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Buffetuhr Garant einstellen
#1
Guten Morgen,
Diese Uhr habe ich seit 11.11.17. Die sah ziemlich gut aus, ich konnte sie mangels Schlüssel nicht ausprobieren. Ich war vor kurzem bei Andreas P. Er hat eine große Kollektion Pendel- und Tischuhren. Einen Schlüssel habe ich von ihm bekommen, sowie klare Anweisung die Uhr gründlich in Benzinbad zu reinigen und erst dann werden die evtl. notwendigen Reparaturen überlegt.
Wie ich sturköppfig und ungeduldig bin habe ich das Uhrwerk aus dem Gehäuse genommen. Mangels Möglichkeit in der Wohnung großartig Benzin einzusetzen habe ich mich entschieden die Uhr großzügig mit dem preiswerten Rostlöser - ich habe super Erfahrungen seit langer Zeit damit - die Puristen dürfen gerne schimpfen - bespritzt. Nach einer Stunde habe ich das wiederholt. Die Uhr aufgestellt und vorsichtig die Anker berührt. Das Uhrwerk fing an zu arbeiten. Dann habe ich die Reste von dem Rostlöser abgewischt sofern ich konnte und vorsichtig alle Lager und Zahnräder sparsam mit Feinmechaniköl eingeölt. Dann habe ich das Uhrwerk mit dem Schlagwerk synchronisiert.
Seit zwei Tage arbeitet die Uhr. Hier paar Bilder:    
   
   
   
Jetzt habe ich einigen Fragen. Die könnte ich Andreas P direkt stellen, aber denke besser hier stellen - so könnte einen oder andere was dazu lernen. Ich muss dazu was sagen - ich bin absolute Anfänger und habe null Ahnung. Für mich ist sowohl die Kritik, wie auch Ratschläge immer gut wilkommen.
1. Habe ich was falsch gemacht mit dieser “Reinigungsart“, besteht irgendwie Gefahr für die Teile wie z.B. Korrosion etc. Ist da was zu machen?
2. Die Uhr arbeitet nur wenn sie steht. Im liegenden Zustand läuft sie nicht. Für eine Pendeluhr ist das plausibel, ist das bei dieser Art auch? Wieso?
3. Meine Uhr läuft zu langsam - halbe Minute pro Stunde. An der Rückseite ist ein Pfeil. Links -, rechts + Zeichen. Bloß wie es aussieht entweder kann die nicht mehr regulieren oder ich habe keine Ahnung. Sieht bitte selber.    
4. Eine letzte Frage - wie transportiere ich die Uhr schönend in meinem Auto?
5. Doch noch eine Frage - kann die Uhr auf dauer ohne Gong arbeiten - z.B. wenn ich die entsprechende Feder nicht aufziehe?

Danke! Smile
Gruß!
Ivan
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#2
Moin,

dass die Uhr im Liegen nicht arbeitet wird daran liegen das die Lager der Unruh sie nicht direkt einspannen, will sagen, dass die Unruh dann zu große Reibung hat wenn sie nicht auf ihrer Spitze im unteren Lager steht.

Zum Regulieren gibt es dieses kleine Teil, was wie eine silberne kleine Kurbel aussieht, wenn du dieses Teil bewegst muss sich das silberne nach oben zeigende Teil ebenfalls bewegen und dadurch einen Teil der Feder der Unruh.

Ja, du kannst diese Uhren ohne Schlag betreiben, tue ich bei meinem Regulator auch es wird eben nur die Feder für "Uhr" aufgezogen.

Thommi
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#3
Hallo Ivan,

ich antwortete hier mal, denke aber der Anton kann da noch viel mehr zu schreiben. Rostlöser ist hier fehl am Platz. Das Problem ist hier nicht Rost, sondern verharztes Öl in den Lagern. Ich hätte die Lagerstellen vorsichtig sauber gewischt und mir Öl für Großuhren bei Selva bestellt. Mit irgendeinem anderen Öl läuft man Gefahr das es entweder zu fest oder zu dünnflüssig ist. Dann laufen die Lager trocken und es beginnt der vollständige Verschleiß der Lager. Außerdem werden nur Lager geölt. Keine Zahnräder! Auch auf den Platinen, das sind die beiden Platten des Werkes ist Öl eher kontraproduktiv. So sammelt sich der Der Staub erst richtig im Werk. Deine Uhr hat einen sogenannten Schwebeanker. Das bedeutet er wird von einer Feder mittig gehalten. Das funktioniert aber nur wenn das Uhrwerk aufrecht und Waage steht. Dort ist auch eine Scheibe die man verstellen kann um die Geschwindigkeit einzustellen.
Gruß aus Bremen

