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Grammophon - Georg Nöhter aus Berlin
#21
Hallo, Spezialisten,
erst die Antwort an Thorsten - der Teller dreht geräuschlos deswegen bin der Meinung, dass mit der Feder alles soweit OK ist.
NUR - wie viel Umdrehungen darf man den Kurbel drehen? Bis Anschlag? Ich habe 50 Umdrehungen gedreht und er hat noch viel Potential.
Des war die einfache Frage.

Nun Sad ,
heute sind die Nadel angekommen. Habe sofort eine eingesetzt und ran. Leider gleich die Enttäuschung. Der Ton kommt sehr laut raus, aber der Tonkopf folgt Die Rille nicht, sondern dreht an einer Stelle. Gestoppt. Man merkt schon dass der Tonarm sich währt, läuft nicht leicht und geschmeidig, sondern hängt. Ich habe die ausgebaut und festgestellt, dass es zwischen den Halter und Tonarm keinen Lager oder Ähnliches zum gleiten gibt. Ich denke da fehlt was. Aber besser von den Bildern entnehmen, denn ich besxhreibe wahrscheinlich nicht so deutlich:
   
   
   
   
   
   
Offensichtlich werde ich nicht das Glück haben die Platte zu bespielen. Sad Sad Sad Sehr traurig.
Na ja, dazu noch eine kleine Macke entdeckt, aber die ist nicht Spielentscheidend.
   

So, liebe Freunde, jetzt hoffe ich auf eure Expertise.
Gruß,
Ivan
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#22
Im Prinzip ganz einfach. Es ist ein Fliehkraftregler, die drei Gewichte auf dünnen Federblechen werden bei Umdrehung nach außen gedrückt. Je schneller desto weiter. Dabei wird diese Bremsscheibe mit zum Anschlagfilz gezogen.
Die Bremsscheibe ist eigentlich keine Bremsscheibe, sondern eine Druckplatte die nur bis zum Anschlagfilz kommt.
Der ja verstellbar ist. Je weiter die Gewichte durch die Fliehkraft nach außen gedrückt werden umso langsamer wir die Drehgeschwindigkeit. Der Anschlagfilz reguliert nun, wie weit diese Platte an das Filz gedrückt werden kann.
Wenn die Platte nun den Filz erreicht hat, bleibt die Geschwindigkeit dann konstant.
Diese Platte muss absolut sauber und glatt sein, sonst kann es ruckeln und kommt zu unerwünschten Geräuschen.
Fett sollte da nicht drauf sein, einen kleinen Tropfen harzfreies Öl geht aber.
Wenn eine platte beim Abspielen ohne Geräusch von statten geht, würde ich da nicht machen. Scheint wohl mal revidiert worden zu sein. Das andere Fett im Getriebe ist nicht hinderlich. Kann st du so lassen.
Nur auf der Welle des Fliehkraftreglers sollte Fett nur am Zahnrad sein.
Habe immer soviel Arbeit, dass ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#23
Hallo, Frank,
ich glaube ich kann dich nicht richtig verstehen. Das Problem ist, dass der Tonkopfarm sich in die Halterung sehr schwer dreht. Ich denke, dort fehlt was oder die Teile sind aus verschiedenen Systeme und passen nicht zueinander. Die Halterung hat nur zwei Schrauben (Bild 1 und 2) und sonst kein Auflager. Die Tonarm hängt in dieser Halterung.
Die Tonarm hat so ein Schlitz oder Verjüngung, Die Halterung nur die zwei Schrauben.Etwas passt nicht zusammen.
Gruß,
Ivan
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#24
(02.04.2024, 15:57)navi schrieb:
...NUR - wie viel Umdrehungen darf man den Kurbel drehen? Bis Anschlag? ..

Im Prinzip: Ja. Allerdings würde ich kurz vorher aufhören, das heißt, sobald man merkt, daß das Aufziehen deutlich schwerer geht.


(02.04.2024, 15:57)navi schrieb: ....aber der Tonkopf folgt Die Rille nicht, sondern dreht an einer Stelle. Gestoppt. Man merkt schon dass der Tonarm sich währt, läuft nicht leicht und geschmeidig, sondern hängt. Ich habe die ausgebaut und festgestellt, dass es zwischen den Halter und Tonarm keinen Lager oder Ähnliches zum gleiten gibt. Ich denke da fehlt was.


Nur Mut, Ivan, das ist reparierbar. Offenbar verkantet sich der Tonarm in der schwarzen Trichteraufnahme.  Soweit ich das Prinzip verstehe, sitzt das silberfarbene Ende des Tonarms in der schwarzen Aufnahme, die den Trichter trägt. Damit der Tonarm nicht herausfällt, werden die seitlichen Schrauben eingedreht. Diese greifen in die Rille des silbernen Tonarmendes. Ein Kugellager gehört dort nicht hin, das muß ohne laufen, darf aber geschmiert werden. Wenn es dort hakt, dann hängt die Sache.

