Themabewertung:
  • 2 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Philips 528 Italien
#1
Hallo Freunde,

ich möchte Euch heute mal einen italienischen Philips 528 vorstellen. Das Radio hat schwere Zeiten hinter sich. Ich fand es in Sachsen bei einem Bekannten im Keller. So etwa vor 20 Jahren. Das Gehäuse war völlig auseinander gefallen. Aber irgendwie saß das Chassis noch auf der Grundplatte und der Lautsprecher hatte auch noch Halt.

Ich mußte teilweise das Unterholz ersetzen. Das Gerät wurde von außen komplett neu furniert. Die Front wurde so belassen und instand gesetzt. Die  Fehlteile der geriffelten Holzblenden mußte ich mit dem Dremel und viel Schleifpapier nacharbeiten.

Nun schaut mal, was ich da vor 20 Jahren schon am Gehäuse machen konnte. Das Gerät wurde seinerzeit technisch überholt.
Ich weiß, was Ihr vielleicht denkt... das hätte man besser machen können.

Wie man hinten schon wieder sieht, fehlt der ewig gesuchte Gerätestecker. Der Frank hatte die ja im 3D-Druck reproduziert.

Jetzt fiel mir vor Kurzem ein, ob das nicht auch mit den Resten der Bakelit-Skalenumrandung geht? 20 Jahre liegen die Reste in einer Plastetüte.

Ich fragte den Frank und er war mal wieder unerschrocken. Ich schickte ihm ein Teil. ich habe die Vorstellung von dem Radio zunächst davon abhängig gemacht, ob da etwas geht. Aber Frank schickte mir gestern schon eine Skizze (?) das wird wohl tatsächlich etwas werden.

Deshalb eröffne ich hier also mal einen Restaurationsbericht. Unangenehm wird es werden die nachträglichen Skalenumrandungen aus Holz zu entfernen. Da warte ich dann noch, bis ich von Frank die 2 Umrandungen habe.

Die Holzleisten müssen dann ja nicht geschont werden. Ich werde die Stück für Stück mit dem Bügeleisen erhitzen. Wenn Frank mir die Umrandungen geschickt hat, werde ich mal schauen, wie sie von der Struktur her sind und dann mit Stahlwolle, feinem Schleifpapier und Spachtel bearbeiten. Anschließend lackiere ich sie. Aufwändig, aber bei solch einem Radio.

Ja, und Jupp, Wilhelm, usw. das wäre doch für Euch wohl ein 3 d-Nachbau.

Hier mal das Radio von vorne

   

Von hinten. Hier sieht man auch, was da alles am Holz ersetzt wurde.

   

Die Rückwand ist auch vorhanden.

   
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#2
Hallo Andreas, danke für's zeigen. Ein schönes, reizvolles Radio, könnte
eine schöne Miniatur werden.

Interessant sind aber auch die fünf, die im Hintergrund auf dem Schrank stehen.
Was sind das für Typen?

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
Zitieren
#3
Hallo Wilhelm - der oben ganz links sieht stark nach MENDE (180W ?) aus. Auch eines meiner "Traum-Radios" neben dem Beichtstuhl von SEIBT (aber ich möcht hier nicht von dem Italiener-Philips von Andreas ablenken - sieht schon prächtig aus).
Der Draht ist die Seele des Radios !
Zitieren
#4
So Andreas,
ich denke das du neue Rahmen bekommst. Ich bin mit dem ersten Druckergebnis schon sehr zufrieden. In der schrägen
Position konnte ich eine einteile Variante mit guter Oberfläche drucken. Die Bohrungen habe ich mit einem M3 Gewindebohrer
nach geschnitten. Du brauchst nur ein paar passende Schrauben ohne Kopf mit etwas Kleber eindrehen, dann hält das sicher.

Material ABS, Schichtstärke 0.15, Laufzeit ca. 8,5h


       

