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Wann kam der Ton zum Bild?
#1
Hallo zusammen,

bei der letzten Stammtischrunde kam das Thema Film- bzw. Videoaufzeichnungen für den Privatmann zur Ansprache. Dabei stellte sich die interessante Frage, ab wann es für den Privatbereich Filmkameras mit synchroner Tonaufzeichnung auf dem gleichen (!!!) Speichermedium wie für das Bild gab.
Ich selbst habe eine Filmkamera erst zu Zeiten gehabt, als das Speichermedium Magnetbandkassetten waren. Sicher gab es schon viel früher die Möglichkeit der Live-Tonaufzeichung, entweder mit einer ab Werk "aufgeklebten" magnetischen Tonspur auf dem Filmmaterial oder vielleicht mit einer optischen Tonspur direkt auf dem Film bei der die Amplitude in den Filmstreifen mit einbelichtet wurde.
 
Nun ich konnte dazu keine wirkliche Antwort im Netz finden. Wann und welcher "Camcorder" war da der Erste im Markt der Bild/Ton auf ein Speichermedium aufzeichnen konnte? 

Viele Grüße
Bernhard
Ansprechpartner für Umbau oder Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung. 
Unser Open-Source Softwarebaukasten für Internetradios gibt es auf der Github-Seite! Projekt: BM45/iRadio (Google "github BM45/iRadio")
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#2
Die erste öffentliche Tonfilmaufführung war im Dezember 1922. Aber das ist nicht die Frage. Du frägst ja extra nach dem privaten Bereich. Hier dürftest du eine Antwort finden:

Quelle: Super 8 (Filmformat)

Zitat:Liveton

1973 stellte Kodak die Super-8-Tonfilmkassette vor, welche mit speziellen Liveton-Kameras verhältnismäßig unaufwändige Tonaufnahmen erlaubte. Die Tonfilmkassette enthielt vorbespurten Film. Sie war größer und konnte dadurch nur in Super-8-Tonfilmkameras eingelegt werden. An ihrer Unterseite gab es eine zusätzliche Öffnung, in die der Tonkopf hineinragen konnte. Der Ton war dabei immer um 18 Bilder versetzt, weil der Film vor dem Bildfenster ruckartig bewegt wurde, für die Tonwiedergabe aber gleichmäßig laufen musste. Dieser Versatz bereitete beim Schneiden große Probleme, im Allgemeinen wurde empfohlen, einen Tonfilm gut zu planen und dann gar nicht zu schneiden. Live-Ton-Kameras gab es ab der Mittelklasse, entsprechend etwa 500 DM zu kaufen.

Heute gibt es keine Super-8-Tonfilmkassetten mehr zu kaufen, Kodak hat die Produktion 1997 eingestellt – Tonfilmkameras lassen sich aber auch mit Stummfilm-Kassetten betreiben, wobei sie in puncto Gleichlauf den Stummfilmkameras deutlich überlegen sind.
Gruß,
Jupp
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the voices may not be real, but they do have some good ideas

WD und der Tag ist ok
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#3
Hallo Jupp,

das mit dem Super8 Film habe ich auch gelesen, noch etwas früher , im Jahr 1958 soll Eastman Kodak nach einem Werbeblatt eine Filmkamera für den Heimbereich im Programm gehabt haben, die 35mm Film zur Aufzeichnung benutze, zusätzlich aber den Ton mit einer Nadel auf den Film geschrieben hat.
Quasi ein "Bildtefifon". ;-) Wie verbreitet diese Kamera und der Projektor im Heimbereich war kann ich nicht sagen, ich habe bisher dazu nichts weiteres im Netz finden können. Auch nicht ob es schon vorher andere Firmen gab, die ähnliche Systeme für den Heimgebrauch im Programm hatten.
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#4
Die super 8 Filme waren mit Magnetischer Tonspur fast doppelt so teuer wie ohne. Meine Kamera konnte kein Ton aufzeichnen. Der Filmprojektor konnte auch Tonaufnahmen wieder geben.

Viele Hobbyisten hatten damals den Ton Synchron mit einem Kassettenrekorder aufgezeichnet.
Dieses wurde auch bei der Dia-Vertonung angewandt.
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#5
Hallo ihr alle,

wie bereits erwähnt wurde war die erste öffentliche Tonfilmaufführung im Dezember 1922. Die erste Kamera für den Heimbereich kam glaub ich im Jahr 1956 oder? Ich bin mir nicht mehr sicher aber Kodak hat glaub ich da die erste herausgebracht.

LG
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#6
Ich kann mich noch erinnern, daß mein Vater, der 8mm Schmalfilm (vor Super 8) filmte
mit einer Einrichtung auf die fertigen Filme eine Magnetspur aufklebte, auf die dann der
Ton aufgebracht wurde. Das müsste so um Ende der 1950er Jahre gewesen sein.

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
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#7
Moin allerseits,
hinsichtlich des privaten Bereichs muß ich leider auch passen, aber den ersten Tonfilmwagen hatte Pathé, Frankreich, davon habe ich sogar ein Bild. Dieser Tonfilmwagen kam am 30. September 1929 nach Frankfurt-Rebstock anläßlich des ersten Raketenfluges* der Welt durch Fritz von Opel. In den Aufnahmen der Wochenschau ist dieser Wagen auch zu sehen. Die Briten (Movietone) kamen erst in den 30ern, ebenso die Deutsche Wochenschau.
*dieser sensationelle Tonfilm hat im Archiv von Pathé noch immer eine Archivnummer, ist aber trotzdem unauffindbar.
Beste Grüße
Klaus
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#8
(08.09.2020, 12:05)Wilhelm schrieb: Ich kann mich noch erinnern, daß mein Vater, der 8mm Schmalfilm (vor Super 8) filmte
mit einer Einrichtung auf die fertigen Filme eine Magnetspur aufklebte, auf die dann der
Ton aufgebracht wurde. Das müsste so um Ende der 1950er Jahre gewesen sein.

