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Allwellenempfänger Dabendorf 1340.5A1
#21
Hallo,

ich mache mal mit meinem "Kanonenofen" weiter.

Hier noch ein Foto vom verlöteten Skalenband. Die Lötstelle ist fast nicht zu sehen:


.jpg   DSC01125.jpg (Größe: 404,85 KB / Downloads: 527)

So, wie es aussieht, wird das Band vermutlich doch nicht mehr lange halten. Dann kommt stattdessen die Stahllitze rein.

Wie vesprochen, möchte ich noch einiges zum Antrieb zeigen, der wirklich tricky und spielfrei ausgeführt ist.

Das erste Foto zeigt schlicht und einfach nur noch einmal das, was ich als Schlitten oder Zeigerschlitten benannt habe. Er steht am linken Anschlag:

   

Das folgende Bild nun zeigt den Weg des Antriebes. Also das, was passiert, wenn man "kurbelt":

   

Die Drehbewegung der Kurbel geht über die beiden Kegelräder K1 und K2 auf das Schrägzahnrad Z1 und eine Reibekupplung (!). Ach ja: sollte ich nicht korrekte Begriffe verwenden, so dürft Ihr sie selbstverständlich gern behalten. Wink

Läuft aus irgendwelchen Gründen der Antrieb fest, zum Beispiel, wenn das Skalenseil zu fest gespannt wurde (!) oder wenn der Zeigerschlitten einfach nur wegen Schmadder oder sonstwas festsitzt, so drehen sich zwar weiterhin die Wellen, auf denen die Kegelräder sitzen, aber die Reibekupplung trennt jetzt das Schrägzahnrad Z1 von der Drehbewegung ab.

Somit gehen wir nun über das Chassis und schauen aufs nächste Foto. Ich habe versucht, sinnvoll zu benamsen:

   

Das unter dem Chassis sitzende und um 90 Grad gedrehte Schrägzahnrad Z1 treibt nun Z2 an. Z2 sitzt auf einer Welle, auf der zwei Kegelräder und ein Schneckenrad sitzen. Das Schneckenrad hat zwei gegenläufige Gänge. Die Kegelräder treiben die auf ihren (gegenläufig rotierenden) senkrechten Wellen sitzenden Rollen 5 und 1 an (zu den Rollen siehe im Thread oben!), sowie den Drehko. Das war's hierzu.

Z2 wiederum treibt Z3 an. Und das ist nun der absolute Hit: Z3 selbst treibt nichts weiter, das Zahnrad ist nur dazu da, den Rechts- und Linksanschlag des Zeigerschlittens zu begrenzen. Dazu hat es das aufgeschraubte Segment und Z2 hat dazu die gut sichtbare Schraube. Und nun geht es los. Das Bild zeigt den Zeigerschlitten am linken Anschlag, quasi exakt am linken Ende des waagerechten Skalenstriches.

Dreht man nun den Zeiger (Schlitten) von links nach rechts, so rotieren, angetrieben von Z1, Z2 und Z3 wie im folgenden Foto gezeigt:

   

Ich habe die Drehrichtung mit den zwei schrägen Pfeilen gekennzeichnet. Das Geniale ist nun, dass sich beide Zahnräder mit mehr oder weniger gleicher Drehzahl drehen, aber dabei nie die Schraube von Z2 das Segment von Z3 berührt! Die laufen den gesamten geraden Zeigerschlittenweg ständig aneinander vorbei, immer und immer wieder - solange, bis der Zeigerschlitten seinen Weg beendet hat und am rechten Ende des waagerechten Skalenstriches landet, also am rechten Anschlag. Jetzt trifft das Segment an seinem rechten Ende wieder die Schraube und es schlägt an:

   

Sry, aber ich bin hemmungslos begeistert über diese Technik und den Gehirnschmalz, der dahinter steckt. Smile

Gruß Michael
Penthode?
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#22
Hallo Michael,

ja, ich lese hier auch von Anbeginn mit. Tolle Arbeit die Du machst, auch mit der Dokumentation!
Die faszinierende, aufwändige und liebevolle Mechanik konnte ich schon bei der Vorstellung von Franks Gerät bewundern.