       

       
sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit
Zitieren
#5
Hallo Frank,

ach das ist ja ein enormes Ergebnis. Ich bin wirklich froh, dass ich damals die Bruchstücke nicht entsorgt habe. Dann werde ich mit dem Radio jetzt doch weiter machen. Mal sehen, wie ich jetzt die Holzleisten entfernen kann, ohne das furnier zu beschädigen. Ich denke aber, dass es mit der Bügeleisen-Methode was wird. Tja und den fehlenden Gerätestecker bekommt das Radio ja dann auch noch. Schon mal großen Dank, Frank!
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#6
Aber deine Holzleisten sehen doch auch sehr gut aus. Wenn man das Radio nicht kennt denkt doch jeder das wäre original.
Warte mit dem entfernen so lange bis du die gedruckten vorliegen hast , dann kannst du immer noch entscheiden.
sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit
Zitieren
#7
Hallo Frank,

mit den holzleisten habe ich mich ja auch sehr lange zufrieden gegeben. Klar, dann warte ich mal auf die gefertigten Rahmen. Trotzdem, die von Dir gefertigten Rahmen werde ich mir sicher dort einbauen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#8
Hallo lieber Wilhelm,

ich freue mich, dass Dir die Radios gefallen. Ich hatte auch über die Geräte hier im Forum berichtet.
Schaust Du:

Mende 180: http://radio-bastler.de/forum/showthread...=Mende+180
Adwater Kent 145:http://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=955&highlight=Adwater+Kent
Brandt Columbus 107:http://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=6547&highlight=brandt
Philips 634:http://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=4992
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#9
Hallo Andreas,
danke für die Links, mindestens zwei von Deinen Schmuckstücken werde ich versuchen
mit meinen Möglichkeiten als Miniatur nachzubilden. Es kribbelt schon in den Fingern, und das
sind keine Durchblutungsstörungen Wink

Die Teile von Frank sind wie immer Extraqualität und für mich das Ziel des Erreichbaren. Ich
bin gespannt, wie es weiter geht!

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
Zitieren
#10
Hallo Freunde,

letzte Woche bekam ich vom Frank die nachgefertigten Kunstoffblenden für meinen Philips. Die teile übertreffen meine kühnten Ewartungen.

Nun mußte gehandelt werden. Die nicht originalen Holzrahmen um die beiden Skalen sollten weichen. Problem hier: Die Rahmen wurden seinerzeit mit Holzleim um die beiden Skalen geleimt.
Hat man nun Pech, dann kann man das Originalfurnier arg beschädigen. Das sollte vermieden werden. Ich dachte mir, die Leisten mit dem Bügeleisen zu erwärmen und dann zu entfernen. Das funktionierte nicht. Es stank zwar furchtbar und qualmte auch schon. Aber runter ging das nichts. Ich nahm mir also ein scharfes Küchenmesser und schob es unter die einzelnen Leisten. Sie ließen sich entfernen, ohne das furnier zu beschädigen. Hier muss ich nur noch anschleifen, glätten und mit Schellack nach zu bearbeiten.

Die Skalen waren Computer-Drucke von vor 20 Jahren. Sie sind auf Fotopapier gedruckt. Ich hatte 2 Plexiglasscheiben verwendet. Dazwischen war je eine Skala. Die beiden Scheiben wurden an ihren äußeren Kanten verklebt. Diese Skalengläser wurden in die jeweilige Aussparung hinter die Holzrahmen geklebt.

Beim entnehmen der Skalen sind mir diese natürlich beschädigt wurden. Mal sehen, ob mir der Franz Bernhard hier weiter helfen kann. Schön wäre ein Ausdruck auf Folie. Dahinter würde ich farbliche Streufolie legen.

So weit sind wir aber noch nicht. Ich werde mich jetzt erst mal mit den Knstoffrahmen vom Frank beschäftigen. Die Rahmen haben nämlich eine ganz leichte Linienstruktur. Die ist völlig gleichmäßig. Ich bin schon am Überlegen, ob ich das nicht vielleicht sogar lasse und nur mit sprühlack dieRahmen einfärbe. Auf alle Fälle, Frank, wieder ein tolles Ergebnis. Ersatz der fehlenden Rahmen nach 20 Jahren! Achja und das Anschlußprovisorim verschwindet auch. Philips-Gerätestecker waren auch vom Frank in meinem Karton.

Hier ein paar Bilder:

Die Holzleisten sind ab

   

Die von Frank angefertigten Kunststoffrahmen. Sehr perfekt!
Ich konnte sie noch nicht in die Aussparungen drücken. Sie passen durch einige klebstoffrückstände noch nicht richtig. Es sind aber nur mm!

   

So waren die Skalen vorher eingeklebt.

   

Die Skalen - leider etwas beschädigt.