Enno
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#4
(27.01.2018, 10:28)navi schrieb: 1. Habe ich was falsch gemacht mit dieser “Reinigungsart“, besteht irgendwie Gefahr für die Teile wie z.B. Korrosion etc. Ist da was zu machen?
2. Die Uhr arbeitet nur wenn sie steht. Im liegenden Zustand läuft sie nicht. Für eine Pendeluhr ist das plausibel, ist das bei dieser Art auch? Wieso?
3. Meine Uhr läuft zu langsam -  halbe Minute pro Stunde. An der Rückseite ist ein Pfeil. Links -, rechts + Zeichen. Bloß wie es aussieht entweder kann die nicht mehr regulieren oder ich habe keine Ahnung. Sieht bitte selber.
4. Eine letzte Frage - wie transportiere ich die Uhr schönend in meinem Auto?
5. Doch noch eine Frage - kann die Uhr auf dauer ohne Gong arbeiten - z.B. wenn ich die entsprechende Feder nicht aufziehe?

Ob hier Rostlöser längerfristig Schaden anrichtet, vermag ich nicht zu sagen, ich wäre aber auch nicht auf die Idee gekommen, den an einer Uhr anzuwenden! Dafür gibt es spezielle Uhrenreiniger, die ich auch immer verwendet habe, im Zusammenwirken mit einem Ultraschallreiniger.

Warum die Uhr nur im Stehen läuft, wurde bereits geschrieben. Ist aber auch logisch, ist ja keine Armbanduhr  Wink Die Unruh (das schwingende Rad) ist auf seiner Welle beweglich angeordnet und wird von einer sehr feinen Spiralfeder in der richtigen Höhenposititon gehalten. Im Liegen verrutscht die Unruh und arbeitet nicht mehr. Enno nannte bereits diese Art: Schwebeanker, wobei der Anker der aufrechtstehende Hebel ist, der sich im Lauf ständig nach recht und links bewegt und in die Unruh greift.

Richtig, das + und - was am Werk zu sehen ist, markiert die Justiermöglichkeit der Uhr. Dort sind normalerweise kleine Hebel, die man nach rechts oder links verschieben kann (nur minimal!), um die Laufgeschwindigkeit zu verändern. Auf dem Foto kann ich es nicht genau erkennen, aber ich meine den Hebel darauf zu erkennen:


.jpg   Buffetuhr.jpg (Größe: 180,09 KB / Downloads: 494)

Das Ölen der Großuhren ist eine Sache, die man nur nach Anleitung machen, und dabei große Sorgfalt walten lassen sollte! Wie Enno bereits schrieb, ist das großzügige Ölen langfristig ein Problemquell, weil sich Staub anhaftet und für Verklebungen und unnötigen Abrieb an den beweglichen Teilen sorgt. Es sollten immer nur die Lagermulden mit speziellem Großuhrenöl behandelt werden und dann auch mit einem sog. Ölgeber, der in das Öl getaucht wird und dessen Spitze nur soviel Öl aufnimmt, wie für ein Lager benötigt wird. Dann bleibt dieser Tropfen Öl in der Lagermulde haften und sorgt für langfristige Schmierung. Wird mehr Öl als nötig verwendet, läuft es aus dem Lager wieder heraus und das Lager läuft bald trocken und zerstört sich selbst!

Das spezielle Großuhrenöl ist sehr teuer, so ein kleines Fläschchen reicht aber aber auch für eine Uhr Jahrzehnte! https://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&keyword...gkh6ggrk_b

https://www.ebay.de/i/222801234349?chn=ps

http://www.info-uhren.de/uhren-reinigung...ieviel_oel

Da es keine Pendeluhr ist, ist der Transport der Uhr unproblematisch, am besten aufrecht in einen Karton stellen, und gegen umfallen sichern. Die Aufziehfedern sollten allerdings beide zur Hälfte aufgezogen sein, damit sich bei entspannten Federn die selbigen nicht aushängen können. Sollte es eine längere Fahrt sein, kann man die Unruh vorsichtig mit etwas Kreppband festlegen.

