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UKW Untersatz Siemens Austria 547U
#21
Hallo Jürgen,

Danke für deine Antwort.  Ich glaube du interpretierst etwas zu viel in die einfache und übliche R-C Kombination im Katodenkreis der UF80. Diese ist sowohl bei Rö1 (R1/C2) als auch bei Rö3 (R6/C12) in gleicher Funktion zu finden.

Die Katodenwiderstände dienen zur Gittervorspannungserzeugung (-2V) der jeweiligen UF80, damit sich ein definierter Arbeitspunkt einstellt. Jedoch wirkt dieser Katodenwiderstand, wegen der gleichzeitig über ihm abfallenden Signalspannung, als unerwünschte Strom-Gegenkopplung, welche dann einen ebenfalls unerwünschten Vertsärkungsverlust der betroffenen Stufe zur Folge hat.

Um diese Signalspannungskomponente unschädlich zu machen, wird der Katodenwiderstand kapazitiv überbrückt (C2/C12). Damit bleibt die Gittervorspannung erhalten, ohne eine Verstärkungseinbusse hinnehmen zu müssen.

Anders sieht es bei Rö4 aus, deren Katode an GND liegt und die UF80 daher keine definierte Gittervorspannung angeboten bekommt. Hier wird die Vorspannung, abhängig von der Größe des ZF-Signals mittels Gittergleichrichtung (Audioneffekt) gewonnen. Das für die Gleichrichter- bzw. Regel- Zeitkonstante zuständige RC-Glied ist R8/C15. Diese signalspannungsabhängige Gitter-Vorspannung trägt auch einen Teil zur Begrenzerwirkung der letzten ZF-Stufe bei.

Ich denke dieser „Mechanismus“ käme dem Hobby deines ehemaligen Fachschullehrers deutlich näher.
Freundliche Grüße, Peter R.
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#22
Hallo Peter,

du hast das wesentlich eleganter dargestellt.
An Röhre 4 erkenne ich das nun auch, wie eine Art Anlaufstromerzeugung für die negative Vorspannung.
Richtig ist, die Verstärkung durch die Kathodenbeschaltung in den ZF - Stufen wird dadurch klar definiert.
Ich habe das als mit bestimmendes System für die Unterdrückung wilder Schwingungen in Erinnerung .
Auch gerade die Schaltungen mit induktiven Kathoden.

Leider habe ich kein Buch gefunden, den Schröder habe ich leider entsorgt.
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#23
(15.11.2016, 15:26)Daniel schrieb: Ich habe das als mit bestimmendes System für die Unterdrückung wilder Schwingungen in Erinnerung .
Auch gerade die Schaltungen mit induktiven Kathoden.

Leider habe ich kein Buch gefunden, den Schröder habe ich leider entsorgt.
Hallo die Runde.
Vielleicht ist die Schaltung im Post 14 gemeint, nach der einst <eric>
gefragt hat.
http://radio-bastler.de/forum/showthread...e#pid50118

Oder auch diese:
DIRU hat im RMorg.diese Art von Neutralisation die kaum jemand kennt. am Beispiel einer Schaltung aus einer meiner Arbeiten (TS58) im Jobb erklaert.
http://www.radiomuseum.org/forum/neutralisation.html

mike
Klug ist jeder. Der eine vorher, der andere nachher.

mike Smiley43
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#24
(14.11.2016, 21:01)radioljub01 schrieb: Ja, so ein Netztrafo mit sek. ca. 220V, gezapft bei 90V wird wohl schwer zu finden sein. Dann vielleicht doch lieber die Allstromvariante. Da braucht man nur einen Heizungsvorwiderstand von 1,4kOhm mit 14W - habe ich hier in der Bastelkiste zu liegen.  Heutzutage wegen der um ~5% höheren Netzspannung vielleicht lieber 1,5 kOhm.

Wäre eine Alternative, wenn ich mich für eine externe Stromversorgung entscheide. So einen Vorwiderstand in das Kistchen einzubauen und dann zuzudeckeln, wäre wohl zu viel "Backofen", selbst mit Lüftungsschlitzen.

(14.11.2016, 21:45)sagnix schrieb: Und wie es aussieht ist das Ganze auch noch versilbert?

Davon gehe ich auch aus. Es wäre sonst wahrscheinlich nicht so schwarz angelaufen.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#25
Hallo, Anton,
ich schließe mich an - ein sehr nützliches Gerät, schlau durchdacht und bestimmt empfangsstark.
Ich poste unten eine bekannte Alternative - statt Widerstand eine C-Schaltung als Heizspannungsgewinner. Hat mich immer fasziniert, obwohl ich es noch nicht ausprobiert. Dann hast Du es nicht so heiß in der Kiste Smile.
Vielleicht hat jemand damit Erfahrunggemacht und kann was beitragen (oder erwidern).