   
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#11
Das ist ein Radio ganz nach meinem Geschmack. Ich werde es morgen n inspizieren. Thumbs_up
Gruß!
Ivan
Zitieren
#12
Hallo Freunde,

ja, maches dauert etwas länger. Es ist schon eine Weile her, dass sich der Frank mit meinen Kunstoff-Rahmen gequält hat. Ich hatte mittlerweile ja die Holzzierleisten entfernt. Es wurde doch offensichtlich, dass an den Ausschnitten das Furnier etwas gelitten hat. Das wurde sorgfältig aufgearbeitet. Teilweise befanden sich noch Holzreste von den Zierleisten um die Ausschnitte. Teilweise hatte das Furnier kleine Fehlstellen. Die Holzreste der Leisten wurden mit einem Cuttermesser sehr sorgfältig abgeschält. Fehlstellen im Furnier wurden mit kleinsten Furnierresten geflickt. Es wurde auch wenig verspachtelt. Nun mußten die Reparaturstellen farblich angeglichen werden. Das war fummelig. Ging aber sonst recht gut.

Die von Frank gefertigten Rahmen sollten nun einsatzfähig werden. Wenn man mal in die vorhandenen Bilder schaut, dann sieht man, dass die ausgedruckten Kunststoffrahmen feinste Linien haben. Unsere 3D-Experten raten zur Behandlung mit Aceton. So tat ich das auch. Die dünnen Linien ließen sich schon mal gut beseitigen. Dann wurde öfter mit feinster Stahlwolle geschliffen.

Ich hatte mir Kunststoffprimer besorgt. Hiermit sprühte ich die Rahmen mehrmals ein und schliff wieder mit feinster Stahlwolle. Ich Netz suche ich mir bilder von diesem Radio. Ich sprühte die Rahmen mit dem farblich identischen Lack ein. Wirklich, die Rahmen sind absolut glatt. Keine Linien sind mehr sichtbar. Höchsten noch von innen. Das stört aber nicht.

Ich holte mir noch einen Experten in die Runde. Ich zeigte im letzten Jahr mal die ramponierten Skalen dem Franz Bernhard. Oh, was würde er wieder zu dem Schrott sagen? Ja, mache ich Dir sagte er zu mir. Braucht aber Zeit. Da unsere Radios viel Zeit haben, stellte ich das Gerät noch msa in die Radiobude und wartete. Ich bekam Post - vom Franz-Bernhard. Drinnen waren die Skalennachdrucke. Besser hätte sie Philips auch nicht gemacht. Ja da kam Freude auf.

Was mir nun fehlte sind die hier weiter oben abgebilderten Kunststoff-Taschen. Diese dinger sind etwas steifer. Man legt hier die skala ein und schiebt sie in die Rahmen. Das ist natürlich eine gute Option. Sonst hat man nur die dünnen Skalen (auch früher schon) - unbedachtes Greifen in die Aussparungen kann die Skalen beschädigen. Diese "Umschläge" sehen aus, wie die Hüllen von den Namensschildern, nur größer.

Nun habe ich mir natürlich noch mal das Gehäuse des Radios vorgenommen. Es bekam eine neue Schellack-Politur. Einen von Frank angefertigten Gerätestecker bekam das Radio auch.  Gestern nun wurde komplettiert. Der Empfang und die Wiedergabe sind sehr gut.

Nun kommt das schöne Radio wieder in meine Sammlung. Nach fast 20 Jahren in meinem Besitz ist das Radio wieder völlig original. Ich bedanke mich herzlich bei unseren beiden Experten Frank (Tubefan) und unserem Franz-Bernhard. Ohne die Arbeit der Beiden hätte ich das Radio nie wieder in den Originalzustand versetzen können. Ihr habt mir eine sehr große Freude bereitet.

Schau mal auf die Bilder:

 Hier mal der Kunstoffrahmen. Sieht aus wie Original, das aus Bakelit war.

   

Hier die Skalenfolie vom Franz-Bernhard

   

Aus diesem Schrott hat Franz Bernhard die schönen Skalenfolien gefertigt. Sicher recht aufwändig!

   

So sehen die Skalen beleuchtet aus.

   

Ich freue mich, dass nun wieder ein Radio, dass schon längst Schrott war, so schön geworden ist. Jetzt kann ich die alten Schrotteile auch entsorgen. Sie haben ausgedient.

Wer von Euch noch eine Idee hat, was ich als Hülle für die Skalen nehmen kann, sollte mich bitte hier benachrichtigen. Die Hüllen sind vergleichbar mit denen der Namensschilder in die man Pappkarten stecken kann.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#13
Hallo Andreas,
welch Arbeit und gar wunderschönes Radio... Smile
---
Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet...Dirk
Zitieren
#14
Sehr schön!
Viele Grüße

Franz Bernhard

... und die Radios laufen nicht weg!

Zitieren


Gehe zu: