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Phono Vorverstärker mit 3 x ECC83
#1
Hallo,

nun wollte ich doch auch mal, weil hier sonst schon alles andere mit Röhren läuft, noch einen kleinen, einfachen Phono-Entzerr-Vorverstärker mit Röhren basteln.

Die Variante mit einer ECC83 je Kanal hatte ich früher schon mal aufgebaut, aber dabei geht Lautstärke verloren, also habe ich mich diesmal für 1 1/2 ECC83 je Kanal entschieden.

Mit wurde diese Schaltung empfohlen:

Link zu Jogi

Zunächst war die Anodenspannung viel zu hoch, weil die Siebwiderstände zu klein waren (ich habe auch nur 47µF Elkos im Netzteil verwendet). Mit grösseren Widerständen stimmte alles.
Die Heizung (12,6V) hatte ich zunächst mit Wechselspannung ausprobiert, das gab aber noch einen kleinen Restbrumm.
Da nur 12,6V am Trafo zur Verfügung standen, war nicht viel Spielraum für Siebwiderstände, also habe ich nur einen Brückengleichrichter und zwei parallele 4700µF-Elkos verwendet und das geht prima, bin (bis auf meine Bohrkünste) sehr zufrieden.

Viele Grüsse,
Jean

Hier Bilder von vorne, innen und hinten(werde die Schrauben noch kürzen):

   

   

   
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#2
Huhu,

massig Metall, mein Phonoprä brummt seit jeher, hat allerdings auch kein eigenes Netzteil. Muß die Schirmung um die Röhren sein?

Thommi
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#3
Hallo Thommi,

ja, die Schirmung muss sein, ist kein Voodoo, ohne brummt es fürchterlich. An der ersten Röhre (Eingang) habe ich sogar eine sehr dicke Abschirmung verwendet, weil es mit einer dünnen immernoch etwas gebrumm hat.

Das sieht zwar bei mir alles etwas zusammengekloppt aus, aber ich habe mir schon einige Gedanken über die Anordnung der Bauteile gemacht, also z.B. die letzte, unempfindlichste Röhre an die Seite gesetzt, an der die Spannungen zur Aufbauplatte gehen, oder die GK-Leitung abgeschirmt und die Masseverbindungen in etwas dickerem Kupferdraht so verlegt, dass sie gleichzeitig noch als Abschirmung für empfindliche Bauteile wirken.

Offenbar liegt die Beherrschbarkeit des Brummens mehr in solchen Fragen, als in zigtausend µF im Netzteil.

Viele Grüsse,
Jean
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#4
Hallo,

so, habe noch eine Abschirmwand aus Mu-Metall zwischen Netzteil und Röhrenplatte eingebaut.

Es sind übrigens RFT-ECC83, mit denen bin ich völlig zufrieden(weil manchmal ja über DDR-Röhren gemeckert wird), habe es auch mal mit Voodoo-Röhren probiert (Telefunken ECC83 und ECC803S), da war kein Unterschied zu hören.

Ich habe noch eine Frage an die Schaltungsexperten bezüglich der Gegenkopplung: Bei manchen Platten, gerade alte Bigband-Aufnahmen, habe ich das Gefühl, dass die Mitten etwas zu stark sind; bei anderen Platten, z.B. Rockmusik empfinde ich es nicht so.
Wäre es möglich, das einstellbar zu gestalten?

Die Gegenkopplung geht vom Ausgang zum Gitter der 2. Stufe, es sind 330pF und 100pF in Reihe, parallel zu den 100pF ist ein Widerstand von 750K. Wenn ich den Widerstand verkleinere, müssten doch die Mitten weniger werden, oder ist das ein Denkfehler von mir?

Vielen Dank und viele Grüsse,
Jean
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#5
Hallo Jean,

... das was reingeht, kommt auch wieder raus. Die unterschiedliche Aufnahmequalität
der Tonträger muss du schon in Kauf nehmen.
Würde da mal mit einen 1M Poti experimentieren.
Ist aber nur meine Meinung.