Also DAS hätte ich ja echt gern gesehen. Aber bestimmt längst alles den Weg alles irdischen?
Ich hab nur noch die Super8 Klebepresse. Manchmal wenn ein alter Film kaputt geht braucht man die noch.
Btw: Hat niemand DIE Idee zum digitalisieren? Wenn ich das vom Profi machen lasse, muss ich mein Haus versetzen...
Gruß,
Uli
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#9
Hallo Ui,
ein Bekannter von mir hat sich folgendes Gerät ausgeliehen:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=...qyus5KWMOl

Funktioniert einwandfrei !

Viele Grüße aus Peine

Detlef
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#10
Ja Uli, das war schon eine sehr komplizierte Angelegenheit und war man
besser nicht dabei als "Blitzableiter". Lustig ist es dann geworden, wenn er
vertont hat...

Von den Kameras und Geräten habe ich nie was abbekommen. Als mein Vater
gestorben war, fanden sich einige "gute Freunde" ein, denen er all den Kram
versprochen hatte - sagten sie.

Wenn du mal ne preiswerte Quelle zum digitalisieren gefunden hast, kannst du
die mir auch verraten. Ich habe auch noch einen ziemlich langen Urlaubsfilm aus
dieser Zeit mit eigenen Unterwasseraufnahmen aus Spanien.

Da fällt mir gerade ein:
Wenn man noch einen geeigneten Projektor hat, könnte man den Film auf die Leinwand
abspielen und mit einem Camcorder wieder aufnehmen?

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
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#11
Huch, bin ich schon soooo alt?
Ich habe viele Tonfilme mit  Super8 Tonfilmkameras gedreht.
Das dürfte so Ende der 70er gewesen sein. Meinen Vater, der begeisteter Hobbyfilmer auf Doppel 8 war, hatte ich so  lange  bequatscht bis er mit mir zu den Erlanger Tonfilmtagen ging, bei denen Nizo die Tonfilmkameras vorstellte. Die Veranstaltung war so überzeugend, dass mein Vater eine Nizo 4056 und einen Bauer T525 Microcomputer erwarb. Das war eine Investition von mehreren tausend DM.
Die Filmkassetten kosteten  um die 25DM für 3 Minuten und waren mit 2 Magnetspuren versehen. Die breitere (ich glaube 0,8mm) war für die Live Aufnahme, die schmälere "Ausgleichsspur" für die zusätzliche,  nachträgliche Vertonung, wie z.B. Kommentare oder Musik.
Über den Projektor konnte man nach dem Schnitt dann die Ausgleichsspur bespielen und sogar sie beiden Spuren mischen , ein- ausblenden und überblenden. Für lippensynchrones Vertonen wurde jedes Einzelbild gezählt und über 7 Segment Leds angezeigt.
Ich wundere mich heute noch dass der geklebte Film dieses 100fache sequentielle Vor- und Zurückspielen mechanisch überlebte und auch der Projektor hatte mechanisch Schwerstarbeit zu leisten.
Ich besitze Kamera und Projektor noch heute. Der Projektor funktioniert über 40 Jahre später noch immer wie am ersten Tag und auch die Filme (Kodakchrome) sind noch tadellos. Die später erschienenen Agfafilme sind dagegen längst verblasst.
Einen 25 min. Film zu erstellen war eine unglaubliche Arbeit.
Ich erinnere mich noch gut an die ungezählten Filmschnipsel die an Wäscheklammern auf dem "Montagebrett" an der Wand hingen. Fein säuberlich nummeriert in der Reihenfolge in der  sie dann geklebt wurde.
Das war eine tolle Zeit. Im Fernsehen gab es Super 8 Wettbewerbe. Man konnte seine Filme einschicken und die besten wurden im TV gezeigt. Fachzeitschriften, Fachbücher in Massen. 
Wie ärmlich ist das heutzutage dagegen mit dem Videokram.
Eine Minute Rohnaterial kostete 8 Mark. Da überlegte man sich ganz genau wann man auf den Auslöser drückte.

Gruß, 
Achim
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#12
Hallo Wilhelm,
genau so habe ich meine Filme digitalisiert. Die Ergebnisse waren besser als von den Dienstleistern.
Problematisch kann der Camcorder sein. Ich hatte damals das Glück auf die professionellen Kameras der Uni zurückgreifen zu können. Die Synchronisationszeit der Kamera muss mit der Flügelblende des Projektors zusammenpassen, ansonsten gibt es Streifen im Bild.
Keine Leinwand zum Projezieren verwenden sondern am besten eine glatte, weiße, matte Wand.
Wenn möglich einen Projektor mit langer Brennweite  benutzen um den Abstand zur Wand möglichst groß zu halten. Mit dem Camcorder so nah an die optische Achse  des Projektors wie möglich gehen um Verzerrungen so klein wie möglich zu halten.
Den Kontrast kann man durch gezieltes Einbringen von diffusem Fremdlicht verringern wenn er zu hoch sein sollte.
Muss man einfach ausprobieren.

Gruß, 
Achim
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