Die Kupplung heißt übrigens Rutschkupplung, die Wellen mit den Kegelrädern Königswellen.
Das Mysterium um Z2 und Z3 lässt sich nur damit erklären, dass diese beiden Zahnräder unterschiedliche Zähnezahl haben, und sich dadurch erst nach mehreren Umdrehungen wieder "treffen".

Was mich aber wundert, ist die Tatsache dass der Antrieb bis zum Drehko nicht wirklich spielfrei ausgelegt ist.
Da ist zum einen das Zahnflankenspiel, also die Tatsache dass die Zahnräder immer etwas Spiel zwischen den Zahnflanken haben bzw. brauchen. Das wird üblicherweise bei solchen Abstimmantrieben dadurch behoben dass das Zahnrad auf der ersten Welle ein klassisches Zahnrad ist, dessen Gegenpartner auf der anderen Welle aber zweigeteilt: Ein Teil ist starr mit der zweiten Welle verbunden, der andere Teil des Zahnrades aber drehbar auf der Welle und über eine Feder vorgespannt gegenüber dem starren Zahnrad. Dadurch wird das Zahnflankenspiel eliminiert, hast Du sicherlich schon gesehen.
Ist hier bei den Königswellen aber nicht zu sehen. Zusätzlich müssen bei schrägverzahnten Rädern die Achsen absolut ohne Axialspiel gelagert sein, das sonst zusätzlich zu Totwinkel beiträgt.

Bei den Kegelrädern, die die Wellen des Skalenbandes antreiben, scheint aber für Spielfreiheit gesorgt zu sein. Für mich sieht es so aus, als wären die zweigeteilt. Ein Kegelrad sitzt vermutlich fest auf der Welle, das andere Kegelrad ist mit einer Feder gegenüber dem ersteren vorgespannt. Vielleicht kannst Du meine Vermutung ja nachprüfen.

Gruß,
Eric
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#23
Super Vorstellung, hätte ich nicht besser machen können. Ja das Spiel, ich habe etwa 2 Grad Spiel am Drehknopf. Also ganz frei ist es bei mir nicht. die langen wellen sind absolut spielfrei, sehr genau gearbeitet.
das mit der Rutschkupplung wuste ich noch nicht, ist mir auch bisher noch nicht aufgefallen, da meine wahrscheinlich fest ist. Muss ich mal schauen wie das bei meinem Gerät aussieht.
Ich muss meinen Skalenzeiger noch mal nachstellen, da im Geschlossenen Zustand es um etwa einen Strich auf der Skale abweicht. Leider muss dazu die Frontblende wieder runter.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#24
Hallo zusammen,

und herzlichen Dank für Eure Hilfe. Rutschkupplung - oh Mann, na klar! Smiley26

Eric, ich schaue mir das mit den Kegelrädern mal genau an!

Heute habe ich mich der Wiederherstellung des Lautsprechers gewidmet.

Der Zustand des war desolat, hier noch einmal das Foto:

   

Die verzogene Membran löste sich ab, die Schwingspule kratzte. Was also tun? Neuen, passenden Lautsprecher besorgen oder diesen bedauernswerten Gesellen wieder aufbauen? OK, HiFi soll hier nicht rauskommen, zu verlieren habe ich bei dieser "Papptröte" auch nichts, aber ich kann ein originales Stück Geschichte vor der Tonne bewahren, wenn ich ihn wieder hinkriege!

Ich habe mir überlegt, wie damals solche Lautsprecher montiert wurden.

Zuerst wurde der Magnet, bestehend aus der Polplatte mit seinem Kern, dem eigentlichen Ringmagnet und der gelochten Polplatte montiert. Das ist nur mit Hilfsmitteln zu bewerkstelligen, weil der Kern sonst durch die starke Anziehungskraft sofort und so gut wie unverrückbar an den inneren Lochrand der Polplatte gezogen wird. Also muss der Kern mittels Pappe, Pertinax o.ä. auf Abstand gehalten werden, so dass ein gleichmäßig breiter Spalt (zwei schöne, konzentrische Kreise) entsteht. Die drei Schrauben, die den Ringmagneten und die beiden Polplatten zusammenhalten, müssen gut festgezogen sein!