Und was auch bereits genannt wurde: Ja, wenn der Gong nicht schlagen soll, dann einfach die Feder auslaufen lassen und nur das Gehwerk aufziehen. Es gibt zwar einige Uhrentypen, bei denen das nicht geht oder zu Störungen führt, aber bei der Buffetuhr sollte das kein Problem sein. Manche Buffetuhren hatten sogar einen Hebel zum Abstellen des Gongs oder sogar eine automatische Nachtabstellung.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#5
Hi,

zum einregulieren der Ihr eignet sich eine Zeitwaage. Die gibt es auch als Smartphoneapp und hat mir sehr geholfen meine Uhr einzuregulieren.
Die Zeitwaage reagiert auf das Tickgeräusch und stellt grafisch da ob die Uhr zu schnell oder zu langsam läuft man.
Man muss nur heraus finden welche Sollfrequenz das Tickgeräusch hat (beat per minute).
Gruß
Oliver
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#6
Hallo Ivan, hallo Anton,

der Hebel ist m.E. nicht zum Einstellen der Uhr!

Auf solchen Uhren befindet sich auf der hin und her schwingenden Scheibe mit den Löchern noch eine weitere Scheibe mit Zeiger, die mit der Schwingfeder verbunden ist, dadurch wird die Feder mehr oder weniger vorgespannt oder enspannt.
Bei meiner Buffetuhr sieht das exakt so aus wie  dem beigefügten Bild hier. oben links sieht man noch die Einstellanleitung.
   


Das Bild habe ich zwar von meinem elektromechanischem Laufwerk gemacht, aber meine Buffettuhr ist in dem Punkt identsich.

Sowohl die mechanischen, als auch dei elektromechanischen Uhren mit diesem Prinzip bleiben stehen, wenn die nicht waagerecht stehen. Das liegt wohl an der Schwungmasse gegenüber der horizontalen Ausrichtung.

Ansonsten wüde ich bitten das Detailfoto mit stehender Uhr einzustellen, damit man das besser erkennen kann.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#7
Nur, damit es kiene Mißverständnsisse gibt zu menem Bild:
Die große Scheibe mit den Löchern lasst sich gegenüber der Scheibe mit dem Zeiger verdrehen, damit wird die Uhr eingestellt.
D.h, die Unruhscheibe mit den Löchern wird festgehalten und die andere Scheibe nach Anleitung Richtung Plus oder Minus verdreht.

Ob das bei Ivans Uhr auch so ist, müssen wir noch heraus finden. Bitte ein gutes Foto von dem Bereich machen. Keinesfalls an der Unruh selbst drehen oder versuchen dne "Hebel" in Antons Bild zu verstellen.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#8
Da gibt es verschiedene Varianten Arnold, je nach Bauzeit und Hersteller. Die von Dir gezeigte Variante ist schon sehr modern. Hier mal ein Beispiel einer Juba Uhr mit liegender Unruh:

   

Und hier noch bei einer Junghans Uhr mit Stellschraube:

   
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#9
hallo Anton,
ja, da sieht man anhand der Skala, wo es einzustellen geht.

Ich alte den "Hebel" , den du da oben markiert hast jedoch für den Hebel, der in die Unruh greift, also das was bei Pendeluhren die Pendelstange wäre und den Zahnradtakt steuert.

Ich kenne mich mit der Benennung der Bauteile nicht so aus, ich hoffe du verstehst, was gemeint ist.

Dadurch, dass das Foto im Betrieb aufgenommen wurde ist das Bild an der Unruh bewegungsunscharf und man kann die "Gabel" darunter nicht sehen.

Vergleichsbild angefügt:
   

Freundliche Grüße,
Arnold
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#10
Ich verstehe was Du meinst Arnold. Was ich markiert habe, ist allerdings ganz sicher nicht der Anker, also die Gabel, es könnte aber ein Begrenzungsstift sein, der den Ausschlag der Gabel einschränkt, damit er nicht zu weit geht, falls es denn kein Hebel zur Justierung ist.

