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Ludewig Schatulle ?
#41
Habe jetzt mal im Radio einen Kondensator gewechselt, da es doch zu wenig Höhen brachte, das bekannte Knistern war nicht zu hören. Habe jetzt anstatt einen 100pf einen 1000pf eingelötet. Jetzt ist der Klang perfekt.
Was sagen die Profis, kann man das so ohne bedenken hier machen?

   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#42
Hallo Frank,
das ist was für mich.

Die Struktur ist eine frequenzabhängige Gegenkopplung von der Anode der Tetrode zur Anode der Triode der ECL11.

Sie ist recht aufwändig konzipiert und hat einen fest eingestellten Zweig oben, der mit 200K+1M die Grund-GK festlegt und mit dem 250p gegen Masse die Höhen aus dem Zweig kurzschließt, also weniger stark gegenkoppelt. Dies bewirkt eine kräftige Höhenanhebung. Der 100pF in Serie macht genau das Gegenteil, der lässt die tiefen Frequenzen nicht durch, so dass diese weniger stark gegengekoppelt werden, was eine Tiefenanhebung bewirkt.
Du siehst bei einer Gegenkopplung muss man exakt andersrum (entgegen sonst) denken. Das braucht Übung, macht aber Spass.

Der untere Parallelzweig ist steuerbar.
Die 2 in Reihe geschalteten Kapazitäten wirken als 250pF im Längszweig (verursachen eine etwas weiter nach höheren Frequenzen hin gefasste Bassanhebung), wenn das 1M Poti den vollen Widerstand hat.
Mit dem 50k Widerstand wird stark gegengekoppelt, so dass der obere festeingestellte Zweig wenig Wirkung hat.
Ist Das Poti gegen Masse gestellt, wird der gesamte untere Zweig beinahe unwirksam und der obere festeingestellte Höhen-Bass-Anhebungszweig wird voll wirksam.

Ich hab das mal simuliert:
   

-->oben die Schaltung (horizontal gespiegelt) -->Quelle ist links und entspricht der Anode derTetrode (rechts im Schaltbild)
-->unten links: Poti R4 hat 1M: ein beinah linear verlaufender Frequenzgang über fast 60dB mit kontinuierlicher Anhebung nach tiefen Frequenzen hin
-->unten rechts: Poti hat Masse: unterer Zweig wird nahezu unwirksam, aber jetzt kommt die Höhenanhebung des oberen Zweiges zur Geltung.

Die Höhen werden also durch den C=250p gegen Masse im oberen Zweig "gemacht".

Das nächste Bild zeigt den Frequenzgang wenn der 250p defekt ist und das Poti auf Masse steht:
   
Du siehst, die Höhen werden nun stark gegengekoppelt und sind also weg.

Nun zu deiner intuitiv-akustischen Manipulation, die gar nicht schlecht ist.
   
Mit dieser Maßnahme hast du den oberen Zweig bassanhebungsmäßig geschwächt (zu gunsten der Mitten), so dass scheinbar die Höhen besser übertragen werden.
Allerdings wurde dieser Frequenzgang mit intaktem 250pF simuliert, so dass eine rel. steile Bandsperre resultiert, die gut klingen könnte, da sie nur ein schmales Band um 800Hz dämpft, während Bässe und Höhen stark hervortreten.
Der 250pF ist aber wahrscheinlich kapazitätslos und dann sieht das auch nur noch so aus:
   
Jetzt erhältst du eine breite Mittendämpfung und ab ca. 10kHz brizzeln deine vermissten Höhen ein wenig.

Ist schon spät... muss morgen (heute) früh raus (Ferien sind vorbei!).
Fazit: Tausch den 250p im oberen Pfad und ersetze den 1nF wieder durch den 100p. Dann erhältst du den Frequenzgang nach Bild #1 unten rechts mit kräftiger Bassanhebung, gedämpften Mitten und brillanten Höhen.

Viele Grüße
Stephan
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#43
Holla Stephan,

das ist ja eine komplette wissenschaftliche Abhandlung, super! Wobei Du oben, wenn ich es richtig verstanden habe, nur den Frequenzgang der Klangregelnetzwerke darstellt. Weil die in der Gegenkopplung sind muss man sich das Ganze zusätzlich invertiert vorstellen. Diese Klangregelnetzwerke sind wirklich nicht ohne, und Du hast eindrücklich gezeigt wie selbst ein kleiner, unscheinbarer Kondensator das ganze Ergebnis versaubeuteln kann!