Nun kann es sein, daß der ersetzte Motor samt Plattenteller etwas zu tief sitzt, also tiefer als der Originalmotor samt Plattenteller. Das ist nur eine Mutmaßung. Dann kann die Chose verkanten.
Genausogut können die seitlichen in das schwarze Aufnahmestück gedrehten Schrauben die falschen sein, das sehe ich auf dem Foto nicht genau. Meines Erachtens müssen dort Schrauben hinein, die an ihrer Spitze ballig (rund) geformt sind, keinesfalls jedoch gerade abgeschnitten sind.

Abhilfe:
Nadel entfernen, keine Platte auflegen, aber den Tonarm einbauen. Nun kannst du von Hand probieren, ob sich der Tonarm leicht und ruckfrei in seiner schwarzen Aufnahme bewegen lässt. Dann merkst Du, ob und wo es hakt. Die seitlichen Schrauben dürfen natürlich nicht fest geknallt werden.

Probier's mal.
_____________

Gruß
klaus


Was ich geschrieben habe, darf widerlegt werden.
Was ich nicht geschrieben habe, braucht nicht widerlegt zu werden.


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#25
Wenn die beiden Schrauben richtig nachgezogen sind - nicht zu viel und nicht zu wenig, läuft es. Habe gerade beiden Seiten problemlos bespielt. Der Ton ist erstaunlich gut. Wahrscheinlich ist die Platte noch neu.
Vorsichtshalber ein kurzes Video:
Gruß,
Ivan
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#26
Das klingt für ein so altes Grammo fantastisch gut! Das muss aber an der Schalldose liegen, die sehr, sehr gut sein muss, um die hohen Töne so gut wiedergeben zu können.

Ich hab den Thread erst jetzt, nach der Osterreise gelesen: Normalerweise lässt sich bei diesen Grammophonen die Trägerplatte oben mitsamt der Mechanik abschrauben. Da müssen oben Holzschrauben sein, wenn man die herausdreht, kann man die Grundplatte (Holz), mitsamt dem Motor herausnehmen und warten. Die Böden bei diesen Geräten waren meist genagelt und/oder geleimt.

Aufziehen mache ich immer bis zum gefühlten Anschlag und dann sollte der Motor eine Plattenseite problemlos schaffen, bei Deinem Motor mit Doppelfeder sogar 2 Plattenseiten, oder eine große Schellackplatte, wie sie oft bei Klassik ist.

Da hast Du ein echtes Schätzchen ergattert, in diesem Alter und Zustand oft um 500 bis 800 Euro gehandelt. Klar kann es sein, dass der Motor mal getauscht wurde, aber das Teil läuft gut.

Wie ich sehe, hast Du jetzt auch einen Rollator, in Rosa ... aber ist der nicht ein bisschen zu klein für Dich? Big Grin
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
Die einzige, falsche Entscheidung die du treffen kannst ist, keine Entscheidung zu treffen.
Ich bin nicht DICK, ich bin nur zu KLEIN für mein Gewicht  Big Grin
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#27
Ähm Sorry, ich bezog mich auf die Frage von Klaus #19

Hinter die Funktionsweise der Bremse in Bezug auf ihren Verstellhebel bin ich noch nicht gekommen,
Habe immer soviel Arbeit, dass ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#28
Wenn mit Bremse die rechte Regelung gemeint ist: Diese sollte mit einem Gestänge, mit dem Fliehkraftregler, also der von Frank genannten Bremsscheibe gekoppelt sein und mittels Filzbestücktem Hebel, mehr- oder weniger auf die Bremsscheibe drücken. Dadurch sollte sich die Geschwindigkeit justieren lassen, da auch je nach Alter, nicht alle Schellacks in der exact gleichen Geschwindigkeit aufgenommen wurden. Damit kann man das nach Hörgefühl anpassen.

Die Tellerbremse auf der linken Seite wird von Hand bedient, um den Teller am Drehen zu hindern, bis man fertig aufgezogen hat, oder eben um am Plattenende die Drehung zu stoppen. Dieses Grammo hat noch keine Abschaltmechanik. Der Hebel sollte mit Federdruck gegen den Plattenteller Rand drücken und über eine Hemmung auch offen stehen bleiben, wenn der Hebel nach hinten gezogen wird.
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#29
Super, dass das Grammophon jetzt läuft! Smiley20 

Bei meinem Trichtergrammophon musste ich auch dafür sorgen, dass die Tonarmmechanik gereinigt und neu geölt wird, so dass der Tonarm ohne Widerstand der Nadel folgen kann.