Aber wir fischen hier im Dunkeln und brauchen erstmal aussagekräftigere Bilder von Ivan.

1. Bei Stillstand der Unruh
2. Besser ausgeleuchtet
2. Scharf

Meine Augen sind nicht mehr die Besten...
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#11
               
   
Hallo, Danke an allen Beteiligten. Vor allem Anton und Arnold, hier paar neue Aufnahmen. Wenn diese nicht gut sind, werde ich weitere machen.
Vielen Dank im Voraus,
Gruß!
Ivan
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#12
Hallo Ivan,

Die Bilder reichen mir

das letzte Bild zeigt es ganz deutlich, da sind über der Scheibe noch zwei Teile, wo man die Uhr einstellen kann. Ich habs mal grün markiert.

Also die runde Scheibe der Unruh festhalten und an den markierten Teilen ein wenig nach rechts (+) drehen.

Jetzt aber trotzdem Abwarten ob Anton auch der Meinung ist Wink

Edit: ich meine zu erkennen, dass die schon am rechten Anschlag ist, also da ist nichts mehr. Jetzt wird es schwierig.
   

Freundliche Grüße,
Arnold
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#13
Arnold hatte den richtigen Riecher! Ja, die Justierung erfolgt bei dieser Uhr über die Scheibe auf der Unruh.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#14
wenn die Uhr richtig gereinigt ist und wie vor ab beschrieben mit dem richtigen Öl versehen wird, läuft sie vermutlich wieder schneller
Gruß Franz
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#15
Hallo,
Ich habe erst “kräftig“ nach rechts gedreht und werde beobachten und berichten.
Dank und Gruß
Gruß!
Ivan
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#16
Hallo Ivan,

so wie ich das im Bild gesehen habe, war die Regulierung schon am Rechtsanschlag, das habe ich noch geschrieben. Mit "kräftig" geht da garnichts, das ist Feinmechanik, dass muss relativ leicht gehen.

Und wie schon geschrieben wurde, die Lager der Uhren ölen, also die Teile, wo die Zapfen der Zahnrad-Achsen in den Blechen stecken. Zahnräder ölen ist kontraproduktiv, weil da dann Staub anhaftet.

Die Zeigerachse kann man auch von vorne ölen, wenn man die Zeiger abnimmt (Stellung merken!) und im liegenden Zustand ein wenig Öl einfließen lässt..

Das Uhrwerk zu zerlegen solltest du besser einem Kenner der Materie überlassen. Die Federn sind gespannt und das kann neben Verletzungen oder einem gehörigen Schrecken auch schweren Schaden am Uhrwerk verursachen, wenn man das Uhrwerk mit gespannten Federn zerlegen will.

Ansonsten lass das mal den Andreas machen, wenn du sowieso da hin fährst.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#17
Hallo, Arnold,
So sah auf das Bild, aber in der Tat ist diese wie Anschlag aussehender Finger auf das Regulierungsrad. Kräftig ist übertrieben. Ich meinte, unkontroliert, Warten wir noch zwei Stunden ab. Ich hab die Intervenz erst vor 40 min gemacht.
Gruß!
Ivan
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#18
Hallo Ivan,

dann warten wir mal ab. Ich hab das betreffende Detail nochmal vergrößert. Da sind zwei Zapfen, der andere ist rechts hinter dem Stellhebel, hab ich nicht extra markiert.
   

Freundliche Grüße,
Arnold
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#19
Richtig, Arnold
Ich habe in Uhrzeigerrichtung gedreht. Seit drei Stunden läuft genau. Abwarten und mal sehen.
Gruß!
Ivan
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#20
Nebenbei bemerkt, gibt es bei mechanischen Uhren auch oft Abweichungen zur Winters- vs. Sommerzeit. Das hat mit der temperaturbestimmten Ausdehnung/Schrumpfung des Metalles zu tun. Bei Pendeluhren ist dieser Effekt besonders zu merken, dann muss die Pendellinse justiert werden, aber auch bei Unruhwerken kann eine leichte Abweichung feststellbar sein. Spielt jetzt hier- und bei der genannten Problemstellung keine Rolle, aber ist wollte doch diesen Hinweis mal geben.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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