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SIEMENS Großsuper-Schatulle 540WLK Luxusausführung
#21
Nachdem nun das Wellenlot wieder funktioniert, habe ich mich an das nächste Problem gemacht: Die Knöpfe. Im nachfolgenden Bild sieht man rechts einen schon gewaschenen Knopf des 540WLK und links einen noch nicht gewaschenen von meinem Herrn im Frack 53WL.

   

Beim gewaschenen Knopf fällt der Riss nicht so sehr auf, beim ungewaschenen schon. Aber mit dem Waschen ist es ja leider nicht getan. Da die Maden schon kräftig angezogen werden müssen, wird der Riss mit der Zeit immer größer.
Meine Frage: Wie wäscht man die Knöpfe am besten. Ultraschallbad, Geschirrspüler, oder wie? Hat schon mal jemand versucht , solche Knöpfe zu kleben? Ist das Material Zelluloid? So viele Kunststoffe hatte man ja damals noch nicht. Kann man da Azeton versuchen? Oder führt das zu Unglück auf dem kurzen Weg? Mit Epoxy habe ich so meine Bedenken, weil es sich aufgrund seiner Viskosität nicht so richtig in den Riss hineinziehen wird.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#22
Normalerweise weiche ich die Knöppe in heißen Wasser mit Spülmittel ein und schrubbe sie dann mit einer Nagelbürste. Dann geht der Dreck ganz leicht ab.
Aktuell habe ich Knöppe von einem Tonfunk Radio in der Spülmaschine gereinigt. Die haben auch lange Risse, die sehr auffällig waren. Nach der Spülmaschine sind die Risse kaum noch zu sehen, weil der Dreck vollständig aus den Ritzen entfernt ist.

Sind aber alles Knöppe von Geräten aus den 50er Jahren gewesen. Also Hartplastik. Das lässt sich auch gut mit Sekundenkleber kleben. Ich denke mal bei Deinen alten Knöppfen wird das wohl auch am Besten sein, da es den Kleber in flüssiger Konsistenz gibt, denn man in die Risse einlaufen lassen kann.

Ob das allerdings bei großen Belastungen hält, weiß ich nicht. Beim Anziehen von Madenschrauben könnte das ein Problem sein. Ein Hilfe zur Entlastung könnte sein, die Potiachse- oder Welle etwas anzubohren, so dass die Madenschraube dort fassen kann und nicht so fest angezogen werden muss, wie auf der glatten, runden Oberfläche der Welle. Dann könnte man die Madenschraube mit etwas Sicherungslack eindrehen.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#23
Vieleicht liest das ja Frank, der Morningstar. Der kann solche Knöppe wieder neu Giessen.
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#24
@Anton:
Genauso mache ich das auch. Ins Prilwasser, einweichen lassen, mit Nagelbürste schrubben. Aber hier scheint der Dreck ziemlich tief in den Rissen zu sitzen. Deswegen meine Idee mit dem Ultraschallbad. Vielleicht versuche ich das mal.

Witzigerweise habe ich hier auch Knöpfe von einem SIEMENS Großsuper 54 934W, die von der Farbe her eigentlich recht ähnlich aussehen ... ein wenig grünlicher.

   

Aus dem Identifikationsstempel kann man ja sehen, wer die hergestellt hat, und was es für Material ist. Muss ich mal schauen. Aber den Kunststoff kannten die 1935 bestimmt noch nicht.

@Dietmar: Ja, neu giessen ist eine Option, wenn alles andere nur Käse ergeben hat.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#25
Hallo Harald, Dietmar und Anton,

die Knopfreinigung machen wir wohl alle so, wie Anton es beschrieben hat. Ich habe kaum eine Siemens-Schatulle dieser Serien gehabt, die nicht den Riss in den Knöpfen hat. Ja, das kommt davon, weil hier die Madenschrauben stärker angezogen werden müssen. Ich lasse Sekundenkleber in den Riß träufeln. Das geht am Besten und hat eine erstaunliche Haltbarkeit. Der Dietmar schreibt Knöpfe nachgießen. Das haut leider erst recht nicht hin, weil das Material auch nicht so stabil ist. Wenn man nun die Madenschraube fester anzieht, dann überdreht die. Da müßte man evtl. eine Messingbuchse mit in den Knopf gießen, so wie bei Philips in den 30 ern. Also, Harald, ich würde mal Sekundenkleber versuchen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#26
Das sieht nach einer Bakelit Pressmarke aus. Die 34 steht für "Siemens-Schuckertwerke, Abteilung Isolierstoffe, Berlin-Siemensstadt" nur die "131" sagt mir nichts über die verwendete Pressmassenmischung.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#27
Genau, das ist der Stempel des "Materialprüfungsamtes Berlin Dahlem":

Mit der 131 kann ich auch noch nichts anfangen. Da muss man noch graben.
Weiss da jemand Bescheid? Vielleicht würde man bei Kenntnis des Stoffes auf bessere Klebemethoden kommen.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#28
Ich hab mal noch etwas recheriert. Offensichtlich handelt es sich um:

"Harnstoff-Thioharnstoff-Formaldehydharz, als „Typ K“ mit Zellstoff als Füllstoff, später Typ 131"

Das belegt auch die nachfolgende Tabelle:

