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Junghans Uhr mit Spielwerk 1897
#41
Immer wieder ein Erlebnis, einem Profi über die Schulter schauen zu dürfen!

(13.02.2018, 09:19)radioljub01 schrieb: Was bin ich froh, dass ich mich da nicht selbst dran gemacht habe. Sonst hätte das folgende Zitat aus Wilhelm Busch's Werk: "Die Fromme Helene" gepasst:
"Hier sieht man noch die Trümmer rauchen, der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen"

Genau so
Smiley34
Gruß,
Uli
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#42
(13.02.2018, 13:29)Richard schrieb: Benjamin auf welchen Beitrag bezieht sich die Blauzahnverbindung?

... auf die Casio Armbanduhr. Die kann Bluetooth.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#43
(14.02.2018, 10:01)Phalos schrieb: Ein Uhrwerk muss zur Reinigung IMMER zerlegt werden. Da führt kein Weg dran vorbei, wenn die Uhr längerfristig laufen soll.

Hallo Phalos. Da will ich keineswegs widersprechen und lese hier sehr aufmerksam mit. 
Aber ich bin auf der Suche nach einem Tipp für den Nicht-Uhrmacher: Ich habe mich bisher nur an Uhrwerken einer Tischuhr bzw. eines Weckers versucht, die seit Jahren dank meiner Reparaturen wenigstens funktionieren und überleben.

Mein Problem besteht darin, dass das Uhrwerk sich zwar durch den engagierten Bastler durchaus zerlegen und reinigen lässt, natürlich dokumentiert man die Lage der Teile, aber wie bekommt der engagierte, mit hinreichend feinmotorischen Fähigkeiten ausgestattete Bastler, der nicht über eine Uhrmacherausrüstung verfügt, das Werk wieder zusammen? Konkret liegt (zumindest bei mir) das Problem jedes Mal darin, dass beim Versuch des Aufsetzens der 2. Platine 50 Zahnräder mit ihrer Lagerspitze in 51 verschiedene Richtungen zeigen. Da man nur 2 Hände hat, liegt für den Bastler die Gefahr des Flurschadens förmlich in der Luft.

Hast Du einen Tipp, wie man die Zahnräder beim Zusammenbau so ausgerichtet bekommt, dass sich die 2. Platine gefahrlos aufsetzen lässt?


k.
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Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#44
Nunja, passendes Werkzeug ist das A und O.
Ich kann auch kein Radio passend reparieren wenn ich keinen Lötkolben oder Lötzinn habe. Wink


Wenn man sich mit der Materie Uhr beschäftigen will empfehle ich das Buch "Theorie der Uhrmacherei" und "Der Uhrmacher am Werktisch".
Dazu dann ein passendes Set von Werkzeugen für den Einsteiger in die Großuhrwerke.
Zum Beipiel:

- Kleine Zangen, mit und ohne Hieb
- Mittelgroße Feilen in flach, rund, vierkant, vogelzungenform
- Schlüsselfeilen in o.g. Formen
- Schraubendreher
- Laubsäge mit feinen Metall-Blättern ( https://www.qy1.de/img/L301800.jpg )
- Uhrmacherlupe in der Stärke x2 und x5
- Rodeco (Eine Art rückstandsfreie Knetmasse zum Abtupfen von Staub und Öl)
- Großuhren-Uhrenöl, z.B. "Koch Nr. 5"
- Ölgeber
Und wenn man etwas mehr Geld ausgeben will: Eine s.g. Trieb-Niet-Maschine mit Punzenset

Das ist so das, was auch die Lehrlinge im 1. und 2. lehrjahr haben müssen.
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#45
(15.02.2018, 21:17)navi. schrieb: ....mit 98% Spiritus gereinigt. Das Uhrwerk ist recht groß und zugänglich - ein Zerlegen würde ich mir nie zugetraut....

Prima, dass alles wieder läuft, Ivan. Thumbs_up
Das Zerlegen weniger, aber das anschließende Zusammensetzen des Uhrwerks ohne etwas abzubrechen ist meines Erachtens genau das Hauptproblem für den ungelernten Uhrenbastler.
Deswegen hatte ich hier vor einigen Beiträgen um Rat gebeten, wie man nach Zerlegen und sorgsamer Reinigung die gefühlten 50 Zahnräder auf der Platine, die in gefühlte 51 Richtungen zeigen, so ausrichtet, dass man die zweite Platine wieder problemlos aufsetzen kann. Leider unbeantwortet geblieben.

(in der Motoren- und Getriebemechanik würde man die Zahnräder provisorisch mit Fett festkleben, hier ein No-Go)

k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#46
Phalos......du bist gefordert und wie danken schon mal im voraus für deinen konstruktiven Beitrag.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#47
Tja, das ist genau die Arbeit die den Fachmann vom Bastler unterscheidet. In so ziemlich jeder Tätigkeit.
Auseinanderbauen kann jeder, aber alles so wieder zusammenbauen dass nichts kaputt geht und es nachher wieder funktioniert ist die Arbeit die man lernt.
Nicht umsonst dauert eine Ausbildung im Schnitt 3 Jahre.