Grüße von Andreas
lass mich, ich kann das,
... oh kaputt.
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#6
Hi,
die von dir erwähnte Schaltung hatte ich auch einmal mit dem gleichen Hörergebniss gebaut.
Diese Schaltung hier brauche ich dank eines fehlendem Plattenspielers nicht mehr.
Aber das mit der Abschirmung ist sehr wichtig, du hast es ja gehört.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#7
Hallo Wolle,

ich hatte mich da etwas missverständlich ausgedrückt, mein subjektives Empfinden von zu starken Mitten bei bestimmten Aufnahmen, erlebe ich mit allen Entzerr-Vorverstärkern, das liegt wohl an meinem Gehör. Daher dachte ich, da ich ohnehin meist alleine Musik höre, das bei Bedarf ausgleichbar zu machen.

Viele Grüsse,
Jean
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#8
Huhu,

da stellt sich die Frage: Sind die alten Platten nach RIAA geschnitten? Ansonsten verbieget dir natürlich jeder RIAA Amp die Originalfrequenzen.

Das mit der Abschirmung macht mir jetzt natürlich viel Ärger :-(((

Das heißt, dass ich meinen Amp mit Blech auskleiden muß, was auch nur teilweise geht, da die tragenden Holme auf die hölzerene Grundplatte geklebt sind....

Thommi
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#9
Alu- oder Kupferfolie?
Ansonsten bietet sich mMn an, so Gehäuse aus doppelseitigen Platinen zu bauen. Lässt sich dann super zusammenlöten, braucht keine Holme usw...
Gruß,
Uli
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#10
Thommi, ich hätte da so eine Idee:
was ist denn mit dem Spray, mit dem Andreas_P seine alten abgeblätterten Röhren elektrisch leitend übersprüht? Idea
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#11
Hallo,
so, ich habe ein bisschen mit der Gegenkopplung experimentiert und habe den Festwiderstand (750K), der parallel zu den 100pF im Gegenkopplunsweg liegt ersetzt durch 330K Festwiderstände und ein 500K Alps-Poti(Lin), das noch rumlag. Die Originale Einstellung von 750K habe ich markiert und sie ist auch gut für die meisten Platten. Bei den wenigen Platten, bei denen mich subjektiv etwas am Klang nervt, kann ich das mit dem Poti so einstellen, dass mir der Klang "nicht weh tut" und Spass macht. Insgesamt ist die Veränderungsmöglichkeit sehr klein, aber für meinen Fall völlig ausreichend.

@Thommi: Ich habe irgendwo noch Routergehäuse aus dickerem Blech ohne Bohrungen in Frontplatte und Deckel, die habe ich für sowas aufgehoben, da sollten Verstärker und Netzteil reinpassen. Du kannst gerne eins davon geschenkt haben.

Viele Grüsse,
Jean

PS: Eine schöne Rote Netzkontrollampe habe ich auch noch eingebaut, von dem modernen E-Marktschrott bin ich wieder mal total angeödet: Der Netzschalter, der in der Kombi aus Kaltgeräteanschluss, Sicherung und Netzschalter mit eingebaut ist, hat nach geschätzten 50 Schaltvorgängen schon den Geist aufgegeben. Habe ihn ersatzlos gebrückt, weil der VV sowieso mit dem Plattenspieler zusammen an einer schaltbaren Steckdosenleiste läuft.

   
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#12
(15.02.2014, 20:13)Opa.Wolle schrieb: Thommi, ich hätte da so eine Idee:
was ist denn mit dem Spray, mit dem Andreas_P seine alten abgeblätterten Röhren elektrisch leitend übersprüht? Idea

Ja, das ist eine geile Idee!
Einfach damit den Verstärker vollsprühen und somit aus jedem Bauteil einen 5 Ohm Widerstand machen Wink
Gruß,
Uli
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#13
Nein,

die Idee an sich ist gut! Die Verstärkerplatine kann ich ja von den Anschlüssen ablöten und herausnehmen. Dann hat man sozuzsagen eine oben offene Holzkiste mit den 4 Stempeln drin, auf denen die Platine verschräubelt ist.