Anschließend wird der Magnet an den Korb montiert, danach wird die Membran mit ihrer Schwingspule säuberlich verklebt. Bestehende Unsicherheiten bzgl. der Mittellage der Schwingspule im Spalt lassen sich mit den beiden Zentrierschrauben seitlich ausgleichen. Die Einbaurichtung des Ringmagneten ist egal: der Pluspol, also der Anschluß, bei dem sich die Membran künftig nach vorn bewegt, lässt sich mit einer Flachbatterie schnell ermitteln und wird später mit einem Farbklecks gekennzeichnet.

Also los geht's - der Lautsprecher wird komplett demontiert, gereinigt und neu geklebt.

Die Membran ließ sich leicht von ihrem kläglichen Rest der Veklebung lösen und der Magnet ließ sich fix abschrauben und in seine Bestandteile zerlegen. Zum Vorschein kamen Dreck, Rostkrümel und sechzig Jahre Innenleben:

   

Kein Wunder, daß die Schwingspule kratzte!


   

Ich habe zunächst die Schwingspule sorgfältig und vorsichtig mit einem in Ballistol getauchten Wattetupfer gereinigt, so daß sie nun wieder sauber ist und frei von kratzenden Dreck- bzw. Rostkrümeln. Die Rostkrümel... So sah der Kern der unteren Polplatte aus:

   

Mit Naßschliff habe ich den Kern wieder blank gemacht, ebenso die Innenseite des Loches der oberen Polplatte, anschließend habe ich mit Ballistol gereinigt und konserviert. Nach dem Zusammenbau des kompletten Magneten sieht der Spalt für die Schwingspule nun wieder so aus:

   

Es sieht schlimm aus, aber die Großaufnahme täuscht. Korrosion ja, aber kein loser Rost mehr. Diese Seite ist nachher ohnehin nicht mehr zu sehen, da sie mit dem Korb verschraubt wird. Die Hauptsache ist, dass der Spalt vollkommen sauber ist, so dass nun die Schwingspule darin ordentlich laufen kann.

Die gereinigte Schwingspule, die von losen Kleberresten peinlich gesäuberte Membranunterseite, sowie der gesäuberte Korb des Lautsprechers sehen nun so aus:

       

Der Magnet war schnell wieder montiert. Und nun klebte ich die Menbran vorsichtig wieder ein. Prima: Trotzdem die Membran noch verzogen ist, läuft die Schwingspule schon mal deutlich sauberer als vorher. Schnell noch die beiden Litzen von der Schwingspule wieder mit dem Korb verlötet und die beiden seitlichen Zentrierschrauben wieder gesetzt, aber noch nicht angezogen.

Jetzt wird erst einmal die Membran zum Trocknen des Klebers vorsichtig in ihren Korb gepresst:

   

Gruß Michael
Penthode?
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#25
Hallo Eric,

die beiden Kegelräder sitzen jeweils fest auf ihren Wellen.

Gruß Michael

PS: Anbei die neueste Version des überarbeiteten Schaltplanes. Bitte alle vorigen Versionen als ungültig betrachten.


.pdf   Schematic_Dabendorf_1340.5A1.pdf (Größe: 679,26 KB / Downloads: 48)
Penthode?
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#26
Super, was du da machst.
Ich bin ja immer noch dabei meine Antennen unter dem Dach zu legen. 40 Meter Langdraht und eine Mini Whip habe ich schon. Jetzt kommt noch eine 5 Meter lange senkrechte Antenne dazu.
Wenn ich dann soweit bin, suche ich dann noch einen Satz neue Röhren für das Gerät.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#27
Ein paar neue Röhren bräuchte ich irgendwann auch. Die 5Z4 hat einen gesprungenen Sockel (Ersatz mit GZ34 müsste gehen, sofern es die 5Z4 nicht mehr gibt). Dann ist bei einer der 6SK7 ebenso wie bei der 5Z4 der Führungsstift unten abgebrochen - fehlt schon von Anfang an, liegt nicht im Gerät... Die kyrillisch beschrifteten Stahlröhren hätte ich auch gern gegen welche von HF oder OSW mit Glaskörper getauscht. Mal schauen, wo es ein paar Ersatzröhren gibt.
Penthode?
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#28
Als wir unseren Lautsprecher verlassen haben, war er in der Trockenpresse.

