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LORENZ München WL
#1
Hallo zusammen,
in der vergangenen Woche habe ich mir mal den
LORENZ MÜNCHEN
aus dem Regal genommen und wieder zum Spielen gebracht.

Hier zunächst ein paar technische Daten des Gerätes:

Hersteller: LORENZ (Berlin)
Modell: MÜNCHEN LW
App. No: 12543
Baujahr: 10/1932
Typ: Audion mit Rückkopplung
Kreise: 1 (AM)
Röhrenbestückung:   RENS1204,  RES374,  RGN1064
Stromversorgung:     Wechselstrom 110V - 125V - 150V - 220V - 240V
Wellenbereiche:         Langwelle, Mittelwelle
Lautsprecher:            Dynamischer LS, mit Erregerspule (elektrodynamisch)
Abmessungen:            B=340mm, H=400mm, T=230mm  Holzgehäuse
Gewicht:                     ca. 8,0Kg
Bedienelemente vorn:
links > Wellenbereichsumschalter, mitte > Abstimmung, rechts > Rückkopplung
Anschlussmöglichkeiten linke Gehäuseseite: 7 x Antenne, 1 x Erde,
Bedienelemente rechte Gehäuseseite:  Klang (hell od. Dunkel)
[b]Bedienelemente Rückseite:  Netzschalter
Anschlussmöglichkeiten Rückseite:  Zweitlautsprecher und Schalldose

Von dem Chassis, das teilweise verrostet war,
entfernte ich Netztrafo, Spulenturm und Drehkondensator.
Den Kondensatorblock ließ ich eingebaut, da er noch keine "dicken Backen" aufwies
und auch recht schwierig auszubauen ist.
Um bei ihm, auf Nummer sicher zu gehen, legte ich parallel, an alle Kondensatoren im Block,
eine externe Gleichspannung an.
Diese erhöhte ich langsam bis auf ca. 250V und beobachtete dabei die Stromaufnahme.
Nach einer Weile stellte sich ein Gesamtleckstrom von etwa 1,5mA ein.
Ich denke mal, das ist hinnehmbar, zumal das Gerät eh nicht mehr im Dauerbetrieb
laufen soll.  
Anschließend baute ich noch die Stahlröhrenfassung, die für einen Röhrenersatz der RES374
gedacht war, aus. Welche Röhre man da hätte einsetzten können, ist mir schleierhaft.

   

Jetzt konnte das Chassis gereinigt, entrostet und mit Silberpaste behandelt werden.
Danach sah es wieder manierlich aus.

   

Unterm Chassis war eine recht wilde Verdrahtung zu sehen,
die wohl aber zum größten Teil original war.

   

Als nächstes baute ich die fehlende 5-Pol-Fassung, den gereinigten Netztrafo,
den Spulenturm und den Drehko, wieder ein.
Danach änderte die Schaltung wieder für eine RES374, tauschte ein paar Kondensatoren,
das Netzkabel und die Leitungen zum Lautsprecher.
Damit war das Chassis fertig, was mir ein anschließender Funktionstest auch bestätigte.
Ich würde sagen, dass der Lorenz München, in etwa so empfangsstark ist, wie ein VE301Wn.

Da ich die Röhre RES374 leider nicht in meinem Fundus habe,
musste eine Ersatz-Röhre herhalten und zwar die, mit der 3B4, was hier beschrieben ist:

http://www.radiomuseum.org/forum/3b4_dl9...es164.html

Hier dient sie zwar als RES164-Ersatz, läuft aber auch hervorragend, als RES374-Ersatz, im Lorenz München.

   

Das Gehäuse befand sich noch in einem recht guten Zustand, es brauchte nur gereinigt und anschließend mit "Baolin" behandelt zu werden.
Die Messingteile erstrahlten nach einer "Bref-Behandlung", wieder im neuen Glanz.
Damit diese so schnell nicht wieder anlaufen, sprühte ich sie anschließend noch mit
einem "Colour Protection Spay" ein.
Jetzt konnte das Gerät wieder zusammengebaut werden und war damit fertig fürs Regal.