Gruß,
Eric
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#44
Recht vielen Dank für die Ausführung, die ich als Laie zwar sehr gut lesen kann aber nicht so richtig verstehe. Mir fehlen eben die Grundkenntnisse dazu. Zumindest schön, das ich mal gar nicht so schlecht war und noch ein relativ gutes Gehör habe. Bin eben der Bastelnde Praktiker, der gerne mal Experimentiert. Aber das Forum ist ja für alle da und sicher lesen es ja auch andere die da mitgehen können. Das ist ja auch der Sinn des Forums, sonnst könntest du ja mir auch eine Mail schreiben.
Ja die Bässe sind schön da geblieben, mehr dürfte es auch nicht sein. Ja die Mitten habe gefehlt, wie du richtig geschrieben hast. Den 250 pf habe ich getauscht, allerdings gegen zwei in Reihe 470pf, sodas ich , gemessen, 220 pf habe. Die Anderen sind auch alle gewechselt worden und durch Styroflex ersetzt worden.
Warum habe ich den so ersetzt, ganz einfach. ich habe das radio in Betrieb gehabt und dann an einen der vorhandenen Kondensatoren eben einen weiteren 470pf Styrofex parallel angehalten. Eine hörbare Änderung habe ich aber dann nur bei diesem 100pf Kondensator gehabt. Da es besser wurde habe ich dann einen 1000pf genommen, der passte dann eben zu meinem Gehör sehr gut.
Ich weis, es ist nicht die feine fachmännische Art, aber viele Wegen führen ja zum Ziel und Schaden kann es ja keinen Anrichten.
Also danke nochmal.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#45
Hallo Gegenkoppler,

beide Zweige sind frequenzabhängig und ergeben den in Bild1 abgebildeten Frequenzgang.
Links unten:
  • Poti (R4) aufgedreht (1M)-->besonders unterer Zweig mit starker GK und begrenzter Tiefenanhebung (2*500p in Reihe=250p) wirksam (60db quasi linear)
  • Oberer Zweig aufgrund der schwächeren GK nicht stark wirksam
Rechts unten:
  • Poti (R4) 0 Ohm, Masse --> unterer Zweig kaum wirksam, nur schwacher Tiefpass der beiden jetzt nach Masse geschalteten 500p. Keine GK im unteren Zweig!
  • Dafür aber festeingestellte GK im oberen Zweig voll wirksam und somit die besprochene Höhenanhebung durch 250p gegen Masse und Tiefenanhebung durch 100p in Reihe
Das Poti steuert also die Balance zwischen den beiden Zweigen und deren typischen Verhalten.

Während immer Bassanhebung vorliegt, kommen bei kleiner werdendem Poti immer mehr Höhen dazu. Die Mitten sind immer nahezu gleichbleibend im Ü-Kanal vertreten.

Das ist übrigens eine sehr wirksame GK, die in meinem Schaltbild des AT462W so nicht auftaucht. Dort ist eine wesentlich einfachere GK gezeichnet.

@Frank: Kannst du die Quelle nennen?

Grüße,
Stephan
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#46
Gut, dann werde ich es jetzt so lassen.

Meinst du das Schaltbild ? Da habe ich ein zweite funktionstüchtiges Gerät im meinem Minimuseum stehen, dort ist der Plan unten auf der Bodenplatte aufgeklebt. Diese scanne ich dann immer für die Unterlagen.
Ich verbalste nur Radios wenn ich ein Zweitgerät übrig habe. Smile und es nicht anders geht. Smile

Den Plan kannst du bekommen, sende mal deine E-mail-Adresse per pn.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#47
Hallo Frank,

unsere Beiträge haben sich überschnitten. Meine letzte Post bezog sich auf Erics Kommentar (außer das @Frank...).

Zu deiner letzten Post, die quasi zeitgleich gesendet wurde:
Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du den 250 durch 2*470p_Reihe, alle anderen durch Styroflex ersetzt.
Ist nun der 100p zurückgebaut worden, oder immernoch der 1n drin?