Die Membran ist gut angeklebt. Nun habe ich die beiden Schrauben der Zentrierspinne angezogen und dabei die Membran vorsichtig justiert. Siehe da - sie läuft nun vollkommen geräuschlos. Smile

Wir erinnern uns - so sah unser' Lautsprecher vorher aus:

   

Mit dem zwischenzeitlich angefertigten, papiernen und "teegeäitschten" Logo sieht er nun so aus

   

und wartet auf seinen Wiedereinbau. Vorher wird noch seine dünne Stoffhülle vorsichtig gewaschen.

Zeit, sich um das (neudeutsch) "Baffleboard" (jau, da kömmt der E-Gitarrist in mir durch  Cool  ) zu kümmern. So sah es aus:

   
   

Was tun? Neuanfertigung? Ja, habe ich aus 19mm starkem MDF gemacht - aber erst einmal nur als Rohling. Da ich so original, wie es geht, restaurieren möchte, habe ich zusätzlich gepuzzelt...

   

...geleimt und gepresst...

   


...und so schaut unser fertiges Puzzle, Verzeihung, die vorsichtig verschliffene Lautsprecherbefestigung wieder aus, die sich auf dem MDF-Rohling räkelt:

   

Gruß Michael
Penthode?
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#29
Hallo,

Schaut man sich den RX auf dem Arbeitstisch einmal an, so sieht man zwei mit einem Pfeil markierte Skalen. Eine davon ist bereits mit einem digitalen Neuentwurf ausgestattet, um Farbe und Gestaltung zu testen. Die andere liegt abgeschraubt vor dem Chassis. Zu den Skalen selbst äußere ich mich gesondert!

   

Zunächst habe ich alle Skalen abgeschraubt. Man sieht schön die unter den Skalen liegenden Schwingkreissegmente für die einzelnen Wellenbereiche:

   

Ich habe das Porzellan der Schaltsegmente, sowie die Kontakte mit Alkohol gereinigt. Wieder gingen bergeweise Wattestäbchen drauf. Nach der Reinigung kam der obligatorische dünne Auftrag von Wellenschalteröl "D" auf die Kontakte.

Die roten Markierungen (Pfeil) kennzeichnen den eingeschalteten Seenot-Wellenbereich. Die Markierung brauche ich, um mich später schneller zurecht zu finden, um praktisch von vorn die richtige Skala ihrem zugehörigen Wellenbereich zuzuordnen, der oben im RX geschaltet ist. Ein roter Permanentmarker genügt.

Beim Umschalten und Reinigen der Schaltsegmente fiel mir ein wackelnder, loser Kondensator auf, der nur noch mit einem Beinchen an der Lötöse eines Schaltkontaktes verlötet war. Hätte ich ohne Abschrauben der darüberliegenden Skala nie gefunden! Schaltet man den Wellenbereichsrevolver zu ruckartig um, so federt er ziemlich hart ein. Die Folge ist ein heftiger Ruck, den dieser Kondensator ziemlich erschüttert zu spüren bekam - hier hatte sich offenbar ein Anschluß gelöst oder er war abgerissen.

Löst man die Schraube S (siehe Bild oben), so kann man das komplette Segment herausnehmen. Tricky: die eingekreiste Position rechts hält das Segment und gleichzeitig die rechte Schraube der Skala.

   

Den losen Kondensator habe ich mit einem Pfeil markiert.

Auf dem nachfolgenden Fot sieht man den Schaden, ich habe ihn eingekreist: Der Spulenanschluß von Sp 107, der hinten liegende gelbe Draht (feine Litze) ist durch die Erschütterungen abgerissen und liegt unter dem Beinchen des Sikatrop.

   

D.h. Ausbau des Kondensators, Herstellen eines neuen verzinnten Anschlusses für die Spule, Anlöten des Kondensators. Und damit hier dauerhaft Ruhe ist, werde ich künftig ohnehin nicht nur vorsichtig schalten, sondern ich habe den Kondensator mit diesem Anschluß mit einem elastischen Kleber auf die darunterliegende Pertinaxplatte geklebt.