Ich stelle euch den Amp demnächst mal vor.

Thommi
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#14
Ist der Thread nicht viel besser unter dem Forum "Eigenbaugeräte" aufgehoben?
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#15
(16.02.2014, 20:55)scotty schrieb: Ist der Thread nicht viel besser unter dem Forum "Eigenbaugeräte" aufgehoben?

Ich meine, der Beitrag passt in beide Foren. Gerade im Bezug auf Verstärkertechnik wird ja viel selbst gebaut.
Es gibt aber technisch auch die Möglichkeit eine Kopie des Beitrages in das Eigenbauforum zu verschieben. Soll Jean entscheiden, ich richte mich dann danach.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#16
Hallo Thommi, Uli und Wolle,

ich fürchte, dass sich die meisten Störungen nicht durch eine, wie auch immer gemachte Abschirmung nach aussen beheben lassen, das meiste produziert der Verstärker von sich aus.

Bei solchen Vorverstärkern kommt man um einen sauberen Aufbau(er muss ja nicht sauber aussehen, aber durchdacht sein), nicht herum.

Ich würde den auseinander löten und neu aufbauen, irgendein Metallgehäuse, ein paar Lötleisten aus Schlachtung oder vom C (Pfennige). Dann hat man auch immer noch die Möglichkeit etwas zu verändern, wenn er noch nicht ganz still ist.

@Anton u. Wolfram: Mir ist es gleich, wo der Beitrag steht, vielleicht wäre es sinnvoll ihn zu teilen und die Beiträge über Thommis VV an seinen bestehenden Beitrag anzuhängen; mein Beitrag ist ja sauber gekidnapped worden.
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#17
Oh,

sorry, du hast recht. Sowas passiert irgendwie schnell.

Thommi
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#18
"gekidnapped" ist ein schöner Begriff, da musste ich herzlich lachen drüber Smile

Aber den Thread nach Beiträgen zu Thommis Verstärker und nach Deinem Verstärker zu trennen Jean, wäre echt heftig viel Arbeit weil längst Alles durcheinander steht. Da hätten wir früher eingreifen müssen, sorry...

Wenn Thommi aber einverstanden ist, kann ich die betreffenden Beiträge einfach löschen und den Ursprungsbeitrag damit bereinigen. Ich meine, so wichtige Sachen stehen da nicht drin.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#19
Hallo,

auch wenn es kaum jemanden interessiert, möchte ich kurz schreiben, wie es mit meinem Vorverstärker weitergegangen ist:

Inzwischen habe ich mir ein MC-System angeschafft, ein MC-10 von Ortofon. MC heisst, dass sich die Spule im Magneten bewegt, bei MM bewegt sich der Magnet in der Spule. MC-Systeme sollen den besseren Klang liefern.

Da so eine bewegende Spule nur sehr klein sein kann, haben diese MC-Systeme auch nur eine winzige Ausgangsspannung, benötigen also eine sehr hohe Verstärkung, was die ganze Sache sehr störanfällig macht(Brummen, Rauschen).

Mein MC-10 hat eine Ausgangsspannung von weniger als 0,2 mV, um sie ausreichend gross für den Eingang meines oben gezeigten Entzerr-Vorverstärkers zu machen, verwende ich zwei kleine Mikrophonübertrager der Fa. Beyer Dynamic, die ich mal aus einem alten Bahnhofsverstärker(Röhrentechnik mit Transistorvorstufen) ausgebaut hatte. Diese habe ich in den Vorverstärker mit eingebaut und das funktioniert prächtig, den Klang finde ich ganz ausgezeichnet und Hintergrundgeräusche(bei angehobenem Tonarm) sind nur bei voll aufgedrehter Endstufe hörbar.

Erstaunlich, ich hätte nicht gedacht, dass ich mit Bastelmitteln einen halbwegs ordentlichen MC-RIAA-Vorverstärker hinbekomme.

Viele Grüsse,
Jean
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#20
Na das hast du wieder gut gemacht Jean.
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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