Warum gönnst du uns allen nicht ein Scan deines AT426W mit Supergegenkopplung?

Gruß,
Stephan
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#48
Hallo Frank und Mitwirkende,


habe doch die gleiche Schaltung. Meine war nur anders gezeichnet, so dass ich den Zweig mit dem Poti als normale Klangblende interpretierte. Das ist aber definitiv auch eine Gegenkopplung (solange das Poti nicht nach Masse schließt), wie man gut auf deinem Bild erkennt.
Habe beide Varianten in eine pdf gesetzt und sogar das Bode-Diagramm des Frequenzganges an der Schwingspule gefunden und hinzugefügt.


.pdf   EAW AT462W.pdf (Größe: 304,54 KB / Downloads: 28)


Das deckt sich schön mit der Simulation (Bild1). Man muss es nur gedanklich vertikal spiegeln...

Gruß,
Stephan
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#49
Ja der 1000pf ist noch drin.
Hier mein Plan zum Radio.

   

Ich werde es aber jetzt so lassen.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#50
Morgen Morningstar,

na klar, entscheidend ist der subjektive Höreindruck. Wenn man außerdem mit dem Lötkolben umgehen kann, so wie wir alle hier, lässt sich das Gerät durchaus personalisieren.
Demgemäß hast du bei "voller Höhenstellung" den Frequenzgang aus Post#42, Bild3 und dieser überzeugt durch klare Höhen ab 5kHz und ordentlicher Bassanhebung bis 150Hz. Das klingt bestimmt prima.

Eine Anmerkung: Lt. Plan ist im AT ein Spartrafo eingebaut. Die Anodenspannung wird direkt aus dem Netz gewonnen. Damit liegt wie in allen Allströmern im ungünstigen Fall die Netzspannung auf dem Chassis und so auch an der TA-Buchse.
Die Ludewig-Schatulle ist sicher berührungssicher gebaut. Aber wie sieht es aus, wenn eine andere Tonquelle (Smartphone, Notebook, E-Gitarre...) angeschlossen werden soll. Hast du das in Erwägung gezogen oder bleibt der AT nur der Verstärker für die Schatulle?

Viele Grüße

Stephan
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#51
Ja, das Radio bleibt nur im Schrank der Schatulle drin stehen. Es kann niemand dort eingreifen. Ein Betrieb findet auch nur durch mich statt. Andere können es auch gar nicht, weil sie nicht wissen wie das ganze funktioniert.
Die Kondensatoren zur Masse sind auch erneuert worden ( 1000Volt). denke mal das es so bleiben kann.
Trotzdem danke für den Hinweis mit dem Spartrafo in dem Gerät, andere lesen ja auch den Beitrag und wissen es jetzt auch. Smile
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#52
Nach sehr langer Zeit habe ich nun endlich denn fehlenden Knopf zurecht gedreht.
Das Rändeln hat mein Sohn Ralph in der Firma übernommen. Die mussten da als Übung
mit einem Rändelwerkzeug arbeiten, das passte ganz gut. Selber kann ich sowas nicht auf meiner kleinen Maschine
nicht machen. Das Werkzeug hätte ich auch nicht dazu.

Kaum von Original zu unterscheiden. Ich habe zwei gemacht, da das Original aus Messing ist.
So fällt es weniger auf.

   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#53
Mensch, Mensch, Frank, die sind aber toll geworden. Gratuliere! Wirklich nicht vom Original unterscheidbar.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#54
Hallo Anton, meine Schulden sind ja beinahe älter als die Braunkohle. Es geht um das Auflagegewicht von 28p für das TAKS 0150. Ich nehme an, dass ich es der Seite http://www.oldtimeradio.de/abtastsysteme.php entnommen habe.

Gruß Klaus
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#55
Ahh, vielen Dank Klaus!
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#56
Fast hätte ich es vergessen. Ich habe in das Radio, welches ja nur mit der ECL11 arbeitet, einen richtigen Trafo eingebaut.
Also gibt es keinerlei Bedenken mehr, das es zu Problemen mit dem Strom geben kann.
Nun ist es kein Allströmer mehr. Smile
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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