Das folgende Foto zeigt noch einmal das Segment von einer anderen Ansicht.

   

Gruß Michael
Penthode?
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#30
Dein Arbeitsplatz ist ja schick! Meeeeeeehr Bilder Smile

Die Restauration machst du auch sehr schön. Der Bericht lässt sich gut lesen. Danke!
Viele Grüße, Mark

Radioten aller Länder, vereinigt euch!
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#31
Oh ja schöne Bilder, da muss ich ja mal bei meinem Gerät schauen, ob unter der Skale alles noch am rechten Platz ist.
Meine Skalen Beschriftung für die Seenot Welle ohne Striche in Rot.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#32
So, ich schrieb, dass ich mich zu den Skalen gesondert äußern wollte.

Ansicht einer der Skalen gefällig? OK, hier, bitte sehr:

   

WTF...??? Smiley26   Smiley53

Ja, weg sind sie, auf Nimmerwiedersehen. Naß abgeschliffen, der letzte Feinschliff fehlt hier bewußt noch...

Aber ich habe ja die digitalen Vorlagen, die ich hüte! Und mit denen arbeite ich nun. Bei den Originalskalen begann ohnehin das Abblättern der Farbe...

Eine Anmerkung zu den drei folgenden Bildern: Ich habe sie aus meinen Word-Arbeitsvorlagen über PDF in JPG gewandelt. Dadurch leidet die Qualität der Darstellung. Das Umwandeln habe ich aber nur gemacht, um hier das Prinzip meines Vorgehens zu verdeutlichen. Im Original drucke ich direkt aus Word: das Druckbild ist gestochen scharf.

Zwei der abfotografierten Skalen sehen im Word jetzt beispielsweise so aus:

   

Das, was ich im Folgenden in wenigen Sätzen beschreibe, ist vom Tun her eine abendfüllende Angelegenheit.

Die Skalen werden nicht "mal eben einfach so" abfotografiert. Ich richte dazu meine Kamera winklig genau aus, vermeide Verzerrungen durch das Objektiv. Ich arbeite hierbei grundsätzlich nur mit Stativ und genügend hellem, schattenfreiem, diffusem Tageslicht bei optimaler Blende(nleistung des Objektivs, nicht bei maximaler Blende).

Die Fotos werden nach Beschnitt anschließend im MS Word als Grafik aufgespannt. Nicht nur 1:1, sondern das muss so peinlich genau wie irgend möglich geschehen. Dazu dient ein vorheriges exaktes Vermessen bestimmter Bereiche der Skala. Ist alles probegedruckt, vermessen und korrigiert, so wird die Grafik anschließend leicht ausgeblendet, so dass sie nicht zu sehr stört und auf diese Grafikunterlage zeichne ich ganz normale Striche drauf, die ich einfüge. Bzgl. der Strichstärke bedarf es Erfahrung, damit das später alles gut ausschaut, ebenso bzgl. der Auswahl der Schriftarten und -stärken. Zwischenzeitliches Sicherheitsspeichern der verschiedenen Arbeitsstände ist Pflicht.

Wenn man so will, reproduziert man quasi 1:1 auf die Grafik als Vorlage die gesamte neue Skala:

   

Mittels des 0,01cm-Rasters im Word kann man mit Copy & Paste beim Zeichnen und Setzen der Skalenstriche extrem genau arbeiten. Ich behaupte, das geht ordentlicher, als es das Skalenbild jemals vorher war. Inwieweit die originale Eichung stimmt... Tja, hier verlasse ich mich nun auf Denjenigen oder Diejenige, die dazumals die Skalen gezeichnet hat. Sollte wider Erwarten eine Eichung nicht oder nicht mehr stimmen, so ist das Schöne daran, dass ich mir eine Skala mit korrigierter Teilung nach neuer Eichung jederzeit neu anfertigen kann.

