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CTC Replicator Dual 3D-Drucker Anfängerhilfe
#1
Guten Tag zusammen,

der Anfang im 3D-Druck ist oft schwer und man steht oft vor einem Berg an Dingen und Problemen, die es zu beachten gilt. Daher möchte ich mit diesem Thema eine Übersicht geben, die die ersten Schritte übernimmt und hilft, in das Thema rein zu kommen. Ich denke, sowas stößt auf großes Interesse.

Diskussionsthema: http://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=6383
Anregungen, Verbesserungen und Ergänzungen sind sehr erwünscht.

Ich werde das Thema bewusst sperren, um es übersichtlich zu halten. Weiter werde ich alle Erfahrungen von Usern hier im Forum sammeln. Das Thema wird dann von mir ständig erweitert werden.
Vielen Dank an dieser Stelle schon mal an laurel1 für die tatkräftige Unterstützung.


.jpg   ctc_klein.jpg (Größe: 48,52 KB / Downloads: 267)

Wie funktioniert es?
Fertige STL-Dateien (z.b. Thingiverse) in ReplicatorG oder MakerBot Desktop einlesen, Parameter anpassen, dann entweder per USB-Kabel mit dem Drucker verbinden und "online" drucken, oder konvertieren und per SD Karte auf den Drucker übertragen. Per Kabel ist es immer unsicher, tritt der PC in den Ruhezustand oder hängt sich auf, ist der Druck Ausschuß. Druck von SD Karte ist immer sicherer.

CTC Dual (Makerbot Clone) (348,-€, Ebay, Stand 09/16)

1. Schrauben nachziehen: Entweder alle Schrauben etwas nachziehen, gerade Gehäuse- und Stopper-Schrauben sind wichtig. Besser ist es sogar, die M3-Muttern gegen Vierkant-Muttern flach M3 zu tauschen. Ich habe 50 Stück bestellt, sollte reichen für Gehäuse und weitere.
Z.B. http://www.ebay.de/itm/161206933122?_trk...EBIDX%3AIT

2. Extruder und Filamenttransport reinigen. Mein Filamenttransport war irgendwie wie schon mal benutzt. Es war noch einiges an altem Dreck drin. Brösel, Grate, oder Abrieb können die Düse verstopfen.

3. Extruder-Feeder mit fester Rolle gegen einen mit Feder vorgespannter Rolle tauschen. Diese kann man sich selbst drucken, oder sich von jemandem dankenswerterweise drucken lassen. http://www.thingiverse.com/thing:231310
Das Gegenlager kann man gegen ein Kugellager 623ZZ tauschen, das gibt noch mehr Zug.

4. Aufnahme für Filamentspule drucken. Je besser die Spule läuft, desto besser funktioniert der Extruder. Bekommt der kein Material mehr, weil es irgendwo klemmt, gelingt der Druck nicht. https://www.thingiverse.com/thing:797624

5. Hinter den Lüftern zum Extruder sitzen je Extruder 2 weisse Distanzhülsen. Beim Demontieren kriegt man die kaum rein und bricht sich die Finger. Abhilfe schafft ein kleiner selbstgedruckter "Knochen"https://www.thingiverse.com/thing:547786
   

6. Unterm Rock am Mainboard habe ich alle verschraubten Kabelanschlüsse mit Aderendhülsen gecrimpt. Die Kabel sind verzinnt. Hier kann es sonst zu Verschmorungen kommen.
   

7. Beim Benutzen vom USB-Anschluss ist mir das USB-Interface auf dem Mainboard abgeraucht. Keiner weiß warum, es passiert und mein Fall ist kein Einzelfall. Also bitte ausschliesslich von SD-Karte drucken. Ein Firmwareupdate auf Sailfish hat bei mir allerdings per USB noch geklappt und ist auch nur per USB möglich. Nun muss ich damit leben, wenn ich kein neues Board bekommen sollte.
Edit: Nach Nachfrage beim Verkäufer bekam ich eine Nachricht, dass ich ein neues Board bekommen soll. Da bin ich gespannt (aus China).
Edit2: Ich habe bereits ein neues Mainboard erhalten.
   

8. Auswechseln der Endlager der Führung Z-Achse. Die gelaserten Endlager aus Sperrholz haben Spiel, dadurch wackelt das Bett. Hier kann man sich selbst neue Lagerungen drucken. https://www.thingiverse.com/thing:692085
   


9. Auf dem oberen Bild links unter dem Endlager der Führung Z-Achse sieht man eins der Lager für eine der Antriebsachsen Y-Achse. Auch diese sollte man hinzufügen. Dazu 4 Lagerböcke drucken und mit kleinen Kugellagern ausstatten.
http://www.thingiverse.com/thing:1609004
http://www.ebay.de/itm/351669403157?_trk...EBIDX%3AIT

10. Auf dem Extruder geht das Kabelpaket ohne Schutz nach oben weg. Um Kabelbrüche zu verhindern druckt man sich eine neue Deckplatte.
https://www.thingiverse.com/thing:340031
   

11. Für die Laufstange der Y-Achse gibt es spielfreie Lagerböcke. Diese kann man sich ebenfalls selbst drucken, brauchen aber dann noch etwas Nacharbeit in der großen Bohrung.
https://www.thingiverse.com/thing:1307045
   

