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UKW Untersatz Siemens Austria 547U
#1
UKW Untersatz

Hersteller: Siemens Austria (WSW)
Baujahr: 1953/54
Modell: 547U
Typ: UKW Nachrüstung
Stromversorgung: 220V Wechselstrom (ext. Trafo)
Röhrenbestückung: UB41, 3x UF80, UC92

Ich konnte ein sehr seltenes Stück Radiogeschichte erstehen. Der UKW Untersatz kann als Nachrüstung unter ein entsprechendes Radiogerät geschraubt werden. Dabei wurde es entweder an die Buchsen des TA Eingang gelegt, oder direkt im Radio angelötet.

   

   

Viel zu tun ist da nicht. Kaum Papierkondensatoren, fast nur Keramikröhrchen.

   

   

Auf der Rückseite findet sich eine Pertinaxplatine mit den Bananenbuchsen für eine UKW Antenne.

   

   

Die Stromversorung wurde am Trafo des Radios abgegriffen oder mit einem extra bestellbaren Trafo realisiert (in der Wechselstrom Version) oder über einen lieferbaren Vorwiderstand (in der Allstromversion) hergestellt. Die Stromversorgung kann über den eingebauten Netzschalter an der Seite des Holzgehäuses geschaltet werden. Unterhalb des Frequenzstellrades befindet sich noch ein Guggfenster, dahinter am Chassis befindet sich eine Glimmlampe, die als Netzkontrolleuchte eingesetzt ist.  

           

Bei mir soll der Untersatz später autark benutzt werden können. Also muss ich dann eine externe Spannungsversorgung bauen, in Ermangelung des nun wohl nicht mehr bestellbaren Netztrafos  Smile

Die UKW Abstimmung erfolgt über eine Mechanik vom Stellrad aus über einen Hebel zu zwei Tauchtrimmern. Habe ich so vorher auch noch nicht gesehen. Auf dem Bild sind die Trimmer einmal eingefahren und einmal ausgefahren zu sehen:

   

Die Firma Siemens Austria WSW, hatte offenbar nach 1945 nichts mehr mit der deutschen Siemens zu tun, trug aber noch einige Jahre den gleichen Namen Siemens S&H. So ganz habe ich mich in die Historie noch nicht eingelesen, aber die ersten Informationen die ich dazu habe, deuten darauf hin, dass Siemens WSW nach 1945 völlig eigenständig und unabhängig von Siemens in Deutschland war und auch erst nach dieser Trennung- und in den späten 50ger Jahren den Zusatz "WSW" bekam. Vor dem Ende des 2. WK gehörte die Fa. zur Siemens & Halske AG.

Der Aufkleber "Aga-Hazeltine" bestätigt, dass die Lizenzgebühr für die Nutzung der Neutrodyneschaltung gezahlt wurde. Seinerzeit hatte ein Professor Hazeltine für sich den Anspruch, diese Schaltung erfunden zu haben, trug sie als Patent ein und verlangte für die Nutzung von den Herstellern eine Lizenzgebühr.

       

Hier auch noch ein zeitgenössischer Prospekt, den ich per Zufall bei ebay kaufen konnte und die technischen Details:

   

   

   

   
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#2
Sicher, dass das in diese Kategorie sollte und nicht in die Gerätevorstellungen?  Smiley57

Auf jeden Fall ein interessantes Gerät, mal kein UKW-Einsatz, sondern ein Untersatz. Wusste nicht, dass es sowas überhaupt gab... Big Grin
Mir gefällts. Smiley14
MfG Christopher

"Baden-Baden, Beromünster, Paris, Rom... 
Eine ganze Welt ist auf der Skala des SABA-Empfängers vereint."
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#3
Schönes, seltenes Stück. Der Aufbau erinnert mich stark an meine Ukawette 555.
http://radio-bastler.de/forum/showthread...te#pid8209

Gruß Frank
sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit
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#4
Hallo Anton,

Na das ist aber wirklich ein schönes Gerät!
Ich wusste auch nicht, das es sowas gibt. Vorsatzempfänger ja, Einbaugeräte auch, aber zum drunterstellen...?