Viel Spaß mit dem Teil!

Viele Grüße
André
12 Singles müsst ihr sein, sagt mein HARTING 45T / 45P / Vagabund, und dann geht es rund!
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#30
Hallo Ivan,

herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Grammophon
und dazu noch ein historisches Gerät und kein "Indien-Nachbau".
Ich bin erstaunt, dass der Klang noch so gut ist!
Da scheinen ja Glimmer und Gummidichtung in der Schalldose,
noch in Ordnung zu sein...

Viele Grüße,
Rolf
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#31
Na Glimmer kann doch nur physikalisch kaputt gehen, das würde man sehen - oder?
Die Gummidichtung würde ich auf jeden Fall prüfen, die gibt es ja für Pfennige zu kaufen. Und wenn die alte schon ein bisschen ausgehärtet ist, dann bringt der Tausch nochmal eine nette Klangverbesserung.
Gruß,
Uli
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#32
Guten Morgen,
ich möchte mich bei allen Euch bedanken. Ohne eure Unterstützung hätte es viel länger gedauert.
Mich wundert nach wie vor, dass es keine ordentliche Lagerung der Tonarm gibt, aber offensichtlich soll es so sein. Ich habe schlicht allen Ölreste an der Verbindung entfernt und blank, nur durch vorsichtiges Justieren der beiden seitlichen Schrauben in Leichtgang gebracht.
Der Hebel links dient nur als Bremse. Der Hebel rechts ist mMn am Ende der Feder angeschlossen. Der regelt die Geschwindigkeit.
In Bezug auf die Schalldose -.in der Tat ist die Gummi am Rande etwas verhärtet. Ich habe diese reichlich mit Glyzerin behandelt und dann abgewischt. Ob das geholfen hat weiß ich nicht.
Jetzt wird nach passendem Platz gesucht...und nach passenden Platten auch - wenn die Nachbarn hören, soll es wenigstens angenehm sein. Smile
Gruß,
Ivan
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#33
Hallo Navi
 
Georg Nöhter wahr laut meiner Suche im Internet kein Hersteller, sondern
ein Fachgeschäft für Grammophon, Platten und Walzen
Das passt auch besser zu dem Zeitschriftenausschnitt, den Du gefunden hast.

Also nicht Hersteller, sondern Fachgeschäft.

Nette Grüße - Alfons
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#34
Hallo, Alfons,
die Vermutung lies ich schon in meinem ersten Beitrag offen - ob er Hersteller und Händler oder ausschließlich Händler ist, konnte ich nicht weiter beim recherchieren finden. Auf das Gehäuse ist nur sein Schild.

Gruß Ivan

P.S. In Berliner Handelsregister ist zu Finden Georg Nöhter Sprechmaschinnen 1912.
https://digital.zlb.de/viewer/!image/344.../LOG_0031/
Der fünfte von oben nach unten, rechts.

.pdf   34457317_1925_00000404.pdf (Größe: 1,18 MB / Downloads: 7)
Gruß,
Ivan
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#35
Guck mal HIER oder auch HIER beispielsweise.
Wenn Du denselben Schlauch als "Schalldosen Dichtung" kaufen willst, zahlst Du 20€ für 1/2m oder so.
Die haben echt einen Schaden...
Aber für die dreifuffzich würde ich garnix mit Glycerin abwischen Wink
Gruß,
Uli
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#36
Ja, Uli,
hier spricht bestimmt die Erfahrung. Auf die Idee wär ich nie gekommen, hätte eher nach irgendwelchen passenden Ringe gesucht.
Gruß,
Ivan
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#37
Die Erfahrung hab ich auch nur hier aus dem Forum (und bei meinem Grammophon erfolgreich umgesetzt).
Bin nicht sicher, aber glaube, die Idee ist ursprünglich von Anton?
Gummiringe würde nicht funktionieren, das würde alles viel zu steif und hart machen - man muss schon Schlauch nehmen.

Für die Tonarmlagerung: Die Schrauben vorne dünn schleifen und runde Kappen aufsetzen, ggfs ein Kunststoff mit geringem Reibwert. Teflon? Evtl wäre auch 3D Druck eine Idee, das Zeug ist ja schön hart.
Gruß,
Uli
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#38
Diese Ventilschläuche verwende ich zwar auch, aber die Idee dazu stammt nicht von mir, hab ich auch nur abgekupfert Big Grin
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
Die einzige, falsche Entscheidung die du treffen kannst ist, keine Entscheidung zu treffen.
Ich bin nicht DICK, ich bin nur zu KLEIN für mein Gewicht  Big Grin
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