   

   

   

Hier sind noch Typenschild und Skala:

           

viele Grüße,
Rolf[/b]
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#2
Das ist mal ein schicker VE!
Gruß,
Uli
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#3
wirklich ein wunderschönes Radio, und eine klasse Dokumentation! "Colour Protection Spay" kannte ich noch nicht. Ob das auch die Bedruckung von transparenten Skalenscheiben schützt? Wenn man es sogar für Fotos und CD's benutzen kann? Das werde ich mir mal besorgen. Zum Röhrenersatz kann Jacob vielleicht noch was sagen.

PS: ist bestellt :-)
Gruß,
Jupp
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wenn man nur den Hammer kennt, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel
--------
Zensur findet im Endgerät statt (CCC)
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#4
Hi Rolf,

das ist aber ein schönes Holzgehäuse, gefällt mir sehr.

"Colour Protection Spay", ist das so etwas wie Zapponlack?
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#5
Hallo,
normalerweise benutze ich das Spray, um Inkjetausdrucken
einen Schutz vor Abbrieb, Finerabdrücken und Schmutz zu geben,
ferner soll es helfen, dass Farben nicht so schnell ausbleichen und verblassen.
So hilft das Zeug auch bei selbsgemachten Skalen oder Kondensatorlebeln.
Ich hoffe auch, dass das gereinigte und damit eingesprühte Messing, nicht wieder so schnell anläuft...
Gruß,
Rolf
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#6
wir werden sehen. Normal schütze ich Messingteile mit Klarlack oder Hartöl, oder was ich grad an dem Gehäuse verwende, und Tintenstrahlerausdrucke für Skalen laminiere ich ein. Bis jetzt ist noch keine der Skalen verblasst. Man kann sie ja einsprühen UND laminieren. Vielleicht gibt das noch den Tick Glanz. Natürlich ist auch das Papier wichtig (Photopapier).
Gruß,
Jupp
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Zensur findet im Endgerät statt (CCC)
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#7
Ein super Bericht, Rolf,
Knapp, sachlich und informativ. Danke!
Und das Radio ist auch nach meinem Geschmack wunderschön geworden.
Gruß!
Ivan
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#8
Hallo Rolf,

ich habe das Gerät als G-Version vom Alexander 2 geschenkt bekommen. Das halte ich in Ehren. Die Gleichstromröhren habe ich komplett. Irgendwann mache ich das Gerät mal spielklar.

Die Blenden von dem Gerät sind normalerweise brüniert. D. h. metallisch gebeizt. Es wird vielfach mit Stahlwolle o. Ä. die Färbung abgetragen. Es gibt ein Mittel, mit dem kann man das Metall wieder tönen.

Wenn es noch gut erhalten ist, reinige ich nur mit einem leicht öligen Lappen. Den von Dir erwähnten Lack habe ich mir mal bestellt. So etwas suche ich immer noch, um die tollen Skalen vom Franz Bernhard zu konservieren. Für die Radioblenden ist allerdings Zapponlack die erste Wahl.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#9
Schöner Bericht und ein sehr attraktives Radio. "Baolin" und "Color Protektion Spray" kannte ich noch nicht. Danke für die Tipps. Wenn ich allerdings alle guten Tipps für Hilfsmittel(chen) im Forum, in Anschaffung übersetzen würde, reichte mein Regal dafür gar nicht mehr aus. Wenn ich nur eine richtige Werkstatt hätte...
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#10
...stimmt Andreas, die waren wohl mal brüniert, aber bei meinem Gerät total unansehnlich geworden
und mit dem besagten Bref waren die Teile ruck, zuck blank.
Ich hätte sie auch wieder brünieren können, irgendwo habe ich das Zeug noch im Regal stehen,
aber so gefallen mir sie halt besser.
Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Blenden wieder angelaufen sind...
Viele Grüße,
Rolf
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#11
Hallo Rolf,

ganz klar, da hat jeder seinen eigenen Geschmack. Detlef (radionar) sagte mir das selbe zu seinen Owin-Blenden.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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