Auf jeden Fall reparieren/restaurieren!


Viele Grüße,

Axel  Smile
Womit fährt der Norweger zur Mittagspause?
...Na mit einem Fjord Siesta!
 Wink
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#5
Hallo Anton,

was für ein cooles Gerät. Sogar ein vollständiger 9-Kreiser Superhet mit Ratio-Detektor, der Empfang ist bestimmt gut. Die Hersteller waren sehr einfallsreich damals, was UKW anging.

Unbedingt restaurieren!!!
Viele Grüße
Bat Günther
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#6
(13.11.2016, 18:18)Kuli schrieb: Sicher, dass das in diese Kategorie sollte und nicht in die Gerätevorstellungen?  Smiley57

(13.11.2016, 18:49)Tubefan schrieb: Schönes, seltenes Stück. Der Aufbau erinnert mich stark an meine Ukawette 555.
http://radio-bastler.de/forum/showthread...te#pid8209

(13.11.2016, 19:53)Gartetalbahn schrieb: Hallo Anton, was für ein cooles Gerät. Sogar ein vollständiger 9-Kreiser Superhet mit Ratio-Detektor, der Empfang ist bestimmt gut. Die Hersteller waren sehr einfallsreich damals, was UKW anging.
Unbedingt restaurieren!!!

Ja Leute, restaurieren will ich das Gerät auf jeden Fall. Deshalb möchte ich ja auch eine eigene Stromversorgung für das Teil bauen und deshalb habe ich auch die Rubrik "Restaurierungen" und nicht "Vorstellungen" gewählt. Auch wenn es noch dauern wird, bis ich dazu komme. Aber dann ist der Anfang hier schon einmal gemacht.
Ja Frank, seit ich Deinen Beitrag zur Ukawette gesehen habe, bin ich davon infiziert. Die Ukawette habe ich mittlerweile auch, allerdings in desolatem Zustand und steht noch wartend im Regal.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#7
Sowas kannte ich auch noch nicht. Schönes Teil. Die Ukawette war mir ja bekannt, aber das es den Untersatz auch einzeln gab ist schon bewundernswert.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#8
Anton,
da ist ein geniales und besonders wertvolles Gerät in deine goldenen Hände gelangt.

Spannend die Neutrodynschaltung, welche durch die geschickte Gegenkopplung zur Verbesserung der HF Verstärker beitrug und damit wilde Schwingungen entfielen.
Wesentlich bessere Verstärkung, als beim Pendelaudion war das Resultat.
Auch andere liebevolle Details, wie auch die Stromversorgung recht universell gestaltet wurde.
Genial auch die Tauchtrimmer, selbige wurden in dieser robusten Bauart bei Siemens verbaut.

Mit Spannung erwarte ich den Bericht der Fertigstellung.
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#9
Das ist aber mal ein tolles Gerät. Das (ewige) Platzproblem lösen indem man den UKW-Teil einfach unter dem schon vorhandenen Radio plaziert. Ich finde das eine geniale Lösung; an Mangel an Kreativität und Einfallsreichtum haben die damaligen Entwickler und Ingenieure jedenfalls nicht gelitten im Gegensatz zu heutigem Einheitsbrei. Der Aufbau in Kammern war sehr übersichtlich und zur damaligen Zeit sicher auch als hypermodern zu bezeichnen. Technisch bestimmt ein besonderer Leckerbissen und als Sammlungsstück auch selten. Mir war sowas bis dato vollkommen unbekannt.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#10
Hallo Anton,

Donnerschlach, das sieht man nicht alle Tage! Sehr interessant. Was mir noch in den Sinn gekommen ist: Mit Entlüftung hat's das Gerät nicht so, es sei denn, es wurde mit Abstand zum Radio montiert. 27 Watt wollen ja irgendwo hin. Schön der solide und aufgeräumte Aufbau, nur die Tauchtrimmer-Abstimmung ist eigenwillig. Hoffentlich ist die sich bewegende Bandleitung flexibel genug.
Bemerkenswert ist noch der Jahrgang (lt. Schaltbild): 1953 gab es in D längst keine Vorsatzgeräte mehr, nur noch Einbauteile wie der Saba UKW SIII oder der Graetz 83. Da haben die Österreicher noch mehr an ihre Kunden mit Bestandsgeräten gedacht.