Zum Zusammenbau kann ich leider keine wirklichen Tipps geben; da halte ich es wie Loriot: "Eine Hausfrau hat das im Gefühl"
Und in der Uhrmacherei ist vieles Gefühls- und Erfahrungssache. Irgendwann erkennt man auch an der Form und Bauart der Zahnräder, welches wohin kommt und in welche Richtung es zeigen muss. Ebenso mit den Hebelagenteilen.
Ähnlich wie beim Radio-Thema: Irgendwann erkennt man an der Form und Bauart einer Röhre in welche "Sektion" der Schaltung sie gehört auch wenn sie mal keine Beschriftung aufweist.
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#48
Benjamin, ich denke es geht mehr darum, wie die vielen Achsen ausgerichtet werden können, damit die Deckplatte, d.h. die Widerlager passend in der Flucht sind.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#49
Die Antwort ist einfach: Alle Smile
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#50
Phalos, bitte !, .......das hilft ja wohl keinem, zumal die Frage recht eindeutig ist. Smiley26
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#51
(16.02.2018, 10:13)Phalos schrieb: ...
Zum Zusammenbau kann ich leider keine wirklichen Tipps geben; da halte ich es wie Loriot: "Eine Hausfrau hat das im Gefühl"
Und in der Uhrmacherei ist vieles Gefühls- und Erfahrungssache. ...

Meine Absicht war es nicht, ein Streitgespräch heraufzubeschwören. Vielmehr lag mir im Sinne der Sache daran  -nicht zuletzt auf Grund eigener Erfahrungen-   Tipps vom Fachmann zu erlangen, so wie wir es ja auch beim Radiobasteln halten. Wir haben im Zuge dieses Threads dankenswerterweise gelernt, dass es nicht reicht, ein Uhrwerk nur mal "durchzuspülen".
Am Radio wollen wir es ja auch möglichst gut hinbekommen, wohl wissend, dass wir dem "Gelernten" nie das Wasser werden reichen können.

Wenn es keinen universellen Kniff gibt, das zweite Lagerschild aufzusetzen, so what... auch diese Info hilft dem engagierten Bastler, wenn die Reinigung eines Uhrwerks ansteht.


k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#52
Fast hätte ich vergessen zu berichten, wie schön der Benjamin die Spieluhr meiner Großmutter repariert hat. Sie läuft wiedr mit sehr akzeptabler Gangenauigkeit und auch das Spielwerk läuft wieder viel länger als vor der Reparatur. In letzter Zeit hatte es selbst bei voll aufgezogener Feder nur ein paar Umdrehungen geschafft und blieb dann wieder stehen.
Hier noch ein paar Bilder:

           

Und nun das Spielwerk mit der Platte die ich gerade höre: Auld Lang Syne:

       

Leider sind aus dem Kamm der Spieluhr zwei Zungen herausgebrochen. Manche Lieder klingen wegen der fehlenden Töne etwas eigenartig. Ob man solche Kämme wohl noch irgendwo bekommt?

Sehr interessant finde ich die Unterseite der Platte. Ich hatte immer gedacht, man hätte einfach Zinken herausgedrückt, die über ein Zackenrad die Zungen der Spieluhr anreißen. So einfach ist das nicht! Die Zinken werden nämlich von ihrer Rückseite durch eine aus der Platte herausgedrückten "Locke" stabilisiert. Sonst würden sie sich nach häufigem Andruck gegen das Zackenrad flach legen. Schlau, oder?

   

Danke, Benny, für die gelungene Reparatur!!!
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#53
Hallo Harald,

Mensch ich habe das Chaos hier auf Deinem Thread gar nicht so gemerkt. Ich habe jetzt alle Beiträge zum Thema "Reinigung eines mechanischen Uhrwerks" hier heraus genommen und ein gesondertes Thema eröffnet.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#54
Hallo Harald, kennst du diese Seite?, eine Anfrage dort wäre doch Sinnvoll?
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#55
Hallo Dietmar,
nein, diese Seite kannte ich noch nicht. Sehr informativ! Da werde ich bei Gelegenheit mal nachfragen. Danke für den Tipp!
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#56
Hallo Harald,
es gibt in Rüdesheim ein großes Museum für mech. Musikautomaten mit Werkstatt. Seine email ist http://www.smmk.de/pages/de/willkommen.php . Ich hoffe, das stimmt so. Wenn nicht, einfach google. Ich war schon dort, sehr sehenswert, da alle Exponate vorgeführt werden. Der Leiter der Werkstatt gibt auch Restaurationstips
Gruß Franz
eh isch misch uffreg isch mirs lieber egal
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#57
Freut mich sehr, dass diese tolle Uhr nun wieder gut läuft und spielt. Leider ist es oft so, dass bei solchen Musikspielwerken Zähne ausbrechen. Aber Du hast noch Glück, dass es nur ein Zahn ist.
Vielen Dank nochmal für das Vorstellen dieser schönen und seltenen Uhr.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#58
Hallo Franz,

einer meiner ehemaligen Schulfreunde wohnt in der Nähe von Wiesbaden. Beim nächsten Besuch werde ich mal anregen, einen Ausflug nach Rüdesheim zu machen. Dieses Museum sieht wirklich interessant aus. Danke für den Tipp!
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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