademecum 2 ist ein ZTR67/500 als Ersatz angegeben.
Der läßt sich durch einen ZTR023 ersetzen.
Leider hab ich keinen Scanner parat, sonst würde ich das anhängen.
Gruß Gerrit
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#19
Nabend,

ein tolles Ergebnis, Glückwunsch ! Ein richtig schönes Bild ! Der Aufwand hat sich gelohnt.

Gruß Ingo
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