Gruß
Stefan
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#11
Machmal frag ich mich wo Anton diese Sachen immer sieht??? Das kannte ich auch noch nicht. Im Prospekt schreiben die das die Bodenplatte/Füße entfernt werden und das UKW Teil drunter geschraubt wird zu einer festen Einheit. Da wird die wärme unters Radio gehen?? Ist aber auch egal. Anton wird das schon wieder schön machen, da bin ich mir sicher. Der Trafo wird schwierig werden, bei 19V Heizspannung.
Viel Spass dabei Anton.
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#12
Jedenfalls kann Anton damit einem Platzproblem elegant aus dem Weg gehen,- er stellt das betreffende Radio einfach auf diesen "Untersatz" darauf (der Platz ist doch sowieso schon durch das dort bislang  befindliche Radio besetzt) und hat so 2 Geräte auf einem Stellplatz; man könnte das als "Stellplatzsharing" bezeichnen. Big Grin
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#13
Ja, um die Wärmeableitung habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Bei fester Montage unter dem Radio wurde dann die Bodenpappe entfernt und die Entlüftung ging durch das Radio. Da ich das Gerät aber flexibel einsetzen möchte, muss ich mir da noch etwas überlegen, wahrscheinlich Deckelplatte mit Abstandhalter zum Unterteil, so dass die Wärme seitlich oder rückwärts entweichen kann. Wäre machbar, wenn ich so einen schmalen Gitterstreifen, ähnlich wie die Hochtöner Austrittsöffnung bei Graetz Radios, verwende. Auf jeden Fall sollte man nicht versehentlich in das Gerät hineingreifen können. Das Unterteil soll dabei aber original bleiben.

Leider hat die Seltenheit auch ihren Preis. Ich hab schon richtig dafür bluten müssen, um mir das Teil kaufen zu können. Aber das ist mein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, was ich mir selbst gemacht habe Smile
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#14
(14.11.2016, 09:09)Dietmar schrieb: Der Trafo wird schwierig werden, bei 19V Heizspannung.

Hallo Dietmar, das habe ich jetzt nicht so ganz verstanden. Die Heizfäden hängen doch alle in Serie: 3xEF80 -> 60V, UC92-> 9,5V, UB41-> 19V. Macht zusammen 90 V.

Ja, so ein Netztrafo mit sek. ca. 220V, gezapft bei 90V wird wohl schwer zu finden sein. Dann vielleicht doch lieber die Allstromvariante. Da braucht man nur einen Heizungsvorwiderstand von 1,4kOhm mit 14W - habe ich hier in der Bastelkiste zu liegen.  Heutzutage wegen der um ~5% höheren Netzspannung vielleicht lieber 1,5 kOhm.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#15
Hallo Anton,

auch ich finde, dass das Gerät nicht nur einen hohen Seltenheitswert hat, sondern auch vom Aufbau her überzeugend ist. Wobei mir vor allem der "geradlinige" Aufbau des gesamten Empfangsteils mit den sauber getrennten Abschirmkammern sehr zusagt. Besonders weil diese auch zur Erhöung der mechanischen Stabilität beitragen. Und wie es aussieht ist das Ganze auch noch versilbert?

Also einfach ein tolles Gerät! Thumbs_up (sofortauchhabenwill!)

Nur habe ich ein Problem die von dir, Jürgen, angepriesene "spannende Neutrodynschaltung" ausfindig zu machen. Vielleicht könntest du verraten wo diese konkret versteckt ist und welche Bauteile daran beteiligt sind?
Du meinst doch nicht die Schirmgitterneutralisation der letzten ZF-Stufe?