   
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#29
Danke Anton,

das hast du ja schnell herausgefunden. Ich bin richtig verlegen Undecided Bestimmte Formaldehydharze waren schon Anfang des letzten Jahrhunderts bekannt (Bakelit=Phenol-Formaldehydharz schon 1906). Man könnte sich also vorstellen, dass die in den fünfzigern von SIEMENS für die Knöpfe verwendete helle Mixtur schon in den dreißiger Jahren bekannt war und für diesen Zweck verwendet wurde. Da könnte ich mal an meinen Knöpfen vom 934W experimentieren. Wenn da etwas schief geht, ist es nicht so schlimm wie bei den alten Herren. Ich denke so an kleben mit Essigsäure-Äthylesther. Das Zeug löst einfach alles an.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#30
Hallo,
ein sehr schöner Bericht. Zur Frage mit der Knopfreinigung, solange sie wie z.B. meist bei Saba keine Goldlackierung besitzen dürfen sie im Ultraschallgerät baden. Beim Erwerb eines solchen doch sehr praktischem Gerätes sollte man ein wenig auf die Leistung achten. Solche meist schwachen "Hobbygeräte" taugen alle samt nichts. Testen kann man die Power mit einer ganz einfachen Methode. Man legt Alufolie ins Bad und nach einer Minute sollten sich dann Löcher darin vor finden. Vor dem Erwerb des Gerätes habe ich auch mit Seifenlauge und einer Bürste geschruppt.

Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#31
Hallo Gery,

ich habe mir solch ein Ding mal bei Aldi geholt. Die Prüfung mit der Alufolie wage ich gar nicht durch zu führen bei der Lusche! Das Ding steht auch im Regal. Also weiter Bürste und Seife.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#32
Hallo Kollegen,

jetzt mal wieder ein paar Neuigkeiten vom SIEMENS 540WLK Großsuper Projekt. Inzwischen habe ich mir aus 0,5 mm Ms eine Schachtel bebaut und 2 Ms-Winkellaschen angelötet. Somit wäre das hässliche Loch im Chassis schon mal wieder verschlossen.

           

So supertoll ist das Kästchen leider nicht geworden. Die Kanten sind nicht kantig genug. Blechbearbeitung war noch nie meine starke Seite.
Als nächstes habe ich vor, das Kästchen zu sandstrahlen (genau gesagt im Glasperlenstrahler), zu entfetten und zu lackieren. Ich frage mich immer noch womit, um so ungefähr beim Originalfarbton zu landen.

Ich frage mich in diesem Zusammenhang auch, was für ein Oberflächenfinish die Originalblocks eigentlich hatten. Die sahen doch eigentlich alle gleich aus - ob aus dem VE oder aus einem Luxusgerät, immer das gleiche Silbergrau. Weiss das jemand?
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#33
Hallo Harald,

ich finde den Blechblock doch aber sehr gelungen. Die Kondensatoren wurden ja damals durch runde ersetzt und die viereckigen wurden entsorgt. Bei meinem Siemens-Länderband ist das nicht anders. Aber hier waren die Kondensatoren aus Pappe. Das ist für mich machbar. Da nehme ich ein Stück Holz, in das ich 2 neue Elkos einlasse. Dann beklebe ich hinterher mit dünner Pappe und zum Schluß gibt es dieses dunkelrote Papier. Bleibt nur die Halteschelle. Zum Lackieren für Deinen Block kannst Du doch mattes Silber nehmen. Hochglanz ist nicht geeignet.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#34
Ganz ehrlich?

Ich persönlich finde das Messing optisch sehr ansprechend. Ob das nun original da drin gewesen ist, oder nicht, würde für mich keine Rolle spielen, im Gegenteil, es macht was her. Wenn nun die Filtergehäuse noch aus poliertem Kupfer wären... aber gut. Auch als Schlosser kann ich sagen, Deine Blecharbeit, so wie es auf den Fotos ersichtlich ist, wird nicht beanstandet werden. Wenn Du ein Blech biegst, bringst Du nie eine scharfe Kante hin, die kann noch so viel über eine Kante gezogen werden, das wird nie ein "Eck" werden. Schau Dir mal die tiefgezogenen Filtergehäuse an, die sind alle "rund" an der Kante, ausser sie werden in eine Form mit Kante gepresst, aber das sieht nicht mehr schön aus. Also...rein fachlich gut gemacht, die Laschen für die Befestigung würde ich noch etwas schöner löten, dann die "Schachtel" schön aufpolieren und versiegeln. Top! Smiley20
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#35
Hallo Valentin,

Danke für die nachträgliche Korrektur! Aber man hatte schon verstanden, wie der Transformator aufgebaut ist.

Wirklich ein sehr praktisches Gerät, diese Punktschweißmaschine.

Die Reparatur des 540WLK habe ich schon lange abgeschlossen und das Gerät funktioniert sehr schön.... bis auf das ewig hängende Wellenlot, was mich ja schon etwas wurmt.

Hier hatte ich darüber in RMorg noch einmal etwas ausführlicher berichtet.

Inzwischen habe ich einen zweiten SIEMENS 540WLK gefunden, der zwar defekt ist, aber komplett. Nicht nur das Chassis ist vollständig, sogar die versiberten Blenden auf den Türen und die Originalfüße sind vorhanden

Hier ein paar (nicht sehr schöne) Bilder. Das Gerät steht im Regal und ich konnte es nicht herausheben. Bin noch zu schwach für solche Kraftakte.

               

Leider ist die Beschichtung der Frontplatte auch bei diesem Gerät sehr stark abgegriffen - hier insbesondere um den Senderknopf. Das ist nicht so leicht zu kaschieren. Ihr erinnert Euch: Die Frontplatte besteht aus Stahl, der versilbert und danach lackiert wurde. Immerhin kann man bei diesem Gerät gut erkennen, wie die ursprüngliche Beschriftung aussah.  

Wenn ich ihn überarbeite, werde ich berichten.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#36
Alle meine Beiträge sind weg!
Verstehe nicht. Sad
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#37
Nein, nein, Valentin,

ich habe sie nur hier aus dem Beitrag genommen und getrennt aufgeführt. Schau mal ins Hauptverzeichnis.

Hier: https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=12562

und hier: https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=12563
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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