Ich habe eine Weile gesucht, für diese Skalen eine geeignete Schrift zu finden (freies Platzieren mittels farbloser Textfelder). Ist alles abgestimmt, immer wieder probegedruckt, vermessen, verglichen, auch farblich korrigiert und angepasst, dann wird zum Schluß die Unterlage, also die Originalgrafik, einfach gelöscht und übrig bleibt die neue Skala. So sehen zwei der Skalen dann zum Beispiel aus:

   

Jaaa, ich weiche vom Original ab, zugegeben.  Tongue   Wink


Zum einen kann ich im Vergleich zum Original - und das ist hier das Schöne - zusätzliche Ziffern einfügen, die vorher gar nicht drauf waren. Das erleichtert das Ablesen. Desweiteren habe ich den untenliegenden Frequenzbereich etwas dichter an den darüberliegenden Meterbereich herangezogen - das gefällt mir besser. Und ja - zwar habe ich nie die Originale gezeichnet, aber da ich das ganze nun quasi digital restauriere, erlaube ich mir, mein Logo mit aufzubringen, um mich hier zu verewigen... Witzigerweise wirkt es hier übertrieben stark, aber es fällt tatsächlich im originalen Druck kaum auf. Das ist beabsichtigt, denn das soll es sinnigerweise auch gar nicht - es ist auf den gedruckten Skalen, ähnlich wie ein Wasserzeichen, fast nicht zu sehen.

Die digitalen Druckvorlagen sind alle gut gespeichert (Wie stets bei einer Restauration eines alten Amps oder bei solchen Radio-Projekten fertige ich ohnehin eine CD dazu. Sie beinhaltet Fotos, Unterlagen, quasi die "Wiederauferstehung" des Gerätes).

Der Druck erfolgt auf selbstklebendem Papier. Es ist ziemlich dick und - wichtig (!) - nicht durchscheinend.

Analog verfahre ich mit der Skala des Meßgerätes. Gern kopiere ich dort abfotografierte Originallogos des Herstellers mit ein. Die reproduzierte Skala wirkt anschließend um so authentischer.

Gruß Michael
Penthode?
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#33
Machst dir ja ganz schön Mühe für das Gerät, finde ich super.

Ja kann man mit Word gut machen. Für Skalenbeschriftungen nehme ich lieber selbst klebende Folie für Tintenstrahldrucker. Laser Drucker habe ich nicht. Man kann aber mal bei einem Grafikdesigner eine
Kopie fertigen lassen. Die haben bessere Auflösung und bessere Farben, die nicht lichtempfindlich sind.
Ist auch nicht so teuer. Für ein A4 Blatt habe ich 8 Euro bezahlt. Die Vorlage sollte aber dann 1:1 in PDF vorliegen.
Ein Versuch wäre es aber Wert, denke ich.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#34
(25.04.2016, 19:12)Morningstar schrieb: ...Man kann aber mal bei einem Grafikdesigner eine Kopie fertigen lassen. Die haben bessere Auflösung und bessere Farben, die nicht lichtempfindlich sind...

Völlig richtig. Hier sind den individuellen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Man kann auch, wenn man das möchte, Skalen aus Emaille herstellen lassen; sieht klasse aus, ist technisch präzise möglich, kostet nur etwas. Wer hier kostengünstige Connections hat - warum nicht? Mal schauen, ob ich meine Papierskalen dann noch mit farblosem Lack übersprühe. Letztendlich wird das Gesamtbild des RX entscheiden, ob die Skalen im Layout so bleiben, oder ob ich sie nicht doch lieber mit reinweißem Untergrund und ohne Logo fertige...

Daher sind nun die digitalen Vorlagen, die abfotografierten Skalen, am allerwichtigsten - ich hüte sie quasi als "Master" sorgsam!

Zum Ende der Woche ist geplant, die Gehäuseteile vom Sandstrahlen abzuholen. Oha, ich bin schon ganz gespannt...

Gruß Michael
Penthode?
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#35
Original sind die Skalenhintergründe mit einem matten Lack eingesprüht.
Nicht umsonst ist das Skalenschutzglas zum öffnen gedacht. Dort konnte man dann sich eigenen Markierungen mit einem Bleistift auf die Skale setzen. Diese konnte auch wieder mit einem Radiergummi wegradiert werden.
Bin auch am überlegen die abzuscannen.