Hallo Harald,

ich gehe einmal davon aus, dass du 3xUF80 meintest...
Freundliche Grüße, Peter R.
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#16
(14.11.2016, 21:45)sagnix schrieb: ich gehe einmal davon aus, dass du 3xUF80 meintest...

Oh, danke Peter. Ja, na klar, 3xUF80. Typischer Fall von Dreckfuhler.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#17
Man kann aber auch das Trafoproblem mittels eines entsprechend dimensionierten Wandlernetzteiles zu lösen versuchen. Man hätte auf diese Weise die erforderlichen Spannungen (Heizung und Anode) und müßte nicht überschüssige Energie in Wärme per Vorwiderstand umsetzen [der Planet ist doch schon aufgeheizt genug]. Inwieweit sich die Restrippel auf der Anodenspannung und der Heizspannung auswirken würden, weiß ich nicht. Ich habe sowas in Röhrenschaltungen bis dato noch nicht ausprobiert. Bei Transistorradios sind diese Schaltnetzteile jedenfalls nicht unbedingt empfehlenswert, weil das Pfeifen des Wandlers einfach immer durchkommt. Ich könnte mir also vorstellen, daß bei einem AM-Röhrenradio der AM-Bereich wegen dieses Schaltnetzteiles auch nicht so besonders glücklich sein wird; allerdings bei UKW ist AM ja zumeist auch nicht in Betrieb. Bei AM-Empfang müßte dann dieses UKW Untersetzteil komplett ausgeschaltet werden wegen solcher Störungen.
Vom Stilbruch einmal abgesehen weiß ich nicht, ob sowas grundsätzlich überhaupt machbar wäre und ob sich bei Machbarkeit auch die gewünschten Resultate einstellen bzw ob der UKW Empfang auch den zu erwartenden Eigenschaften des Unterbaugerätes entspräche.  Alles sehr hypothetisch eben mit sehr vielen wenns und abers.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#18
Hallo,
ich würde den Heizkreis an eine 110V - Trafowicklung legen.
Man muss dann nur noch einen Heizkreiskondensator,
von etwa 5µF, in Reihe schalten.
5µF MP Kondensatoren sind günstig zu bekommen...
Gruß
Rolf
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#19
Hallo Anton,

das ist ja ein sehr interessantes Teil! Die zweistufige ZF Verstärkung bringt sicherlich eine hohe Empfindlichkeit!

Zur Spannungsversorgung für die U Röhren: Ein weitere Idee ist, die Heizspannung vom Primärteil eines Trafo abzunehmen: Bei 220 V sollte am Abgriff für 125 V irgendwo 95 V abfallen. Das ist dann ähnlich wie beim Spartrafo. Ob allerdings die Leistung ausreicht, müsste ich mir noch überlegen.
Die Sekundärseite nutzt Du dann für die Anodenspannung.
Viele Grüße

Franz Bernhard

... und die Radios laufen nicht weg!

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#20
Zitat:Nur habe ich ein Problem die von dir, Jürgen, angepriesene "spannende Neutrodynschaltung" ausfindig zu machen. Vielleicht könntest du verraten wo diese konkret versteckt ist und welche Bauteile daran beteiligt sind?

Du meinst doch nicht die Schirmgitterneutralisation der letzten ZF-Stufe?

Hallo Peter,

nein die meine ich nicht, sondern die Röhre 3.
Dort bewerkstelligt ein Kondensator und der R 6 in der Kathodenleitung eine Gegenkopplung, welche die Rückkopplung weitgehend kompensiert.
Es gab noch aufwendigere Schaltungen mit variablen Induktivitäten.
Mir fällt da im Moment kein Empfänger zu ein.
Wir hatten in der Fachschule einen Lehrer, dessen Hobby waren Audion, ZF Verstärker, schlicht weg alles mit HF-Empfangstechnik.
Das war noch hängen geblieben, weil es eine außergewöhnliche Schaltung ist.

Auch der aufwendige mechanische Aufbau und Schirmung tragen mit bei.
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