12. Der Kabelbaum für den Endschalter X-Achse und den Stepper X-Achse ist ziemlich eng verlegt. Am Ende macht er einen engen Radius und ist beim Drucken immer in Bewegung. Ein Kabelbruch droht und ist auch schon vorgekommen. Dafür kann man eine Kabelkette machen, die das Kabel unten rum in einem grösseren Radius führt.
https://www.thingiverse.com/thing:975454

13. Für den Stepper der Z-Achse gibt es eine festere Gegenplatte. Das Sperrholz ist doch recht weich und nachgiebig.
https://www.thingiverse.com/thing:666081

14. Für den Kabelbaum am Extruder gibt es ebenfalls eine bessere Platte/Kabelfixierung.
https://www.thingiverse.com/thing:340031

15. Zusatzkühlung für PLA und Überhänge. Man braucht noch einen 40mm-Lüfter und einen Mosfet, sowie eine Klemme.
https://www.thingiverse.com/thing:1051172
http://www.reichelt.de/PAPST-414-F/3/ind...ET=500&
http://www.reichelt.de/IRC-IRF-Transisto...WKID=0&
http://www.reichelt.de/AKL-349-02/3/inde...AKL+349-02

16. Z-Achse Spindellager, bei mir hat das nicht gepasst. Man braucht noch ein Kugellager.
https://www.thingiverse.com/thing:582265

17. Festere Befestigung für den Stepper Y-Achsehttps://www.thingiverse.com/thing:650802

Falls jemand etwas hier hinzufügen möchte, bitte PN an mich. Anregungen, Verbesserungen und Ergänzungen sind sehr erwünscht.
Dieser Beitrag wird ständig erweitert.

Programme, die ich zum Drucken verwende:
Tinkercad, wenn ich etwas selbst konstruiere
Thingiverse, wenn ich Vorlagen verwende
Makerbot Desktop
Sailfish Firmware

Wenn man etwas konstruieren möchte, so verwendet man am Besten das browserbasierte Tinkercad oder das 123D Design von Autodesk, damit erstellt man sich eine STL-Datei oder man sucht sich Vorlagen auch in Form einer STL-Datei. Diese speichert man sich dann auf dem Rechner und verarbeitet sie mit dem sog. Slicer weiter, also ein Programm, welches das 3D-Modell in Schichten zerlegt um vom 3D-Drucker verarbeitet zu werden. Slicer wäre in dem Fall entweder ReplicatorG, was ich allerdings etwas lahm finde, darum habe ich mich auf Makerbot Desktop spezialisiert. Dieses Programm bearbeitet mir nochmals das 3D-Modell spezifisch für den Drucker, ich kann es quasi im virtuellen Druckraum anpassen, verschieben, skalieren. Hier nehme ich dann auch die Temperatur- und Fülloptionen vor, sowie die Einstellungen für das Raft oder die Stützkonstruktion, der sog. Support. Wenn ich damit fertig bin, konvertiere ich dann aus diesen Einstellungen und dem 3D-Modell eine X3S-Datei und schreibe diese auf die SD-Karte. Die Karte wird dann in den Drucker geschoben, wo ich dann die entsprechende Datei aufrufe und damit der Druckvorgang startet.

Geschwindigkeiten und Temperaturen:
PLA: Extruder 223°C, Bett 90°C, 20 mm/s bis max. 50 mm/s
Bei Überhängen langsam fahren, Sailfish lässt eine Geschwindigkeitsänderung während des Druckens zu, hier fahre ich 40%, je nach Grad des Überhangs. Externe Kühlung wichtig!
ABS: Extruder 255°C, Bett 125°C, 50 mm/s, externe Kühlung kann, muss aber nicht. Bei mir ebenso hilfreich bei Überhängen. Bei ABS muss auf Warping geachtet werden.

Getestete Filamente:
PLA: Bis jetzt habe ich gute Erfahrungen mit dem PLA-Filament, 1,75 mm, 1kg, von BQ gemacht. Amazon. (schwarz, weiß)
ABS: Auch hier bei Amazon das ABS von NuNus, 1,75 mm, 1kg (grau)
#2
Filament-Arten:

PLA
PLA ist ein synthetischer Biopolymer und gehört zu den Polyestern. Es wird aus Zuckerrohr oder Maisstärke hergestellt und ist unter bestimmten Vorraussetzungen biologisch abbaubar. Es stinkt nicht beim Drucken und ist nicht schädlich oder giftig.
PLA, Polylactide, ist gut für Anfänger geeignet. Es haftet gut auf dem Druckbett und ist sehr einfach zu verarbeiten. Bei PLA tritt kaum das gefürchtete Warping auf. Beim Druck sollte gut gekühlt werden. Die Druckbett- und Extrudertemperaturen sind niedriger als bei ABS. Die größte Schwäche von PLA, es wird ab 60°C wieder weich. Bei Zimmertemperatur ist es jedoch sehr stabil.

ABS
ABS, Acrylnitril-Butadien-Styrol, ist ein synthetischer Terpolymer. ABS ist für Anfänger weniger geeignet, da es sich nicht so einfach verarbeiten lässt. Es haftet wesentlich schlechter auf den gängigen Druckbettoberflächen und bei massiven Werkstücken tritt oft Warping auf. Auf eine externe Kühlung sollte daher verzichtet werden. Die Haftung auf dem Druckbett kann mittels "Blue Tape", also blauem Krepp, in Verbindung mit z.b. sparsam aufgetragenem Klebestift erhöht werden. ABS ist recht kompliziert zu drucken, ist aber nachher auch unempfindlicher gegen Hitze.


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