Danke für den Hinweis mit der Rutschkupplung, bei mir war sie fest. Jetzt habe ich sie erstmal gelöst.
Wenn ich mal viel Zeit haben baue ich mal diese gesamte Mechanik auseinander, die ist sehr verharzt.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#36
Das Skalenschutzglas nebst Rahmen fehlt mir komplett. Da muß ich schauen, ob und wie ich das ersetze. Vielleicht mit einem Rahmen aus Edelholz, schön schmal gehalten, darin das Glas. Mal sehen. Das ist noch ferne Zukunft. Die Sandstrahl-Firma ist noch nicht fertig - ich bringe ihr M3-Schrauben, die die empfindlichen Gewinde in der Alu-Front schützen sollen, wenn es gestrahlt wird. Mal schauen, ob ich am Wochenende dazu komme, die Skalen aufzukleben und mich der Skala des Meßinstrumentes zu widmen.

Gruß Michael
Penthode?
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#37
Hallo zusammen,

heute habe ich nicht allzuviel gemacht. Eine meiner E-Gitarren wartet darauf, wieder mit ihrer Elektronik bestückt zu werden - diese Arbeit geht vor. Smiley53

Nichtsdestotrotz habe ich die neuen, gedruckten Skalen auf ihre Unterlagen geklebt.

So sah eine der Skalen vorher aus:

   

und so sieht sie jetzt aus (im Original feiner als im Foto):

   

Das Logo ist so gut wie nicht zu sehen und so soll das auch sein.

Inzwischen habe ich im Empfänger alle Stirn- und Schneckenräder, sowie alle Lager und die Gleitbahn des Zeigerschlittens mit einem guten Gleitöl bestrichen. Wenn ich später die Skalen einbaue, so möchte ich nicht mehr mit Öl hantieren, um zu vermeiden, daß es versehentlich auf das Papier gelangt.

Fix habe ich noch das Meßinstrument auseinander genommen. Ich möchte mich in bekannter Manier dem nächsten "Patienten" widmen. So sieht die ausgebaute Skala aus:

   

Bereits das Auflegen der Skala zum Fotografieren auf einen Untergrund genügt schon, daß sich die Farbsplitter ablösen...

Gruß Michael
Penthode?
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#38
...so dass die Skala im Streiflicht der Sonne schnell so aussah:

   

Wat n' Glück, die vorherige Aufnahme ist ja schon im Kasten. Smiley53

Das digitale Retuschieren gestaltet sich etwas fummelig, da die Skala insgesamt ja nur 3,5 cm im Durchmesser hat. Da kommt man selbst mit einem 500fachen Zoom im Word nicht ganz sooo sauber hin. Im folgenden Bild habe ich die nächsten Schritte nur angedeutet. Durch das Umwandeln in ein .jpg sieht man hier wieder die Qualitätsabstriche, die es aber nur in diesem Bild hat:

   

Fertig sieht das Ganze so aus:

   

Wieder ein kleines Stück weiter! Smile
Penthode?
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#39
Erst die Großaufnahme zeigte es: Der Abstand links vom Skalenstrich der 50 ist schmaler als rechts. Siehe Pfeil:

   

So konnte ich das nicht lassen. Ich habe die Teilung überarbeitet und sie anschließend zusammen mit ihren Ziffern noch etwas heruntergezogen. So sieht's jetzt aus und so ist's gut:

   
Penthode?
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#40
Heute war nur weitere Kosmetik dran. Ihr merkt es sicherlich schon: ich habe es nicht explizit erwähnt, aber erst ist die meachanische Restauration dran, anschließend die elektrische. Ich hoffe, mit der Mechanik niemanden zu langweilen.

Ich habe diejenigen Bepper für die Bauelemente wieder angebracht, die sich beim Putzen abgelöst hatten. Erzeugen mit Word, Druck auf selbstklebendem Papier, das Gelb ist absichtlich etwas heller ausgefallen. Oben waren es die Bepper für die Lampen, hinten die für die Röhren, seitlich und unten die für diverse Baulemente:

   

Ich kann Euch sagen: das Ausschneiden mit Augenlupe und Nagelschere, dann das Ablösen des Kleberschutzpapieres mit dem Skalpell und das anschließende Aufkleben ist "Hardcore"... Big Grin

   

Auch die Rückwand mit ihren Öffnungen für die abzugleichenden Spulen kam dran, denn hier war vorher nichts dran:

   
Penthode?
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