.pdf   Heizvorkondensator.pdf (Größe: 22,69 KB / Downloads: 23)
Gruß, Ivan
Gruß!
Ivan
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#26
[Bild: attachment.php?aid=19554]


Ich denke in Gänze wird hier die beschriebene Brücke wohl doch eher die Wirkung erzeugen.
Lang ist es her, mir ist es dennoch aufgefallen, beim Betrachten der Schaltung und glaubte ich den Hinweis geben zu dürfen. Wobei mich doch die G 2 Behandlung irritierte.
Toll, dass so wir rege darüber fachsimpeln und wahrscheinlich zum Resultat gelangen.
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#27
Also, ich kann dazu nur sagen: Die Wege der HF sind oft unergründlich, ähnlich wie die Gedanken der Frauen.

Ich habe einmal bei Anton einen Bildauschnitt geliehen. Demnach könnte man in den grün markierten Anschlussdraht des Kerkos eine entsprechende Induktivität interpretieren. Nur lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen, ob man das bewusst wegen einer Neutralisation tat, oder sich das einfach verdrahtungstechnisch ergeben hat, oder ob man sich eher auf die sorgfältigen Abschirmungen verließ?

Nach den Regeln der HF-Technik würde die Leitungslänge von ca. 1cm einer Iduktivität von näherungsweise 20nH entsprechen... das läge auch in dem Bereich der "Grundig" Drahtschleifen. Wenn dem so ist und die "induktiven" Anschlussdrähte des Katodenkondensators bewusst zur Neutralisation genutzt wurden, sollte man bereits vor der geringsten Verdrahtungsänderung in ZF-Teilen und vor allem in HF-Teilen eindringlich warnen.


.jpg   Anton-ZF.JPG (Größe: 76,97 KB / Downloads: 136)
Oh, jetzt muss ich erst einmal studieren, wie man hier ein Bild einfügt...
ca. 2000 "Nanojahre" später ... na geht doch!
Freundliche Grüße, Peter R.
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#28
Hallo Peter,

wenn das vergrößerte Bild den Bereich der Schirmgitterneutralisation zeigt - habe ich jetzt nicht so genau erkannt-, so ist es tatsächlich so, dass nicht nur der verwendete Bauteiltyp inclusive der Bauteillänge  eine ganz wesentliche Rolle für die korrekte Neutralisation spielt, sondern sogar die Länge der Anschlussdrähte. Wie uns Mike Jordan mal erklärte, haben die Entwickler lange an diesem Punkt herumgetüftelt.

Ein Stück gestreckter Draht von 0,5mm Durchmesser und 1 cm Länge hat übrigens 7 nH nicht 20 nH.

Siehe:

http://www.eeweb.com/toolbox/wire-inductance
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#29
Nach einer Diskussion mit Hans ergeben sich folgende Überlegungen.
  • Die Anschluß-Drähte der HF Abblock-Kondensatoren sind unterschiedlich lang, wie aus dem Foto ersichtlich ist.
  • Die unterschiedliche Länge ist aber nicht konstruktiv bedingt. Da gäbe es viel nähere Erdungs-Punkte bei den betreffenden Kondensatoren.
  • Jeder Kondensator hat auch eine gewisse Induktivität. Zusammen mit einer geeigneten Länge seiner Anschlußdrähte läßt sich eine solche Gesamt-Induktivität (experimentell) finden, daß zusammen mit der Kapazität ein Serien-Resonanz-Kreis (hier auf 10,7MHz) entsteht.
  • Obwohl in Österreich erst ab 1953 UKW (von der damaligen Besatzungsmacht) "zugelassen" war, kann man davon ausgehen, daß die Entwickler bei den dortigen Radiofirmen durchaus auf dem neuesten Stand der Technik waren, sie also entsprechende "Tricks" kannten.
  • Entwickler hatten meist ein entsprechendes Studium oder eine Lehre absolviert und waren keine Autodidakten.
Besserwisserei von Bastlern ist deshalb meist unangemessen.

MfG DR
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#30
Toll, das GsD hier endlich ein Fachmann unterwegs ist.

Die Erklärungen decken sich ja fast in der Summe mit unserem "Bastelwissen"

P.S.

wer mal zurückdenkt, in vielen ZF-Verstärkern wird mit solchen Kapazitäten - Induktivitäten gearbeitet um parasitäre Schwingungen zu beseitigen.
Das nachzuvollziehen wir echt schwer, das überlasse ich den fähigen Entwicklern.
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